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Gleichstellungsstelle: Förderung von Frauen

In den vergangenen 30 Jahren haben Frauen mehr erreicht als in den Jahrhunderten zuvor. Dennoch bleiben bis heute Macht, Geld und Arbeit zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt.

Wir wollen dazu beitragen, dass sich in den nächsten Jahren auch in der Kirche einiges ändert. Frauen sollen bei der Aus- und Weiterbildung gleiche Chancen erhalten. Damit der Frauenanteil in Führungsfunktionen steigt, müssen sie entsprechend motiviert, qualifiziert und gefördert werden.

 

Mentoringprogramm für Frauen

Mit einem deutschlandweiten Mentoringprogramm für Frauen will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gezielte Nachwuchsförderung betreiben und die Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Kirche weiter fördern. Bei der Auftaktveranstaltung des Projektes vom 7. bis 9. Februar 2001 im Burckhardthaus in Gelnhausen betonte die Frauenreferentin der EKD, Kristin Bergmann, die Kirche könne als Großorganisation mit insgesamt 630.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon über 70 Prozent Frauen, wesentlich dazu beitragen, dass Mentoring als erfolgreiches Mittel moderner Personalförderung auch in Deutschland bekannter und akzeptierter werde.

Über einen Zeitraum von einem Jahr werden Pfarrerinnen, Pädagoginnen, Verwaltungsangestellte und diakonische Mitarbeiterinnen, die beruflich gefördert werden sollen, von Mentorinnen und Mentoren aus Führungspositionen gezielt begleitet und individuell unterstützt. An dem vom Frauenreferat der EKD und der Arbeitsgemeinschaft der landeskirchlichen Gleichstellungsstellen initiierten Projekt beteiligen sich acht Landeskirchen: Nordelbien, Westfalen, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Thüringen, Bayern, Württemberg und Pfalz, mit insgesamt 43 so genannten "Tandems" aus je einer Mentee und einer Mentorin oder einem Mentor. Begleitet wird der Prozess durch die Beratung seitens der jeweiligen landeskirchlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und Tagungen im Burckhardthaus.

Hintergrund der in den USA entwickelten Methode des Mentoring, so Dagmar Eberhardt vom Hessischen Sozialministerium in ihrem Einführungsvortrag, sei die Erfahrung, dass Beziehungen und Kontakte für das berufliche Fortkommen häufig wichtiger seien als Leistung und Fachkompetenz. Die Mentorinnen und Mentoren sollen daher neben beruflicher und persönlicher Förderung ihrer Mentee auch den Zugang zu Netzwerken und Informationen öffnen sowie Kontakte schaffen und informelles Wissen über die Kirche als Organisation vermitteln.

Ganz bewusst habe man sich entschieden, auch Männer als Mentoren an dem Programm zu beteiligen, so die EKD-Frauenreferentin Kristin Bergmann. So könnten nicht nur männliche Führungskräfte für die Thematik sensibilisiert werden, sondern Frauen bekämen auch Zugang zu informellen Netzwerken von Männern. Durch die Mentorinnen andererseits würden weibliche Vorbilder sichtbar gemacht und zu einer Kultur der gegenseitigen Anerkennung unter Frauen beigetragen.

Pressestelle der EKD


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