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Landessynode eröffnet

Synodalpräsident: Kirche muss menschennah sein

Speyer. „Kirche muss menschennah, einladend und auf hohem geistlichen Niveau sein, um weiter Mitglieder zu binden und zu werben“, eröffnete Synodalpräsident Henri Franck die Herbstsynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, die bis 18. November in Speyer tagt. „Missionarische Arbeit in der eigenen Kirche haben wir zwar eben erst entdeckt, aber sie wird uns bis zum Ende dieser Legislaturperiode und darüber hinaus nicht mehr loslassen“, erklärte der Synodalpräsident. Zu lange habe die Kirche Mission nur als Aufgabe begriffen, Menschen außerhalb des christlichen Kulturkreises das Evangelium nahe zu bringen.

In seiner Begrüßungsrede nahm Franck Bezug auf das Impulspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu dem Kirchenpräsident Eberhard Cherdron in der zweiten Plenarsitzung am Freitag Stellung nehmen wird. Die Analysen des Papiers würden zwar ungewohnt im Bereich der Kirche erscheinen. „Aber das ist nichts anderes als die Welt, in der wir leben. Das zu beklagen wäre töricht“, sagte Franck. „Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht mehr von Kirche geprägt ist.“ Die Stärken des Papiers liegen nach Meinung des Synodalpräsidenten in der zutreffenden Einschätzung der Mitgliederstruktur der Kirchen und der finanziellen Ausstattung in der Zukunft. Die Folgerungen daraus seien „in ihrem Tenor durchaus zu begrüßen“. Der missionarische Impuls sei es Wert, diskutiert und umgesetzt zu werden.

Franck äußerte indes Bedenken an der künftigen Rolle der EKD, wie sie in dem Papier zum Ausdruck komme: Eine zentralistische EKD, die weite Aufgabenfelder an sich ziehe und sich damit der synodalen Beratung und Beschlussfassung von zentralen kirchlichen Fragen in der Landeskirchen entziehe. Franck wörtlich: „Schon die Art und Weise, wie dieses Impulspapier bischöflich verkündet wurde, lässt einen Pfälzer Protestanten zu Recht misstrauisch werden.“ Franck verhehlt auch nicht Kritik an den eigenen Reihen: Weltliche Teilnehmer am Zukunftskongress in Wittenberg im Januar 2007 seien von Landeskirchenrat und Kirchenregierung übergangen worden. „Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Weltlichen sich irgendwann frustriert abwenden und an eine synodal-presbyterial verfasste Kirche nicht mehr recht glauben wollen.“

Ein Stück missionarischer Arbeit in der eigenen Kirche sei auch beim Thema „Kind und Abendmahl“ zu leisten, das als Teil der Sakramentsverwaltung immer noch für viele Mitglieder der pfälzischen Landeskirche ein „ganz problematisches Feld“ sei. Ein entsprechendes Gesetz liegt der Landessynode am Freitag zu Verabschiedung vor. Henri Franck begrüßte unter den Gästen der Landessynode die Delegationen der presbyterianischen Partnerkirchen in Korea und in Ghana, die zurzeit bei der pfälzischen Landeskirche zu Gast sind.


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