Diskussion über EKD-Impulspapier
Cherdron: Qualitätsoffensive darf nicht nur Arbeit der Pfarrer im Blick haben
Speyer. Das Impulspapier der EKD „Kirche der Freiheit“ sorgte bei der Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer für reichlich Diskussionsstoff. Kirchenpräsident Eberhard Cherdron stimmte zwar der im Impulspapier der EKD erhobenen Forderung nach einem umfassenden Qualitätsmanagement in der Kirche zu. „Ein solches Qualitätsmanagement dient der Transparenz und der Leistungsfähigkeit.“ Es könne Schwachstellen aufzeigen und zur Verbesserung der Arbeit beitragen und dem richtigen Einsatz knapper werdender Ressourcen dienen. Die neue „Qualitätsoffensive“ dürfe aber nicht nur auf die Arbeit der Pfarrer fokussiert werden. Es müsse immer das Gesamtsystem im Auge behalten werden – vom Organisten bis zum Kindergarten, so Cherdron.
Cherdron bescheinigte der Perspektivkommission aber eine „Hilflosigkeit“ im Hinblick auf die Debatte um Zusammenführung von Landeskirchen. „Hier sind ganz andere vertrauensbildende Maßnahmen erforderlich. Da geht es um Angst und Macht, da geht es auch um ein geschwisterliches Miteinander oder um Ausgrenzung.“
Ein „schiefes Bild“ vermittle das Papier dadurch im Hinblick auf die der EKD zustehenden Kompetenzen. Es könne der Eindruck entstehen, die Landeskirchen seien nicht autonom, so Cherdron. Es seien immer noch die Landeskirchen selbst, die hier Entscheidungen zu treffen hätten im Hinblick auf ihre Größe und ihren Zuschnitt.
Die Diskussion um das Impulspapier solle ohne Druck weitergeführt werden. Wichtig sei vor allem, dass Kirche sich auf ihre Wachstumspotentiale besinne. „Das kommt mir in dem Papier, das eher auf ein Schreckensszenario setzt, viel zu kurz“, stellte Cherdron fest.
Die Landessynode kam überein, dass die Teilnehmer am Zukunftskongress in Wittenberg 2007 einen „strukturierten“ Bericht als Diskussionsgrundlage für die Frühjahrssynode ausarbeiten sollen. Die nächste Landessynode wird unter dem Schwerpunktthema Mission stehen.
Der von der Landessynode zum weltlichen Oberkirchenrat gewählte Dieter Lutz wird sein neues Amt am 1. Januar 2007 antreten, kündigte Kirchenpräsident Eberhard Cherdron an. Die offizielle Einführung als Oberkirchenrat und die Verabschiedung von Oberkirchenrat Dr. Adolf Zeitler, der zum 30. November in den Ruhestand tritt, ist für 21. Januar 2007 in der Speyerer Gedächtniskirche vorgesehen. Synodalpräsident Henri Franck freute sich, dass mit Lutz ein kompetenter Kandidat aus dem Landeskirchenrat gewählt wurde, der über die entsprechende Erfahrung verfüge.
Einem neuen Gesetz über dem Einsatz von Informationstechnologie stimmten die Landessynodalen mit großer Mehrheit zu. Demnach soll die Landeskirche mit einem Intranet verbunden werden, das Pfarrämter, Dekanate, Dienststellen, Einrichtungen und Werke umfassen soll. „Alle kirchlichen Stellen sind verpflichtet, sich dem Kirchennetz der Evangelischen Kirche der Pfalz anzuschließen und das Kirchennetz zu nutzen. Das Kirchennetz darf im Rahmen des Haupt-, Neben- oder Ehrenamtes nur zum dienstlichen Gebrauch genutzt werden“, heißt es im Paragraphen 2 des Gesetzes.“ Für die Umsetzung werden voraussichtlich zwei Jahre benötigt. Die Kosten sind mit 860.000 Euro im Jahr veranschlagt.







