Dialog

Informationen zur Veranstaltung

5. Februar 2018, 19 Uhr Akademiegespräch in Landau

Angst vor dem sozialen Abstieg

Landauer Akademiegespräche 2017/2018 zum Thema "Angst und Politik"

Es ist schon eine kleine Sensation: ausgerechnet der als neoliberal geltende Internationale Währungsfonds warnt davor, dass „exzessive Ungleichheit“ die soziale Stabilität in den westlichen Industriestaaten gefährdet. Rechtsextreme und populistische Parteien verdanken ihren Erfolg nicht zuletzt der Angst vor dem sozialen Abstieg – so eine verbreitete These. Eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass es Wählern der AfD materiell nicht schlechter geht als dem Bevölkerungsdurchschnitt. Sie machen sich aber deutlich mehr Sorgen um ihre Arbeitsplätze, ihre Wohnsituation, ihre Alterssicherung und um ihre finanzielle Situation insgesamt. Der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld konstatiert abnehmende Abstiegsängste. Immerhin machen sich aber noch 33 Prozent aller Erwerbstätigen Sorgen um den Verlust ihres Arbeitsplatzes – bei anhaltend guter konjunktureller Lage und verhältnismäßig geringer Arbeitslosenquote. Welche Rolle spielen Abstiegsängste für die politische Orientierung und für die Zustimmung zum demokratischen System? Welche gesellschaftspolitischen Schlüsse sind daraus zu ziehen? Soll sich die Politik stärker am Sicherheitsbedürfnis der Mittelschicht orientieren? Brauchen wir mehr Gleichheit? Was ist mit den sozial Abgehängten?
Mit Kerstin Griese MdB, SPD Nordrhein-Westfalen, Vorsitzende im Ausschuss für Arbeit und Soziales, und Professor Dr. Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler, Universität zu Köln.
In Kooperation mit dem Frank-Loeb-Institut an der Universität Koblenz-Landau und der Stadt Landau.