Dialog

Rückblick auf eine Veranstaltung

Veranstaltungsort:
Jugendbildungsstätte
Martin-Butzer-Haus
Bad Dürkheim

Ansprechpartner:
Dr. Georg Wenz

geschlossener Kreis

 

17. Mai 2017 Arbeitskreis in Bad Dürkheim

Reformation und Islam

Landeskirchlicher Arbeitskreis für Islamfragen

<xml></xml>Was in Wittenberg im Jahr 1517 seinen Anfang nahm, hat nicht nur die Geschichte der Kirchen und des Christentums weit über die Grenzen unseres Landes hinaus geprägt und verändert. Die Reformation ist vielmehr auch Teil der europäischen und der Weltgeschichte geworden. Mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 setzt sich der landeskirchliche Arbeitskreis für Islamfragen mit dem historischen Erbe der Reformation im Blick auf Mohammed, den Koran, die »Türken« – kurz: den Islam – kritisch auseinander. Diese Auseinandersetzung lohnt sich nicht zuletzt deshalb, weil eine Beschäftigung mit Martin Luther und seiner Zeit elementare Tiefenstrukturen des kollektiven Gedächtnisses Europas an den Tag bringt. Zur Zeit Luthers sah Europa sich militärisch und politisch vom expandierenden Osmanischen Reich bedrängt. Konstantinopel war 1453 gefallen. Seither waren »die Türken«, wie man zur Zeit der Reformation meist sagte, auf dem Vormarsch nach Nordwesten. Man nahm sie wahr als die Anderen und Fremden, als die bedrohliche Macht aus dem Südosten. So lesen wir es in den Texten des 16. Jahrhunderts, und so lesen wir es heute oft in den Zeitungen und noch mehr im Internet. Wie viel daran ist historische Realität, wie viel Konstruktion eines Fremd- und Feindbilds – gerade dann, wenn man auch die gewaltvolle Geschichte des sogenannten »christlichen Abendlandes« mit reflektiert? Eine Auseinandersetzung mit dem Bild vom »Türken« in der Reformationszeit und dem diesem entgegengestellten Selbstbild des (protestantischen, deutschen, europäischen) Christen hilft, die Dinge klarer zu sehen, damals wie heute.