Dialog

Rückblick auf eine Veranstaltung

17. bis 19. November 2017 Workshop in Bad Dürkheim

Wem gehört unser Genom?

Biopatente, Schöpfungsethik und Ordnungspolitik

Wem gehört das Genom? Diese Frage beschäftigt nicht nur Fachleute auf Patentämtern. Kritiker wie Greenpeace haben das Problem, was in der belebten Natur patentierbar ist oder nicht, in die öffentliche Diskussion rückt. Aus juristischer Perspektive scheint klar: Patente gibt es auf Erfindungen, nicht auf Entdeckungen. Im Fall von Gensequenzen genügt daher das Entschlüsseln einer Basenabfolge nicht, sondern es müssen zugleich das Genprodukt und sein Nutzen benannt werden. Auch wenn ein Patent erteilt ist, darf es möglicherweise nicht genutzt werden: hierüber entscheiden die Gesetze eines Staates. Erfindungen dürfen beispielsweise nicht gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten verstoßen. So kann eine Züchtungsmethode für Organe aus menschlichen embryonalen Stammzellen zwar in Deutschland patentiert, nicht aber eingesetzt werden. Die Gesellschaft entscheidet mithin, welche technologische Neuerung wünschenswert ist und welche nicht. Mit Blick auf die rasant anwachsenden biotechnologischen Eingriffsmöglichkeiten in Lebensstrukturen untersucht die Tagung das ethisch-rechtlich sensible Spannungsfeld zwischen der Förderung wissenschaftlicher Innovationen und der Sicherung sowie Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen durch Patente. Gemeinsames Ziel ist es, Eckpunkte für eine Urteilsbildung herauszuarbeiten, die es erlauben, differenziert zwischen ökonomischen Interessen und ethisch-rechtlichen Argumenten abzuwägen.
Für Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 26 Jahren.