Dialog

Rückblick auf eine Veranstaltung

1. bis 3. Dezember 2017 Workshop in Bad Dürkheim

Die zweischneidige Genschere

Genome Editing als politische Herausforderung

Ein vergleichsweise junges, aber schon recht weit verbreitetes Verfahren, das sogenannte "Genome Editing" oder "Genomic Engineering", ermöglicht mit nie da gewesener Präzision einen Eingriff ins Erbgut aller Lebewesen, auch in das des Menschen. Nach dem Motto „Drei Methoden, ein Prinzip“ geht es im Wesentlichen um drei hochpräzise Schneidewerkzeuge bakteriellen Ursprungs. Das jüngste System, CRISPR-Cas9 genannt, gilt inzwischen als methodischer Goldstandard für die gezielte Bearbeitung von Genen, da es sehr einfach anzuwenden ist und dabei keine erkennbaren Spuren einer Manipulation hinterläßt. Befürworter hoffen auf das Ende von Krebs und Diabetes, Kritiker hingegen befürchten die Manipulation von Embryonen. Eine ethische Debatte über die Anwendungen des CRISPR-Cas9-Systems erscheint dringlich, da die hohe Präzision des neuen Verfahrens erstmals weitgehend risikofreie Eingriffe in die menschliche Keimbahn erlaubt und der Gesellschaft damit die menschliche Selbststeuerung ihrer Evolution ermöglicht. Einige Wissenschaftler fordern darum sogar ein Moratorium im Hinblick auf das Genome Editing: Es wäre erst das vierte Mal in der Geschichte der modernen Forschung, dass Wissenschaftler sich freiwillig Grenzen setzen. In welche Zukunft wird die Revolution in der Genforschung unsere Gesellschaft führen?
Für Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 26 Jahren.