Bibellese

Sonntag, 26. Februar, Psalm 15

Liebe zu den Mitmenschen

Es klingt wie ein weisheitlicher Lehrtext oder wie ein Artikel aus dem Katechismus. Auf die Ausgangsfrage, wer in Gottes Nähe leben dürfe, folgt in regelrechtem Stakkato eine ganze Liste von zehn Charakteristika, an denen man gottesfürchtige Menschen erkennt. Wer untadelig, rechtschaffen und ehrlich ist und niemanden verleumdet, wer seine Mitmenschen nicht ärgert und Fremde nicht schlecht behandelt. Wer böse Menschen meidet und Gemeinschaft mit denen sucht, die ebenso wohlwollend miteinander sind. Man soll zu seinem Wort stehen, auch wo es unangenehm sein könnte, und in finanziellen Angelegenheiten soll man niemanden übervorteilen und unbestechlich bleiben. Wer diese ganz alltäglichen Regeln befolgt, wird vom Leben belohnt. Die Regeln selbst führen dabei nur beispielhaft aus, was als Grundhaltung menschliches Handeln tragen soll. Das Vertrauen nämlich, dass man Gott keine größere Ehre erweisen kann, als ehrfürchtig und menschlich mit seinen Nächsten zu sein. In der Liebe zu seinen Mitmenschen zeigt sich die Liebe eines Menschen zu Gott.

Montag, 27. Februar, Lukas 11, 29–36

Erinnerung an Jona

Wer ist dieser Jesus, und kann ich seiner Botschaft von Gottes bedingungsloser Liebe glauben, ohne Beweise? Jesus weist jede Zeichenforderung der Menschen zurück und stellt den Beweis zugleich allen in Aussicht, die seinen ganzen Weg bis zum Ende verfolgen! Jesus erinnert an Jona, der von Gott den Auftrag hatte, die gewalttätigen Bewohner der Stadt Ninive zur Umkehr zu ermutigen. Aus Angst vor deren Zorn aber, floh Jona und geriet in Seenot. Gerettet wurde er, indem er von einem Fisch verschluckt und nach drei Tagen im Bauch des Fischs zurück an Land gespuckt wurde. Da erkannte Jona Gottes Beistand und erfüllt seinen Auftrag. Jesus stellt seinen Weg in diese Tradition und überbietet sie noch. Sein Auftrag, den Menschen Gottes freie Liebe zu verkündigen, wird in seiner ganzen Tiefe erst offenbar, wenn er am Kreuz gestorben und am dritten Tage aus dem Tod heraus auferstanden sein wird. Von daher werden die Worte und Taten Jesu ihre Wahrheit erweisen. Wohl dem, der es erkennt und im Lichte dieser Wahrheit lebt, vor den Augen seiner Welt.

Dienstag, 28. Februar, Lukas 11, 37–54

In der Tradition der Propheten

Eine alltägliche Szene regt Jesus zu einen prophetischen Weheruf an. Mit scharfem Ton stellt er die Pharisäer bloß, die in ihrer Frömmigkeit oft nur auf Äußerlichkeiten schauen und so ihrer Eitelkeit erliegen. Frömmigkeit lebt aber aus der inneren Liebe zu Gott und den Menschen. Ebenso geht Jesus die Schriftgelehrten an. Diese berufen sich auf die Mahnungen und Weisungen der Bibel und instrumentalisieren Gottes Wort für sich. Dabei stammen die Mahnungen der Bibel von Propheten, die zu ihrer Zeit von Schriftgelehrten für diese Worte verfolgt und getötet wurden. Damit stellt Jesus die fehlende Offenheit heraus, seine Worte und Ermahnungen anzuhören und anzunehmen. Jesus steht mit seiner Botschaft in der Folge dieser Zeugen, die Menschen Gottes Wort nahebringen wollen, aber von den Menschen ihrer Zeit dafür verworfen und getötet werden. Und so kommt es dann auch. Die Pharisäer und Schriftgelehrten bedrängen Jesus und wollen ihn mit Fragen zu Fall bringen. Später dann wollen sie ihn nicht nur mundtot, sondern lieber gleich wirklich tot sehen.

Mittwoch, 1. März, Lukas 12, 1–12

Vorbereitung auf schwierige Zeiten

In geheimnisvollen Worten richtet sich Jesus an seine Jünger. Doch zwischen den Zeilen ahnt man schon, dass sich diese Worte auch und vor allem an christliche Gemeinden richten, die unter Verfolgung und Anfeindungen leiden. Jesus bereitet seine Anhänger auf schwierige Zeiten vor und schwört sie darauf ein, auch in Anfechtungen treu zum eigenen Glauben zu stehen. Es wird verlockende aber heuchlerische Einflüsterungen geben, die sich in der Gemeinde einnisten und sie verunsichern wollen. Jesus warnt davor, sich an solchen falschen Reden zu beteiligen, weil am Ende die Wahrheit ans Licht kommen wird. Menschen, Mächten und Obrigkeiten der Welt gegenüber soll man furchtlos zu seiner Überzeugung stehen, im Vertrauen auf die Freiheit und Liebe, die Gott den Seinen schenkt. Die zählen mehr als Leib und Leben, denn nur Gott gegenüber sind Menschen verantwortlich für ihr Denken, Reden und Tun. Wer Gott vertraut und sich zu seinem Geist bekennt, wird Kraft und Hilfe finden. Und wer sich zu Jesus bekennt, wird in ihm einen himmlischen Fürsprecher haben.

Donnerstag, 2. März, Lukas 12, 13–21

Vom Nutzen des Reichtums

Jesus soll in einem Erbstreit schlichten. Dem Bittsteller geht es um Verteilungsgerechtigkeit, Jesus aber nutzt die Gelegenheit, um vor Habgier und falscher Sicherheit zu warnen. Irdische Güter sind vergänglich, wahrer Reichtum lässt sich nur im Glauben finden, in der Freiheit vor Gott. Um es zu verdeutlichen, erzählt Jesus als Negativbeispiel das Gleichnis eines erfolgreichen Landwirts, der sich über seine reiche Ernte freut und eifrig Vorräte für viele Jahre horten will. Der Bauer meint, so auf Lebzeiten ausgesorgt zu haben, erzählt Jesus. Doch was, wenn ihn in dieser Nacht der Tod ereilt? Welchen Nutzen hat er dann von seinem Reichtum? Jesus stellt so einmal implizit die Frage, wie man mit weltlichen Gütern sinnvoll umgeht. Zugleich liegt natürlich von diesem Negativbeispiel her auch eine mögliche positive Grundhaltung auf der Hand. Wer weise ist, so wird der Leser konsequent schließen, definiert sich nicht über irdische Güter, sondern findet im Vertrauen auf Gott seinen Sinn. Diese innere Sicherheit lässt Menschen gelassen leben.

Freitag, 3. März, Lukas 12, 22–34

Von Vögeln und Lilien

Zur Frage nach klugem Umgang mit Besitz, lenkt Jesus das Augenmerk nun ins Positive. Vorbilder für eine vertrauensvolle Lebenshaltung sind ihm die Raben, die sich mühelos von der Natur ernähren und so beschenken lassen. Darin zeigt sich ihr natürliches Vertrauen auf Gott. Und wenn Gottes Fürsorge schon kleinen Vögeln gilt, wie viel mehr dann seinen Ebenbildern? Ein zweites Positivbeispiel sind Jesus die Lilien. Sie sind von Natur aus wunderschön, ohne Kleidung. Auch sie sind ein Beleg für Gottes Fürsorge. Wenn schon kurzlebige Blumen so schön gemacht sind, dann doch Gottes Ebenbilder erst recht! Menschen haben allen Grund, ohne falsche Sorgen um Äußerlichkeiten gelassen zu leben und so ihr Vertrauen in Gottes Liebe zu zeigen. Die zeigt sich auch, wo Menschen selbst freigiebig werden. Worauf richten Menschen ihr Herz, fragt Jesus, auf lebendigen Reichtum, der dem Leben dient, oder auf totes Kapital? Machen sie sich gnadenlos abhängig von Schätzen dieser Welt oder gönnen sie sich den unvorstellbaren Luxus der liebevollen Freiheit vor Gott?

Samstag, 4. März, Lukas 12, 35–48

Nüchterne Wachsamkeit

Noch einmal geht es um den richtigen Umgang mit Reichtum. Aller Reichtum an Mitteln und Möglichkeiten ist Menschen von Gott geschenkt, doch wie geht man damit richtig um? Handle in jedem Moment deines Lebens so, wie es dir in Verantwortung vor Gott geboten erscheint, mahnt Jesus geradezu „kategorisch imperativ“ zur Wachsamkeit. Es gilt stets, die im Leben zur Verfügung stehenden Möglichkeiten an Zeit, Kraft und Mitteln verantwortungsvoll auch zu nutzen zum Wohle der Mitmenschen. Denn die nüchterne Wachsamkeit, die hier mit Blick auf das überraschende Anbrechen von ­Gottes neuer Welt gefordert ist, hat auch eine ethische Zielrichtung. Der gerechte Knecht, den Jesus als Vorbild zeichnet, erweist sich Tag für Tag ­würdig, weil er mit den ihm anvertrauten ­Gaben so umgeht, wie es dem ­Willen seines Herrn entspricht. Er teilt sie ­gerecht mit den ihm anvertrauten Menschen. Auch hier zeigt sich, dass man Gottes Liebe dadurch erwidert, indem man Verantwortung für seine Mitmenschen übernimmt und mensch­lich handelt. Henning Lang

 

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