Die Einheit der Liebe Christi betont

Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet – Fehlende Gemeinschaft am Tisch des Herrn beklagt

Ökumenischer Gottesdienst im Speyerer Dom: Jochen Steuerwald dirigiert die Jugendkantorei und die Besucher. Foto: Landry

Bei der Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen betonte Bischof Karl-Heinz Wiesemann, dass in der Einheit der Liebe Christi auch eine gemeinsame Erinnerung an den 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers möglich sei. „Wir vergewissern uns dankbar der Errungenschaften der Reformation für alle Kirchen und bestärken uns in unserem gemeinsamen Auftrag, Zeuginnen und Zeugen der Liebe Christi zu sein,“ sagte Wiesemann im Speyerer Dom.

Der Bischof unterstrich, dass es schmerze, wenn die Christen ihren Glauben an den einen Herrn noch nicht an einem Tisch „in dem einen Mahl der Liebe“ feiern können. Durch seinen Tod und seine Auferstehung habe Jesus Christus die trennende Wand der Feindschaft niedergerissen. „Von seinem Geist geführt, sollen wir bekennen, was uns voneinander und von ihm trennt, und um Vergebung bitten“, sagte Wiesemann. Er bedauere, dass ein von Protestanten kritisierter Satz des Einladungsschreibens missverstanden worden sei, und betonte: „Jede einseitige Schuldzuweisung liegt mir vollkommen fern.“ Der im KIRCHENBOTEN (KB 3, Seite 3) zitierte Satz lautet: „Im Gottesdienst bekennen wir freimütig die Sünde der Spaltung als Folge der Reformation und bitten dafür um Vergebung.“

Kirchenpräsident Schad rief dazu auf, ehrlich mit der Geschichte der je eigenen Kirche umzugehen und sich auszurichten auf Christus, der das „gemeinsame Fundament der Kirche“ sei. „Lasst euch versöhnen – all die falschen Bilder vom jeweils anderen, all die Vorurteile gegen Protestanten, Katholiken, Orthodoxe, Freikirchler sollen aus unseren Köpfen und Herzen weichen“, sagte Schad. Der reformatorische Ruf zur Umkehr sei ein Schritt zur Klarheit, zum Ende der Selbsttäuschung und „ein Blick in die Tiefe der eigenen Existenz“. Schad bedauerte, dass der Bischof wegen seiner Einladung in einer Kommentierung des KIRCHENBOTEN beleidigt worden sei. Er distanziere sich „offen und öffentlich“ von diesen Aussagen. Die freie evangelische Publizistik wolle er jedoch nicht infrage stellen.

Seit dem Jahr 2009 findet zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ein zentraler ökumenischer Gottesdienst in Speyer statt, bei dem abwechselnd die pfälzische Landeskirche und das Bistum Speyer Gastgeber sind. Daran beteiligt ist auch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. KB

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