International und geschwisterlich feiern

Landeskirche stellt Programm für Reformationsjubiläum vor – Gegen Nationalismus und für Ökumene

Kommt am 11. April nach Speyer: Der Reformations-Lastwagen zieht seit November 2016 durch 19 Länder und macht an 68 Orten mit besonderer Bedeutung für die Reformation halt. Foto: epd

Luthers Ideen im Mittelpunkt: Kirchenpräsident Christian Schad (rechts) und Reformationsbeauftragter Wolfgang Schumacher. Foto: lk

Das 500. Jubiläum der Reformation bietet nach Ansicht von Kirchenpräsident Christian Schad die Möglichkeit, Zeichen gegen den vielerorts erstarkenden Nationalismus und für mehr Ökumene zu setzen. Nachdem die Jubiläen in den Jahren 1817 und 1917 vor allem nationalistisch und antikatholisch ausgerichtet gewesen seien, werde das Jubiläum 2017 international und geschwisterlich mit den anderen christlichen Konfessionen begangen, sagte Schad bei der Vorstellung des Festprogramms.

Von der Reformation seien viele kulturhistorische und theologische Impulse ausgegangen, sagte Schad. Mit seiner Bibelübersetzung habe Martin Luther die deutsche Sprache christlich imprägniert. Seine Forderung, dass jeder die Bibel in deutscher Sprache lesen und verstehen können solle, habe zur Durchdringung des Glaubens und allgemeiner Bildung geführt. „Es ist ein kostbares Erbe der Reformation, die wechselseitige Verwiesenheit von Vernunft auf der einen und Glaube auf der anderen Seite immer wieder neu zu entfalten.“ Außerdem habe die Reformation zu einem Demokratieschub geführt. Luthers Postulat vom Priestertum aller Glaubenden habe die Zweiklassengesellschaft aus Klerikern und Laien in der Kirche abgeschafft. Die Veränderung der kirchlichen Machtverhältnisse wirke bis heute auch in Politik und Gesellschaft nach.

Luther habe den leidenden Christus ins Zentrum seiner Theologie gestellt, sagte der Kirchenpräsident. Daraus ergebe sich das christliche Verständnis, dass nicht Gewalt und Macht sich durchsetzen, sondern Gewaltlosigkeit zutiefst in Gott selbst grundgelegt ist. „Dies haben wir als Christen zu bezeugen, wenn Religion pauschal als gewaltkonform diskreditiert wird.“

Darüber hinaus widerspreche Luthers Menschenbild den allgemein gültigen Vorstellungen. Der Reformator habe die Person von seinen Werken getrennt. Für ihn sei jeder Mensch vor Gott gleichviel wert, unabhängig davon, was er leiste und davon, ob er Gutes oder Böses getan habe.

Feiern wird die Landeskirche das Jubiläum bis zum Reformationstag am 31. Oktober. Sie wird dabei von vie­len Partnern unterstützt. Dazu zählen die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, der Kultursommer, das Künstlerhaus Edenkoben, das Pfalztheater und die Pfalzgalerie. Das Programm steht im Internet auf der Seite www.reformation2017.evpfalz.de. koc

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