Information zur Taufe

In der Taufe kommt viel zusammen. Zum einen ist die Taufe die deutliche Anrede Gottes an einen Menschen: Gott bekundet ihm seine ganze Liebe. Gottes Liebe gilt dem Menschen schon vom ersten Atemzug an, aber mit der Taufe erhält der Mensch ein Datum, an dem Gottes Liebe für ihn persönlich festgemacht wurde. Zum anderen bringen die Eltern und Angehörigen zusammen mit der Gemeinde allen Dank für das neue Leben zum Ausdruck. Sie sprechen die Hoffnung und Bitte aus, dass Gott mit diesem Menschenkind durchs Leben geht.

Die Taufe gilt in der Kirche als ein Sakrament. Das meint eine heilige Handlung, die im Auftrag des Herrn der Kirche, Jesus Christus, unter Verwendung eines Symbols, also Wasser, vollzogen wird (es gibt noch ein zweites Sakrament, das heilige Abendmahl; auch hier liegt ein Auftrag Jesu vor, so zu handeln unter Verwendung eines sichtbaren Zeichens, in diesem Falle Brot und Wein).

Zur Taufe gehört der Glauben. Gottes Liebe so groß ist, dass sie unserem Glauben vorausgeht. Das ist der Grund dafür, dass die Kirche Kinder tauft. Niemand muss Gott seinen Glauben erst nachweisen; um den Glauben können wir ihn aber jeden Tag neu bitten. Bei der Kindertaufe legen Eltern und Paten das Taufversprechen stellvertretend für ihr Kind ab. Sie verpflichten sich, dem Kind oder Patenkind von Jesu Liebe zu erzählen, den Glauben vorzuleben, für das Kind oder Patenkind zu beten und sich bei der Erziehung am Evangelium bzw. an der Heiligen Schrift zu orientieren.

Der Pate ist in erster Linie Taufzeuge, im Grund ist die versammelte Gemeinde Taufzeuge, und in der Konsequenz jeder erwachsene Christ ein Pate, der für sein Patenkind eintritt. Der Stärkere stellt sich auf die Seite des Schwächeren. Es gibt niemanden, der mehr auf Hilfe angewiesen ist, als ein Säugling oder kleines Kind. Die Paten sind in diesem Sinne beispielhaft für die ganze Gemeinde verpflichtet.

Die Taufe verbindet als Sakrament alle Christen miteinander und mit Jesus Christus. Jesus selbst hat gesagt: „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ – Matthäus 28,19f. (Tauf- bzw. Missionsbefehl Jesu).

Jesus selbst ließ sich von Johannes dem Täufer im Jordan durch Untertauchen taufen (Taufe kommt ursprünglich von „Tauchen“). Die ersten Christen haben die Taufe durch Untertauchen vollzogen, noch im Mittelalter war die Ganzkörpertaufe Praxis: in der Abtei von Weißenburg im Elsaß ist ein großes Taufbecken aus dieser Zeit erhalten. Das Übergießen des frischen Wassers macht in gleicher Weise deutlich, was Taufe bedeutet: Reinigung, erneuertes Leben, denn ohne Wasser gibt es kein Leben; die Taufe gilt als Zeichen für das Mitsterben und das Mitauferstehen mit Jesus Christus.

Wir verwenden gewöhnliches Wasser. Da das Wasser an sich bei der Taufe nichts bewirkt, ist die Verwendung eines „besonderen“ Wassers etwa aus dem Jordan oder See Genezareth nicht üblich oder erforderlich. Der Zusage des Mitseins Gottes und der Glaube verknüpfen sich nicht mit dem Materiellen.

Taufen finden in unserer Kirchengemeinde in einem Gottesdienst (auch im Kindergottesdienst) statt, denn die Täuflinge werden in die Gemeinde getauft, und die Gemeinde schließt den Täufling (und seine Eltern und Paten) in die Taufe ein.

 

Erwachsene und Heranwachsende werden schon einmal im Anschluss an einen Gottesdienst oder zu einem Wunschtermin getauft, aber auch hier läuten die Glocken wie bei einem Gottesdienst mit der Aufforderung an die Gemeinde zum Gebet.

 

Es folgen Bibelworte zur Auswahl. Die Bibel enthält Gottes Wort an uns Menschen, das uns andere vor mehr als 2000 Jahren aufgeschrieben haben. Blättern Sie, vielleicht finden Sie selbst einen Taufspruch, und folgen Sie dem humanistischen und reformatorischen Prinzip, an die Quellen zu gehen: ad fontes (d.h. zu den Quellen)!

Taufsprüche

  1. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen.  Jes 54,10
  2. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. - Psalm 119,105
  3. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.  Psalm 73,23
  4. Gott hat den Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91,11
  5. Gott segne dich und behüte dich; Gott lasse das Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; Gott hebe das Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. 4. Mose 6, 24-26
  6. Gott behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Psalm 121,8
  7. Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch, und  bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt. 1. Thessalonicher 5,23
  8. Gott ist treu und wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 2.Thessalonicher 3,3
  9. Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost, denn ich bin ja nach deinem Namen genannt. Jeremia 15,16
  10. So sagt Gott: Fürchte dich nicht, denn ich mit dir und will dich segnen. 1. Mose 26,24
  11. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. 1. Mose 12,2
  12. Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen. 5. Mose 4,31
  13. Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn.  Psalm 27, 14
  14. Es ist gut, auf den Herrn zu vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.  Psalm 118, 8
  15. Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen.  5. Mose 4, 31
  16. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.  Philipper 4, 13
  17. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.  Jesaja 43, 1
  18. In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.  Kolosser 2, 3
  19. Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.  Psalm 86, 11
  20. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.  Psalm 23, 1
  21. Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.  Johannes 14, 6
  22. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.  Psalm 23, 3
  23. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Matthäus  5,5
  24. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. Matthäus  5,7
  25. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Matthäus  5,8
  26. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Matthäus  5,9
  27. Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Matthäus  7,7
  28. Alle Dinge sind möglich denen, die glauben. Markus 9,23
  29. Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt Gott auf. Markus 9,37
  30. Jesus sagt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Johannes 15,5

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