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Kommen Sie zu uns, in einen unserer Chöre

Wenn Sie bei einem unserer Konzerte heimlich den Wunsch verspürt haben, auch Teil dieser Chorgemeinschaft zu sein, dann kommen Sie zu uns, denn wir suchen Sängerinnen und Sänger. Die Probentermine finden Sie jeweils bei den folgenden Links:
Evangelische Kantorei
Gospelchor UNITY
Wir freuen uns auf Sie, Ihr Kantor Tobias Markutzik. Ich bin auch persönlich für Sie erreichbar unter: 0163 2935 953 oder per E-Mail: tobias_markutzik@web.de.

Eintrittsstelle

Losung

Losung für Samstag, 16. November 2019
Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige.
1.Samuel 2,10

Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden.
Matthäus 25,31-32

© Evangelische Brüder-Unität

Die Kuseler Stadtkirche

 

Zur Geschichte der evangelischen Stadtkirche in Kusel

Anschliessend: Die Historie der Dekane und Pfarrer/innen

Dekan i.R. Dr. phil. Baldur Melchior

"Durch Allerhöchstes Rescript vom 28.July 1828 ist der protestantischen Kirchen = Gemeinde der Stadt Cusel im Königlich bayerischen Rheinkreise zur Wiederherstellung ihrer seit 34 Jahren eingeäscherten Kirche eine Collekte in sämtlichen protestantischen Pfarreyen des Königreichs Allergnädigst gestattet worden ... "

Mit diesen Worten beginnt eine "Einladung zu Beiträgen für die Erbauung einer protestantischen Kirche zu Cusel, im Königlich bayerischen Rheinkreise", welche namens des Presbyteriums von dem damaligen Kuseler Dekan Zöllner und seinem Amtskollegen Beltzer unter dem Datum des 18. Oktober 1828 veröffentlicht worden war. Im folgenden Jahr, am 12. Juli 1829, erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche. Am 16. Oktober 1831 wurde sie feierlich eingeweiht.

"Die in den Jahren 1829/31 erbaute Kirche entspricht in ihrer grundsätzlichen Lage und Gestaltung nämlich weitgehend den schon im April 1826 ausgearbeiteten Plänen des Paul Camille von Denis  in seiner Zeit als kgl. Bezirks-Ingenieur an der kgl. Bau-Inspection Kaiserslautern für eine ursprünglich gedachte Simultankirche. Denis zeichnete übrigens auch für die Entwürfe der Kirchen in Neunkirchen am Potzberg 1825 und im saarpfälzischen Ommersheim 1829 verantwortlich. In seiner Planung vom April 1826 für die Kuseler Kirche waren die wesentlichen, heute erkennbaren architektonischen Elemente bereits vorgesehen. Der königliche Ingenieur und Architekt Ferdinand Beyschlag hat dann in seiner Ausführungsplanung die Kirche um 4,50m verlängert, sodass sich zwischen den Bogenfenstern weitere Zwischenräume ergaben. An der Ostfassade wurde über dem umlaufenden Kämpfergurt das Halbrund der Seitenfenster aufgenommen und im Obergeschoss des Turmes statt der drei kleinen Bogenfenster das Serlio-Motiv eingeführt. Die in den Jahren 1829/31 erbaute Kirche ergänzte der Kuseler Bezirksbauschaffner Johann Schmeisser 1861 um den Turmhelm. Neben der Kirche in Rinnthal von Daniel Ohlmüller  und  der Zwölfapostelkirche in Frankenthal von Philipp Mattlener ist sie die größte evangelische Kirche des Klassizismus in der Pfalz." [Walter Keßler]                                                         Mit der Durchführung der Maurerarbeiten hatte man die Kuseler Baufirma Bell betraut.

Anmerkungen zur geistes- und kirchengeschichtlichen Situation um 1830

Die Erbauung der evangelischen Stadtkirche Kusel fällt in einen Abschnitt deutscher und gesamteuropäischer Geschichte, welchen der Historiker Golo Mann "eine ungeheure Bewegung der Gesellschaft und des Geistes" genannt hat. In ihrer Bedeutung epochal zu nennende Gestalten und Persönlichkeiten der allgemeinen Profan- und der speziellen Kirchen - und Theologiegeschichte, der Geistes- und der Naturwissenschaften, der Bildenden Künste und der Musik haben die ersten drei Dezennien des 19. Jahrhunderts wesentlich beeinflusst und geprägt. Hier seien Namen genannt wie der des preußischen Staatsreformers Friedrich Karl Frhr. vom und zum Stein (gest. 1831), des Theologieprofessors Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (gest. 1834), des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (gest. 1831), des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (gest. 1832).

1825 verkehrte in England zwischen Liverpool und Manchester die erste Eisenbahn der Welt. 1831 entdeckte in Gießen der Chemiker Justus von Liebig das Chloroform. Am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier wurde am 24. September 1835 einem 17jährigen Oberprimaner namens Karl Marx das Reifezeugnis überreicht, nachdem er im Oktober 1830 an der genannten Schule seine Gymnasialausbildung begonnen hatte. In Wien waren 1827 Ludwig van Beethoven und 1828 Franz Schubert verstorben.

1829 erfolgte mit der Aufführung der "Matthäus-Passion" durch die Berliner Singakademie unter der Leitung von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Wiederbelebung der Kirchenmusik Johann Sebastian Bachs. Die politischen Zeitumstände blieben nicht ohne Folgewirkung auf das kirchliche Leben. Zwei Ereignisse waren für die drei ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts von besonderer Relevanz: Die politische Neuordnung Deutschlands und des europäischen Staatensystems beim Wiener Kongreß (1814 - 1815) durch Klemens Fürst von Metternich und als Gegenbewegung die Emanzipation der bürgerlichen Gesellschaft von den verhärteten Strukturen des nachabsolutistischen Verwaltungsstaates, sich dokumentierend in den Geschehnissen der französischen Juli-Revolution von 1830. Aus dem sich Ende des 18. Jahrhunderts in Europa etablierenden Polizei- und Wohlfahrtsstaat entwickelte sich allmählich der Typus des Kultur- und Verfassungsstaats. Der einzelne Staatsbürger, das Volk als die Gesamtheit aller Staatsbürger wird in zunehmenden Maße verantwortlich handelndes Subjekt des politisch-geschichtlichen Lebens.

Die unruhigen Jahre politischen Aufbegehrens im Gefolge der französischen Juli-Revolution in der Zeit von 1830 - 1832 fanden auch in der Pfalz ihren Niederschlag und zwar beim "Nationalfest der Deutschen" am 27. Mai 1832 in der Ruine des Hambacher Schlosses bei Neustadt an der Weinstraße, dem sogenannten Hambacher Fest. Unter der Vielzahl von Teilnehmern war eine ganze Reihe protestantischer Geistlicher zu verzeichnen, insbesondere aus der Westpfalz. Gegen den Homburger Dekan Weber, einen Freund Philipp Jakob Siebenpfeiffers, ordnete das Münchener Oberconsistorium eine Untersuchung wegen des Verdachts "der Teilnahme an den politischen Umtrieben der neueren Zeit" unter dem Datum vom 12. Dezember 1832 an. 1833 erfolgte auf Betreiben der Münchener kirchlichen Oberbehörden ein Wechsel in der Leitung des "Königl. protestantischen Consistoriums zu Speyer", was de facto einer Auflösung des Speyerer Consistoriums wegen seiner Haltung im Blick auf die Hambacher Ereignisse und die hieraus erwachsene revolutionäre, national-deutsche, demokratisch-republikanische Bewegung gleich kam.

Indes waren es nicht nur die politischen Zeitumstände, welche eine Umbruchssituation bewirkten. Es war das Vorfeld der sogenannten Industriellen Revolution, eine Zeit des Übergangs, welche eine tief greifende geistige und kulturelle Zäsur herbeiführte. Die durch Idealismus und Romantik geschaffene Einheit von Philosophie, Wissenschaft und Kunst löste sich auf. Hatte noch Hegel das Wesen der Geschichte als eine fortschreitende Selbstentfaltung des göttlichen "Absoluten Geistes" verstanden, wurden Heilsgeschichte und Weltgeschichte von ihm in eins gesehen, vermochte er in Kunst, Religion und Philosophie eine besondere Erscheinungsgestalt des "Absoluten Weltgeistes" zu erkennen, so stellten die 'Links-Hegelianer' David Friedrich Strauß (1835/36: "Das Leben Jesu. Kritisch bearbeitet") und Ludwig Feuerbach (1845: "Das Wesen der Religion") die biblische Jesus-Überlieferung wegen ihres unhistorischen mythischen Charakters bzw. die Religion überhaupt in Frage und versuchten sie als bloße Illusion, als Projektion menschlicher Wünsche und Ideale zu erklären.

Es war ein wesentliches Anliegen der protestantischen Theologie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einen Ausgleich zwischen Christentum und Kultur, zwischen theologischer Wissenschaft und sonstigen Wissenschaften, insbesondere den Geisteswissenschaften herbeizuführen:

" ... das wahre Bedürfnis unserer Zeit ist, den Glauben mit dem Wissen, das Wissen mit dem Glauben zu versöhnen"

(Philipp Marheineke, Vorwort zur Dogmatik von 1827)

Daß dieses Bemühen um Ausgleich und Versöhnung zwischen Glaube und Wissen, Glaube und Vernunft nicht selten zu Lasten des Glaubens ging, ist eine Folge der ablehnenden Haltung der immer stärker aufkommenden Naturwissenschaften und der historisch-kritischen Theologie gegenüber dem spekulativen Denkansatz des Idealismus, eine geistesgeschichtliche Entwicklung, die sich bis in die Gegenwart fortgesetzt hat.

Der klassizistische Baustil der Kuseler Stadtkirche

Der klassizistische Baustil der Kuseler Stadtkirche, insbesondere die streng gegliederte, dorisch geprägte Säulenanordnung, die geschmackvoll gestaltete und der Raumakustik zuträgliche hölzerne Kassettendecke, die optische Einheit von Altar, Kanzel und Orgel, die wohlproportionierte Raumaufteilung und klare Gliederung des Baukörpers insge­samt, verweisen auf eine damals bevorzugte architektonische Grundkonzeption und künstlerische Geschmacksrichtung. Es war die Zeit, in welcher Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), der wohl bedeutendste Repräsentant des Deutschen Klassizismus, in Berlin seine grandiosen Bauwerke schuf. In seinem Gefolge ist der Bayern-König Ludwig I. (1825 -1848) zu nennen, der schon während seiner Kronprinzenzeit die Neigung hegte, in seiner Münchener Residenzstadt ein Forum nach griechisch-römischem Vorbild anzulegen.

Maler wie Peter von Cornelius oder die Baumeister Leo von Klenze und Georg Friedrich Ziebland halfen ihm bei dem Bemühen, München zu einer Kunstmetropole in Deutschland zu machen, mit dem Ziel einer deutlichen Wiederbelebung antiker Geisteskultur. Man mag darüber streiten, inwieweit hernach die Vielzahl von klassizistisch gehaltenen Kirchen, Schlössern, Verwaltungsgebäuden, Bahnhöfen, Hotels, Wohnhäusern und sonstigen Bauwerken im Königreich Bayern rechts und links des Rheins den ursprünglichen, erhabenen und edlen Kunstidealen des Bayernkönigs oder dem grandiosen Stilgefühl eines Friedrich Gilly oder Karl Friedrich Schinkel noch zu entsprechen vermochte. Bereits Goethe warnte in seiner Schrift "Von deutscher Baukunst" vor den Auswüchsen eines missverstandenen klassischen Stilempfindens und eines von falschen Voraussetzungen ausgehenden, stilvermengenden, epigonenhaften Historismus. Dem Weimarer Universalgenie mißfiel das Bestreben, eine fast zweitausendjährige Baukultur mit ihrer charakteristischen Formgebung wiederbeleben, in die Gegenwart übertragen zu wollen. Nach seinem Dafürhalten war es unangemessen und würdelos, Elemente und Zeugnisse des griechisch-hellenistischen oder römischen Geistes und Lebensgefühls, bestimmt zur Repräsentation des Erhabenen und Edlen, für profane, niedere Zwecke verwenden zu wollen.

Derartige kritische Einwände gegen eine klassizistische Formensprache vermögen indes nicht den Eindruck zu schmälern, dass die evangelische Stadtkirche zu Kusel in ihrer feierlichen Schlichtheit und klassischen Erhabenheit, mit ihrer klar gegliederten Innenarchitektonik und ästhetisch ansprechenden Außenfassade ein recht gelungenes, wenn auch bescheidenes Beispiel jener von König Ludwig I. in Bayern initiiertem, antikem Stilgefühl nachempfundenen Baukultur abgibt. Vor allem und nicht zuletzt erweist sich die Kuseler Kirche als ein würdiger Versammlungsort zum Hören und Verkündigen von Gottes Wort, zur Feier der Sakramente, zum Singen und Musizieren 'ad maiorem Dei gloriam.' Die an dieser Stätte durchgeführten Gottesdienste wollen eine Lebensmitte der Gemeinde sein, ein Zentrum christlichen Glaubens und Lebens. Von hier sollen Kräfte und Impulse im Geiste des Evangeliums für die alltägliche Lebenswirklichkeit ausgehen. Insofern will die evangelische Stadtkirche Kusel mehr sein als nur ein bestimmtes Zweckgebäude, mehr als nur ein Denkmal einer vor 150 Jahren gepflegten Baukultur.

Evangelische Stadtkirchen in Kusel vor dem Brand von 1794

Bei der fast völligen Zerstörung der Stadt Kusel am 26. Juli 1794 durch die französischen Revolutionstruppen wurde auch die von dem Zweibrücker Baumeister Johannes Koch in den Jahren 1713 -1715 für Reformierte, Lutheraner und Katholiken erbaute barocke Simultankirche ein Opfer der Flammen. Sie befand sich an der gleichen Stelle, an welcher 1831 die klassizistische Stadtkirche errichtet wurde.

Im Jahre 1712 mußte die jahrhundertealte mittelalterliche Stadtkirche infolge Baufälligkeit abgerissen werden. Die bauliche Gestalt dieser Kirche konnte an Hand von Planungsskizzen der Kuseler Maurermeister Valenthin Kohl und Johannes Bader rekonstruiert werden.

Im Jahre 902 hatte Erzbischof Heriveus von Reims in Gegenwart des Mainzer Erzbischofs diese erste Kuseler Kirche am heutigen Marktplatz als Remigius-Kirche eingeweiht.

Unter dem Eindruck von Luthers Auftreten beim Reichstag zu Worms im Jahre 1521 sowie durch den Einfluß seines Erziehers und Lehrers Johann Bader aus Landau und des Zweibrücker Hofpriesters Johann Schwebel hatte sich Herzog Ludwig II von Zweibrücken als einer der ersten deutschen Fürsten für die Sache der Reformation entschieden. 1523 wurde in Zweibrücken und ab 1526 im gesamten Herzogtum der evangelische Gottesdienstritus für verbindlich erklärt.

Kusel, seit 1328 Stadt und seit 1680 Sitz des Oberamts Lichtenberg, war um Jahre 1524 der neuen reformatorischen Lehre erschlossen worden. 1521 hatte das Kloster auf dem Remigiusberg aufgehört zu bestehen. Bald darauf wurde Ruprecht, Bruder von Herzog Ludwig II., zum Verwalter der Klostergüter und Inhaber des Kollaturrechts (= Recht zur Besetzung eines geistlichen Amts) bestimmt. Er ernannte 1524 den bisherigen katholischen Stadtpfarrer Peuchet zum ersten evangelischen Gemeindepfarrer von Kusel. Ab dem Jahre 1740 benutzten die Kuseler Lutheraner wegen vorangegangener Streitigkeiten mit den Reformierten ein altes städtisches Magazin auf dem Bangert als gottesdienstlichen Versammlungsraum. 1746/47 ließ Herzog Christian IV. eine lutherische Kirche auf dem Bangertgelände errichten. Sie fiel ebenfalls der Zerstörung Kusels im Jahre 1794 zum Opfer. Nur das Predigthaus auf dem Friedhof im Weibergraben überstand den großen Brand. Diese Friedhofskapelle wurde in der Folgezeit von Reformierten, Lutheranern und Katholiken als simultaner Gottesdienstraum gebraucht.

In den Jahren 1805 - 1806 gingen die reformierte und lutherische Gemeinde an den Wiederaufbau der zum Teil noch recht gut erhaltenen Ruine der lutherischen Kirche auf dem Bangert heran, während die Kuseler Katholiken weiterhin ihre Meßfeiern in der Friedhofskirche im Weibergraben abhielten.

Nach der Pfälzischen Kirchen-Union von 1818, der Vereinigung von Reformierten und Lutheranern in der Pfalz, ist auch in Kusel nur noch eine evangelische Konfession zu verzeichnen. Für ihre gottesdienstlichen Feiern diente den Kuseler Protestanten fortan die in den Jahren 1829 - 31 errichtete klassizistische Stadtkirche. Die ehemals lutherische Kirche auf dem Bangert wurde den katholischen Mitchristen zur Nutzung überlassen.

Die Stadtkirche heute

Im Geläute der Kuseler evangelischen Stadtkirche befand seit 1805 bis zum Zweiten Weltkrieg die alte, auf Burg Lichtenberg 1586 gegossene, 24 Zentner schwere Oberamtsglocke. 1925 wurde das Geläute erneuert. Nachdem auch im Zweiten Weltkrieg ein Teil der Glocken für Rüstungszwecke in Anspruch genommen wurde, installierte man nach 1950 das derzeitige Geläute.

Die in den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den Gebrüdern Stumm in Rhaunen-Sulzbach erbaute Orgel wurde 1960 von der Orgelbaufirma Gebrüder Oberlinger in Windesheim bei Bad Kreuznach klanglich umgestaltet und mit einem neuen dreimanualigen Spieltisch, mit elektrischer Traktur, versehen. Mit allen notwendigen Spielhilfen und über dreißig klingenden Registern ausgestattet, bietet dieses Orgelwerk durchaus die Möglichkeit, auch künstlerisch anspruchsvolle Orgelliteratur in einer angemessenen Weise musikalisch darzustellen. 1996 wurde die Orgel von Grund auf renoviert und ihrer ursprünglichen Klanggestalt von 1848 angepasst.

In dem weiträumigen Kirchenschiff mit seiner hervorragenden Akustik finden seit Jahren die weit über die Grenzen Kusels hinaus beachteten Kantaten - und Oratorienaufführungen der Evangelischen Kantorei Kusel - in Verbindung mit namhaften Instrumental- und Vokalsolisten sowie dem Rundfunkorchester des Südwestfunks Kaiserslautern statt.

Rund 750 Personen finden in der Kirche einen Sitzplatz, davon 350 auf den beiden Seitenemporen sowie auf der Querempore.

In den 70iger Jahren wurden Innenraum und Außenfassade der Stadtkirche einer umfassenden Renovierung unterzogen. Bei dieser Gelegenheit wurde unter den schmucken Sandsteinplatten eine moderne Fußbodenheizung eingebaut. Eine geschmackvolle Polsterbestuhlung verschönert die Inneneinrichtung der Kirche.

Series Pastorum in Kusel seit 1828

Pfarrei I:

·         Pfarrer und Inspektor Ludwig Adolf Zöllner 1801 - 1828)

·         Pfarrer Ludwig Beltzer (1829 - 1833)

·         Pfarrer FriedrichJakob Welsch (1834 - 1837)

·         Pfarrer Ludwig Wilhelm Bietz (1838 - 1855)

·         Dekan Friedrich Philipp Heinrich Moschel (1855 - 1861)

·         Pfarrer Heinrich August Risch (1862 - 1870)

·         Dekan Johannes Jakob Schätzler (1870 - 1885)

·         Dekan und Kirchenrat Adolf Brion (1885 - 1911)

·         Dekan D. lic. Karl Munzinger (1911 - 1920)

·         Dekan und Kirchenrat Karl Otto Westenberger (1920 - 1930)

·         Dekan Andreas Cassel (1931 - 1958)

·         Pfarrer Karl Martin Hust (1959 - 1965)

·         Dekan Dr. phil. Baldur Melchior (1965 - 1978 erster Pfarrer in Kusel;                  1978-1998 Dekan)

·         Dekan Ralf Lehr (1998- 2015)

.         Dekan Lars Stetzenbach ( seit 2015)

 

Pfarrei II:

·         Pfarrer Ludwig Beltzer (1820 - 1829)

·         Dekan Johannes Müller (1830 - 1837)

·         Dekan Georg Ludwig Ney (1839 - 1841)

·         Pfarrer Friedrich Philipp Heinrich Moschel (1842 -1855 zweiter Pfarrer in               Kusel; 1855 ­1861 Dekan)

·         Pfarrer Heinrich August Risch (1855 - 1862)

·         Pfarrer Johann Jakob Schätzler (1862 - 1870)

·         Pfarrer Theobald Weinmann (1871 - 1881)

·         Pfarrer Philipp Münch (1881 - 1891)

·         Pfarrer Friedrich Wilhelm Schmitt (1891 - 1907)

·         Pfarrer und Kirchenrat Ludwig Heinrich Baum (1908 - 1932)

·         Pfarrer Alfred Lind (1932 - 1939)

·         Pfarrer Willi Warth (1939 - 1943)

·         Dekan Erwin Weber (1945 - 1958 zweiter Pfarrer; 1958 - 1978 Dekan                 in Kusel)

·         Pfarrer Roland Wagner (1981 - 2002)

·         Pfarrer Michael Hoffers ( 2003 - 2014 )

.         Pfarrerin Isabell Aulenbacher (seit 2014)

 

Pfarrei III:

·         Pfarrer Berthold Gscheidle (1968 - 1971)

·         Pfarrer Helmut Priester (1971 - 1981)

·         Pfarrer Lothar Wagner (1987 - 1990 )

·         Pfarrer Hans-Joachim Wenz (1990 - 1992)

·         Pfarrer Stefan Werner (1993 - 1998)

·         Pfarrerin Barbara Traub (1998 - 2003)

-         Aufhebung der Pfarrstelle III zum 1.1.2004

Dienstleistungsstellen

Dem Dekanat waren von 2000 – 2005 Pfarrerin Martina Gutzler und von 2005 bis 2010 Pfarrer Ferdiand Seng zur Dienstleistung im Krankenhaus und Altenheim zugeordnet. Seit dem 16.8.2010 ist Pfarrerin Daniela Macchini mit einer halben Stelle als Krankenhausseelsorgerin tätig.

Schlußbemerkung

Möge auf der evangelischen Stadtkirche in Kusel, insbesondere auf den Menschen, die sich hier zum Hören des Evangeliums, zu Gebet und Lobgesang, zur Feier der Sakramente zusammenfinden, auch in den kommenden 150 Jahren und fernerhin Gottes Segen ruhen.

„Alles ist eitel! Alles ist vergänglich und nichtig" - lautet die mahnende Botschaft im Buch des Predigers Salomo. "Vanitas Vanitatum, et omnia vanitas - Der Nichtigkeiten Nichtigkeit! Und alles ist eine Nichtigkeit!" - heißt es in einer ähnlichen Weise in einer alten lateinischen Sentenz.

Diesem Gesetz des Werdens und Vergehens ist wie alle Güter und Schätze dieser Welt auch ein Kirchengebäude unterworfen. Und ebenso haben die Menschen, die hier ein­ und ausgehen, "keine bleibende Stätte, sondern sie suchen die zukünftige" (Hebräer 13,14).

Das, was bleibend und ewig ist, haben einst vor 450 Jahren bei jenem denkwürdigen zweiten Speyerer Reichstag von 1529 die evangelischen Fürsten und Stände zum Motto ihres unerschütterlichen Glaubens und Bekennens erhoben:

VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM

DES HERRN WORT BLEIBT IN EWIGKEIT

Möge dies auch unsere Glaubensüberzeugung, unser Bekenntnis, unser Leitspruch im Jahre 1981 und später sein.