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Gemeinde aktuell

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Gemeindeleben.

Gottesdienstplan und
aktueller Gemeindebrief.

Losung

Losung für Freitag, 06. Dezember 2019
Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.
Psalm 68,20

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.
Römer 8,28

© Evangelische Brüder-Unität

Hatzenbühl

Evangelischer Kirchenraum in der Scheune

Hatzenbühl ist eine kleine evangelische Gemeinde und gehört zu Erlenbach, Neupotz und Rheinzabern.
Es gibt regelmäßig Gottesdienste, die Gottesdienstzeiten können Sie dem Gottesdienstplan entnehmen oder im Amtsblatt nachlesen.

Unser Gemeinderaum ist in der Scheune des Anwesens Luitpoldstraße 51. Dort feiern wir unsere Gottesdienste und halten alle anderen Gemeindeveranstaltungen ab.

In Erlenbach und Rheinzabern ist jeden Sonntag Gottesdienst, immer abwechselnd um 09.00 und um 10.00 Uhr. Die genauen Zeiten können Sie dem Gottesdienstplan oder dem Amtsblatt entnehmen. In Rheinzabern ist der Gottesdienst im Paul-Fagius-Gemeindezentrum in der Pfeifferstraße am Sportplatz. In Erlenbach in der Kirche.

Ansprechpartner sind neben dem Pfarrer aber auch unsere Presbyter, an die Sie sich jederzeit vertrauensvoll wenden können:
 

  • Bettina Will
  • Peter Wünstel
  • Hans Michel
  • Regine Kantowsky (Ehrenpresbyterim)

Hatzenbühler Kurzgeschichte

Rathaus Hatzenbühl

Viele Ereignisse aus der langen Geschichte Hatzenbühls wären es wert, ausführlich geschildert zu werden: die erstmalige Erwähnung des Ortes in einer Urkunde des Speyrer Domkapitels aus dem Jahre 1272, der Bauernkrieg anno 1525, als sich die Hatzenbühler Bauern mit dem "Lauterburger Haufen" gegen ihren Bischof und Landesherrn erhoben, die Wiederbesiedlung des im Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Ortes. Im Gegensatz zu diesen "großen" Ereignissen erscheint ein Vorkommnis, das Hatzenbühler Geschicke stärker beeinflussen sollte als Kriege, Revolutionen und Zerstörungen, klein und unbedeutend. Es war im Jahre 1573, als der Pfarrer und Dechant Anselm Anßelmann im Hatzenbühler Kirchgarten eine aus der neuen Welt nach Europa gekommene Pflanze züchtete, den Tabak. Es war Zufall, daß der Tabak erstmals in Deutschland gerade dort gepflanzt wurde, wo er auch ideale Bedingungen für sein Wachstum fand: leichte Lehm-Sand-Böden.

Es dauerte nach dieser ersten Pflanzung noch rund hundert Jahre, bis der Tabak seinen Siegeszug antrat. Hatzenbühl, die älteste Tabakbaugemeinde Deutschlands, wurde auch eine der größten. Wegen der ausgedehnten Tabakfelder nannte man die Gegend um Hatzenbühl einst sogar spöttisch "Pfälzisch Mazedonien".

St. Wendelinuskirche Hatzenbühl

In den letzten Jahren ist die Bedeutung des Tabaks für Hatzenbühl zurückgegangen, auch wenn "der Geudertheimer" und "der Burley" noch immer auf den Feldern blühen. Viele Landwirte haben sich jedoch für den Anbau anderer Sonderkulturen, vor allem Gelbrüben und Gemüse, entschieden. Seit 1970 besteht im Ort eine Großmarkthalle, bei der diese Feldfrüchte abgeliefert werden können. Längst ist Hatzenbühl auch keine reines Bauerndorf mehr. 1959 wurden die ersten Industriebetriebe im Ort angesiedelt. Seither ist die Bedeutung von Gewerbe und Industrie stark gestiegen. Stolz erzählt Bürgermeister Reiner Henigin, daß der Name Hatzenbühl sogar im fernen Saudi-Arabien bekannt sei, seit ein Hatzenbühler Betrieb seine Ware dorthin liefert.

Seinen bäuerlichen Charakter erhalten hat das Ortsbild im historischen Teil Hatzenbühls. Überragt wird Alt-Hatzenbühl von der Wendelinus-Wallfahrtskirche und den alten Tabakschuppen. Ökonomierat Josef Wünstel X. errichtete 1904 in Hatzenbühl den ersten dieser Schuppen. Bekannt ist der Ort für seine vielen alten Fachwerkhäuser. Auf den Eichenbalken eines dieser Häuser steht ein alter Spruch, der so recht zu dem einstigen Bauerndorf Hatzenbühl paßt:"Der Kaiser fordert sein Tribut - der Edelmann sprach: Ich hab´ein Freigut - der Pfarrer sprach: Ich gebe nichts - der Bettelmann sprach: Ich habe nichts - der Bauer sprach: So muß Gott walten, der arme Bauer muß alles erhalten".

aus: "Gemeinden im Herzen der Südpfalz" von Werner Mühl im "Geschäftsbericht ´94" der Sparkasse Germersheim-Kandel mit freundlicher Genehmigung des Autors