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Ökumenische Nachbarschaftshilfe

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Deutung des Signets der Gemeindepartnerschaft

„Im Rahmen der Vereinbarung unserer Gemeindepartnerschaft ist auch ein Signet entstanden. Ein Signet ist so etwas wie ein Erkennungszeichen, ein Aushängeschild. Man könnte auch sagen, es ist  eine Art Visitenkarte für ökumenische Veranstaltungen und für gemeinsames Auftreten der  St. Albert und der Matthäusgemeinde.

Da sind die beiden Türme. Diese haben trotz großer Ähnlichkeit ein unverwechselbares Profil. In der Vielfalt der Gaben an Traditionen, Frömmigkeitsstilen, liturgischen Formen und der christlichen Lebensgestaltung gibt es Unterschiede. Sie sollen nicht dazu herhalten, um sich gegeneinander zu profilieren, sondern um sich wechselseitig  zu bereichern. Ein in der ökumenischen Bewegung engagierter afrikanischer Bischof hat einmal gesagt: „Keine Kirche ist zu reich, um nicht etwas empfangen zu können; keine Kirche ist zu arm, um nicht etwas geben zu können.“ Beide Türme sind untrennbar miteinander verbunden. Sie bilden zusammen ein gemeinsames Gebäude  mit einem weit geöffneten Eingang. Einladend soll die Kirche Jesu Christi sein für jedermann, weil der Herr der Kirche niemand ausgeschlossen hat. Der Eingang ist aber zugleich ein offener Durchgang, der wieder aus dem Gebäude hinausführt. Damit ist etwas Wesentliches ausgedrückt. Es ist die gottgewollte Bestimmung der Kirche, niemals Selbstzweck zu sein. Es geht Gott um die Rettung, um unfassendes Heil. Alles, was im Raum der Kirche geschieht, hat eines zum Ziel: den Dienst der Versöhnung und des Friedens in unserer Welt mit ihrer Heillosigkeit und Götzendienerei, mit den unzähligen Benachteiligten und Leidenden.

Ein Band umschließt das Kirchturmduett in einem weiten Schwung. Es ist das Band des Friedens, gewoben im Geiste Christi, ausgelegt von Gott über unseren ganzen Planeten, bewegt durch die Kraft der Hoffnung. Dieses schwungvolle Band, das die Linien, die das lokale Terrain markieren, durchbricht, umspannt  die Oikumene. Dieses griechische Wort heißt übersetzt: der bewohnte Erdkreis, die Menschheit. In dieser großen, alle Grenzen überschreitenden Ökumene, bewohnt von den Menschen und allen ihren Mitgeschöpfen, hat Kirche, haben unsere beiden Gemeinden ihren Platz, ihre Gottesdienste und ihre Dienste im Alltag der Welt. Da gilt es Gemeinde zu bauen, Gaben freizulegen und Menschen zu befähigen zu ihrem Dienst an den Mitmenschen, in der unmittelbaren Nachbarschaft des  Wohngebiets, in Stadt und Region  und da gilt es mitverantwortlich zu sein für die Bewahrung des Gesamthaushalts der Schöpfung. So gesehen ist es ein weiter, ein universaler  Horizont, den unser Signet beschreibt.

Über ein wichtiges Detail muss noch gesprochen werden. Es scheint fast unterzugehen unter der Wucht der ausgeprägten Grafik. Es ist das kleine Kreuz zwischen den Namen unserer beiden Gemeinden. Es ist der Schlüssel, mit dem sich das Signet erschließen lässt. Das Kreuz ist es, das unsere beiden Gemeinden im Innersten zusammenhält. Es verweist auf  die Lebens- und Leidensgeschichte und die Selbsthingabe des Jesus von Nazareth. Er steht als glaubwürdiger  Zeuge ein für die Liebesgeschichte Gottes mit der Menschheit und seiner Schöpfung. Gott hat dieses Kreuz zu einem Pluszeichen für die Welt gemacht. Wenn unsere Gemeinden, wenn wir uns als Gemeindeglieder unter dieses Pluszeichen stellen, dann bringt es uns den Segen, den wir uns erbitten, zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes.“

 

Vorgetragen als Teil der Predigt von Pfr. Gerhard Fritz im Gottesdienst am 13. Dez. 2009