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Evangelische Kirche der Pfalz 
Bibliothek und Medienzentrale
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Roßmarktstr. 4, 67346 Speyer
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Domplatz 5, 67346 Speyer
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Letzte Aktualisierung: 10.08.2017
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Geschichte der BMZ


1818 ff: Die Anfänge der landeskirchlichen Bibliothek

Die Geschichte der BMZ beginnt mit der Gründung unserer heutigen Landeskirche im Jahre 1818, als sich Reformierte und Lutheraner in einer Kirchenunion zur Evangelischen Kirche der Pfalz vereinten. Bald schon benötigt man in der neu eingerichteten Speyerer Behörde Literatur: die Theologen für die Prüfungen der Pfarramtskandidaten, die Juristen für die Bewältigung ihrer Amtsgeschäfte. Eine kleine Dienstbücherei entsteht. Aus der Büchersammlung erwächst allmählich eine Ausleihbibliothek. Aus den lückenhaften Akten geht hervor, dass schon 1831 die Pfarrämter zur Rückgabe der entliehenen Bücher aufgefordert werden, damit die Bibliothek neu geordnet werden könne. 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts vergrößert sich die Sammlung durch einen fast 1600 Bände umfassenden Nachlass mit bedeutendem Altbestand reformierter Herkunft. Durch Spenden und weitere Nachlässe einzelner Pfälzer Pfarrer ist der Bestand um 1880 auf rund 2.500 Bände angewachsen, so dass erstmals ein Inventarverzeichnis angelegt wird.

Kollegium des Landeskirchenrats 1921. Im Hintergrund die Handbibliothek.

1904 genehmigt das Staatsministerium des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten den Antrag des Konsistoriums, den „an der Etatposition für Prüfungskosten ersparten Beitrag … zugunsten der Bibliothek des Consistoriums zu verwenden“. Die Genehmigung wird damit begründet, dass „die Prüfungskommission sofort die schriftlichen Arbeiten zu prüfen habe und dazu die genaue Kenntnis der neueren Literatur der Theologie und ihrer Nebengebiete erforderlich“ sei.


1925 ff: Evangelischer Büchereiverband für die Pfalz

Um 1850 entstehen in der Pfalz die ersten von Kirchengemeinden unterhaltenen Gemeindebüchereien. Für den Bestand dieser evangelischen Volksbibliotheken werden Empfehlungslisten ausgegeben, die sich keineswegs auf „streng kirchliches Schrifttum“ beschränken. 

Als nach dem Ersten Weltkrieg die Zahl der evangelischen Gemeindebüchereien auf über 70 angewachsen ist, wird 1925 der „Protestantische Büchereiverband für die Pfalz“ gegründet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als Aufbauarbeit auch und gerade im Bereich von Literatur und Bildung Not tut, erlebt der Verband mit 206 Mitgliedsbüchereien seinen Höchststand. Der Büchereiverband wird von dem Personal der Bibliothek geführt. 2005 beschließt der Landeskirchenrat im Rahmen seiner Konsolidierungsmaßnahmen, den Evangelischen Büchereiverband für die Pfalz aufgrund fehlender Personalkapazitäten aufzulösen. Zu diesem Zeitpunkt bestehen nur noch 30 Mitgliedsbüchereien.


1948 ff: Ausbau der Bibliothek

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhält die landeskirchliche Bibliothek etliche Nachlässe, z.T. von im Krieg gefallener Pfarrer. 1948 spendet der Church World Service über einhundert englischsprachige Bücher. In diesem Hungerjahr zählt man gerade mal 198 Ausleihen. Der Landeskirchenrat entschließt sich zum gezielten Ausbau und zur Professionalisierung seiner Bibliothek. Er stellt 1948 eine Diplombibliothekarin ein. Diese erschließt den Bestand neu. Im Oktober 1949 wird aus Auszugsverzeichnis erstellt und den Dekanen und Pfarrämtern in der Pfalz zugeleitet. Endlich wird auch ein regelmäßiger Buchetat in den Haushaltsplan eingestellt. 1957 verfügt die Bibliothek über knapp 13.000 Werke. Die Bibliothek zieht 1957 aus den Räumen im Domplatz 5 um in das gegenüberliegende Haus am Domplatz 4.


1961 ff: Zentralbibliothek Französischer Protestantismus

Auf Initiative des pfälzischen Kirchenpräsidenten Hans Stempel wird 1961 im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft mit dem Aufbau einer Spezialsammlung „Zentralbibliothek Französischer Protestantismus“ begonnen. Sie soll der landeskirchlichen Bibliothek angegliedert sein, das Interesse an der französischen Bruderkirche wecken und Studierenden in ganz Deutschland zur Verfügung stehen. Das Kultusministerium in Rheinland-Pfalz und die EKD stellen Aufbaumittel zur Verfügung. Die Französische Botschaft schenkt Ende 1961 die ersten 78 Bücher als Grundstock und steuert danach jährlich einen gewissen Betrag bei. Zwei Jahre später ist die „Zentralbibliothek“ bereits auf 2.000 Bände angewachsen. 

Der Anschaffungsschwerpunkt liegt in der Kirchengeschichte: „Von und über Calvin sammeln wir alles, was uns in Frankreich oder Deutschland an Literatur begegnet“. Doch auch Schriften über den aktuellen französischen Protestantismus, über sein Verhältnis zum Staat und zur katholischen Kirche, über die Kommunitäten Taizé, Villemétrie und Pomeyrol werden möglichst vollständig gesammelt. Durch Freunde des Bruderrats, durch Kontakte zu Pariser Antiquaritaten und zur Faculté de Théologie Protestante kommen auch ältere Werke hinzu. 

Nach Stempels Amtszeit 1965 flauen Neuerwerbungen rasch ab. Heute umfasst die Sammlung rund 3000 Bände. Viele davon sind in deutschen, zum Teil sogar in französischen Bibliotheken selten oder gar nicht anzutreffen.


1965ff: Von der „Film-, Bild- und Tonstelle“ zur „Evangelischen Medienzentrale"

Mit fortschreitender Technisierung wird 1965 die damals so genannte „Film-, Bild- und Tonstelle“ ins Leben gerufen. Man startet mit gerade mal 162 Medien. Ein Vierteljahrhundert später hat sich die Zahl bereits verzehnfacht. In den 1980er Jahren werden alle Schallplatten, Tonbänder und Super-8-Filme ausgesondert und stattdessen Videokassetten zum Verleih angeboten. Mit der zunehmenden Vielfalt der AV-Medien wächst nicht nur der Bestand, sondern auch die Zahl der Entleihungen. Die „Film-, Bild- und Tonstelle“ wird in „Medienzentrale“ umbenannt und 1998 der Bibliothek eingegliedert. Die Erwerbung muss mit dem technischen Wandel der Datenträger schritthalten. Das Angebot wird um CDs, CDROMs und DVDs erweitert. 2011 werden die 16 mm-Filme aus dem Verleih genommen. 2013 schließt sich unsere Medienzentrale dem Medienportal der Landeskirchen und Bistümer an. Hier können nach Registrierung kostenfrei Online-Videos auf den Rechner des Kunden heruntergeladen werden. Aktuell sind etwa 13.000 im Online-Katalog verzeichnete, audiovisuelle Medien entleihbar bzw. per Download anzusteuern.


1992ff: EDV und Informationsvermittlung

Seit 1992 wird die Bibliothek von einer Fachkraft des höheren Dienstes geleitet, die zugleich Theologin ist. Bald darauf werden auch zwei Diplomkräfte eingestellt. 1994 hält in der Bibliothek und in der Medienzentrale die EDV Einzug. Seit 2001 ist der komplette Bestand in einem gemeinsamen Programm erfasst und kann über den Online-Katalog abgerufen werden, der 2003 im Rahmen des Internet-Auftritts der BMZ eingerichtet wurde. Im Online-Katalog werden seit 2001 "aktuell und retrospektiv" auch Aufsätze aus Zeitschriften, Zeitungen und monographischen Sammelwerken erfasst.

Zur Kernaufgabe der Bibliothek und Medienzentrale, nämlich der gezielten Literatur- und Medienversorgung für die Theorie und die Praxis von Theologie und Kirche, tritt immer mehr auch die breit gefächerte Aufgabe der Informationsvermittlung.


1995ff: Kunstsammlung

Seit Mitte der 1990er Jahre wird auch die Kunstsammlung des Landeskirchenrats, mit deren Auf- und Ausbau in den 1950er Jahren begonnen wurde, vom Personal der BMZ verwaltet. 2003 wurde sie erstmals in einem eigenen Erfassungsprogramm katalogisiert und ist seitdem durch Digitalfotos komplett dokumentiert.


1998ff: Umzug ins neue Verwaltungsgebäude Roßmarktstraße 4

Im August 1998 ziehen Bibliothek und Medienzentrale aus ihrer Interimsunterkunft in der Großen Himmelsgasse 10 um in das neue Verwaltungsgebäude in der Roßmarktstraße 4. Nach rund 170 Jahren stehen nun mitten in der Innenstadt erstmals bedarfsgerechte Räumlichkeiten zur Verfügung.

Die bis dahin getrennten Buch- und Mediensammlungen werden in einen gemeinsamen Lesesaal und in zwei Magazinebenen integriert. Endlich sind Bibliothek und Medienzentrale nicht nur in einer Hand, sondern auch unter einem Dach - ein Modell, das sich bestens bewährt. Seit dem Umzug haben sich die Ausleihen und die Besucherzahl mehr als verdoppelt.


2004ff: Sacherschließung in Lesesaal und Online-Katalog

Um dem wachsenden Kundenkreis ein unkompliziertes Auffinden der ca. 20.000 Lesesaal-Materialien zu ermöglichen, entwickelt die BMZ für ihren Lesesaal eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Aufstellungssystematik, die sie in den Jahren 2004 bis 2010 umsetzt. Zeitgleich wird im Jahr 2004 mit der Verschlagwortung neu erworbener Bücher und Medien begonnen, die sukzessive auch auf ältere Titel sowie Aufsätze aus den für die Theologie zentralen Zeitschriften erweitert wird.


2006ff: Notenbibliothek

Ende 2006 übernimmt die BMZ die sogenannte „Notenbibliothek“ des Amts für Kirchenmusik. Diese für die kirchenmusikalische Arbeit unserer Landeskirche grundlegende Sammlung vorwiegend geistlicher Musik besteht aus rund 1000 Werken mit 100.000 Notenblättern. Sie wird durch das BMZ-Personal katalogisiert und ist ebenfalls im Online-Katalog recherchierbar. Die Ausleihe und Pflege der Noten erfolgt seitdem EDV-gestützt durch die BMZ.


2007ff: Vereinsbibliothek

Seit 2007 befindet sich die Bibliothek des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte als Depositum in der BMZ. Der rund 22.000 Bände umfassende Bestand wird durch die BMZ ausgeliehen und betreut.

Die Vereinsbibliothek ist aus der systematischen Sammelarbeit des früheren Vereinsvorsitzenden Dr. Theodor Kaul (zuletzt Zweibrücken, Vorsitzender 1951-1974) hervorgegangen. Dieser Grundstock wurde im Laufe der Jahre durch Nachlässe und gezielte Erwerbungen der nachfolgenden Vereinsvorsitzenden weiter ausgebaut.

Die Vereinsbibliothek war seit 1964 als Depositum im Bereich der Bibliotheca Bipontina in Zweibrücken untergebracht. Die Zeitschriften wurden aus Platzmangel in die Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne ausgelagert. Wegen Eigenbedarf der Bundeswehr wurde der Verein im Januar 2007 aufgefordert, die Zeitschriften anderweitig unterzubringen. Der Verein entschloss sich daraufhin, sie nach Speyer zu verlagern. Im Juni 2008 entschied der Vorstand, auch die Monographien mit den Zeitschriften in Speyer zusammenzuführen. Im Oktober 2008 folgte der Umzug der Monographien. Seitdem ist die komplette Vereinsbibliothek als Depositum in BMZ in Speyer untergebracht. Durch die unterschiedlichen Sammelprofile von Vereinsbibliothek und Bibliothek und Medienzentrale ergänzen sich beide Einrichtungen zum Vorteil der kirchengeschichtlich und historisch interessierten Benutzerinnen und Benutzer. Der Bestand der Bibliothek ist im Online-Katalog in den Datenpool der BMZ integriert und dort recherchierbar.


BMZ heute

Die ca. 15.000 Bände umfassende Bibliothek des Butenschoen-Hauses Landau wurde zwischen 2012 und 2013 als eigener Datenpool im Online-Katalog der BMZ Speyer erfasst und integriert. Die Bibliothek vereint die Bestände des Predigerseminars, des Instituts für kirchliche Fortbildung sowie des Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstituts. Als nicht-öffentliche Präsenzbibliothek steht sie nur für interne Zwecke (Mitarbeiter/innen der Dienststellen, Vikariats-Kurse im Predigerseminar) bzw. für Seminarteilnehmer des Tagungshauses zur Verfügung.

Seit 2013 beteiligt sich die BMZ am Medienportal der Landeskirchen und Bistümer, auf dem der Kunde nach einmaliger Anmeldung hochwertige Online-Videos auf den eigenen Rechner herunterladen kann. Seit 2013 werden darüber hinaus Online-Zeitschriften in den Online-Katalog der BMZ aufgenommen. Diese stehen teils den im Intranet der Landeskirche angeschlossenen Nutzern, teils aber auch jedermann im Volltext der Beiträge frei zur Verfügung. In Planung befinden sich derzeit die Einführung von e-Books sowie der Aufbau eines Dokumentenservers, auf dem Online-Publikationen und digitalisierte Dokumente ohne urheberrechtliche Einschränkung abgelegt und abgerufen werden können.

Die BMZ ging 2014 gestärkt aus der von der Landessynode eingesetzten Organisationsentwicklung hervor und ist heute eine moderne gesamtkirchliche Dienstleistungseinrichtung der Evangelischen Kirche der Pfalz, die sämtliche Online-Kataloge für Bücher, audiovisuelle und digitale Medien aufbaut, verwaltet, managt und vermittelt.