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Evangelische Kirche der Pfalz 
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Neben den Print-Ausgaben der abonnierten Zeitschriften werden auch Online-Versionen im Volltext angeboten.

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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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April 2013

Neues Themenheft "Sexueller Missbrauch"

Sexueller Missbrauch kann einen Menschen an Leib, Seele und Persönlichkeit schwer schädigen. Solche Vorgänge sind immer schlimm und müssen von allen ernst genommen werden. Wenn sie dann noch im Bereich einer Kirche geschehen, wiegt das besonders schwer, denn als Kirche wollen wir zum Wohl von Leib, Seele und Persönlichkeit von Menschen beitragen.

Deshalb bekräftigt die Evangelische Kirche der Pfalz aus Anlass der aktuellen Diskussion ihre seit langem praktizierte Null-Toleranz-Einstellung gegenüber jeder Art sexueller Übergriffigkeit. Sie erwartet diese auch von allen ihren Einrichtungen und Mitarbeitenden.

Schutz der Opfer ist für die Landeskirche das oberste Gebot. Deshalb hat sie für die Menschen, die in einer der Einrichtungen der Landeskirche Opfer solcher Übergriffe geworden sind, Ansprechpersonen für Missbrauchsfälle u.ä. bestellt, um Transparenz und konsequentes Handeln gewährleisten zu können.

Die Bibliothek und Medienzentrale präsentiert in ihrem neuen Startet einen DownloadThemenheft "Sexueller Missbrauch" Literatur und Medien, die sofort ausgeliehen werden können.

 

Neues Themenheft "Heidelberger Katechismus"

Der Heidelberger Katechismus ist neben Luthers Katechismus der bedeutendste evangelische Katechismus der Reformationszeit. Vor 450 Jahren wurde er in der Kurpfalz publiziert und eingeführt und noch 1563 in die neue kurpfälzische Kirchenordnung aufgenommen. Sein Hauptverfasser war der in Heidelberg und Neustadt lehrende und in der Neustadter Stiftskirche bestattete Universitätstheologe Zacharias Ursinus († 6.3.1583). In mehr als 40 Sprachen übersetzt, prägt der 1619 in den Rang einer reformierten Bekenntnischrift erhobene "Heidelberger" bis heute weltweit die Identität nicht nur des reformierten Protestantismus.

Die Bibliothek und Medienzentrale präsentiert in ihrem neuen Startet einen DownloadThemenheft "Heidelberger Katechismus" Primär- und Sekundärliteratur, die sofort entliehen werden kann.

Entleihbar unter Sign.: NAa 50

Passend hierzu im Verleih:

Karla Apperloo-Boersma (Hg.): Macht des Glaubens - 450 Jahre Heidelberger Katechismus
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht 2013, 460 S.
ISBN 978-3-525-55048-9

Das Jahr 2013 steht im Zeichen eines großen Jubiläums: 450 Jahre Heidelberger Katechismus. Diese bedeutende Bekenntnisschrift der reformierten Kirche entstand 1563 im Auftrag Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz in Heidelberg und fand nach ihrer Anerkennung auf der Dordrechter Synode im Jahr 1619 weltweite Verbreitung. Seitdem hat der Heidelberger Katechismus das geistliche und politische Leben geprägt und wurde zum Symbol des Aufbruchs und der Veränderung in Europa, Amerika und Asien. Noch heute ist er die verbindliche Bekenntnisschrift der reformierten Gemeinden und wird weltweit von mehr als 20 Millionen Menschen täglich verwendet.

Das Kurpfälzische Museum Heidelberg, die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die Stiftung Refo500 und die Johannes A Lasco Bibliothek begehen in Zusammenarbeit mit dem Palais Het Loo, Apeldoorn das Jubiläum des Heidelberger Katechismus in gemeinsamen Veranstaltungen. Kernstück ist eine Ausstellung in Heidelberg an zwei Standorten zum Heidelberger Katechismus und eine Ausstellung in Apeldoorn, deren reiche Bilderpracht hier dargestellt und beschrieben ist. In diesem Ausstellungsbegleitbuch beschreiben renommierte Fachleute seine Verbreitung und Wirkung auf Kultur, Bildung und das kirchliche Leben. Zudem zeigen sie den Kontext der Entstehungszeit sowie den höfischen Glanz der Kurfürsten und der Oranier. Die Beiträge bilden zusammen mit mehr als 250 eindrucksvollen Bilddokumenten vieler Objekte der drei Ausstellungen ein unvergleichliches Erlebnis.

 

Neue Online-Videos im Medienportal


16 neue Filme im Medienportal:

Blood in the mobile / 9 Leben / Keine Angst / Der kleine Nick / Virtual life / Ich bleibe immer positiv / Du sollst nicht Angst haben / Oskar und die Dame in Rosa / Was zählt im Leben? / Chi Rho / Schnitzeljagd im Heiligen Land / Albert Schweitzer - Anatomie eines Heiligen / Ausreichend / Von kleinen Kickern und Fußballgöttern / Leiden-Schaft / Kaddisch für einen Freund


Beschreibung des Online-Kurzfilm-Pakets "Was zählt im Leben?":
Drei Kurzfilme zum Thema Lebenssinn. Sie regen auf unterschiedliche Weise an, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Sie machen Lust, den einzelnen Tag zu nutzen und die eigene Lebenszeit bewusster zu genießen. 1 "One Minute Fly": Kurzfilm von Michael Reichert, Deutschland 2008, 4 Minuten: Der animierte Kurzfilm erzählt vom Leben einer Ein-Minuten-Fliege, die versucht, das Beste aus ihrem kurzen Leben zu machen. Der Zuschauer wird vor die Aufgabe gestellt: Denkt mal darüber nach, was ihr mit eurem Leben alles anstellen wollt. // 2 "Hard Boiled Chicken": Kurzfilm von Arjan Wilschut, Niederlande 2006, 5 Minuten: Ein Detektiv-Hahn und seine Frau versuchen verzweifelt, den Fall ihres vermissten Eis zu klären. // 3 "Was kostet das Leben": Kurzfilm von Anne Berrini, Deutschland 2008, 17 Minuten: Wie wäre es, wenn wir wiedergeboren werden würden – gegen Gebühr? Ben stirbt in der Notaufnahme der Unfallklinik. Als er wenig später wieder aufwacht, sieht er sich einem Mann in grauem Anzug gegenüber. Schnell muss er zwei Dinge begreifen: Nichts ist umsonst, nicht mal das Leben. Und nichts ist für ewig, nicht mal der Tod.

 

Auf dem neuen BMZ-Medienportal www.medienzentralen.de/pfalz finden Sie seit Herbst 2012 hochwertige Filme, Web-DVDs und begleitende Arbeitsmaterialien, die Sie direkt auf Ihren Rechner herunterladen und anschließend im Religionsunterricht, in Kirche und Gemeinde verwenden können. Näheres zum Medienportal erfahren Sie HIER


Melden Sie sich einmalig auf dem Portal an. Im Anschluss haben Sie Zugriff auf alle 109 Filme. Dieser Service ist kostenlos.

 

 

Neuerwerbungen der BMZ- einzeln vorgestellt

Entleihbar unter Sign.: 11 FS 10

Mystik und Widerstand - zur Erinnerung an Dorothee Sölle
Rüdiger Sünner, Absolut Medien, Dokumentarfilm, Deutschland 2013
1 DVD-Video (70 Min.) : farb.

Die evangelische Theologin Dorothee Sölle (1929‒2003) war nicht nur bekannt für ihr politisches und feministisches Engagement, sondern beschäftigte sich auch zeitlebens mit den Texten der großen Mystiker. »Die Religion des dritten Jahrtausend wird mystisch sein oder absterben«, lautet einer ihrer berühmten Sätze. Als zeitgemäße Spiritualität konnte sie sich nur eine individuelle Gotteserfahrung jenseits von blind übernommenen Traditionen vorstellen. Die bildgewaltige Sprache der Mystiker diente ihr dafür als Vorbild, etwa Mechthild von Magdeburg oder Thomas Müntzer, die ‒ wie sie - ebenfalls aufsässige Geister waren. Mystik und Widerstand ‒ so Sölles Entdeckung ‒ müssen keine Gegensätze sein: gerade die Erfahrung des »göttlichen Funkens« kann ein Impuls für soziales und politisches Engagement werden.

Regisseur Rüdiger Sünner (Nachtmeerfahrten, Das kreative Universum) begibt sich auf eine filmische Reise auf den Spuren einer großen Frau. Mit Antje Vollmer, Margot Käßmann, Fulbert Steffensky, Ralph Ludwig, Luise Schottroff, Bärbel Wartenberg-Potter, Martin Sölle, Ulrike Müller.

Entleihbar unter Sign.: 11 CC 12

Wenn Sand und Steine erzählen könnten (Teil 5): Paulus
Markus Müller, Evangelisches Medienhaus, Animationsfilm, Deutschland 2013
1 DVD-Video (18 Min.) : farb.

In der Apostelgeschichte erfahren wir von den Anfängen der christlichen Mission. Der wichtigste frühe Missionar war Paulus, der sich bekanntlich vom Christenverfolger zum leidenschaftlichen Anhänger des Christentums wandelte. Wie es dazu kam und auf welch abenteuerliche Missionsreisen er sich begab, davon erzählt dieser Film. Das macht er allerdings auf ganz eigene Weise: Der Archäologe Simon, eine Trickfilmfigur, zeigt und erklärt uns prägende Orte, an denen sich Paulus aufhielt.

Fotos von Landschaften, Ausgrabungsstätten, historischen und neueren Gebäuden sowie animierte Landkarten vermitteln ein anschauliches Bild von damals und heute. Ausführliche Materialien für die Sekundarstufe I mit Hinweisen auf Bildungspläne, Unterrichtsentwürfen sowie Arbeits- und Materialblätter finden sich auf dieser DVD.

Entleihbar unter Sign.: 11 WE 13

Raising Resistance
Bettina Borgfeld & David Bernet, EZEF, Dokumentarfilm, Paraguay 2011
1 DVD-Video (84 Min.) : farb.

In den letzten 20 Jahren entwickelte sich Paraguay zum viertgrößten Exporteur gentechnisch veränderten Sojas. Dabei wurden nicht nur große Waldgebiete vernichtet und die Existenz der Kleinbauern zunehmend in Frage gestellt, der Anbau des Gen-Sojas erfordert auch einen hohen Einsatz an Herbiziden, die nicht nur die Natur zerstören, sondern auch massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner haben - besonders die der Kinder.

Der Kleinbauer Gerónimo Arevelo und seine Nachbarn wollen dies nicht länger hinnehmen. Mit Demonstrationen und Landbesetzungen kämpfen sie um die Erhaltung der Lebensgrundlage für sich und ihre Familien. Dabei ist der Konflikt mit Soja-Großbauern, Gentechnikern, Saatgutherstellern und Aktienanlegern vorprogrammiert. Die riesigen Felder, die mit gentechnisch verändertem Saatgut bearbeitet werden, erfordern einen massiven Einsatz von Herbiziden. Und diese Totalherbizide zerstören Felder der Kleinbauern mit ihren herkömmlich produzierten Pflanzen, die wie es Geronimo formuliert, in einem „Meer von Soja“ liegen. Die genetisch veränderten Sojapflanzen stören das ökologische Gleichgewicht und die Vielfalt von Pflanzen und Kulturen empfindlich, ja vergiften nicht nur die Felder, sondern häufig auch das Trinkwasser.

Der Film zeigt die verschiedenen Perspektiven des Soja-Konfliktes auf, lässt die Zuschauer die Auseinandersetzungen vor Ort und den Kampf der Kleinbauern um ihre Existenz hautnah miterleben. Neben den Campesinos kommen auch einige Soja-Großbauern zu Wort, unter ihnen einige Brasilianer, die teils schon seit Jahrzehnten in Paraguay leben. Produziert wird das Soja vor allem für die Tiermast in Europa aber auch einigen asiatischen Ländern.

Entleihbar unter Sign.: 80 W 49

Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen
München : Arkana-Verlag 2013, 352 Seiten
ISBN 978-3-442-34129-0

Was zählt am Ende wirklich? Auf dem Sterbebett, wenn klar wird, dass das Leben sich dem Ende zuneigt? Nach vielen Reisen durch die ganze Welt, auf der Suche nach dem, was dem Leben Sinn gibt, findet die Australierin Bronnie Ware eine neue Aufgabe. Sie begleitet Sterbende in den letzten Wochen ihres Lebens. In ihrem Buch erzählt sie von wunderbaren Begegnungen und berührenden Gesprächen, die ihr Leben tiefgreifend verändert haben. Die Menschen, die sie trifft, stellen viel zu oft fest, dass sie ihre eigenen Wünsche hinten angestellt und zu viel gearbeitet haben, dass sie sich zu wenig Zeit für Familie und Freunde genommen und – vor allem – sich nicht erlaubt haben, glücklich zu sein.

Es sind Erkenntnisse, die nachdenklich machen und in Erinnerung rufen, worauf es wirklich ankommt, wenn wir mit einem Lächeln aus dem Leben treten wollen. Für sich selbst hat Bronnie Ware nach diesen Erfahrungen entschieden, dass sie nur noch das macht, was sie wirklich will. Ihr ermutigendes Buch hat die Kraft, Veränderungen anzustoßen, um wirklich das Leben zu führen, das wir wollen.

Inhaltsverzeichnis des Buches  

Entleihbar unter Sign.: 56 Z 22

Bernd Oberdorfer (Hg.):
Machtfaktor Religion - Formen religiöser Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft
Köln [u.a.] : Böhlau 2012, 264 Seiten
ISBN 978-3-412-20826-4

Wie definieren Religionen ihre Stellung in Staat und Gesellschaft? Wie üben religiöse Institutionen und Funktionsträger weltlichen Einfluss aus? Und wie wirkt dies auf das geistliche Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften zurück?

In Fallstudien aus Geschichte und Gegenwart untersuchen die Autor/innen dieses Bandes den Einfluss der Religionen auf das politisch-gesellschaftliche Leben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Christentum, vergleichend werden jedoch Studien zu Islam und Judentum hinzugezogen. Die interdisziplinär angelegten Beiträge verbinden dabei religions-, sozial- und geschichtswissenschaftliche »Außensichten« mit einer theologischen »Innensicht«. Das thematische Spektrum reicht vom Christentum in der Spätantike bis zu den Kirchen in der modernen deutschen Gesellschaft.

Betrachtet werden unter anderem die Rolle von Einzelgestalten wie Billy Graham und Ian Paisley, die Einwirkung der Kirchen auf gesellschaftliche Transformationsprozesse in Südamerika und Südafrika oder die Macht jüdisch-orthodoxer Parteien in Israel und schiitischer Geistlicher im Iran.

Inhaltsverzeichnis des Buches  

Entleihbar unter Sign.: El 2568

Klaas Huizing:
Mein Süßkind - ein Jesus-Roman
Gütersloh, Gütersloher Verlagshaus 2012, 240 Seiten
ISBN 978-3-579-06579-3

»Gott hat Großes mit dir vor. Lerne Geduld, bis er sich dir offenbart.« Woher kommt er? Wie empfing sie ihn? Maria – gesegnet von einem Engel? Vergewaltigt? Verführt von einem, dessen Duft sie den Rest ihres Lebens begleiten wird? – Klaas Huizing lässt die Antwort offen. Jesus, das »Süßkind« Marias, ist da. Entscheidend ist, was aus ihm wird.

Der Autor erzählt die Kindheit, die Jugend und das junge Erwachsenenalter des Mannes aus Nazareth. Jede Episode eine Facette des Werdens, nicht nur des Mannes aus Nazareth, auch seiner verletzlichen, überbehütenden Mutter, seines oft unglücklichen, trinkenden Vaters, seines besten Freundes Jonathan. Jeder Schritt auf dem Weg grundiert von der Tradition des Judentums. Vor dem inneren Auge ersteht die Lebenswirklichkeit Jesu, wie sie tatsächlich gewesen sein könnte. Ein sensibler, begnadeter und hoch begabter junger Jude, tief vertraut mit den Traditionen seines Volkes, wach für die Welt, die ihn umgibt, zugleich verbunden und eingezwängt in der Familie, sehnsuchtsvoll und ängstlich, immer wieder ahnend, was er sein könnte, immer wieder zweifelnd – am Ende frei. Die Kindheit und Jugend des Jesus von Nazareth: Ein Roman über das Werden des Erlösers. Ungewöhnlich, atmosphärisch dicht, klug.

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Jubiläen und Ereignisse

100 Jahre Albert-Schweitzer-Urwaldhospital in Lambarene

Albert Schweitzer (* 14. Januar 1875 in Kaysersberg im Oberelsass bei Colmar; † 4. September 1965 in Lambaréné, Gabun) war ein Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist.

Von 1905 bis 1913 studierte Albert Schweitzer Medizin in Straßburg mit dem Ziel, in Gabun (Afrika) als Missionsarzt tätig zu werden. Die Immatrikulation zum Studium der Medizin war sehr kompliziert. Schweitzer war ja bereits Dozent an der Universität Straßburg. Erst eine Sondergenehmigung der Regierung machte das Studium möglich. 1912 wurde er zum Arzt approbiert, im gleichen Jahr wurde ihm der Titel eines Professors verliehen auf Grund seiner "anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen". 1913 setzte Schweitzer sein Vorhaben in die Tat um und gründete in Französisch-Äquatorialafrika (heute Gabun), am Ogooué, einem 1200 km langen Fluss der afrikanischen Westküste, das Urwaldhospital Lambaréné.  Schon ab 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurden er und seine Frau Helene, eine Lehrerin, als Deutsche von der französischen Armee unter Hausarrest gestellt. 1917, erschöpft von mehr als vier Jahren Arbeit und von einer Art tropischer Anämie, wurde das Ehepaar Schweitzer festgenommen, von Afrika nach Frankreich überführt und in Bordeaux, Garaison und dann St. Rémy de Provence bis Juli 1918 interniert.

1964, ein Jahr vor seinem Tode, übertrug Schweitzer die ärztliche Leitung des Spitals dem Schweizer Arzt Walter Munz, der von 1961 bis 1971 in Lambarene arbeitete und später lange Jahre im Stiftungsrat tätig war. Seit seiner Gründung im Jahre 1913 wurde das Spital viermal (1913 und 1924 in Andende, 1927 und 1981 in Lambarene) neu aufgebaut, um es den Bedürfnissen der Patienten und dem medizinischen Fortschritt anzupassen. 1961 bestand das Ärzteteam aus einem Japaner, einem jüdischen Arzt aus Ungarn, einem Amerikaner und zwei Schweizern. Die zwölf diplomierten Krankenschwestern kamen aus den Niederlanden, dem Elsass, aus Deutschland, England, Schweden und der Schweiz. Vierzig Heilgehilfen, Laboranten, Pflegerinnen und Hilfshebammen stammten aus Afrika und waren in Lambarene ausgebildet worden. Das Spital war wirtschaftlich, administrativ und technisch selbständig. Neben einem großen Gemüsegarten und Fruchtpflanzungen gab es 250 Schafe und Ziegen, eine Schreinerei, Mechaniker- und Elektrikerwerkstätte, Wäscherei, Küche und Bäckerei. Das am Fluss gelegene Hauptspital bestand aus einem Dorf mit 70 einfachen Holzhäusern mit Wellblechdächern und konnte 470 stationäre Patienten beherbergen. Im nahegelegene Village de Lumière (dem ersten Spital von Lambarene) konnten 70 Leprapatienten gepflegt werden. Täglich wurden 100 bis 200 Kranke ambulant behandelt. Die Patienten kamen aus Dörfern im Umkreis von 600 Kilometern. Im Sinne von Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wurden in zwanzig Gehegen auch kranke Tiere - Hunde, Schafe, Ziegen, Pelikane, Antilopen und Affen - behandelt. 1991 beherbergte die ganze Spitalsiedlung weit über tausend Menschen, das Hauptspital hatte 226 Betten. Die medizinischen Hauptbereiche kurative und präventive Medizin sowie Ausbildung und medizinische Forschung wurden von einer internationalen Mitarbeiterschaft getragen, von denen der überwiegende Teil aus dem Gabun stammte. Das Spital wird seit 1974 von einer internationalen Stiftung geleitet, in welcher die Gabunesen die Mehrheit haben und in der die wichtigsten unterstützenden Länder vertreten sind.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Albert Schweitzer  
Reisebericht Lambarene (2005) von Hans-Joachim Quest  
Startet einen DownloadLiteratur- und Medienauswahl der BMZ zu Albert Schweitzer 

 

Beginn des Pontifikats von Papst Franziskus

Franziskus (lateinisch Franciscus PP.; bürgerlich Jorge Mario Bergoglio SJ [ˈxo̞rxe ˈmaɾjo β̞e̞rˈɣ̞oɣ̞ljo̞ (spanisch), bɛrˈgɔʎːo (italienisch)]; * 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien) ist seit dem 13. März 2013 der 266. Bischof von Rom und als Papst Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie Staatsoberhaupt und Souverän des Vatikanstaats. Papst Franziskus ist der erste Lateinamerikaner sowie der erste gebürtige Nichteuropäer seit Gregor III. (731-741) und als Jesuit der erste Ordensangehörige seit Gregor XVI. (1831-1846) in diesem Amt.

Bergoglio erlangte nach der Schulzeit einen Diplomabschluss als Chemietechniker. Er trat 1958 in den Jesuitenorden ein und studierte zunächst Geisteswissenschaften in Chile, nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires an der Theologischen Fakultät des Colegio Máximo San José in San Miguel Philosophie (Abschluss 1960) und Theologie (Abschluss 1970). Theologisch geprägt wurde er dabei u.a. von Lucio Gera, einem der Väter der Theologie der Befreiung, den er seinen Lehrer nennt. Am 13. Dezember 1969 empfing er durch Erzbischof Ramón José Castellano das Sakrament der Priesterweihe. 1973 wurde er Provinzial der argentinischen Provinz des Jesuitenordens. Dieses Amt übte er bis 1979 aus. Von 1980 bis 1986 stand er als Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel vor. Anschließend ging er für einen Forschungsaufenthalt im März 1986 an die vom Jesuitenorden getragene Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main.

Am 28. Februar 1998 wurde er zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt. Gleichzeitig war er Bischof für die Gläubigen der orientalischen Riten, die in Argentinien leben. Papst Johannes Paul II. nahm ihn 2001 mit der Ernennung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Roberto Bellarmino in das Kardinalskollegium auf. Er gehörte unter anderem der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Papst Franziskus  
Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Speyer  
Startet einen DownloadFilme zur Geschichte der Päpste im Bestand der BMZ Speyer  

 

Entleihbar unter Sign.: El 671 und als Hörbuch unter: 14 XN 28

10. April:
100. Geburtstag von Stefan Heym

Stefan Heym (* 10. April 1913 in Chemnitz als Helmut Flieg; † 16. Dezember 2001 in En Bokek, Israel) war ein deutscher Schriftsteller.

Stefan Heym wurde als Helmut Flieg als Sohn einer jüdischen Chemnitzer Kaufmannsfamilie geboren. Er engagierte sich früh als Antifaschist und wurde 1931 auf Druck der örtlichen Nationalsozialisten wegen seines antimilitaristischen Gedichts "Exportgeschäft", das am 7. September 1931 in der sozialdemokratisch orientierten Tageszeitung Volksstimme erschien, vom Gymnasium seiner Heimatstadt verwiesen. Er legte seine Reifeprüfung am Heinrich-Schliemann-Gymnasium in Berlin unter dem damaligen Direktor Paul Hildebrandt ab und begann dort ein Studium der Journalistik. Nach dem Reichstagsbrand 1933 floh er in die Tschechoslowakei, wo er den Namen Stefan Heym annahm.

1935 ging er mit dem Stipendium einer jüdischen Studentenverbindung in die USA, wo er sein Studium an der Universität von Chicago fortsetzte, das er 1936 mit einer Magisterarbeit über Heinrich Heines Atta Troll abschloss. Von 1937 bis 1939 war er in New York Chefredakteur der deutschsprachigen Wochenzeitung Deutsches Volksecho, die der Kommunistischen Partei der USA nahestand. Ab 1943 nahm Heym, nunmehr amerikanischer Staatsbürger, am Zweiten Weltkrieg teil. Als Mitglied der Ritchie Boys, einer Einheit für Psychologische Kriegführung unter dem Kommando des Emigranten Hans Habe, erlebte er 1944 die alliierte Invasion in der Normandie. Seine Aufgabe bestand vorwiegend im Verfassen von Texten, die per Flugblatt, Heeresgruppenzeitung, durch Lautsprecherübertragungen und Rundfunksendungen die Soldaten der Wehrmacht beeinflussen sollten.

Heym verließ zeitgleich mit Charlie Chaplin, Bertolt Brecht und Thomas Mann, die als linke Intellektuelle und Künstler in der McCarthy-Ära zum Auswandern veranlasst wurden, 1952 die USA. Er zog zunächst nach Prag, von wo er 1953 in die DDR übersiedelte. Zu Konflikten mit der Staatsführung der DDR kam es bereits ab 1956, als diese trotz Entstalinisierung die Veröffentlichung von Der Tag X (späterer Titel Fünf Tage im Juni), Heyms Buch über den Volksaufstand vom 17. Juni 1953, ablehnte. Die Spannungen verschärften sich ab 1965, als Erich Honecker Heym während des 11. Plenums der SED heftig angriff. Im gleichen Jahr wurde Heym ein Veröffentlichungsverbot auferlegt. 1976 gehörte Heym zu den Unterzeichnern der Petition, mit der DDR-Autoren gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierten. Von diesem Zeitpunkt an konnte Heym nur noch im Westen veröffentlichen.

Nach der Wende wurde Heym im November 1989 wieder in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen und 1990 juristisch rehabilitiert.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite des "König-David-Berichts" von Stefan Heym  

 

Termine

10. April: Bücherabend in Speyer

In seiner unvergleichlichen Art stellt der bekannte Speyerer Buchhändler Joachim Roßhirt alias "Herr Rossiet" Bücher vor, die ihm im Frühjahr besonders aufgefallen sind.

Villa Ecarius
Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
Uhrzeit: 20.00 - 21.30 Uhr

Preis: 3,00 EUR
Vorverkauf: Stadtbibliothek Speyer

 

13. April:
Kunstfahrt zu Werken des Malers Rolf Müller-Landau 

Besucht werden:
- die "Vier Evangelisten" in der Gustav-Adolf-Kirche in Schifferstadt,
- der "Sinkende Petrus" in der Prot. Kirche Heßheim,
- die gotische Kapelle in Speyer,
- das Freiheitsfresco in Landau
- das einstige Atelier des Künstlers in Heuchelheim-Klingen.
Im Anschluss daran ist eine gemütliche Einkehr geplant.

Abfahrt:
13:00 Uhr an der Friedenskirche Ludwigshafen
Rückkehr:
ca. 21:30 Uhr

Kostenbeitrag: 12,50 Euro (ohne Verköstigung)
Anmeldungen telefonisch erbeten unter
0621 523754

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

27. April:
"Konflikt in Korinth" in der Johanneskirche Speyer

Theologisches Theaterstück nach Walter Hollenweger. Das Stück beschreibt die Spannungen in Korinth zur Zeit des Apostels Paulus.

Johanneskirche Speyer
Theodor-Heuss-Straße 22-24, 67346 Speyer
Uhrzeit: 19.30 - 20.45 Uhr

Preis: Eintritt frei
Vorverkauf: keine

 

Deutsch-französisches Jahr 2013

Der als Élysée-Vertrag bezeichnete deutsch-französische Freundschaftsvertrag wurde am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Dieses Abkommen über die deutsch-französische Zusammenarbeit hat die beiden Nachbarn in Europa nach langer "Erbfeindschaft" und verlustreichen Kriegen seitdem immer mehr zusammengeführt. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Ebenso wurden Treffen auf Regierungsebene in regelmäßigen Abständen beschlossen. Auf französischer Seite war François Seydoux de Clausonne, auf deutscher Seite Adenauers außenpolitischer Berater Horst Osterheld wesentlich am Zustandekommen des Vertrages beteiligt.

Um den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags zu feiern, haben Frankreich und Deutschland ein Deutsch-Französisches Jahr ausgerufen. In dessen Rahmen finden von September 2012 bis Juli 2013 zahlreiche Veranstaltungen auf offizieller und zivilgesellschaftlicher Ebene statt.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite des Élysée-Vertrages  
Deutsch-Französisches Jahr 2013  
Sammlung "Französischer Protestantismus" in der BMZ   
Startet einen DownloadLiteraturliste der BMZ: Standardwerke zu Geschichte, Kultur und Religion Frankreichs  

Passend hierzu im Verleih:

Werner Paracivini (Hg.): Deutsch-französische Geschichte [in 11 Bänden]
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, ab 2005
ISBN 3-534-14697-2

Über die Jahrhunderte hinweg haben Deutschland und Frankreich – beide können auf gemeinsame historische Wurzeln im fränkischen Reich zurückblicken – immer engste wechselseitige Beziehungen unterhalten, oft als Rivalen, oft als Feinde, manchmal auch als Freunde. Ihr Zusammenspiel war maßgeblich für die Entwicklung der europäischen Geschichte. Insbesondere die beiden letzten Jahrhunderte mit den Marksteinen 1871, 1918 und 1945 waren geprägt von gegenseitigem Hass und schrecklichen Kriegen. Aus den gemeinsamen Anstrengungen der beiden Nationen zur Überwindung der tiefen Kluft in der Vergangenheit entstanden schließlich die deutsch-französische Freundschaft und die Europäische Union. Im Auftrag des renommierten Deutschen Historischen Instituts in Paris haben Werner Paravicini und Michael Werner deutsche und französische Historiker verpflichtet, um diese Bilanz der gemeinsamen wie gegensätzlichen Geschichte der beiden Länder zu ziehen. Schwerpunkt der Bände ist jeweils die politische, wirtschaftliche und soziale Geschichte. Hinzu kommen neueste Erkenntnisse unter kulturgeschichtlichen Aspekten – Wissen und Tradition, Erinnerung und Vorstellung, Wahrnehmung und Repräsentation. Eine so umfassende Darstellung der deutsch-französischen – und damit der zentraleuropäischen – Geschichte ist einmalig, und sie wird es auf lange Zeit nicht mehr geben.

 

Themenjahr "Reformation und Toleranz"

Das Jahresthema 2013 der Lutherdekade ist nicht einfach: Für Toleranz sind zwar irgendwie (fast) alle. Doch schon bei der Definition des Begriffs zeigen sich Probleme. Wo beginnt Toleranz für mich, wo hört sie auf? Wo liegen für mich ihre Wurzeln und ihre Widerstände? Ist das Kreuz Christi ein christliches Sinnbild für unbedingte Toleranz?

Offizielle EKD-Seite zum Themenjahr "Reformation und Toleranz"  
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Religionspädagogisches Angebot zum Heidelberger Katechismus  

Themenheft "Toleranz" mit Literatur und Medien der BMZ (in Vorbereitung)
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Bündnis für Demokratie und Toleranz