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Losung

Losung für Montag, 27. Mai 2019
Ich will dich preisen und deinen Ruhm besingen unter den Völkern.
Psalm 18,50

Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
Apostelgeschichte 4,20

© Evangelische Brüder-Unität

Gemeindebrief

Baugeschichte

Martin-Luther-Kirche 1896
Martin-Luther-Kirche 1896

Das geistliche Zentrum unserer Gemeinde ist die Martin-Luther-Kirche, in der seit 150 Jahren Menschen mit dem Evangelium in Berührung kommen. Als „Mutterkirche” der St. Ingberter Protestanten steht sie auch nach der Teilung der ehemaligen Gesamtgemeinde für eine profilierte protestantische Präsenz in einem stark römisch-katholisch geprägten Umfeld.
Den Namen des Reformators trägt sie noch nicht allzu lange. Bis Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wird sie in Familienstammbüchern noch schlicht “Evangelische Kirche” oder “Protestantische Stadtkirche“ genannt.

Erst nachdem durch die Erbauung des Gemeindezentrums ”Christuskirche” in der Wolfshohlstraße im Jahre 1971 eine zweite Gottesdienststätte innerhalb der damaligen Gesamtgemeinde geschaffen worden war, wurde dem alten Gotteshaus im Josefstal der Name des Reformators zugeordnet. Dabei hat man an die Bezeichnung des bereits existierenden Martin-Luther-Gemeindehauses anknüpfen können und auch Teilverputzter Turm 1928 die Tatsache im Blick gehabt, dass Luther selbst der Sohn eines Bergarbeiters war.

Historische Aufnahme
Kirche im Jahr 1890

Der Saalbau mit dem im Stadtbild markanten schlanken Turm, den ein inzwischen restauriertes und mit vergoldetem Strahlenkranz versehenes Eisenkreuz ziert, steht am Rande der heutigen City und prägt das architektonische Erscheinungsbild der Innenstadt entscheidend mit.
Das Gotteshaus entstand in einem Baustil, der sich dem Historismus der im Zuge der Industrialisierung sich anbahnenden Gründerzeit verdankt, nach den Plänen des großherzoglich-hessischen Hofbaumeisters Ludwig Weyland, einem gebürtigen St. Ingberter.
Das Datum der Grundsteinlegung, der 1. Juli 1858, ist am Fuße des Taufsteines festgehalten. Am 8. September 1859 wurde sie eingeweiht.
Die Martin-Luther-Kirche ist das erste evangelische Gotteshaus des heutigen Saarpfalzkreises, das mit Mitteln des Gustav-Adolf-Werkes errichtet wurde. Sie steht mittlerweile auf der Denkmalliste des Saarlandes.
Mehrmals hat sich seit der Erbauung der Kirche ihr Erscheinungsbild innen wie außen verändert: Im Jahre 1893 wurden die in der Mariannenthaler Glashütte in Schnappach gefertigten Buntglasfenster eingebaut.

Zur 50-Jahrfeier der Kirche im Jahre 1909 kamen die Altarfenster mit den Motiven Glaube, Hoffnung, Liebe hinzu.

Der massivste Eingriff in die alte Bausubstanz geschah in den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dabei wurde die Kirche um eine Seitenempore mit aufsteigendem Gestühl erweitert, die die Symmetrie des Raumes veränderte und seither die kostbaren und schön gearbeiteten Buntglasfenster verdeckt. Damals sind im Innenbereich bedauerlicherweise auch nahezu alle Spuren des 19. Jahrhundert beseitigt worden, so dass ortsunkundige Besucher heute oft meinen, in einem wesentlich jüngeren Kirchengebäude und nicht in der zweitältesten Kirche der Stadt sich zu befinden.

Die Baustelle im Inneren Im Jahre 1966 wurde der Innenraum neu gestaltet und eine neue 25 Register umfassende Oberlinger-Orgel eingebaut. Anfang der 80er Jahre wurde die Kirche innen wie außen neu gestrichen. Auch die Aufarbeitung der alten Bänke und die Erneuerung des Fußbodens verdanken sich dieser mit viel Eigeninitiative durch-geführten Maßnahme.

Im Jahre 2006 haben wir mit großzügiger Unterstützung durch die Landeskirche mit einer umfassenden Außenrenovierung beginnen können. Die Fassade wurde saniert und in einem weiß-grauen Farbton komplett neu gestrichen. Entscheidend für die Auswahl der Farbe war der Farbton des ersten Verputzes, der im Anschluss an die Eingriffe im Kirchenraum anfangs der 30-ger Jahre notwendig geworden war; zuvor war die Kirche steinsichtig. Das Kirchendach, dessen Gebälk auch sanierungsbedürftig war, wurde mit Ziegel neu eingedeckt, der Turmhelm mit Schiefer. Die Heizung haben wir von Öl- auf Gasbetrieb umgestellt. Auch die historischen Buntglasfenster sind zwischenzeitlich in einer Trierer Spezialwerkstatt restauriert worden; das wertvolle Altarfenster konnte dabei dank eines Sponsors mit einer Schutzverglasung versehen werden.