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Ausbildung nebenamtliche Kirchenmusiker/innen
Bläser himmelgrün LaGA
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Besichtigung:

Öffnungszeiten
Mai bis Oktober (Ende der Herbstferien), jeweils
Di. - Fr., 14 - 17 Uhr und Sa. 11 – 13 Uhr (mit Ausnahme der Feiertage)
Turmbesteigungen (geführt)
vermittelt auch das Büro für Tourismus, Tel.: 06341 13-8301 oder 13-8302.

Kirchbauverein:

Der aktuell etwa 100 Mitglieder zählende Förderverein und sein rühriges Vorstandsteam engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in Sachen Bauerhalt der Stiftskirche.
Weitere Infos:
Kirchbauverein - Seite Öffnet einen internen Link"Über uns"
Spendenkonten:
Konto-Nr. 4044, Sparkasse SÜW
DE43 5485 0010 0000 0040 44;
Konto-Nr. 730 343, VR Bank Südpf.
DE43 5486 2500 0000 7303 43

Die Geschichte der Stiftskirche

Außenansicht
Taufkapelle

Die Stiftskirche ist die älteste Kirche der Stadt (geweiht 1333).

Die ursprünglich turmlos gebaute Klosterkirche der Augustiner-Chorherren besitzt im Westen ein bedeutendes frühgotisches Portal, dessen oberes Bildfeld aus dem Leben der Mutter Jesu erzählt (1794 von Revolutionsfanatikern beschädigt). Die Stiftskirche war ursprünglich eine Marienkirche. Während der Reformationszeit - im JAhr 1522 - wechselte die Mehrheit der Gläubigen, bedingt durch das Wirken ihres Pfarrers Johannes Bader, zum evanglisch-lutherischen Glauben über. Doch behielt die römisch-katholische Schwestergemeinde über Jahrhunderte hinweg das Recht, weiterhin hier ihre Gottesdienste zu feiern.

Das sog. Simultaneum bestand bis 1893; dann ging die Stiftskirche in die Hände der Protestanten über. Die römisch-katholische Gemeinde errichtete ihr neues Gotteshaus St. Maria am heutigen Marienring (geweiht 1911). Ca. 400 m Luftlinie liegen zwischen dem mächtigen Doppelturm von St. Maria und dem Turm der Stiftskirche, deren beider Geläut klangvoll aufeinander abgestimmt ist.
Ein am Eingang zur Turmvorhalle rechts in die Außenwand eingelassener Stein datiert den Turm der Stiftskirche (Höhe 52 m) in das Jahr 1349. Das achteckige Glockengeschoß beherbergt eine unversehrt erhaltene Feuer- bzw. Marienglocke von 1274 und fünf Nachkriegsglocken. Der Aufstieg in die darüber liegende ehemalige Türmerstube wird belohnt mit einem Rundblick über die Stadt, die sich in die weite südpfälzische Weinrebenlandschaft einbettet.

Durch die geöffnete Turmvorhalle betreten Besuchende den Kirchenraum. Das Maß der Elle in der Turmvorhalle gibt ein beredtes Zeugnis vom regen mittelalterlichen Handel am ehemaligen Marktplatz vor der Stiftskirche. Wer der Welt mit ihren Geräuschen den Rücken kehrte, trat in einen hohen lichten Kirchenraum (Länge 58 m). Er verließ den Sog des Alltäglichen und geriet in Faszination durch das Gleichmaß der spitzbogigen Arkadenläufe auf je zwölf (Halb-)Säulen, die einen mit ins Heilige nehmen. In der Achse, im Herzen des Kirchenschiffs steht der Altar an ursprünglicher Stelle; Lesepult (von Margot Stempel-Lebert 1991) und Kanzel sind ihm zugeordnet (Altar und Kanzel von 1898). Bis hierher erstreckte sich die ehemalige Pfarrkirche.

Die singenden Chorherren über den drei östlichen Säulenpaaren  kennzeichnen den Chorraum, in dem ehemals das Stundengebet erklang. Das Glockenseil an einer der Säulen führt unter das Dach zur Glocke des außen sichtbaren Dachreiters. Früher wurde hiermit zum Stundengebet gerufen, heute begleitet das Läuten das Vaterunser-Gebet der Gemeinde und der Chorraum dient als Stätte des Chorgesangs sowie als Ort der Andacht und der Meditation. In der Symbolik des Kirchenraums repräsentiert er mit seinen hohen Fenstern und dem von Osten her einströmenden Licht die Gegenwart von Jesus Christus, der den Menschen Orientierung, Licht und Leben schenkt.

Die ursprünglich dreischiffige Basilika erhielt 1490 ein viertes Seitenschiff nach Norden, das sich gut einfügt. Der Kirchenraum beeindruckt durch die Einheitlichkeit des Baustils. Seine schlichte Ausstattung weist auf typisch protestantische Prägung hin (seit 1898). Ehemalige Bildwerke und Kultusgegenstände finden sich heute in der Marien- oder in der Augustinerkirche (z.B. der bedeutende Taufstein von 1506) und können dort bewundert werden.

Vom Chorraum aus nach Westen öffnet sich der Blick zur Orgelempore mit dem originalbarocken Orgel-Prospekt von Ignaz Seuffert (1772). In diesem historischen Gehäuse befindet sich ein Werk der Orgelbaufirma Rieger aus Schwarzach (Vorarlberg) in Österreich, eingeweiht im Oktober 2006. 47 Registern verteilen sich auf drei Manu­ale und Pedal.

Das Auge schweift über den Fensterzyklus (1954/55) des Godramsteiner Glasmalers Hermann Jürgens, der sich an den Hauptfesten des Kirchenjahres orientiert (Weihnachten bis Pfingsten). Davon hebt sich stilistisch ab das Fenster „Die Heilung der blutflüssigen Frau"; es ist als ein seltenes Zeugnis der Glaskunst der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zu würdigen.

Der südliche Nebenchor ist heute Stätte des Gedenkens der Opfer der beiden Weltkriege und des Holocaust. Im nördlichen Nebenchor, der ehemaligen Stätte eines Marienaltars, finden jährlich im Sommer „Raumwandlungen“ mit wechselnden Kunstobjekten statt, mit dem Ziel, die Spiritualität dieses Ortes wiederzuentdecken. Beim nördlichen Nebenchor führt eine kleine Stiege zum Kapitelsaal, dem ehemaligen Versammlungsraum der Augustinerchorherren, der heute auch als Trau- und Taufkapelle dient.

Soviel Zeit sollte sein, um unter seinem Gewölbe, das sich wie eine Baumkrone aus dem mittleren Säulenstamm erhebt, etwas zu verweilen und die Wandbilder aus der Erbauerzeit zu betrachten. Sie zeugen von der Frömmigkeit der Chorherren, die aus dem nahegelegenen Elsaß vom Kloster „Zur Steige“ (Saverne/ Zabern) einst nach Landau berufen wurden. Leider haben diese Fresken durch unsachgemäße Restaurierung 1958 an Originalität verloren und sind heute in ihrem Bestand gefährdet.

Beim nördlichen Seitenausgang ist das Grabmal einer Tochter des französischen Festungsbaumeisters Tarade in die Wand. Die Tür öffnet sich zum Stiftsplatz, dem ehemaligen Klosterhof mit dem heute genutzten Pfarrhaus und Gemeindehaus auf Fundamenten der einstigen Klosteranlage. Im Schwibbogen über der Stiftspassage ist das Wappen der Augustinerchorherren zu sehen, Halbmond und Stern. 
Text: Pfarrerin Gerlinde Wnuck-Schad

 

 

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