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Evangelische Kirche der Pfalz 
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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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Juli 2015


Quelle: www.landstuhlermichel.de

Themenheft "Franz von Sickingen und die Ebernburg"

Mit einer großen Eröffnungsfeier in der Christuskirche Mainz ist die kulturhistorische Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ im Landesmuseum Mainz eröffnet worden. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Franz von Sickingen, gelegentlich als letzter Ritter bezeichnet und zugleich eine der schillerndsten Figuren im 16. Jahrhundert. Unter seiner Führung war die Ritterschaft maßgeblich an der frühen reformatorischen Bewegung beteiligt. Die Ausstellung wird bis zum 25. Oktober 2015 gezeigt und ist dienstags von 10 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Ausstellungskatalog ist in der BMZ entleihbar.

Aus Anlass der Ausstellung hat die BMZ ein Themenheft mit Büchern, Aufsätzen und audiovisuellen Medien zur Geschichte Sickingens und der Ebernburg zusammengestellt.

Bitte zum Download des Heftes auf das Bild oben rechts klicken!


Sickingen-Abend in Landstuhl am 1. Juli

Der Künstler: Wolf Spitzer

Franz von Sickingen gilt als eine der facettenreichsten Gestalten der Reformationszeit, er förderte Humanisten und die Reformatoren. Sickingens Ebernburg wurde zu einem frühen Zentrum der Reformation. In Landstuhl berief der "letzte Ritter" Martin Bucer zum ersten evangelischen Pfarrer der Pfalz. Er führte Fehden in bis dahin nicht gekanntem Ausmaß und eroberte damit die Bühne der großen Politik. Der Landeskirchenrat und die Stadt Landstuhl möchten Sickingens Bedeutung aufleben lassen.

Wir laden Sie zu einem Franz von Sickingen gewidmeten Abend ein am Mittwoch, 1. Juli 2015, 19.00 Uhr in die Zehntenscheune in Landstuhl, Kirchenstr. 1.

Dem Speyrer Bildhauer Wolf Spitzer ist es gelungen, Sickingen in einer neu geschaffenen Bronzebüste einprägsame Gestalthaftigkeit zu verleihen. Wir wollen diese Büste der Öffentlichkeit in Anwesenheit des Künstlers präsentieren.

Karl Heinz Schauder wird Person und Geschichte in einem Vortrag lebendig werden lassen.

Gottfried Müller, Oberkirchenrat, Evangelische Kirche der Pfalz
Ralf Hersina, Stadtbürgermeister der Stadt Landstuhl

Wir erbitten Ihre Anmeldung per Mail (dezernat.IV(at)evkirchepfalz.de bzw. charlotte.klein(at)landstuhl.de) oder telefonisch (06232/667-108 bzw. 06371-83111).


Ausgewählte Neuerwerbungen im Juli 2015

Entleihbar unter Sign.: 11 UL 16

Digital - mobil - und fair?
Filme zum Thema

Tilman Achtnich u.a., Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit, Kurzfilme, Deutschland 2009-2013
1 DVD-Video (45 + 6 + 4 + 6 + 16 Min.) : farb.

In unseren Mobiltelefonen und Smartphones, aber auch in vielen Maschinen und Geräten, die wir sonst alltäglich und ganz selbstverständlich nutzen und die uns das Leben erleichtern, stecken teils sehr teure Rohstoffe – in Computern, Tablets und Fernsehgeräten, aber auch in der Waschmaschine und im Auto. Es sind teils wertvolle Metalle, nicht nur Gold oder Platin, sondern auch Indium, Palladium oder Tantal; und es sind auch die sogenannten Metalle der Seltenen Erden, wie Neodym oder Samarium, deren Namen wir oft gar nicht kennen. Der Abbau dieser Rohstoffe findet häufig in den Ländern des globalen Südens statt – und nicht selten geschieht dies unter Bedingungen, die für die beteiligten Menschen wie für die Umwelt in hohem Maße schädlich sind.

Die Dokumentation und Magazinbeiträge dieser Themen-DVD folgen dem Produktions- und Gebrauchszyklus verschiedener Geräte vor allem der Informations- und Unterhaltenstechnik, von der Rohstoffgewinnung über deren Verarbeitung bei der Gerätefertigung, bis zu ihrer Entsorgung bzw. Wiederverwertung. Der Frage nach Alternativen zur beklagenswerten Realität sind dabei wichtig, denn es geht nicht darum, diese Geräte zu verdammen, sondern um mögliche Verbesserungen. So gibt es bereits ein Fairphone, aber die Frage, warum nicht mehr Geräte unter besseren Bedingungen produziert, verarbeitet und am Ende auch wieder dem Rohstoffkreislauf zugeführt werden, ist nicht immer leicht zu beantworten.

Auf der DVD-ROM-Ebene gibt es umfangreiches Begleitmaterial mit Arbeitshilfen zu den einzelnen Filmen und Hintergrundmaterial für die Bildungsarbeit.


Entleihbar unter Sign.: 11 VB 28

Voices of Transition
ein inspirierender Dokumentarfilm über Pioniere des Wandels ;
Wege zur Ernährungssichterheit, Agroforst, urbane Landwirtschaft auf Kuba, Transition towns ; [drei Wege zu einer besseren (Agri) Kultur]
Nils Aguilar, Milpafilms, Dokumentarfilm, Frankreich 2012
1 DVD-Video (53 Min.) : farb.

„Voices of Transition“ ist ein unabhängig produzierter, 66 minütiger Dokumentarfilm des deutsch-französischen Filmemachers Nils Aguilar. Er zeigt eingängige und mitreißende Beispiele des sozialökologischen Wandels in England, Frankreich und Kuba. Pioniere wie Rob Hopkins, Gründer der Transition-Town-Bewegung, oder Fernando Funes, herausragender Wissenschaftler und Theoretiker der „agrarökologischen Revolution” in Kuba, verdeutlichen im Film, wie man den Herausforderungen von Klimawandel, knappen Ressourcen und drohenden Hungersnöten mit neuen Wegen entgegentreten kann.

Filmfolge: Teil I – von Agrarfabriken zu Waldgärten – Frankreich ist in der Forschung zur Agroforstwirtschaft weltweit führend. Das natürliche Wald-Ökosystem scheint die beste Inspirationsquelle zu sein, wenn es gilt, aus leblosen Monokulturen wieder ertragreichere essbare Landschaften zu gestalten. // Teil II – Kultur- und Energiewende – Die ursprünglich aus England stammende “Transition Town Bewegung” boomt heute weltweit: Statt auf ein Umlenken der Politik zu warten, bringen engagierte Nachbarschaften die Nahrungsmittelproduktion in ihre Städte zurück und legen die Grundsteine für eine Ressourcen schonende, krisenfestere Gesellschaft – hier und jetzt und mit viel Lebensfreude! // Teil III – Kubas “Grüne Revolution” – Als die Sowjetunion auseinander fiel, brach in der Folge dramatischer Lieferengpässe auch Kubas Agrarindustrie zusammen. Aus der Not wurde eine Tugend: Heute ist die Karibikinsel Vorreiter für Agrarökologie und städtische Biolandwirtschaft. Die Millionenstadt La Havanna etwa stellt heute 70% ihres konsumierten Gemüses und Obstes selbst her – in Bioqualität!


Entleihbar unter Sign.: 11 ZV 06

4 Tage im Mai
Achim von Borries, FWU, Spielfilm, Deutschland 2011
1 DVD-Video (93 Min.) : farb.

Eine wahre Geschichte: Mai 1945, der Zweite Weltkrieg ist fast vorbei. Der 12-jährige Waise Peter lebt in einem Kinderheim auf Rügen, glaubt noch fest an den "Endsieg" und will die verbliebenen deutschen Truppen zum Kampf gegen die sowjetischen Besatzer bewegen. Doch die Soldaten auf allen Seiten sind des Kämpfens müde und Feindbilder werden allmählich überwunden. Nach der deutschen Kapitulation fällt jedoch die sowjetische Haupttruppe ins Kinderheim ein. Es kommt zu einem Machtkampf zwischen dem sowjetischen Hauptmann Kalmykov und seinem Vorgesetzten der sowjetischen Haupttruppe.

20 Kapitel mit Anwahlpunkten: Die Russen kommen, Auf der Flucht, Im Gespräch, Die Besetzung des Kinderheims, Begegnung mit den Deutschen, Im Versteck, Die erste Nacht, Fischfang, Der Pianist, Die zweite Nacht, Begegnung am Strand, Der Vorfall, Unter Arrest, Kapitulation, Der Major, Die dritte Nacht, Angriff der eigenen Männer, Gefangen im Keller, Abzug, Abspann

Online-Begleitmaterial für den Unterricht  


Entleihbar unter Sign.: NAa 63

Wolfgang Breul (Hrsg.):
Ritter! Tod! Teufel?
Franz von Sickingen und die Reformation
Regensburg : Schnell + Steiner 2015, 296 Seiten
ISBN 978-3-7954-2953-9

Franz von Sickingen (1481-1523) ist eine der schillerndsten Gestalten an der Schwelle zur Neuzeit. Er führte Fehden in bisher unbekanntem Ausmaß und betrat damit die Bühne der großen Politik. Er förderte die Humanisten und die neuen religiösen Ideen: Sickingens Ebernburg wurde so zu einem frühen Zentrum der Reformation. Am Ende wurde Sickingen Opfer seiner verwegenen Pläne.

In Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einem interdisziplinären wissenschaftlichen Beirat ist die Ausstellung Teil der bundesweiten Dekade „Luther 2017 - 500 Jahre Reformation“. Gezeigt werden herausragende Leihgaben, von u.a. Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und Hans Schäufelin. Prunkharnische, Gemälde, Grafiken, Flugblätter sowie besondere Quellen wie Turnierbücher und Fehdebriefe, ermöglichen es, eine von Umbrüchen geprägte Epoche des ausgehenden Mittelalters insbesondere in ihren Auswirkungen auf Ritterschaft und Niederadel nachzuerleben: Begleitband zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz: vom 21. Mai bis zum 25. Oktober 2015 / Neue Ergebnisse zu Auswirkungen der Reformation auf Staat, Gesellschaft und Kultur in Essays und Kurzbeiträgen ausgewiesener Experten / Höhepunkt der Veranstaltungen zur Lutherdekade in Rheinland-Pfalz.


Entleihbar, Sign.: Ca 3058/14

Richard Ziegert:
Die Verkäufer des "perfect life" -
über die Amerikanisierung der Religion und den Untergang der EKD-Kirchenwelt in Deutschland
Berlin : Lit-Verlag 2015, 467 Seiten
ISBN 978-3-643-13013-6

Hundert Jahre US-Kulturmission haben das europäische Christentum und damit auch das Verständnis von Religion durch die Propaganda ihres Mythus vom perfekten Leben tiefgreifend verändert. Der Autor schildert die Strategie und Taktik der kulturpolitischen Eroberung des religiösen Feldes in Deutschland mit vielen bis heute kaum bekannten Vorgängen. Er erklärt die Konversion der EKD-Kirchenwelt zum Markt und zum Geld, die Sucht der Kirchenelite nach gesellschaftlicher Relevanz, den Verlust ihres religiösen Bewusstseins, die Banalisierung des Glaubens an Gott und die Gründe für das Komplizentum mit der politischen Klasse. Er beschreibt die Selbstzerstörung der EKD-Kirchen wie auch den Weg zum Wiederaufbau einer religiösen Kultur und Gegenkultur in der bundesdeutschen Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


Entleihbar mit Sign.: Eb 3566/35

Steffen Schramm:
Kirche als Organisation gestalten - kybernetische Analysen und Konzepte zu Struktur und Leitung evangelischer Landeskirchen
Berlin : Lit-Verlag 2015, 904 Seiten
ISBN 978-3-643-12965-9

Die Entwicklung evangelischer Landeskirchen als Organisationen ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Doch Mitte der 1990er Jahre gerieten sie in eine Krise. Paradigmatisch veränderte Rahmenbedingungen verlangen Antworten: Welche Struktur sollen Landeskirchen zukünftig haben? Wie sollen sie geleitet werden? Mit einer Optimierung bisheriger Handlungsmuster wird es nicht getan sein.

Dr. Steffen Schramm versteht Ekklesiologie als Kirchenberatung. Mit dem St. Galler Managementmodell erarbeitet er Analysen und Konzepte, die Verantwortlichen auf allen Ebenen zur Reflexion und Gestaltung kirchlicher Organisation und Leitung dienen. Er ist Leiter der theologischen Fortbildung und Mitglied des Perspektivausschusses der EKP.


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30. Todestag von Willem Adolf Visser't Hooft

Autobiographie "Die Welt war meine Gemeinde" entleihbar unter Sign.: Bi 839

Willem Adolf Visser 't Hooft (* 20. September 1900 in Haarlem; † 4. Juli 1985 in Genf) war ein niederländischer reformierter Theologe. Er war der erste Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Visser 't Hooft studierte evangelisch reformierte Theologie an der Universität Leiden. 1924 wurde er Sekretär beim Weltbund des CVJM und nahm 1925 in dieser Funktion an der Weltkirchenkonferenz in Stockholm teil. 1931 wurde er Generalsekretär des christlichen Studentenweltbundes. Theologisch war Visser 't Hooft stark von Karl Barth beeinflusst. Zentrum seiner ökumenischen Arbeit war der Dialog der Kirchen, der sich je vor der gesellschaftlichen Situation neu verantworten muss. Mit Barth verstand er die Aufgabe der Theologie als kritische Selbstreflexion der Kirche. 

In der Zeit des Nationalsozialismus unterstützte er die Bekennende Kirche in Deutschland. 1938 wurde er Generalsekretär des vorläufigen Ausschusses in Utrecht, aus dem sich 1948 der Ökumenische Rat der Kirchen in Amsterdam entwickelte. Die ökumenische Bewegung sollte zum entscheidenden Arbeitsfeld Visser 't Hoofts werden. Im Frühjahr 1944 trafen sich in Genf, im Hause des Willem Adolf Visser 't Hooft, mehrmals die Vertreter von Widerstandsgruppen aus neun europäischen Ländern, um ein föderatives geeintes Europa als einziges logisches Modell nach der Zeit vom Nationalsozialismus zu bewerkstelligen.

Er war auch der Leiter einer ökumenischen Delegation, die im Oktober 1945 das Stuttgarter Schuldbekenntnis der neu gegründeten EKD in Empfang nahm. Er hatte diese Erklärung im Vorfeld mit angeregt. In seiner Autobiographie erinnerte er sich an das Zustandekommen: "Wie sollten wir die Wiederaufnahme voller ökumenischer Beziehungen erreichen? Die Hindernisse für eine neue Gemeinschaft ließen sich nur beseitigen, wenn die deutsche Seite ein klares Wort fand. Pierre Maury riet uns schließlich, den Deutschen zu sagen: 'Wir sind gekommen, um Euch zu bitten, daß Ihr uns helft, Euch zu helfen.' Als wir in dem großenteils zerstörten Stuttgart ankamen, hörten wir, daß am Abend in der Markuskirche ein besonderer Gottesdienst stattfinden würde, bei dem Bischof Wurm, Pastor Niemöller und Bischof Dibelius sprechen sollten. Niemöller predigte über Jeremia 14, 7-11: ,Ach Herr, unsere Missetaten haben es ja verdient; aber hilf doch um deines Namens willen!' Es war eine machtvolle Predigt. Niemöller sagte, es genüge nicht, den Nazis die Schuld zu geben, auch die Kirche müsse ihre Schuld bekennen."

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Willem Adolf Visser't Hooft  
Visser't Hooft in der Online-Ausstellung "Widerstand? Evangelische Christen und Christinnen im Nationalsozialismus  


600. Todestag von Jan Hus

Entleihbar unter Sign.: 50 H 97

Jan Hus (nach seinem wahrscheinlichen Geburtsort Husinec, Okres Prachatice, heute Tschechien; * um 1369[1]; † 6. Juli 1415 in Konstanz), auch Johannes Huss genannt, war ein christlicher Theologe, Prediger und Reformator. Er war zeitweise Rektor der Karls-Universität Prag. Als er während des Konzils von Konstanz seine Lehre nicht widerrufen wollte, wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die nach Jan Hus benannte Bewegung der Hussiten geht zum Teil auf sein Wirken zurück.

Ab 1402 predigte Hus in tschechischer Sprache in der Prager Altstadt befindlichen Bethlehemskapelle und führte das gemeinsame Singen während des Gottesdienstes in der tschechischen Landessprache ein. Er hielt dort jährlich rund 200 Predigten auf tschechisch und förderte so auch das tschechische Nationalbewusstsein in dem von einer kleinen deutschen Oberschicht geprägten Land. Hus predigte eine strenge, tugendhafte Lebensweise und eiferte gegen Zeitgeist und Mode, so dass er gelegentlich die Zünfte der Schuster, Hutmacher, Goldschmiede, Weinhändler und Wirte gegen sich aufbrachte.

Beeinflusst durch die Lehren Wyclifs kritisierte er den weltlichen Besitz der Kirche, die Habsucht des Klerus und dessen Lasterleben. Er kämpfte leidenschaftlich für eine Reform der verweltlichten Kirche, trat für die Gewissensfreiheit ein und sah in der Bibel die einzige Autorität in Glaubensfragen, im Gegensatz zu der Doktrin der Amtskirche, dass der Papst die letzte Instanz bei Glaubensentscheidungen sei. Von John Wyclif übernahm Hus zudem die Lehre der Prädestination und setzte sich für die Landessprache als Gottesdienstsprache ein.

1408 erfuhr der Prager Erzbischof von Hus' Predigten und enthob ihn daraufhin seiner Stellung als Synodalprediger. Das Lesen der Messe und das Predigen wurden ihm verboten. Er hielt sich aber nicht an diese Verbote, predigte weiterhin gegen Papsttum und Bischöfe und brachte in kurzer Zeit große Teile Böhmens auf seine Seite. Hus wurde im Juli 1410 mit dem Kirchenbann belegt und 1412 exkommuniziert und der Stadt Prag verwiesen. Als Folge davon brachen in Prag Unruhen aus. Aufgrund seiner Beliebtheit, die in Volksdemonstrationen gipfelte, lehrte Hus unter dem Schutz des Königs zunächst noch ein Jahr weiter. Er verurteilte nun die Kreuzzugs- und Ablassbullen von Johannes XXIII. 1412 jedoch musste Hus fliehen.

Die Unruhen und theologischen Streitigkeiten in Böhmen beschäftigten auch das Konzil von Konstanz ab 1414. Es galt, den Ruf des Landes wieder herzustellen und sich vom Vorwurf, Häresie zu dulden, zu befreien. Der deutsche König Sigismund sicherte Hus freies Geleit (einen salvus conductus für Hin- und Rückreise und die Zeit des Aufenthalts) zu und stellte ihm einen Geleitbrief in Aussicht. Hus machte sich aber schon vorher auf den Weg, um seine Ansichten vor dem Konzil darzustellen. Trotz seiner Exkommunizierung und dem gegen ihn ausgesprochenen Großen Kirchenbann wurde er auf seinem Weg nach Konstanz überall freundlich empfangen. Der Papst hob am 4. November 1414 die Kirchenstrafen gegen ihn auf. Zunächst predigte er drei Wochen in einer Herberge in der St.-Paulsgasse - heute Hussenstraße.

Am 28. November wurde er zur Bischofspfalz beim Münster gebracht und im Haus des Domkantors eine Woche gefangen gehalten. Am 6. Dezember wurde er in einen halbrunden Anbau des Dominikanerklosters auf der Dominikanerinsel im Verlies festgesetzt. Hier durchlebte er einige qualvolle Wochen. Bei Tage wurde er gefesselt und nachts in einen Verschlag gesperrt. Er war dem Gestank einer Kloake ausgesetzt, wurde schlecht ernährt und war von Krankheit gepeinigt. Da mit seinem Tode nicht gedient war - er sollte seine Lehren widerrufen -, wurde er ab 24. März 1415 in ein etwas erträglicheres Quartier, den Barfüßerturm an der späteren Stefansschule, verlegt. Danach wurde er im Gefängnisturm des Schlosses Gottlieben eingekerkert.

Als Sigismund am 24. Dezember 1414 eintraf, gab er sich über den Bruch des Geleitbriefes zornig, tat aber nichts, um Hus zu helfen. Da er die böhmische Krone seines Bruders Wenzel beerben wollte, war ihm stärker daran gelegen, den Ruf Böhmens zu rehabilitieren. Die Geleitzusage Sigismunds wurde für nichtig erklärt, da Hus seine Ansichten nicht zurücknehmen wolle und deshalb nicht mehr die weltliche Ordnung für ihn zuständig sei, sondern die kirchliche (nach damaliger Auslegung war die Zusage ohnehin nichtig, da es gegenüber einem Häretiker keine verpflichtende Zusage geben konnte).

Am 4. Mai 1415 verdammte das Konzil auch John Wyclif und seine Lehre. Da Wyclif zum Zeitpunkt der Verurteilung bereits 30 Jahre tot war, konnte das Urteil nicht mehr vollstreckt werden. Dafür wurde die Verbrennung seiner Gebeine angeordnet und 1428 tatsächlich durchgeführt. Hus kam am 5. Juni in das Franziskanerkloster. Dort verbrachte er die letzten Wochen seines Lebens. Vom 5. bis 8. Juni wurde Hus im Refektorium des Klosters verhört. Hus unterstützende böhmische und mährische Adlige erreichten, dass er auf dem Konzil sich und seine Lehren in aller Öffentlichkeit zumindest ansatzweise verteidigen konnte. Das Konzil verlangte von ihm den öffentlichen Widerruf und die Abschwörung seiner Lehren. Hus lehnte dies ab und blieb auch bis Ende Juni standhaft.

Am Vormittag des 6. Juli 1415 wurde Hus in feierlicher Vollversammlung des Konzils im Dom, dem späteren Konstanzer Münster, auf Grund seiner Lehre von der "Kirche als der unsichtbaren Gemeinde der Prädestinierten" als Häretiker zum Feuertod verurteilt. Hus wurde der weltlichen Gewalt übergeben. Im Auftrag des Königs vollstreckte Pfalzgraf Ludwig das als Reichsgesetz geltende Urteil. Jan Hus wurde am Nachmittag des 6. Juli 1415 auf dem Brühl, zwischen Stadtmauer und Graben, zusammen mit seinen Schriften verbrannt.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Jan Hus  
Hus-Haus in Konstanz  
Chrismon-Artikel über Jan Hus  


80. Geburtstag des Dalai Lama

Entleihbar unter Sign.: Bi 1733

Tenzin Gyatso (gebürtig Lhamo Döndrub (ལྷ་མོ་དོན་འགྲུབ་ / lha mo don 'grub); * 6. Juli 1935 in Taktser, Provinz Amdo, Osttibet) ist der 14. Dalai Lama. Er ist buddhistischer Mönch, gilt als Linienhalter der Gelbmützen-Schule des tibetischen Buddhismus und befürwortet die Rime-Bewegung. Ab seiner Inthronisierung war er, wie alle Dalai Lamas zuvor, Oberhaupt der tibetischen Regierung. Aus diesem Amt zog er sich 2011 zurück, um seiner Funktion als geistliches Oberhaupt den eindeutigen Vorzug zu geben.

Neben früheren politischen Aktivitäten setzt sich der 14. Dalai Lama stets intensiv für den friedfertigen, konstruktiven und mitfühlenden Dialog der Menschen ein. Dazu führte er Vortragsreisen rund um den Globus und gab Schriften heraus, in denen die differenzierten Vorstellungen der tibeto-buddhistischen Religion zu Fragen der Lebenspraxis, zur Natur des menschlichen Bewusstseins und weiteren existenziellen Fragen erläutert werden.

Der Dalai Lama gilt als Freund des Christentums und war oftmals Gast im Vatikan; freundschaftlich verbunden war er mit Papst Johannes Paul II. Wegen seines regen Interesses an wissenschaftlichen Themen und der Zusammenarbeit mit dem nordamerikanischen Rechtsanwalt Adam Engle und dem chilenischen Neurobiologen und Philosophen Francisco Varela entstand 1990 das in den USA ansässige Mind and Life Institute. Der Dalai Lama ist nach eigener Aussage davon überzeugt, dass Wissenschaft und die buddhistischen Thesen absolut vereinbar sind. Der gegenwärtige Dalai Lama besucht im Westen buddhistische Schulen und gibt dort in regelmäßigen Abständen Einweisungen in die buddhistische Lehre und Rituale.

Neben der moralischen Autorität hat der 14. Dalai Lama im Westen vor allem den Status eines "Botschafters des Friedens". Für seine Bemühungen, mit friedlichen Mitteln auf die Lage in seinem Heimatland Tibet aufmerksam zu machen, wurde ihm 1989 der Friedensnobelpreis verliehen.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite des Dalai Lama  
Offizielle Website des Dalai Lama  
Preisverleihung des Nobel-Komitees 1989  


Tagung in Landau: "Mittelpunkt Mensch"

Entleihbar unter Sign.: 62 L 01

"Mittelpunkt Mensch - Ethische Implikationen in der modernen Medizin"
Eine Einführung in die Medizinethik

Veranstaltungsort: Protestantisches Bildungszentrum Butenschoen-Haus, Landau
Datum: 3. bis 5. Juli 2015
Ansprechpartner: Katrin Platzer

Medizinethik ist kein akademisches Problem, sondern betrifft jeden Menschen: Genetische Diagnostik und prädiktive Medizin verändern unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Forschung an embryonalen Stammzellen, Präimplantationsidagnostik, Transplantationsmedizin oder Sterbehilfe werfen wesentliche Wertkonflikte auf. Das Seminar behandelt die anthropologischen und ethischen Grundlagen ärztlichen und pflegerischen Handelns. Ethische Überlegungen zu aktuellen Themen und Problemfeldern erweitern die grundsätzlichen Darlegungen.

Für Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre.


50 Jahre Medienzentrale Speyer 1965 - 2015

Unsere Medienzentrale als eines von acht Arbeitsfeldern der Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer feiert im Jahr 2015 ihr 50jähriges Jubiläum. Die Zentralbibliothek der Landeskirche kann bereits auf eine knapp 200jährige Historie zurückblicken und wurde ca. 1820 gegründet.

Mit fortschreitender Technisierung wird 1965 die damals so genannte „Film-, Bild- und Tonstelle“ ins Leben gerufen. Man startet mit gerade mal 162 Medien. Ein Vierteljahrhundert später hat sich die Zahl bereits verzehnfacht. In den 1980er Jahren werden alle Schallplatten, Tonbänder und Super-8-Filme ausgesondert und stattdessen Videokassetten zum Verleih angeboten. Mit der zunehmenden Vielfalt der AV-Medien wächst nicht nur der Bestand, sondern auch die Zahl der Entleihungen. Die „Film-, Bild- und Tonstelle“ wird in „Medienzentrale“ umbenannt und 1998 der Bibliothek eingegliedert. Die Erwerbung muss mit dem technischen Wandel der Datenträger schritthalten. Das Angebot wird um CDs, CDROMs und DVDs erweitert. 2011 werden die 16 mm-Filme aus dem Verleih genommen. 2013 schließt sich unsere Medienzentrale dem Medienportal der Landeskirchen und Bistümer an. Hier können nach Registrierung kostenfrei Online-Videos auf den Rechner des Kunden heruntergeladen werden. Aktuell sind etwa 13.000 im Online-Katalog verzeichnete, audiovisuelle Medien entleihbar bzw. per Download anzusteuern.


EKD-Themenjahr 2015 "Reformation - Bild und Bibel"

Bild und Bibel, den beiden zentralen Kommunikationsmedien der Reformation, gilt die Aufmerksamkeit des neuen Themen-Magazins der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Magazine sind ein Beitrag zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017. Im Jahr 2015 kommt die Reformation als Medienereignis in den Blick.

In mehr als 50 Beiträgen beleuchtet das Magazin grundsätzliche Aspekte und praktische Fragen: das Bilderverbot aus dem 2. Buch Mose; die Bildsprache der Reformation; die Frage, wie die Bibel zu verstehen ist; den Umstand, dass Bilder politisch missbraucht werden; die Frage, wie man Bilder lesen lernen kann; die Bedeutung der digitalen Revolution für unser Leben; die (Wunsch-)Bilder von Kirche und vieles andere mehr.

EKD-Themenheft "Reformation - Bild und Bibel" zum Download  
Offizielle EKD-Seite zum Themenjahr "Reformation - Bild und Bibel" 
Offizielle Seite von Luther 2017 zum Themenjahr "Reformation - Bild und Bibel" 
Veranstaltungen zum Themenjahr  
Startet einen DownloadThemenheft der BMZ zu "Reformation: Bild und Bibel" mit Büchern, Medien und Aufsätzen  

Bitte beachten Sie auch:

EKD-Themenheft "Reformation und Politik" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Toleranz" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Musik" zum Download  

Alle EKD-Themenhefte sind auch in gedruckter Form in der BMZ entleihbar.