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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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September 2015


Flüchtlingsboote vor der Küste von Lampedusa (Bild: epd-bild / Romano Siciliani)

Ausstellung "Leben nach Luther" in Speyer

Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses

In Kooperation mit der Landeskirche zeigt das Historische Museum der Pfalz in Speyer "Leben nach Luther"

Speyer (hmp/lk). Welche Bedeutung hatte das Leben im evangelischen Pfarrhaus für Literatur, Philosophie und Wissenschaft in den vergangenen Jahrhunderten? Wie wurde es zur Projektionsfläche gesellschaftlicher und familiärer Ideale? Welche Rolle spielt es heute in unserer Gesellschaft?

Unter dem Titel "Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des Evangelischen Pfarrhauses" widmet sich das Historische Museum der Pfalz in Speyer vom 12. September 2015 bis 10. Januar 2016 diesen und weiteren Fragen. Als Wanderausstellung wurde die Schau aus dem Deutschen Historischen Museum in Berlin übernommen und in Kooperation mit dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz um regionale Aspekte erweitert.

28 Bild- und Texttafeln sowie Hör-, Film- und Mitmachstationen beleuchten die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei spielen die Ursprünge von Pfarrfamilie und Pfarrhaus im Zusammenhang mit der Reformation eine ebenso große Rolle wie deren Leistungen in Geistes- und Naturwissenschaften. Nicht zuletzt berührt die Ausstellung das Verhältnis von Pfarrhaus und Politik im 20. Jahrhundert. Schließlich amtieren derzeit eine Bundeskanzlerin, die in einem evangelischen Pfarrhaus aufgewachsen ist, und ein Bundespräsident, der lange Jahre als evangelischer Pastor gewirkt hat. Gleichzeitig stellen Exponate aus dem Nachlass des bedeutenden Pfarrers und spätromantischen Schriftstellers Friedrich Blaul (1809-1863), Wandschmuck aus evangelischen Pfarrhäusern der Pfalz und fotografische Ansichten von pfälzischen Pfarrhäusern einen Bezug zum regionalen Umfeld her.

Die Mitmachstationen laden insbesondere Konfirmanden zu einer "Ausstellungsrallye" zum Thema Pfarrhaus ein. Kindern ab sieben Jahren erklärt "Walpurga, die Pfarrmaus" in einem Ausstellungsbegleitheft die Welt des evangelischen Pfarrhauses.

Gezeigt wird die Ausstellung im Sammlungsbereich "Neuzeit" des Historischen Museums der Pfalz. Katalog und Themenheft "Leben nach Luther. Das evangelische Pfarrhaus gestern, heute und morgen" sind im Museumsshop erhältlich. Die Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums ist in Kooperation mit dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin Luther Stiftung (IMLS) entstanden, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Hinweis: Die Ausstellung "Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des Evangelischen Pfarrhauses" des Historischen Museums der Pfalz in Speyer (Domplatz 4) läuft vom 12. September 2015 bis 10. Januar 2016. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Mehr zum Thema: www.museum.speyer.de.

Bitte beachten Sie auch:

Die BMZ Speyer besitzt in ihrem Fundus eine Sammlung von Pfarrer-Romanen und -Erzählungen, die demnächst im Online-Katalog erschlossen werden sollen.


Neues DVD-Themenheft "Flucht / Flüchtlinge"

Download der Liste nach Klick auf das Bild

Mit einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Dr. h.c. Augoustinos von Deutschland, zur 40. Interkulturellen Woche ab 27. September 2015 ein.

Die Vertreter der Kirchen würdigen in ihrem Gemeinsamen Wort, dass sich Deutschland in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem Einwanderungsland entwickelt hat. Zugleich merken sie kritisch an, dass Teile der Bevölkerung Probleme mit der zunehmenden gesellschaftlichen Vielfalt haben. "In den vergangenen Monaten mussten wir erkennen, dass es in Deutschland auch heute noch offenen und verdeckten Rassismus gibt." Jeder Form von Ausgrenzung setzen die Kirchenvertreter das Konzept der Interkulturellen Woche entgegen: "Begegnung führt zum Abbau von Ängsten und lässt aus Unbekannten geschätzte Nachbarn, Freundinnen und Freunde werden. Gespräche schaffen Verständnis. Gesellschaftliche Teilhabe erlaubt volle Gleichberechtigung und lässt Integration wachsen."

Die BMZ Speyer hat ein Themenheft mit entleihbaren DVDs zum Stoffkreis "Flucht / Flüchtlinge" zusammengestellt. Ein Klick auf das Bild führt zum Download der Liste.


Ausgewählte Neuerwerbungen im September 2015

Entleihbar unter Sign.: 11 ZA 14

Am Sonntag bist du tot
John Michael McDonagh, Ascot Elite Home Entertainment, Spielfilm, Irland 2014
1 DVD-Video (97 Min.) : farb.

Ein gutherziger, irischer Priester, die Sünden anderer und das unumgängliche Versprechen eines seiner Schützlinge „Am Sonntag bist du tot“. Eigentlich will Dorfpriester James Lavelle (Brendan Gleeson) doch nur, dass es allen Menschen in seinem Provinznest an der irischen Küste gut geht. Doch seine Gemeinde schockt ihn regelmäßig durch ihren Hass und ihre Streitlust. Eines Tages, als der Geistliche die Beichte abnimmt, droht ihm eines seiner Schäfchen: „Am Sonntag bist du tot.“

Nicht, dass der unbescholtene Priester etwas ausgefressen hätte. Er soll stellvertretend für einen anderen katholischen Priester sterben, der dem Gläubigen früher Schlimmes angetan hat, aber nicht mehr lebt. Immerhin hat sich vor knapp 2000 Jahren ja auch Jesus Christus für die Sünden der Menschheit geopfert und schuldlos auf dem Hügel Golgatha kreuzigen lassen. Das Beichtgeheimnis hindert den Priester daran, die Polizei einzuschalten. Also muss er sich selbst auf die Suche nach seinem zukünftigen Mörder machen. Eine turbulente Woche vergeht wie im Flug. Wird die raue Küste Irlands am Sonntag zu seinem ganz persönlichen Golgatha?

Wikipedia-Seite des Films  


Entleihbar mit Sign.: 11 ZH 17

Hin und weg
Christian Zübert, Twentieth Century Fox Home Entertainment, Spielfilm, Deutschland 2014
1 DVD-Video (91 + 70 Min.) : farb.

Ausgerechnet Belgien! Was soll es dort schon geben - außer Pommes und Pralinen? Doch Hannes und seine Frau Kiki bestimmen in diesem Jahr, wohin die jährliche Radtour mit ihren engsten Freunden gehen soll. Also startet die Gruppe voller Abenteuerlust, denn alles was zählt, ist schließlich die Zeit miteinander. Erst unterwegs erfahren die Freunde, dass Hannes an einer unheilbaren Krankheit leidet. Diese Reise soll seine letzte sein. Die Gruppe reagiert zunächst geschockt und ratlos, doch dann beginnt eine wilde, einzigartige Tour; denn durch Hannes erkennen die Freunde, wie kostbar das Leben wirklich ist. Mit einer Liste von Dingen, die noch erlebt werden wollen, und dem Gefühl, dass nach dieser Reise nichts mehr so sein wird wie es einmal war, feiern sie das Leben wie nie zuvor.

Wikipedia-Seite des Films  


Entleihbar unter Sign.: 11 JS 21

Das Morgenland - die Geschichte der islamischen Welt 
wie aus der Vision eines arabischen Kaufmanns ein weltumspannender Glaube wurde
Georg Graffe, Polyband Medien, Dokumentarfilm, Deutschland 2015
1 DVD-Video (135 Min.) : farb.

Auf einem Berg nahe Mekka, so erzählt es die Überlieferung, empfing der arabische Kaufmann Mohammed im Jahr 610 n. Chr. die Botschaft Gottes. Der Erzengel Gabriel offenbarte ihm den Willen Allahs: den Koran. Mit der neuen Lehre, dem Glauben an den einen und einzigen Gott, einte Mohammed binnen weniger Jahre die Völker der Arabischen Halbinsel – und legte so den Grundstein für eine Weltreligion.

Die dreiteilige Dokumentation „Das Morgenland“ erzählt vom Aufstieg des Islam, seinem Einfluss auf Europa und den blutigen Konflikten, die Muslime untereinander sowie mit Christen ausfochten. Die Filme entstanden an Originalschauplätzen in neun islamischen Ländern. Mithilfe moderner Computertechnik lassen die Macher unter anderem das Bagdad des 9. Jahrhunderts wiederauferstehen und zeigen eindrucksvoll, wie in der damaligen Metropole die islamische Kultur erblühte. Errungenschaften wie die arabischen Zahlen, neue medizinische Erkenntnisse und das Papier gelangten später auch nach Europa – und beförderten so die Zeitenwende der Renaissance.

Wie sehr sich später aber das Verhältnis zwischen Orient und Okzident verkehrte, wie Europas Großmächte die arabische Welt dominierten und so den Fanatismus mancher Muslime befeuerten, auch das erklärt diese bemerkenswerte Dokumentation, die uns in 135 Minuten 1400 Jahre islamischer Geschichte nahebringt.


Entleihbar unter Sign.: 50 H 90

Paul M. Cobb:
Der Kampf ums Paradies -
eine islamische Geschichte der Kreuzzüge
Darmstadt : Philipp von Zabern-Verlag 2015, 428 Seiten
ISBN 978-3-8053-4884-3

Die Geschichte der Kreuzzüge ist eine durch die christliche Brille bzw. Chronistik gefärbte Geschichte. Der renommierte Historiker Paul M. Cobb unternimmt in diesem Buch einen spannenden Perspektivwechsel: Er schreibt diese Geschichte erstmals aus muslimischer Sicht und auf Basis arabischer Quellen. Dies ist nicht nur eine Geschichte von Kriegern und Königen und ihren Kämpfen im Heiligen Land. Sie erzählt auch von Grenzgängern und Wendehälsen, Botschaftern und Händlern, Gelehrten und Spionen. Aus der Perspektive mittelalterlicher Muslime zeigen sich die Kreuzzüge als höchst verzwicktes diplomatisches Schachspiel, als kommerzielle Chance und als Zusammenprall der Kulturen, der die muslimische Haltung gegenüber Europa und den Europäern bis zum Ausgang des Mittelalters und darüber hinaus prägte.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


Entleihbar unter Sign.: Ba 1118

Jan Assmann:
Exodus -
die Revolution der Alten Welt
München : Beck, 2. Aufl. 2015, 493 Seiten
ISBN 978-3-406-67430-3

Die Geschichte vom Auszug aus Ägypten ist eine der größten Erzählungen der Menschheit. Sie steht für die Befreiung aus Sklaverei, aber auch für die Erfindung des Glaubens an den einen Gott. Jan Assmann verfolgt die Spuren der Exodus-Erzählung zurück bis ins Alte Ägypten und nach vorne bis ins 20. Jahrhundert. Er entfaltet eine neue Theorie des Monotheismus und zeigt, warum die Geschichte vom Auszug aus Ägypten auch die Gründungserzählung der modernen Welt ist.

Das Buch Exodus enthält Schlüsselszenen der Heilsgeschichte, die in Judentum, Christentum und Islam, aber auch in Kunst und Literatur eine vielfältige Wirkung entfaltet haben: von der Fron der Israeliten in Ägypten über die Offenbarung Gottes in einem brennenden Dornbusch, die zehn Plagen, die Stiftung des Passah-Festes und den Durchzug durchs Schilfmeer bis zum Empfang der Zehn Gebote und den Tanz ums goldene Kalb. Wann sind diese Geschichten entstanden? Welche ägyptischen und altorientalischen Parallelen oder gar Wurzeln haben sie, und was an ihnen ist radikal anders und neu? Wer hat diese Erzählungen schließlich zu dem Buch Exodus, dem Gründungsdokument einer neuen Religion, verbunden?

Jan Assmann geht diesen Fragen auf dem neuesten archäologischen und bibelwissenschaftlichen Forschungsstand nach. Er präzisiert seine viel diskutierte Monotheismus-Theorie und erklärt die revolutionären, weltgeschichtlichen Folgen des Auszugs aus Ägypten.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


Entleihbar unter Sign.: J 2628

Rainer Moritz:
Schnauze voll - Schluss mit dem Optimierungsquatsch
Frankfurt : Edition Chrismon 2015, 103 Seiten
ISBN 978-3-86921-270-8

Ich bin nicht perfekt – und das ist auch gut so! Den Pulsmesser am Handgelenk, das Navi im Auto, die Vermögensplanung im Hinterkopf – und morgens trinken wir den grünen Smoothie mit der Vitaminpalette von A bis E: Wir überlassen nichts dem Zufall, wenn es um unser kleines Glück geht. Rainer Moritz, Autor und Literaturwissenschaftler, nervt der Tanz um Optimierung und Selbstoptimierung. Er wittert darin eine Pervertierung protestantischen Pflichtbewusstseins. Dabei gibt es so viel Aufregendes zu entdecken für den, der in Muße fünf gerade sein lässt ...

Inhaltsverzeichnis des Buches


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Unsere Neuwerbungslisten finden Sie in der Rubrik "Neuerwerbungen".


50. Todestag von Albert Schweitzer

Online-Video zum Download

Online-Video zum Download:

Albert Schweitzer - Anatomie eines Heiligen
Georg Misch, Matthias-Film, Dokumentarfilm, Deutschland 2010
1 Online-Video (61 Min., 893 MB) : farb.

Link zum Download des Films auf den eigenen Rechner (nach einmaliger, kostenloser Anmeldung im Medienportal der Kirchen)

Albert Schweitzer ist ein moderner Heiliger des 20. Jahrhunderts geworden. Er gilt als Sinnbild des Dschungel-Arztes, rettete Menschenleben in Afrika, gewann den Friedensnobelpreis und begründete das Konzept der »Ehrfurcht vor dem Leben«. Er war ein universales Genie, ein großartiger Theologe, Philosoph, Musiker, Arzt und Entwicklungshelfer sowie einer der Ersten, der sich gegen Nuklearwaffen aussprach, und Begründer der Umweltschutzbewegung.

Der Film zeigt die Person hinter dem öffentlichen Image des Heiligen, abseits des Bildes des »Großartigsten Mannes der Welt«, welches die Medien in den Köpfen verankert haben. Offenbart wird die Geschichte des schlechten Schülers, welcher sich in ein Genie verwandelte, und die Einflüsse, welche seine zwei Leidenschaften, die Natur und die Musik von J. S. Bach, auf seine Handlungen und sein Denken ausübten. Auch kritische Stimmen gegen Schweitzer kommen zu Wort, wie beispielsweise die aktuelle Neubewertung seiner Entwicklungsarbeit.

Der Film offenbart die Person hinter dem öffentlichen Image und zeigt einen Menschen mit einer gelebten Vision. Der Film bietet Informationen über sein Leben und Werk sowie den bis heute andauernden Einfluss seiner Lehre auf Medizin, Philosophie, Theologie und Musik. Das Ziel ist es, die Relevanz seines Konzeptes der »Ehrfurcht vor dem Leben« zu verdeutlichen, welche heute in der Zeit der globalen Erwärmung und ständiger Kriege aktueller ist als je zuvor.


85. Geburtstag von Ernst-Wolfgang Böckenförde

Entleihbar unter Sign.: Sd 96

Ernst-Wolfgang Böckenförde (*19. September 1930 in Kassel) ist ein deutscher Staats- und Verwaltungsrechtler sowie Rechtsphilosoph.

Der bekennende Katholik Böckenförde wurde einer größeren Öffentlichkeit durch kritische innerkatholische Debattenbeiträge bekannt, noch ehe er eine Professur erlangte. 1957 erschien in der Zeitschrift Hochland sein Aufsatz "Das Ethos der modernen Demokratie und die Kirche", in dem er für die vorbehaltlose Anerkennung der Demokratie als Staatsform durch die Katholische Kirche eintrat. 1960/61 engagierte er sich gemeinsam mit Robert Spaemann gegen Thesen Pater Gustav Gundlachs SJ, der den atomaren Verteidigungskrieg für sittlich gerechtfertigt erklärt hatte. 1961 schließlich erschien Böckenfördes berühmter Hochland-Aufsatz "Der deutsche Katholizismus im Jahr 1933. Eine kritische Betrachtung"; der Text führte zu einer heftigen Kontroverse, durch die die Erforschung der katholischen Zeitgeschichte vorangebracht wurde, insbesondere in der 1962 gegründeten Kommission für Zeitgeschichte. Einen gewissen Abschluss dieser Phase bildete Böckenfördes publizistischer Einsatz für die Erklärung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die schließlich verabschiedete Erklärung "De libertate religiosa" (1965) bezeichnete er mit einer Formulierung Josef Isensees als "kopernikanische Wende" der kirchlichen Lehre.

Sein Engagement im Katholizismus setzte er fort, etwa im Bensberger Kreis bei der Ausarbeitung der Polen-Denkschrift (1968) oder im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. 1967 trat Böckenförde der SPD bei. 1969 wurde er in den rechtspolitischen Ausschuss beim Parteivorstand berufen. Von 1971 bis 1976 gehörte er der Enquête-Kommission Verfassungsreform des Deutschen Bundestages an. Die Wahl Böckenfördes zum Bundesverfassungsrichter im Jahr 1983 erfolgte auf Vorschlag der SPD.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundesverfassungsgericht 1996 blieb Böckenförde in öffentlichen Debatten präsent: Unter dem Titel "Juristenausbildung - auf dem Weg ins Abseits?" hielt er 1996 einen Vortrag, der den Impuls zum sogenannten Ladenburger Manifest zur Reform der Juristenausbildung setzte. Nachdem die katholische Kirche 1998/99 entschieden hatte, aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung (Schein) auszusteigen, gründeten Laien den bürgerlichen Verein Donum vitae; Böckenförde gehörte zu den Gründungsmitgliedern und ist bis heute Mitglied im Kuratorium der Donum-vitae-Stiftung. In der Bioethik-Debatte der Jahre 2000 bis 2002 wandte sich Böckenförde gegen Tendenzen, die Menschenwürde-Garantie des Grundgesetzes zu relativieren, besonders dezidiert in Auseinandersetzung mit Matthias Herdegen. Anknüpfend an seine lebenslange Beschäftigung mit dem Themenfeld säkularisierter Staat und Religionsfreiheit sprach er sich entschieden gegen ein generelles Kopftuchverbot in der Schule aus.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Ernst-Wolfgang Böckenförde  
"Freiheit ist ansteckend" (Interview 2009)  
Die Sprache des Juristen - eine Dankesrede (2012)  


200 Jahre Basler Mission

Historische Missions-Weltkarte vom Archiv der Basler Mission (Quelle: ref.ch)

Die Evangelische Missionsgesellschaft in Basel (Basler Mission) ist eine ökumenische missionarische Organisation aus Basel, welche im Jahr 1815 gegründet wurde und in weiten Teilen der Welt bis 2001 operativ tätig war. Sie ist heute Trägerverein von mission 21, welche die gesamte operative Ebene der Basler Mission übernommen hat.

Gründung und Organisation: Im Umfeld der Handelsstadt Basel und des süddeutschen Pietismus wurde am 25. September 1815 die "Evangelische Missionsgesellschaft Basel" (kurz: Basler Mission) als Tochtergesellschaft der Deutschen Christentumsgesellschaft von Christian Friedrich Spittler und Nikolaus von Brunn gegründet. Die Basler Mission profitierte vom organisatorischen Talent und den internationalen Kontakten der Basler Handelsleute. Die württembergischen Pietisten stellten bis ins 20. Jahrhundert mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden in Übersee und bis zum Zweiten Weltkrieg alle vollamtlichen Direktoren der Zentralstelle in Basel.

Ab 1816 wurden Seminaristen aufgenommen, die ab 1820 als Missionare tätig waren. Zuerst wollte man am Basler Seminar Missionare ausbilden, die dann für andere Missionsorganisationen in Übersee arbeiten sollten, wie zum Beispiel für die englische "Church Mission Society". Schon bald wurde aber in Basel über ein eigenes Missionswerk nachgedacht. Erste Missionsprojekte fanden im südrussischen Kaukasus und im westafrikanischen Liberia statt. Wichtige Missionsgebiete wurden Westafrika, Südindien, China und Indonesien.

Missionsgesellschaften sind als eine Reaktion engagierter Christen des Abendlandes auf Berichte über die Existenz nicht abendländlicher, nichtchristlicher Kulturen entstanden. Die Erweckungsbewegung und die Einflüsse des württembergischen Pietismus sind als treibende Kräfte für das Aufstreben der Basler Mission zu sehen.

Das Seminar in Basel wurde ursprünglich mit der Absicht gegründet, Missionare auszubilden, welche dann in Übersee für andere Organisationen arbeiten sollten. Als die Basler Mission selber tätig wurde, war ihr Ziel, mit Bauern eine christliche Dorfkultur aufzubauen und sie zu animieren, ein christlich geprägtes Leben zu führen. Die Basler Mission legte Wert darauf, dass in den vor Ort errichteten Schulen in der "Eingeborenensprache" und nicht in der Kolonialsprache unterrichtet wurde. Die Missionare strebten jedoch danach, das Zusammenleben in den Missionen nach süddeutschem, pietistischem Vorbild zu gestalten.

Bitte beachten Sie auch:

Website der Basler-Mission  
Wikipedia-Seite der Basler Mission  
Bildarchiv der Basler Mission  

In der BMZ unter Sign. Ga 6819 entleihbar:

Andrea Kittel (Hg.):
Unterwegs zu den anderen - 200 Jahre Basler Mission und Württemberg ; das Buch zur Ausstellung
Riederich : logo print 2015, 139 Seiten
ISBN 978-3-944051-09-3


Tagung in Landau: "Mammon"

In Kürze entleihbar

"Mammon" - Offener Akademiegarten zum Thema der Landauer Akademiegespräche 2015/2016 "Kapitalismus im 21. Jahrhundert"

Veranstaltungsort: Protestantisches Bildungszentrum Butenschoen-Haus, Landau
Datum: 17. September 2015, 19 Uhr
Ansprechpartner: Christoph Picker

Eines der aufsehenerregendsten Bücher des letzten Jahres war "Das Kapital im 21. Jahrhundert" des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty. Die Evangelische Akademie, das Frank-Loeb-Institut an der Universität Koblenz-Landau und die Stadt Landau werden die dort angerissenen Fragen zum Thema der Landauer Akademiegespräche im Wintersemester 2015/2016 machen.

Was leistet der Kapitalismus? Was sind seine Schattenseiten? Brauchen wir Alternativen? Zu einem Vorgeschmack laden wir Sie herzlich ein in den schönen Garten der Evangelischen Akademie zu Diskussion, Begegnungen, Wein und Imbiss - in einer übersichtlichen Runde von Freundinnen und Freunden der Akademie. Impulse bieten Akademiedirektor Dr. Christoph Picker und Prof. Dr. Volker Lingnau, Technische Universität Kaiserslautern. Es wird der vorerst letzte Akademiegarten sein - vor dem Abriss des derzeitigen Akademiegebäudes und der Erweiterung des Butenschoen-Hauses. Wir freuen uns deshalb besonders, wenn Sie dabei sind.


50 Jahre Medienzentrale Speyer 1965 - 2015

Unsere Medienzentrale als eines von acht Arbeitsfeldern der Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer feiert im Jahr 2015 ihr 50jähriges Jubiläum. Die Zentralbibliothek der Landeskirche kann bereits auf eine knapp 200jährige Historie zurückblicken und wurde ca. 1820 gegründet.

Mit fortschreitender Technisierung wird 1965 die damals so genannte „Film-, Bild- und Tonstelle“ ins Leben gerufen. Man startet mit gerade mal 162 Medien. Ein Vierteljahrhundert später hat sich die Zahl bereits verzehnfacht. In den 1980er Jahren werden alle Schallplatten, Tonbänder und Super-8-Filme ausgesondert und stattdessen Videokassetten zum Verleih angeboten. Mit der zunehmenden Vielfalt der AV-Medien wächst nicht nur der Bestand, sondern auch die Zahl der Entleihungen. Die „Film-, Bild- und Tonstelle“ wird in „Medienzentrale“ umbenannt und 1998 der Bibliothek eingegliedert. Die Erwerbung muss mit dem technischen Wandel der Datenträger schritthalten. Das Angebot wird um CDs, CDROMs und DVDs erweitert. 2011 werden die 16 mm-Filme aus dem Verleih genommen. 2013 schließt sich unsere Medienzentrale dem Medienportal der Landeskirchen und Bistümer an. Hier können nach Registrierung kostenfrei Online-Videos auf den Rechner des Kunden heruntergeladen werden. Aktuell sind etwa 13.000 im Online-Katalog verzeichnete, audiovisuelle Medien entleihbar bzw. per Download anzusteuern.


EKD-Themenjahr 2015 "Reformation - Bild und Bibel"

Bild und Bibel, den beiden zentralen Kommunikationsmedien der Reformation, gilt die Aufmerksamkeit des neuen Themen-Magazins der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Magazine sind ein Beitrag zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017. Im Jahr 2015 kommt die Reformation als Medienereignis in den Blick.

In mehr als 50 Beiträgen beleuchtet das Magazin grundsätzliche Aspekte und praktische Fragen: das Bilderverbot aus dem 2. Buch Mose; die Bildsprache der Reformation; die Frage, wie die Bibel zu verstehen ist; den Umstand, dass Bilder politisch missbraucht werden; die Frage, wie man Bilder lesen lernen kann; die Bedeutung der digitalen Revolution für unser Leben; die (Wunsch-)Bilder von Kirche und vieles andere mehr.

EKD-Themenheft "Reformation - Bild und Bibel" zum Download  
Offizielle EKD-Seite zum Themenjahr "Reformation - Bild und Bibel" 
Offizielle Seite von Luther 2017 zum Themenjahr "Reformation - Bild und Bibel" 
Veranstaltungen zum Themenjahr  
Startet einen DownloadThemenheft der BMZ zu "Reformation: Bild und Bibel" mit Büchern, Medien und Aufsätzen  

Bitte beachten Sie auch:

EKD-Themenheft "Reformation und Politik" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Toleranz" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Musik" zum Download  

Alle EKD-Themenhefte sind auch in gedruckter Form in der BMZ entleihbar.