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Evangelische Kirche der Pfalz 
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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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März 2016


So kennt man die Bilder von Janosch, dem Kinderbuchillustrator: Bär, Tiger und Tigerente sind in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Janosch, Ich und der Bär, Farbradierung. Foto/Repro: © Janosch Film und Medien AG

Neues Themenheft "Online-Videos"

Ein Klick auf das Bild führt zum Download der nach 24 Themenkreisen sortierten Liste. Bitte beachten Sie die Hinweise zur Benutzung des Heftes auf Seite 2.

Auf unserem Medienportal für Online-Videos unter www.medienzentralen.de finden Sie zahlreiche neue Online-Videos zum kostenlosen Download auf den eigenen Rechner. Erforderlich ist hierzu lediglich die einmalige Registrierung mit Ihren persönlichen Daten. Anschließend erfolgt die Freischaltung durch die MitarbeiterInnen der BMZ.


Lesung von Frau Prof. Dr. Irene Dingel

v.l.n.r. KP Christian Schad, Prof. Dr. Irene Dingel, Dr. Traudel Himmighöfer (Leiterin der BMZ)

Im Rahmen der von der EKD initiierten Reformationsdekade ist das Jahr 2016 inhaltlich dem Motto "Reformation und die Eine Welt" gewidmet. Die Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz möchte in diesem Kontext den Blick auf das Thema "Die Reformation in Europa - Ausbreitung, Verfolgung, Etablierung" lenken.

Frau Professorin Dr. Irene Dingel, Kirchenhistorikerin und Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte, Mainz, spricht am Dienstag, dem 8. März 2016, um 19.00 Uhr, Roßmarktstraße 4, Speyer, über

"Außerdem haben wir deine Bücher nach Brabant und England geschickt ..."
Die Reformation in Europa - Ausbreitung, Verfolgung, Etablierung

Erläuternd wird die Referentin dazu Bilder präsentieren.

Die Reformation war für Europa ein einschneidendes Ereignis. Sie kultivierte einen neuen Zugang zur Heiligen Schrift, stellte das Verhältnis zwischen Gott und Mensch auf ein ausschließlich christologisches Fundament und übte Kritik an herrschenden Autoritätsstrukturen. So einig sich die Reformatoren in diesen Grundsätzen waren, so vielfältig entfaltete sich die Reformation in den durch unterschiedliche politische und gesellschaftliche Strukturen geprägten Regionen Europas. Der Vortrag lädt zu einem "europäischen Rundgang" ein. Er beleuchtet an ausgewählten Beispielen die Faktoren für die frühe Verbreitung reformatorischer Ideen, thematisiert Verfolgung und Untergrundexistenz und fragt nach den Bedingungen für eine langfristige Etablierung.

Zu der Thematik des Vortrags zeigt die Bibliothek und Medienzentrale Bücher und Medien, die ab 9. März kostenlos entliehen werden können.


Ausgewählte Neuerwerbungen im März 2016

Entleihbar mit Sign.: 11 ZH 19

Honig im Kopf
Til Schweiger, Katholisches Filmwerk, Spielfilm, Deutschland 2014
1 DVD-Video (133 Min.) : farb.

Besorgt verfolgt die Familie von Niko mit, wie sein an Alzheimer erkrankter Papa Amandus mehr und mehr seine Erinnerung verliert. Einzig ein Venedigaufenthalt vor einigen Jahrzehnten, bei dem er seine Frau kennengelernt hatte, bleibt dem ehemaligen Tierarzt stets lebendig im Gedächtnis. Weil sie fürchtet, ihr Großvater könne ins Pflegeheim abgeschoben werden, büchst die elfjährige Tilda mit Amandus aus und macht sich auf den Weg nach Venedig. Die Eltern heften sich an ihre Fersen und erleben selbst ein Abenteuer (nach Blickpunkt: Film).


Entleihbar unter Sign.: 11 GE 08

Mission unter falscher Flagge
Mareike Fuchs / Sinje Stadtlich, Katholisches Filmwerk, Dokumentarfilm, Deutschland 2014
1 DVD-Video (44 Min.) : farb.

Die Dokumentation beleuchtet kritisch einen Ausschnitt der „evangelikalen Szene“ in Deutschland, der als „radikales Christentum“ bezeichnet wird und vor allem Gruppen und Personen benennt, die ein fundamentalistisches Bibelverständnis vertreten; Charismatiker, die mit dubiosen Methoden und diskriminierenden Thesen auf Seelenfang gehen. Ein Großteil der benannten Gruppen und Personen steht in Beziehung zur Deutschen Evangelischen Allianz. Letztlich fragt der Film: Wo verläuft die Trennlinie zwischen Mission und Manipulation?


Entleihbar unter Sign.: 11 SP 21

Willkommen auf Deutsch
Carsten Rau / Hauke Wendler, Katholisches Filmwerk, Dokumentarfilm, Deutschland 2014
1 DVD-Video (90 Min.) : farb.

Im Landkreis Harburg, einem idyllischen Landstrich zwischen Hamburg und der Lüneburger Heide, sollen Flüchtlinge und Asylsuchende untergebracht werden. Darüber sind etliche Anwohner so sehr erzürnt, dass sie eine Bürgerinitiative gründen. "Der Film gibt einen lebensnahen und differenzierten Beitrag – wichtig und sehenswert." (arte-journal)

FBW-Prädikat: Besonders wertvoll!


Entleihbar unter Sign.: 85 RA 10

Susanne von Braunmühl und Sarah Edel:
Sterben und Tod - Was wird einmal sein?
Unterrichtsmaterialien für die Grundschule mit CD-ROM
Berlin : Cornelsen 2016, 128 Seiten
ISBN 978-3-06-065510-6

Kinder begegnen Sterben und Tod auf vielfältige Weise. Sie haben Ängste und sind neugierig, haben dazu Fragen und häufig eigene Antworten. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Ist der Tod Ende oder Anfang? Solche Fragen stoßen die Bilder und Texte dieses Bandes bei den Kindern gezielt an. Danach entdecken sie in den "Schatzkisten der Religionen" Antworten in Form von Geschichten, Hoffnungsworten und Bildern. Zum Schluss lenkt das Buch den Blick der Kinder auf die Freude am Leben.


Entleihbar unter Sign.: 85 HC 43

Anika Janßen-Bischofs:
Transzendenz in der transparenten Gesellschaft - Kreuz und Auferstehung

Aachen : Bergmoser + Höller 2016, 32 Seiten + 2 Folien + 1 CD-ROM

Religiöse Sprache ist in einer transparenten Gesellschaft zur Fremdsprache geworden. Nehmen wir Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise, in der sie das Fremde entdecken, an deren Ziel sie Lebenskreuzungen wahrnehmen und kleinen Ostererfahrungen Ausdruck verleihen ...

  • Modul 1: Zeitdiagnose: Transparente Gesellschaft?
  • Modul 2: Transzendenzbezug und Gottbezogenheit des Menschen
  • Modul 3: Unfassbar? Religiöse Sprache als Ausdruck des Transzendenten (mit Klausurvorschlag)
  • Modul 4: Das Kreuz Jesu als zentrales Symbol des christlichen Glaubens (mit Klausurvorschlag)
  • Modul 5: Vom Tod zum Leben - Auferstehung als Ausweg aus der Transparenz
  • Modul 6: Begegnungen mit dem Kreuz im Alltag - das Kreuz als Lebenskreuzung (mit Diagnosenetz)

Entleihbar unter Sign.: Cb 2040

Alexander Kissler:
Keine Toleranz den Intoleranten - warum der Westen seine Werte verteidigen muss
Gütersloh : Gütersloher Verlagshaus 2015, 183 Seiten
ISBN 978-3-579-07098-8

Von der Gefahr falscher Kompromisse! Schweinefleisch verschwindet aus Schulbüchern, die Moschee von der Seifenpackung – die Selbstzensur des Westens treibt absurde Blüten. Zwar werden Presse- und Meinungsfreiheit beschworen, aber Terror wirkt: Nach den Pariser Anschlägen wird hier und da gefordert, man müsse Blasphemie stärker unter Strafe stellen ... Muss man wirklich Verständnis dafür haben, dass besonders Fromme besonders reizbar sind? Wollen wir die Freiheit opfern für die Illusion, dadurch die Freiheitsfeinde zu besänftigen?

Alexander Kisslers neues Buch ist ein entschiedener Aufruf, die Meinungs- und Religionsfreiheit selbstbewusst zu stärken. Schluss mit der Illusion, Freiheitsfeinde besänftigen zu können / Die Schere im Kopf: Warum zu viel Political Correctness der falsche Weg ist / Ein herausfordernder Standpunkt in Zeiten ideologischer Verwirrung.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


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Unsere Neuwerbungslisten finden Sie in der Rubrik "Neuerwerbungen".


85. Geburtstag von Janosch

Entleihbar unter Sign.: 11 YB 64

Horst Eckert alias Janosch (* 11. März 1931 in Hindenburg O.S.) ist ein deutscher Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller. Er lebt auf Teneriffa.

Janosch sagte: "Katholisch geboren zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens", auch wenn seine Familie nicht ausgeprägt religiös lebte. Sein Vater wird als Alkoholiker und als gewalttätig gegenüber seiner Familie beschrieben. Janosch wuchs bei seinen Großeltern in einer Bergarbeitersiedlung auf, bis sich seine Eltern eine eigene Wohnung leisten konnten. Mit dreizehn erkrankte er an Gelbsucht, die mit selbstgebranntem Schnaps "behandelt" wurde. Er war Mitglied in einer nach eigener Aussage "intensiv gepeinigten jesuitischen Jugendgruppe".

1944 erhielt er eine Lehrstelle als Schmied und arbeitete in einer Schlosserei ("Meine beste und allerwichtigste Zeit im Leben, denn man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt nichts, was nicht geht", zitiert aus Von dem Glück, als Herr Janosch überlebt zu haben). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Heimkehr seines Vaters 1946 flüchteten die Eltern mit ihm nach Westdeutschland. Janosch lebte 15 Jahre in Bad Zwischenahn, wo er in Textilfabriken arbeitete, und besuchte eine Textilfachschule in Krefeld, wo er an einem Lehrgang für Musterzeichnen bei Gerhard Kadow, einem Schüler von Paul Klee, teilnahm.

Nach einem Aufenthalt in Paris zog er 1953 nach München, wo er an der Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Ernst Geitlinger studierte, aber sein Kunststudium wegen "mangelnder Begabung" nach einigen Probesemestern abbrechen musste. Danach arbeitete er als freischaffender Künstler. 1956 begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen, und sein Verleger Georg Lentz, sich "Janosch" zu nennen. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch "Die Geschichte von Valek dem Pferd" bei dem mit ihm befreundeten Verleger, 1970 sein erster Roman "Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm".

1980 zog Janosch, ursprünglich zur Erholung von einer Krankheit, in ein Haus in den Bergen von Teneriffa, das er aber bald zu seinem ständigen Wohnort wählte. In einem Interview antwortete Janosch auf die Frage, warum er so ungern Interviews gebe: "Ich bin wirklich Autist. Am liebsten wäre ich unsichtbar.

"Einige seiner bekanntesten Figuren sind Schnuddel oder die Tigerente, die zusammen mit dem Tiger und dem Bären in "Post für den Tiger", "Oh, wie schön ist Panama" (verfilmt unter dem gleichen Titel) und "Ich mach dich gesund, sagte der Bär" auftrat. Janosch zeichnet und schreibt jedoch nicht nur Kinderbücher. In seinen Büchern für Erwachsene verarbeitet er unter anderem Erlebnisse seiner Kindheit. Die Ablehnung gottesfürchtiger Religiosität, die Befürwortung familiärer Beziehungen, Freundschaft und die Frage nach dem Sinn des Lebens sind immer wieder Thema für ihn.

1985 und 1989 wurden seine Geschichten als "Janoschs Traumstunde" fürs Fernsehen produziert. Am 16. April 2010 kündigte Janosch im Rahmen einer Ausstellung seiner Arbeiten an, keine weiteren Bücher mehr schreiben zu wollen. Er wolle fortan nur noch "reisen und in der Hängematte liegen" und halte sich ohnehin für unbegabt. Juli 2013 kündigte das ZEITmagazin sein "Comeback" mit einem wöchentlichen Beitrag für das Magazin an. In diesen Zeichnungen geht es nach Janoschs Worten "um mich: Wondrak, den neuen Superstar".

Inhalt der DVD: Das Licht geht aus. An der Wand erscheinen in riesigen, farbenprächtigen Bildern die Bilderbuchhelden - und die Kinder tauchen in die Geschichte ein. Das digitale Bilderbuchkino auf DVD schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Mit digitalen Bilderbuchkinos macht das Betrachten von Bilderbüchern auch mit großen Gruppen in Kita und Grundschule Spaß. Und selbst Lesemuffel werden so begeistert den Geschichten folgen. Tiger und Bär machen sich auf den Weg, um Panama zu suchen - das Land ihrer Träume. Dabei treffen sie auf Fuchs, Kuh und Maus. Doch auch die wissen nicht, wo Panama liegt. Nur die Krähe hilft den beiden Freunden weiter. Und so finden sie am Ende doch, wonach sie gesucht haben.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Janosch  
Janoschs Kunstportal  
Interview "Der kindliche Ketzer"  


5 Jahre Nuklearkatastrophe von Fukushima

Entleihbar: 85 ZEN 2011,3

Als Nuklearkatastrophe von Fukushima werden eine Reihe katastrophaler Unfälle und schwerer Störfälle im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) in Okuma und deren Auswirkungen bezeichnet.

Die Unfallserie begann am 11. März 2011 um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tohoku-Erdbeben und lief gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen an radioaktivem Material - unter anderem etwa 15 EBq Xe-133, also etwas mehr als das Doppelte von Tschernobyl, und ca. 36 PBq Cs-137,[1] also ca. 42 % der Cs-137 Emission von Tschernobyl - wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umgebung.

Ungefähr 170.000 Einwohner wurden aus den betroffenen Gebieten evakuiert, darunter etwa 20.000 auf freiwilliger Basis. Untersuchungen ergaben, dass unter den Umgesiedelten die psychischen Störungen um etwa den Faktor 5 höher lagen als im japanischen Durchschnitt. Unter evakuierten Senioren stieg die Mortalitätsrate in den ersten 3 Monaten nach dem Unfall um den Faktor 3 an und stagnierte schließlich beim 1,5-fachen des Wertes vor der Katastrophe. Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verendeten. Die Zahl der Toten durch die Evakuierung bzw. ihre Folgen sowie im Kraftwerk selbst wird auf ca. 610 geschätzt. Insgesamt wird langfristig mit bis zu 10.000 Toten durch die Nuklearkatastrophe gerechnet, wobei nur ein Teil auf strahlungsbedingte Erkrankungen zurückzuführen ist.

Aufgrund einer Abschätzung der Gesamtradioaktivität der freigesetzten Stoffe ordnete die japanische Atomaufsichtsbehörde die Ereignisse auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse einen Monat nach der Katastrophe mit der Höchststufe 7 ("katastrophaler Unfall") ein. Den genauen Ablauf der Ereignisse schildert die Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima.

Vier von sechs Reaktorblöcken des Kraftwerks wurden durch die Unfälle zerstört. Die beiden verbliebenen Blöcke 5 und 6 werden auf Anordnung von Ministerpräsident Abe endgültig stillgelegt. Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern, die Kosten der Katastrophe auf über 150 Mrd. Euro (Frankfurter Allgemeine Zeitung) bzw. ca. 187 Mrd. Euro (Focus/n-tv) geschätzt. Nach der Katastrophe stieg die Skepsis gegenüber der zivilen Nutzung der Kernenergie. Mehrere Länder gaben ihre Kernenergieprogramme auf. Die japanische Regierung selbst beschloss Mitte September 2012 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2040, schränkte diesen aber nach Protesten seitens der Wirtschaft wieder ein.

Unterrichtseinheit zu Fukushima:

Frieder Spaeth: Die Apokalypse und Fukushima, in: Wie Propheten reden ("Entwurf", 2011, Heft 3, S. 38-41):

g.Fukushima ; s.Reaktorunfall ; z.Geschichte 2011 ; s.Apokalyptik ; s.Prophetie ; s.Evangelischer Religionsunterricht ; s.Schuljahr 9-10 ; s.Unterrichtseinheit ; f.Zeitschriftenaufsatz

g.Japan ; s.Kernkraftwerk ; s.Störfall; z.Geschichte 2011 ; s.Bewusstseinsveränderung ; s.Verantwortungsethik ; s.Evangelischer Religionsunterricht ; s.Schuljahr 9-10 ; s.Unterrichtseinheit ; f.Zeitschriftenaufsatz

Signatur: 85 ZEN 2011,3

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite der Nuklearkatastrophe von Fukushima  
Fukushima auch in Deutschland? 
Bilder der Zerstörung - Fukushima im Film  


20. Todestag von Hans Blumenberg

Entleihbar unter Sign.: J 990

Hans Blumenberg (* 13. Juli 1920 in Lübeck; † 28. März 1996 in Altenberge bei Münster) war ein deutscher Philosoph.

Die frühe Schrift "Paradigmen zu einer Metaphorologie" verfolgt anhand ausgewählter Beispiele aus der Geistes- und Philosophiegeschichte den Gedanken, dass bestimmte Metaphern (wie etwa die der "'nackten' Wahrheit") als "Grundbestände der philosophischen Sprache" anzusehen sind, die sich nicht durch Begriffe ersetzen und so "ins Eigentliche, in die Logizität zurückholen lassen". Solche "absoluten Metaphern" konstituieren nach Blumenberg eine in ihrer Anschaulichkeit und ihrem Sinngehalt begrifflich nie vollständig einholbare Vorstellung von Wirklichkeit als einem Ganzen, an der sich menschliches Denken und Handeln orientieren kann und muss. Dieser Ansatz wird darauf in Einzeldarstellungen unter anderem zur Lichtmetaphorik in erkenntnistheoretischen Zusammenhängen, zur Schifffahrt als Metapher für das Dasein (Schiffbruch mit Zuschauer, 1979) sowie zur Buchmetapher ("Die Lesbarkeit der Welt") weiter ausgeführt.

Einen Schwerpunkt der vielfältigen philosophiegeschichtlichen Untersuchungen Blumenbergs bildet die "Epochenschwelle" zwischen Mittelalter und Neuzeit ("Die Legitimität der Neuzeit", "Die Genesis der kopernikanischen Welt"). Aus einer unter anderem von Ernst Cassirer inspirierten funktionalistischen Perspektive auf die Geistes- und Philosophiegeschichte, die mit epochenspezifischen "Umbesetzungen" innerhalb eines formalen Beziehungsgefüges geistiger Gehalte rechnet, wird ein substantialistisches Verständnis historischer Kontinuität zurückgewiesen, wie es beispielsweise dem Säkularisierungstheorem vielfach zu Grunde liegt. Die Neuzeit wird als eine gegenüber Antike und Mittelalter eigenständige Epoche dargestellt, deren Ausbildung unter anderem auf die Notwendigkeit menschlicher Selbstbehauptung angesichts der Zuspitzung des "theologischen Absolutismus" im spätmittelalterlichen Nominalismus zurückzuführen ist und die aus dieser Notwendigkeit heraus die in der griechischen Antike entstandene theoretische Neugier rehabilitiert hat.

In späteren Studien ("Arbeit am Mythos", "Höhlenausgänge") profiliert Blumenberg zunehmend den anthropologischen Hintergrund seines Denkens. Dabei ist die an Arnold Gehlen angelehnte Annahme leitend, dass der Mensch als endliches und hinfälliges Mängelwesen bestimmter Hilfsmittel bedarf, um sich angesichts des "Absolutismus der Wirklichkeit" behaupten zu können. Unter diesem Aspekt interpretiert Blumenberg nun Metaphern und Mythen - auf Grund ihrer die Wirklichkeit distanzierenden, in ihr orientierenden und den Menschen so entlastenden Leistungen - als ein funktionales Äquivalent zu Institutionen im Sinne Gehlens.

In seinem späten Werk "Matthäuspassion" geht Blumenberg der Frage nach, welche Bedeutung christliche Aussagen noch für einen Leser haben können, der - wie Blumenberg selbst - kein Christ mehr ist, aber aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht auf das Christentum zurückblickt. Die neopaganen Implikationen von Blumenbergs anthropologischer Theorie der Entlastung und des Mythos wurden wiederholt kritisiert. Trotz diesem auch mit autobiographischen Bemerkungen motivierten Abschied vom Christentum wird Blumenbergs Werk auch von Theologen rezipiert und hinsichtlich seines Anregungspotentials für die protestantische wie katholische Theologie diskutiert.

Inhalt des Buches: Hans Blumenberg gehört fraglos zu den großen, solitären Gestalten in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. In einzigartiger Weise hat er es verstanden, Philosophiegeschichte mit anthropologischen und anderen philosophischen Fragestellungen zu verbinden und Querverbindungen zur Literatur, aber auch zu ganz alltäglichen, scheinbar nebensächlichen Ereignissen und Erfahrungen zu knüpfen. Blumenbergs Bücher vermitteln eine Leseerfahrung, "für die es innerhalb der Philosophie keine Parallele gibt", wie Henning Ritter in seinem Nachruf auf Blumenberg schrieb. Dies gilt auch für "Arbeit am Mythos", in dem sich Blumenberg mit philologischer Präzision und der Kunst des genialen Exegeten der Arbeit des Philosophen am Mythos widmet. Ein Klassiker.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Hans Blumenberg  
Nachruf auf Hans Blumenberg  
Metaphernlehre des Philosophen auf YouTube  


Workshop in Bad Dürkheim zur "Ökonomie der Flucht"

Entleihbar: 85 ZRP 2016,1

"Ökonomie der Flucht - Ursachen, Wirkungen"

Veranstaltungsort: Martin-Butzer-Haus, Bad Dürkheim
Datum: 4. bis 6. März 2016
Ansprechpartner: Jan Hendrik Quandt

Was sind die ökologischen, sozialen und ökonomischen Ursachen der aktuellen Flüchtlingsbewegung? Was bedeutet dies für die Herkunftsländer - und was für die Aufnahmeländer? Welche wirtschaftlichen Konsequenzen ergeben sich für unsere Gesellschaft? Und welche demografischen?

Flucht ist im Laufe des Jahres 2015 in Europa – und insbesondere in Deutschland – zu dem gesellschaftlichen Megathema geworden. Neben Unsicherheit, vielen offenen Fragen, Hoffnungen und Ängsten werden in der politischen Diskussion auch sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen auf den Gegenstand deutlich. Gerne wird die Ökonomie als scheinbar wertneutrale Wissenschaft von rechtspopulistischer Seite angeführt, wenn es darum geht, die Überforderung der europäischen Gesellschaften durch Flüchtende zu begründen.

Wir wollen fragen: Muss eine ökonomische Analyse des Themenkomplexes Flucht zwangsläufig zu pessimistischen Ergebnissen führen? Wo liegen möglicherweise auch wirtschaftliche Chancen? Und was ist an langfristigen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft realistisch zu erwarten?

Diesen und anderen Fragen wollen wir, gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, nachgehen. Die Veranstaltung ist ein intergenerationeller Workshop der Evangelischen Akademie der Pfalz und der Jungen Akademie.


EKD-Themenjahr 2016 "Reformation und die Eine Welt"

„Was wir heute im Rückblick als ’Reformation‘ bezeichnen und manchmal etwas vereinfacht allein mit den Ereignissen vor 500 Jahren in Wittenberg in Verbindung bringen, hat eine globale Wirkung erzielt. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihre geistig-religiöse Existenz mit dem reformatorischen Geschehen, das nicht nur von Wittenberg, sondern auch von anderen europäischen Städten und Regionen ausging“, schreibt der Vorsitzende des Rates der EKD, Heinrich Bedford-Strohm in seinem Vorwort zum Magazin des Themenjahres 2016.

Unter den Leitworten „One Word“, „One World“, „One Work“ beleuchtet das Magazin in mehr als 50 Beiträgen unterschiedliche Aspekte zu „Reformation und die Eine Welt“: die Vielfalt reformatorischer Kirchen und was sie verbindet; die Rolle der Bibel in unterschiedlichen Kontexten; der Pluralismus des Protestantismus als Konfliktpotenzial; koloniale Wunden als Herausforderung für Theologie und Kirche; Wege des Engagements für Gerechtigkeit und Frieden und vieles anderes mehr.

Migrationsgeschichten mit der Bibel im Gepäck werden erzählt. Orte, an denen Welten sich begegnen, werden beschrieben. Reformatorische Persönlichkeiten aus verschiedenen Kontinenten werden porträtiert. Internationale Kirchenbünde, wie der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) oder die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), stellen sich vor. Nicht zuletzt gibt es praktische Anregungen für Unterricht, Predigt und Gottesdienst.

EKD-Themenheft "Reformation und die Eine Welt" zum Download  

Bitte beachten Sie auch:

EKD-Themenheft "Reformation - Bild und Bibel" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Politik" zum Download
 
EKD-Themenheft "Reformation und Toleranz" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Musik" zum Download  

Alle EKD-Themenhefte sind auch in gedruckter Form in der BMZ entleihbar.