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Evangelische Kirche der Pfalz 
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Neben den Print-Ausgaben der abonnierten Zeitschriften werden auch Online-Versionen im Volltext angeboten.

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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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Juni 2016


Quelle: lumumbra-schattentheater.com - "Die Befreiung der Träume", Text: Dorothea Emmrich (nach einem alten orientalischen Märchen nacherzählt von Rafik Schami)

100 neue Online-Videos auf unserem Medienportal

Auf unserem Medienportal www.medienzentralen.de finden Sie 100 neue Online-Videos des Katholischen Filmwerks zum Download auf den eigenen Rechner. In der "Erweiterten Suche" haben Sie die Möglichkeit, eine Funktion zu nutzen, die Ihnen die neuesten Titel eines bestimmten Zeitraums anzeigt.

Falls Sie noch kein Teilnehmer des Portals sind, dann registrieren Sie sich bitte kostenfrei. Voraussetzung ist lediglich ein Wohnsitz in der Pfalz. Die Freischaltung erfolgt nach 1-2 Werktagen.

Sämtliche Online-Videos sind auch im Online-Katalog der BMZ unter www.kirchenbibliothek.de (Button Online-Katalog) nachgewiesen. Von jedem Online-Video-Datensatz führt ein Link zur Download-Seite des jeweiligen Films auf dem Medienportal.


Ausgewählte Neuerwerbungen im Juni 2016

Entleihbar unter Sign.: 11 GN 11

Christliche Lebenswelt
Didactmedia, Dokumentarfilm, Deutschland 2016
1 DVD-Video (20 Min.) : farb.
Mit Verleih- und Vorführrechten!

Die didaktische DVD „Christliche Lebenswelt“ gibt Einblicke in die Glaubenslehre und den Lebenszyklus von Christen. Der Glaube an Leben und Auferstehung Jesu Christi und die wichtigsten Feste – Weihnachten und Ostern – mit ihrer religiösen Bedeutung sind Schwerpunkte des Films. Darüber hinaus werden die christlichen Kirchen, Konfessionen und Glaubenstraditionen vorgestellt. Die DVD geht dabei auf die Heilige Schrift der Christen, die Bibel, und den Aufbau und Inhalt des Neuen Testaments ein.

Gebet und Gottesdienst mit Bedeutung von Abendmahl und Eucharistie in der evangelisch-lutherischen und in der katholischen Kirche werden ebenso vorgestellt wie die heiligen Sakramente im Lebenszyklus eines Christen. Der Film zeigt Taufe, Erstkommunion, Konfirmation, eine christliche Trauung und die Trauer- und Bestattungsrituale im christlichen Glauben.

Im letzten Kapitel geht die DVD auf Unterschiede zwischen katholischer, evangelisch-lutherischer und orthodoxer Kirche sowie auf christliche Glaubensgemeinschaften ein. Die DVD stellt die Verbreitung des Evangeliums, die Mission und kirchliche Wohlfahrt aus heutiger Sicht vor, spricht aber auch Gewalt in der Kirchengeschichte wie Kreuzzüge, Inquisition und Hexenverbrennung an.


Entleihbar unter Sign.: 11 TJ 06

Ein kleines Geheimnis
Martin Krejcí, Katholisches Filmwerk, Kurzspielfilm, Tschechien 2013
1 DVD-Video (21 Min.) : farb.
Mit Verleih- und Vorführrechten!
Auch als Online-Video verfügbar auf www.medienzentralen.de

Ein Junge fällt von einem Treppengeländer, verschweigt dies seiner Mutter und gibt an, von drei Migranten verprügelt worden zu sein. Die Folgen seiner Lüge werden immer größer und sind kaum zu bändigen. Ist die mediale Lawine noch aufzuhalten? Kurz, eindrücklich, medienkritisch, nach einer wahren Begebenheit.

Unterrichtsmaterialien zum Film  


Entleihbar unter Sign.: 11 PD 18

Der Kubist
Joachim Ronning, Katholisches Filmwerk, Kurzspielfilm, Norwegen 2007
1 DVD-Video (6 Min.) : farb.
Mit Verleih- und Vorführrechten!
Auch als Online-Video verfügbar auf www.medienzentralen.de

Der Kubist ist ein Film über einen Mann, dem nur Eckiges gefällt und der alles Runde meidet. Eines Tages trifft er eine Frau und stellt fest, dass die Form der Liebe rund ist. Ein witziger, vielschichtiger Film über geradlinige Ignoranz und das Erkennen neuer Horizonte.

Unterrichtsmaterialien zum Film  


Entleihbar unter Sign.: Ab 2125

Christoph Markschies:
Gottes Körper - 
jüdische, christliche und pagane Gottesvorstellungen in der Antike 
München : Beck 2016, 900 Seiten
ISBN 978-3-406-66866-1

Christoph Markschies macht in seinem glänzend geschriebenen Buch über die antiken Religionen mit einem erstaunlich fremdartigen Christentum bekannt, das tief in der Welt der heidnischen Gottesvorstellungen verwurzelt war. Er geht den Verbindungslinien zwischen den antiken Religionen nach und erklärt, warum sich erst im Mittelalter die bis heute geläufige Vorstellung von Gott als einem körperlosen Wesen durchgesetzt hat. Hat Gott einen Körper – und wenn ja, wie viele?

In der Antike war jedenfalls auch für gebildete Christen ganz selbstverständlich, dass Gott, so wie die heidnischen Götter, einen Körper hat. Christoph Markschies zeigt, wie man sich den Körper Gottes konkret vorgestellt hat, verfolgt die philosophischen und theologischen Debatten darüber, besichtigt die antiken Tempel und geht den zahlreichen Bezügen zwischen dem christlichen und jüdischen Gott und den paganen Göttern nach. Daneben geht es immer wieder auch um den Menschen, seinen Körper, seine Seele und um die Heilkraft der Religion. Wer morgens gerne kalt duscht, sollte dieses bahnbrechende Buch mit seinem verstörend neuen Blick auf den christlichen Gott lesen.


Entleihbar unter Sign.: Ab 2123

Christoph Schmidt:
Pilger, Popen und Propheten - eine Religionsgeschichte Osteuropas

Paderborn : Schöningh 2014, 293 Seiten 
ISBN 978-3-506-77265-7

Die religiöse Vielfalt Osteuropas übertrifft die des Westens bei weitem. Das Neben- und Miteinander von Schamanen, Muslimen, Christen und Juden prägte schon das Mittelalter. Im 17. Jahrhundert kamen Buddhisten hinzu. An der Grenze zwischen Ost- und Westkirche entstanden zudem neue Glaubensrichtungen: Die Unierte Kirche hielt an der byzantinischen Liturgie fest, erkannte aber den Papst an. Und der Chassidismus widmete sich vor allem den ekstatischen und magischen Aspekten der jüdischen Tradition. Sie alle versuchte der sowjetische Atheismus zu beseitigen, bis er am – auch durch die Religion getragenen – Widerstand Polens zerbrach.

Christoph Schmidt entfaltet ein eindrucksvolles Panorama der religiösen Vielfalt zwischen Weichsel und Wolga, führt den Leser vor mittelalterliche Ikonen, in die Schtetl der Frühen Neuzeit, in die Jurten der buddhistischen Kalmyken, aber auch zu den Moscheen der Tataren-Metropole Kazan, die seit Jahrhunderten Zentrum des russischen Islam ist.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


Entleihbar unter Sign.: 85 NB 94

Kersten Reich:
Inklusive Didaktik - Bausteine für eine inklusive Schule
Weinheim : Beltz 2014, 392 Seiten
ISBN 978-3-407-25710-9

Wie müssen inklusive Lernräume beschaffen sein? Wie wird der Lernstand diagnostiziert? Welche Methoden der inklusiven Didaktik gibt es, und was folgt aus der Inklusion für die Unterrichtsplanung und -qualität? Seitdem die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft getreten ist, wächst der Informationsbedarf, wie Inklusion an Schulen umgesetzt werden soll.

Das neue Buch von Kersten Reich entwickelt die Leitlinien einer inklusiven Schulentwicklung und eines gemeinsamen Unterrichts, der sich gemäß den Inklusionsstandards an alle Lernenden und Lehrenden richtet. Die inklusive Didaktik reicht in ihren Grundlagen vom Kindergarten über die Primarstufe bis in die Sekundarstufen I und II. Sie kann auch hochschuldidaktische Konzepte anregen. Die »Inklusive Didaktik« richtet sich an alle Lehrkräfte, die sich fundiert über Inklusion informieren möchten. Sie eignet sich auch für Lehramtsstudierende, die schon in ihrer Ausbildung mit dem Thema in Berührung kommen.

Inhaltsverzeichnis des Buches  


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Unsere Neuwerbungslisten finden Sie in der Rubrik "Neuerwerbungen".


70. Geburtstag von Rafik Schami

Entleihbar unter Sign.: 85 GM 73

Rafik Schami (* 23. Juni 1946 in Damaskus) ist ein syrisch-deutscher Schriftsteller und ein promovierter Chemiker. Das Pseudonym "Rafik Schami" bedeutet Damaszener Freund, der bürgerliche Name des Autors ist Suheil Fadél.

Rafik Schami stammt aus einer christlich-aramäischen Minderheit in Damaskus, besuchte ein jesuitisches Kloster-Internat im Norden Libanons und studierte in Damaskus Chemie, Mathematik und Physik. Schon mit 19 Jahren hatte er sich der Literatur verschrieben und gründete und leitete 1966 in der Altstadt von Damaskus die Wandzeitung Al-Muntalak (dt. 'Ausgangspunkt'), die 1969 verboten wurde.

1970 floh Rafik Schami aus seinem Heimatland Syrien zunächst in den Libanon, zum einen, um dem Militärdienst zu entgehen, zum anderen, weil er wegen der Zensur nach eigenen Angaben "zu ersticken" drohte. 1971 wanderte er in die Bundesrepublik Deutschland aus. Er setzte sein Chemiestudium in Heidelberg fort und schloss es 1979 mit der Promotion ab. Neben seinem Studium nahm er verschiedene Aushilfsjobs in Fabriken in Kaufhäusern, Restaurants und auf Baustellen an. Er veröffentlichte zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien, zunächst in arabischer, seit 1977 auch in deutscher Sprache. 1978 erschien mit "Andere Märchen" sein erstes Buch in deutscher Sprache. 1980 war er Mitbegründer der Literaturgruppe "Südwind" und des PoLiKunst-Vereins (= Polynationaler Literatur- und Kunstverein). Seit 1982 lebt er als freier Schriftsteller in der Pfalz.

Rafik Schami gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Für sein Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten. Sein Erfolg gründet sich nicht zuletzt auf seine zahlreichen Lesungen, bei denen er sein Talent zum freien Fabulieren entfaltet.

Rafik Schami engagiert sich seit vielen Jahren für die Aussöhnung zwischen Palästinensern und Israelis und versucht bei vielen Gelegenheiten, für diese Aufgabe zu werben, so z. B. auf Kongressen, in seinem umfangreichen essayistischen Werk und nicht zuletzt als Herausgeber der Aufsatzsammlung "Angst im eigenen Land" (2001), in der Araber wie Israelis zu Wort kommen und zum Israel-Palästina-Konflikt Stellung nehmen.

Die bestimmenden Themen von Schamis Werk sind das Leben der Migranten in Deutschland, die Darstellung der arabischen Welt in der Vergangenheit, heute und in der Utopie, Politik und Gesellschaft sowie das Erzählen selbst. Schami gilt als ein begnadeter Erzähler. Er trägt entsprechend der Erzähltradition seiner Heimatstadt Damaskus seinem Publikum seine Geschichten am liebsten mündlich vor. Ein wesentliches Merkmal von Schamis Stil ist seine Nähe zur oralen Tradition des arabischen Geschichtenerzählens im Sinne einer Integration der arabischen und der deutschen Tradition von Erzählung. Seine Bücher sind vorwiegend Sammlungen von Geschichten, wobei die Erzählungen bewusste Anklänge an die arabischen Nächte (1001 Nacht) beinhalten. Innerhalb einer rein narrativen Rahmenhandlung wird eine Serie von ebenfalls mündlich vermittelten Geschichten entfaltet.

Inhalt des Buches: Ein humorvoller Zauberer: Gott will wissen, wie seine Geschöpfe ihn sehen. Er fragt die Wolke, den Schmetterling, den Fisch, die Schildkröte und das Atom. Auch die Jasminblüte, die Maus und den Regenbogen. Ihre Antworten bezeugen die wunderbare Verbindung von Geschöpf und Schöpfung. So weiß sich die Wolke bewegt, der Schmetterling mit Schönheit gesegnet, die Maus geschützt, und der Regenbogen ist sicher, dass sich hinter Gott nur ein unvorstellbar humorvoller Zauberer verbergen kann. Am Ende fragt Gott ein kleines Mädchen und einen alten Maler. Über deren Antworten muss er allerdings gründlich nachdenken ...

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Rafik Schami  
Offizielle Website von Rafik Schami  
Rezensionen zu Werken von Rafik Schami  


125. Geburtstag von Heinrich Grüber

Büste Heinrich Grübers, die am 29.11.2011 an dem nach ihm benannten Platz in Oranienburg aufgestellt wurde

Heinrich Grüber (* 24. Juni 1891 in Stolberg (Rhld.); † 29. November 1975 in Berlin) war ein evangelischer Theologe, Gegner des Nationalsozialismus und Pazifist.

Seit Mitte der 1930er Jahre war Heinrich Grüber in seiner Eigenschaft als Seelsorger der niederländischen evangelischen Christen in Berlin immer wieder um Hilfe bei der Auswanderung gebeten worden. So wurde ihm die Not vor allem der Christen jüdischer Herkunft deutlich, für die er sich sowohl bei den Behörden als auch in der eigenen Kirche einsetzte. Die offiziellen evangelischen Landeskirchen versagten ihren als Juden verfolgten Mitgliedern fast jede Hilfe und das, obwohl etwa 80 Prozent der nichtarischen christlichen Deutschen Protestanten waren. Aber erst 1938 gelang es, das "Büro Pfarrer Grüber" - wie die Gestapo es zunächst nannte - einzurichten. In der staatlichen Anerkennung als Organisation zur Förderung der Auswanderung der als Juden verfolgten Deutschen erscheint das Büro unter dem Namen "Hilfsstelle für nichtarische Christen".

In der Nacht des Novemberpogroms vom 9. auf den 10. November 1938 flohen Männer vor drohender Verhaftung auch zu den Grübers ins Pfarrhaus in Kaulsdorf. Er organisierte ihre Verstecke in Lauben der Kleingartenkolonien im Pfarrgebiet. Am 22./23. Oktober 1940 deportierten NS-Schergen - im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion - 6500 Personen aus Baden und der Pfalz nach Gurs, Frankreich. Grüber besorgte sich mit Hilfe von Dietrich Bonhoeffers Schwager Hans von Dohnanyi von der Abwehr einen Reisepass, um die Deportierten im Camp de Gurs aufzusuchen. Die Gestapo verhaftete Grüber am 19. Dezember vor seiner Abreise.

Vor allem durch Grübers unentwegten Einsatz konnten zwischen 1938 und 1940 wahrscheinlich 1138 zum Christentum konvertierte Juden und deren Ehegatten oder Nachkommen auswandern. Die Gestapo befahl Grübers Stellvertreter Pastor Werner Sylten, das Büro aufzulösen, was er bis 1. Februar 1941 ausführte. Viele Mitarbeiter der Berliner Zentrale wurden in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls verhaftet. Soweit Grübers Mitarbeiter unter den Nürnberger Gesetzen als "Volljuden" galten, wurden sie in den folgenden Jahren größtenteils in Konzentrationslager deportiert und dort umgebracht.

Von 1941 bis 1943 war Grüber Häftling im KZ Dachau mit der Nr. 27832. Er war Blockältester und dolmetschte für niederländische und flämische Gefangene. Bei einer Razzia wurde Grüber durch zwei Wärter so lange geschlagen, bis er alle Zähne verlor. In Dachau erlitt er mehrere Herzinfarkte und wurde am 23. Juni 1943 freigelassen, nachdem sich sein Schwager Ernst Hellmut Vits, ein Industrieller, für ihn eingesetzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war sein ehemaliger Stellvertreter Werner Sylten bereits aus Dachau wegen einer Erkrankung nach Schloss Hartheim verschleppt und dort ermordet worden. Grüber übernahm unter strengen Auflagen wieder seine Pfarrstelle in Kaulsdorf. Er berichtete in geschlossenen Veranstaltungen der Bekennenden Kirche im Kirchenkreis Berlin Land I ihren Anhängern von seinen Erfahrungen in den Konzentrationslagern.

Otto Dibelius, der provisorisch die Kirchenleitung in der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union und ihrer Kirchenprovinz Mark Brandenburg übernommen hatte, berief Grüber am 15. Juli 1945 als Propst in eine leitende Position in den neu aufzubauenden Kirchenorganen. Mit seinen Kontakten auch zu kommunistischen Exhäftlingen aus Dachau konnte Grüber ab 1949 als Generalbevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Regierung der DDR die zunehmend antiklerikale Repression in den frühen Jahren - beispielsweise gegen die Junge Gemeinde - teilweise noch abmildern. Als Generalbevollmächtigter amtierte Grüber im seit 1956 Propst-Grüber-Haus genannten Bau in der Bischofstraße 6-8 (zugleich Marienkirchhof 7-8). Doch durch eine politische Predigt 1953 fiel Grüber nachteilig auf, sodass nach dem Tode des ersten Leiters der DDR-CDU Otto Nuschke 1957 seine politische Stellung wieder einmal gefährdet wurde, bevor die DDR-Regierung ihn im Mai 1958 endgültig fallen ließ.

Nach dem Mauerbau 1961 ließen die DDR-Machthaber Grüber nicht mehr einreisen, so dass er seine Aufgabe als Propst nicht mehr erfüllen konnte. Im Westen Berlins und auf seinen zahlreichen Reisen setzte er sich weiter für die christlich-jüdische Verständigung ein. Er predigte gegen den Rüstungswettlauf und den Kalten Krieg samt seiner atomaren Bedrohung.

Entleihbar in der BMZ:

Sigurd Rink: Der Bevollmächtigte - Propst Grüber und die Regierung der DDR
Stuttgart : Kohlhammer 1996, 259 S.
ISBN 3-17-014012-4
Signatur: Aa 2700/10

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Heinrich Grüber  


10. Todestag von Robert Gernhardt

Entleihbar unter Sign.: Eb 5080

Robert Gernhardt (geboren 13. Dezember 1937 in Tallinn (deutsch Reval), Estland; gestorben 30. Juni 2006 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schriftsteller, Zeichner und Maler.

Die Familie Gernhardt gehörte in Estland zur Minderheit der Deutsch-Balten und musste 1939 nach Posen übersiedeln. 1945 fiel der Vater. Nach Kriegsende floh die Mutter mit den Söhnen Robert, Per und Andreas über Thüringen nach Bissendorf. 1946 kam die Familie nach Göttingen. Nach Abschluss seiner Schulausbildung 1956 studierte Gernhardt Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und der Akademie der Künste in Berlin sowie Germanistik an der FU Berlin. Seit 1964 lebte er als freiberuflicher Maler, Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller in Frankfurt am Main. 1972 kaufte er in der Gegend von Arezzo in der italienischen Toskana ein altes Gebäude; fortan verbrachte er viel Zeit dort. 1965 heiratete er die Malerin Almut Ullrich, die 1989 starb. 1990 ging Gernhardt eine zweite Ehe mit Almut Gehebe ein. Im Jahr 1996 musste er sich einer schweren Herzoperation unterziehen. Gernhardt war 1999/2000 Stipendiat am Wissenschaftskolleg Berlin und verbrachte 2006 eine Zeit als residenter Autor an der University of Warwick in England. Am 30. Juni 2006 erlag er in Frankfurt am Main einer Darmkrebserkrankung, von der er seit Juli 2002 Kenntnis hatte. Er wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.

Mit "Glück Glanz Ruhm" (1983), Gedanken zum Gedicht (1990) und "Der letzte Zeichner" (1999) trat Gernhardt als Essayist hervor. Schon seit Beginn der 1980er Jahre veröffentlichte Gernhardt Gedichte ("Wörtersee", 1981) und wurde im Laufe der 1990er Jahre zunehmend auch von der Kritik als bedeutender Lyriker anerkannt. Zu nennen sind vor allem die Gedichtbände "Weiche Ziele" (1994), "Herz in Not" (1996), "Lichte Gedichte" (1997), Die "K-Gedichte", (2004) und "Später Spagat" (2006 posthum erschienen).

Er gilt heute als einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter deutscher Sprache. Sein Werk hat sich dabei von den Nonsens-Versen und den humoristischen Formen der 1960er- und 1970er-Jahre zu einer vielseitigen Lyrik weiterentwickelt, die Gernhardt auch stets um neue Töne erweiterte. Die Erfahrungen der Herzoperation verarbeitete Gernhardt in dem aus 100 reimlosen Siebenzeilern bestehenden Gedichtszyklus "Herz in Not". Auch über seinen Kampf mit dem Krebs ab 2002 verfasste er mehrere Gedichte, die den ersten Teil der "K-Gedichte" darstellen. Seit 2003 las er in der Sendung "Druckfrisch" in der ARD regelmäßig ein zeitkritisches Sonett.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Robert Gernhardt  
Rezensionen zu Werken von Robert Gernhardt  
Zur Heiterkeit bereit - 10 Thesen zum komischen Gedicht  


Buchvorstellung in Deidesheim: Gottes Körper

Entleihbar unter Sign.: Ba 1103

"Gottes Körper" - Auf dem Weg zu einer Theologie des Körpers Gottes

Veranstaltungsort: Alte Synagoge Deidesheim
Datum: 17. Juni 2016, 17 Uhr

Über mehrere Jahre hat sich ein Forschungsteam um den Berner Bibelwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Wagner mit personalen, menschenhaften Gottesbildern in der hebräischen Bibel und in den altorientalischen Religionen beschäftigt. Dabei zeigte sich eine erstaunliche „Gestaltbeständigkeit“ des alttestamentarischen Gottes, der – im Unterschied zu anderen altorientalischen Religionen – nicht zwischen Menschen- und Tiergestalt changiert und sich nicht in Sphären eines von der Welt losgelösten Prinzips entschwindet. In der Moderne sind eher abstrakte, nicht personale Gottesvorstellungen en vogue. Ist da noch Platz für einen Gott mit Körper? Welche theologischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Stärken haben solche handfesten Gottesvorstellungen?

Prof. Dr. Andreas Wagner, Dr. Silke Welke-Holtmann und Dr. Christoph Picker präsentieren die Buchpublikation „Gottes Körper“ einer breiteren Öffentlichkeit – und stellen Ihre Ergebnisse zur Diskussion. Der Eintritt ist frei. Musikalische Begleitung durch das Klezmer-Trio Duveizi. In Zusammenarbeit mit der Universität Bern. 

Inhalt des Buches: Wie sieht der Gott des Alten Testaments aus? Das Alte Testament spricht in anthropomorphen Bildern von Gott. Gott ist menschengestaltig und der Mensch das Ebenbild seines Schöpfers. Aber was heißt das eigentlich? Was meint die Bibel, wenn sie von Gott in menschlichen Kategorien spricht? Andreas Wagner analysiert zunächst die Körpervorstellungen des Alten Orients, um von dorther die theologische Aussage der Bibel neu zu erschließen. Erst so ist die Rede von einem menschengestaltigen Gott vor Missverständnissen in der Gegenwart geschützt.


EKD-Themenjahr 2016 "Reformation und die Eine Welt"

„Was wir heute im Rückblick als ’Reformation‘ bezeichnen und manchmal etwas vereinfacht allein mit den Ereignissen vor 500 Jahren in Wittenberg in Verbindung bringen, hat eine globale Wirkung erzielt. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihre geistig-religiöse Existenz mit dem reformatorischen Geschehen, das nicht nur von Wittenberg, sondern auch von anderen europäischen Städten und Regionen ausging“, schreibt der Vorsitzende des Rates der EKD, Heinrich Bedford-Strohm in seinem Vorwort zum Magazin des Themenjahres 2016.

Unter den Leitworten „One Word“, „One World“, „One Work“ beleuchtet das Magazin in mehr als 50 Beiträgen unterschiedliche Aspekte zu „Reformation und die Eine Welt“: die Vielfalt reformatorischer Kirchen und was sie verbindet; die Rolle der Bibel in unterschiedlichen Kontexten; der Pluralismus des Protestantismus als Konfliktpotenzial; koloniale Wunden als Herausforderung für Theologie und Kirche; Wege des Engagements für Gerechtigkeit und Frieden und vieles anderes mehr.

Migrationsgeschichten mit der Bibel im Gepäck werden erzählt. Orte, an denen Welten sich begegnen, werden beschrieben. Reformatorische Persönlichkeiten aus verschiedenen Kontinenten werden porträtiert. Internationale Kirchenbünde, wie der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) oder die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), stellen sich vor. Nicht zuletzt gibt es praktische Anregungen für Unterricht, Predigt und Gottesdienst.

EKD-Themenheft "Reformation und die Eine Welt" zum Download  

Bitte beachten Sie auch:

EKD-Themenheft "Reformation - Bild und Bibel" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Politik" zum Download
 
EKD-Themenheft "Reformation und Toleranz" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Musik" zum Download  

Alle EKD-Themenhefte sind auch in gedruckter Form in der BMZ entleihbar.