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Evangelische Kirche der Pfalz 
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Letzte Aktualisierung: 21.11.2017
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August 2016


Rabindranath Tagore, 1929-30 Farbige Tusche und Pastel auf Papier, 37.7 x 40 cm Courtesy: Sammlung Rabindra Bhavana, Shantiniketan. Foto: SMB

Neues Themenheft "Rechtsextremismus"

Ein Klick auf das Bild führt zum Download des Themenheftes.


Weitere 105 neue Online-Videos auf unserem Medienportal

Auf unserem Medienportal www.medienzentralen.de finden Sie seit Ende Juli weitere 105 neue Online-Videos zum Download auf den eigenen Rechner. Insgesamt stehen derzeit 479 Filme zum Abruf für Sie bereit. In der "Erweiterten Suche" haben Sie die Möglichkeit, eine Funktion zu nutzen, die Ihnen die neuesten Titel eines bestimmten Zeitraums anzeigt.

Falls Sie noch kein Teilnehmer des Portals sind, dann registrieren Sie sich bitte kostenfrei. Voraussetzung ist lediglich ein Wohnsitz in der Pfalz. Die Freischaltung erfolgt nach 1-2 Werktagen.

Sämtliche Online-Videos sind auch im Online-Katalog der BMZ unter www.kirchenbibliothek.de (Button Online-Katalog) nachgewiesen. Von jedem Online-Video-Datensatz führt ein Link zur Download-Seite des jeweiligen Films auf dem Medienportal.


Neuerwerbungslisten 1. Halbjahr 2016

Ein Klick auf die beiden Bilder führt zum Download der Neuerwerbungslisten der Bibliothek und der Medienzentrale im 1. Halbjahr 2016.


Ausgewählte Neuerwerbungen im August 2016

Entleihbar unter Sign.: 11 JW 08

Wie wollen wir leben?
Filme und Materialien für die pädagogische Praxis zu Islam, Islamfeindlichkeit, Islamismus und Demokratie

Deniz Ünlü, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Dokumentarfilme, Deutschland 2015
1 DVD-Video (120 Min.) : farb.

Das Filmpaket „Wie wollen wir leben?“ bietet Materialien, Methoden und Anregungen zu Themen, an die sich Pädagog_innen in Schule und Jugendarbeit oft nicht heranwagen: Religion und Alltag, Scharia und Geschlechterrollen, Islamfeindlichkeit und Rassismus, Propaganda im Internet, Empowerment, Demokratie und Salafismus sowie Dschihadismus. Es entstand in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Regie: Deniz Ünlü) und basiert auf den Erfahrungen, die wir zusammen mit der HAW im Modellprojekt „Islam, Islamismus und Demokratie“ gesammelt haben. Ziel der Materialien ist es, Jugendliche lebensweltnah über Fragen von Religion und Identität ins Gespräch zu bringen, ihre Medienkompetenz zu stärken, sie für Feind- und Schwarzweißbilder zu sensibilisieren und sie sprechfähig gegenüber fundamentalistischen Versprechungen zu machen. Im Anhang der DVD finden Sie neben den Arbeitsblättern und den Filmskripten.

Folge der Filme: 1 Der Islam ist ein Teil von Deutschland / 2 "Stand up for your rights" - Islamfeindlichkeit, salafistische Propaganda und engagierte junge Muslime / 3 "Der Weg zur Quelle" - Scharia, Grundrechte und Geschlechterrollen / 4 Gottes Gesetze - Über Demokratie und Islamismus / 5 Blinder Gehorsam? - Der Wahrheitsanspruch des Salafismus / 6 "Allah liebt alle Menschen gleich" - Über Vielfalt im Islam und religiösen Antisemitismus / 7 My Jihad - Über den Streit um einen Begriff und den Kampf um Gerechtigkeit


Entleihbar unter Sign.: 11 AB 09

Sag, wie es ist!
Drei Kurzfilme zum Thema "Überleben in Krisen"
Lars K. Mikkelsen, Matthias-Film, Kurzfilme, Dänemark 2013-2014
1 DVD-Video (31 + 29 + 42 Min.) : farb.
Mit Verleih- und Vorführrechten!

Eine psychische Erkrankung oder Sucht wird in vielen Familien nach innen ignoriert und oft nach außen verheimlicht. Diese drei Kurzfilme geben kleine Einblicke in die bedrückende Gefühlswelt der betroffenen Kinder. 

Folge der Filme: 1 "Home Sweet Home", Dänemark 2013, 31 Minuten: Erik gibt nach außen den liebevollen Vater, doch daheim ist er ein Tyrann. Alle haben sich an seine Regeln zu halten, die vor allem darauf abzielen, dass die Familie von der Außenwelt isoliert ist. Als Erik für zwei Wochen ins Krankenhaus muss, atmet die Familie auf. Wie wird es sein, wenn Erik wiederkommt? / 2 "Der Dachboden - The Attic", Dänemark 2013, 29 Minuten: Rasmus’ Vater versucht die psychische Erkrankung seiner Frau zu verheimlichen und schottet die Familie immer weiter ab. Heimlich beobachtet der Junge mit seinem neuen Freund Mikkel eine Selbsthilfegruppe psychischen Kranker. Auch Rasmus? Mutter Lotta ist dort … / 3 "Harte Probe - The Contest", Dänemark 2013, 42 Minuten: Emmas Vater ist alkoholkrank. Zu Hase wird die Krankheit totgeschwiegen, während im äußeren Umfeld schon alle darüber reden. Beim Hundetraining mit Onkel Karl blüht Emma auf, und sie kann ihre Sorgen eine Zeit lang vergessen. Doch als sie an einem Hundetrainer-Wettbewerb teilnehmen möchte, eskaliert die Situation.


Entleihbar unter Sign.: 11 ZU 07

Unser letzter Sommer
Michal Rogalski, Matthias-Film, Spielfilm, Polen 2015
1 DVD-Video (100 Min.) : farb.
Mit Verleih- und Vorführrechten!

Sommer 1943. Die deutsche Sicherheitspolizei kontrolliert das besetzte Ostpolen. Vier junge Menschen erleben die Grausamkeiten des Krieges – und die Schönheit zwischenmenschlicher Gefühle. Der 17-jährige Pole Romek, Heizer auf einer Rangierlok, träumt von einem Leben als Lokführer. Er lernt den Militärpolizisten Guido kennen, der in das polnische Dorf strafversetzt wurde, weil er sich “entartete” Musik angehört hatte. In der von Rivalität und Misstrauen bestimmten Umgebung wächst zwischen den beiden jungen Männern eine Freundschaft. Schon bald treffen die beiden Jungen Franka, die Tochter eines Bauern. Franka arbeitet in der Küche der deutschen Gendarmerie und erweckt sofort das Interesse Romeks. Sie selbst hat jedoch bereits ein Auge auf Guido geworfen. Die zum Jazz verbindet alle drei. Eines Tages findet dann Romek die verletzte Jüdin Bunia. Die 16-Jährige bringt zunächst eine Menge Glück in den Freundeskreis – denn alle vier erleben nun ihre erste Liebe in einem Moment jugendlicher Unbeschwertheit. Die Realität rückt so in weite Ferne. Doch die Grenzen überschreitenden Beziehungen sind all jenen ein Dorn im Auge, die die nationalsozialistische Ideologie durchsetzen. Wird die Freundschaft diese grausame Zeit überleben?

Unterrichtsmaterialien zum Film   


Entleihbar unter Sign.: 85 DE 91

Thomas Breuer (Hg.):
Luther unterrichten -
fächerverbindende Perspektiven für Schule und Gemeinde 
Stuttgart : Calwer Verlag 2016, 162 Seiten
ISBN 978-3-7668-4386-9

Das Buch stellt die Frage, wie in unserer pluralen Gesellschaft das Thema Martin Luther und die Reformation interessant und zugleich wissenschaftlich, gesellschaftlich und pädagogisch verantwortlich sowohl im evangelischen Religionsunterricht als auch in anderen Unterrichtsfächern der Schule oder auch in der Gemeindearbeit behandelt werden kann, welche Probleme, aber auch welche Chancen und Bereicherungen sich hierbei ergeben. Verfasst sind die Beiträge von Autor/innen, die sowohl in der theologischen Diskussion als auch in der Unterrichtspraxis zu Hause sind und die daher Theorie und Praxis aufeinander beziehen. Das Werk richtet sich an alle, die Anstöße für eine differenzierte und fundierte Erarbeitung der Grundlagen des reformatorischen Erbes in (religions-)pädagogischer Ausrichtung erwarten.


Entleihbar unter Sign.: 85 GB 49

Michael Kappes (Hg.):
Christusfest -
ökumenisches Zugehen auf das Reformationsfest 2017 ; eine Arbeitshilfe für Gemeinde und Unterricht
Leipzig : Evangelische Verlagsanstalt ; Paderborn : Bonifatius-Verlag 2016, 302 Seiten 
ISBN 978-3-374-04407-8 ; 978-3-89710-669-7

Diese Arbeitshilfe möchte allen haupt- und ehrenamtlich in der Gemeindearbeit Tätigen konkrete Anregungen und praktische Umsetzungsbeispiele geben, wie man mit Blick auf 2017 in Gebet und Gottesdienst, in (Bibel-)Gesprächskreisen oder in der Arbeit mit Jugendlichen (z. B. Konfirmanden-, Religionsunterricht), aber auch in der sozial-diakonischen Projektarbeit den gemeinsamen Christusglauben feiern, bekennen und tatkräftig bezeugen kann. Sie enthält vielfältiges didaktisches Material (Arbeitsblätter, Schaubilder, Bild-/Liedbetrachtungen) zur Umsetzung der Anregungen in unterschiedlichen Kontexten und für die verschiedenen Zielgruppen. Da die Arbeitshilfe multilateral ausgerichtet ist und auch die orthodoxen und freikirchlichen Traditionen einbezieht, eignet sie sich auch vorzüglich für die ökumenische Vorbereitung auf 2017 in den regionalen und lokalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK).


Entleihbar unter Sign.: 85 KF 25

Norbert Stockert:
Spiele für Klassenfahrten, Ausflüge und Wandertage - motivierende Ideen für die Grundschule
Augsburg : Auer 2016, 64 Seiten
ISBN 978-3-403-07202-7

Klassenfahrten, Ausflüge und Wandertage sind ein wichtiges und beliebtes Ritual in der Grundschule. Ob zum lustigen Zeitvertreib, für zwischendurch, zum Kennenlernen und Stärken des Gemeinschaftsgefühls, wenn es regnet oder für draußen: Spiele sind dabei nicht wegzudenken. Der vorliegende Band bietet zu all diesen Themen sinnvolle und motivierende Ideen für die 1.-4. Klasse, mit denen es Ihnen ein Leichtes ist, Ihre Klassenfahrten, Ausflüge und Wandertage spielerisch und abwechslungsreich zu gestalten. Dabei ermöglichen Ihnen die übersichtliche Darstellung und die anschaulichen Erklärungen einen schnellen und unkomplizierten Einsatz. Die Themen: Kennenlernen / Für zwischendurch / Für drinnen / Gemeinschaft und Soziales Lernen / Bewegung und Koordination. Der Band enthält: 62 Spiele für Klassenfahrten, Ausflüge und Wandertage / Spielbeschreibungen und Hinweise.


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Unsere Neuwerbungslisten finden Sie in der Rubrik "Neuerwerbungen".


75. Todestag von Rabindranath Tagore

Entleihbar unter Sign.: NEb 120

Rabindranath Tagore (* 7. Mai 1861 in Kalkutta; † 7. August 1941 ebenda), war ein bengalischer Dichter, Philosoph, Maler, Komponist, Musiker und Brahmo-Samaj-Anhänger, der 1913 den Nobelpreis für Literatur erhielt und damit der erste asiatische Nobelpreisträger war.

Tagore revolutionierte in einer als "Bengalische Renaissance" bekannten Zeit die bengalische Literatur mit Werken wie Ghare baire (dt. Das Heim und die Welt) oder Gitanjali und erweiterte die bengalische Kunst mit einer Unzahl von Gedichten, Kurzgeschichten, Briefen, Essays und Bildern. Er war ein engagierter Kultur- und Sozialreformer sowie Universalgelehrter.

Von 1914 bis 1921 erschienen über 20 Bücher mit Rabindranaths Werken in englischer Sprache; in weitere europäische Sprachen wurde nicht aus dem Bengalischen, sondern aus dem Englischen übersetzt. Eine achtbändige deutschsprachige Werkausgabe publizierte der Kurt Wolff Verlag im Herbst 1921.

Der wachsende Ruhm in Asien und Europa motivierte Rabindranath, sein Ashram-Bildungsideal zum Vishva-Bharati auszuweiten, einer Bildungseinrichtung, die Begegnung und Verschmelzung unterschiedlicher - zunächst nur asiatischer - Kulturen zum Ziel hatte.

Auf insgesamt neun Vortragsreisen durch Asien, Europa und Amerika plädierte er für eine Synthese der positiven Elemente östlichen und westlichen Denkens. In Asien lag sein Fokus dabei auf der Bildung eines neuen Selbstbewusstseins durch die den Menschen innewohnende "spirituelle Kraft", die er dem "materiellen Westen" gegenüberstellte, sowie der Einheit der asiatischen Völker. Auf seinen Reisen durch Europa und Amerika warb er für seine neue Schule in Shantiniketan und sammelte auch Geld für deren Unterhalt. 1921 konnte mit dem Unterricht begonnen werden.

Im selben Jahr besuchte der Dichter auch Deutschland - die erste von insgesamt drei Reisen (1921, 1926 und 1930), auf denen er auch mit Karl Buschhüter, den Brüdern Robert und Karl Oelbermann und Gustav Wyneken auf Burg Waldeck im Hunsrück (Nerother Wandervogel) zusammentraf. Während ihm das Publikum in Deutschland große Begeisterung entgegenbrachte und seine Vorträge stets sehr gut besucht waren, erhielt er von deutschen Kollegen - etwa Thomas Mann - wenig bis überhaupt keine positive Resonanz. Rainer Maria Rilke ist jener moderne Klassiker, der unter den Deutschen Tagore am nächsten stand und ihn schon vor seinem über Nacht entstandenen Ruhm verehrte. Tagore traf 1930 zweimal mit Albert Einstein zusammen.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Rabindranath Tagore  
Werke von und über Tagore in der Deutschen Digitalen Bibliothek  
Rezension der Kämpchen-Werkausgabe  


125. Geburtstag von Moritz Mitzenheim

Hartmut Moritz Mitzenheim (*17. August 1891 in Hildburghausen; † 4. August 1977 in Eisenach) war zwischen 1943 und 1945 Vorsitzender der Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft in Thüringen und von 1945 bis 1970 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche von Thüringen. Er war wegen seines Eintretens für eine Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen der DDR innerhalb der evangelischen Kirche umstritten.

Seine Eltern waren Heinrich und Anna (geb. Luther) Mitzenheim. Der Vater war Oberstudienrat, Organist und Chormeister. 1911 legte er die Reifeprüfung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt ab. Nach dem Studium der Theologie in Leipzig, Berlin, Jena und Heidelberg wurde Mitzenheim im September 1914 ordiniert. Nach 1916 war er nacheinander Pfarrer in Wallendorf, Saalfeld sowie schließlich von 1929 bis 1945 in Eisenach. Daneben war er Dozent am "Neulandhaus", der Weiterbildungsstätte des Neulandbundes, einer rechtskonservativen, später "protestantisch-völkischen Bewegung" (Carsten Dippel). 1943 wurde er Vorsitzender der Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft in Thüringen, die der Usurpation der Kirche durch die Deutschen Christen widerstanden hat; im Mai 1945 Landesoberpfarrer, ab Dezember Landesbischof. 1947/48 nahm er am von der SED initiierten Deutschen Volkskongress als Delegierter teil. Mitzenheim war Ehrenmitglied der CDU der DDR. 1955 bis 1961 gehörte er dem Rat der EKD an. Im Jahre 1964 traf er sich mit Walter Ulbricht auf der Wartburg. Er gehörte zu den Unterzeichnern des 2. Stockholmer Appells zur Beendigung des Wettrüstens und für die Einberufung einer Weltrüstungskonferenz (1976). Er betrieb die Politik des sogenannten "Thüringer Weges", der - im Gegensatz zu den meisten übrigen ostdeutschen Landeskirchen - loyal zum SED-Staat war. Mitzenheim war deshalb ein wichtiger Ansprechpartner der DDR-Regierungsstellen und wurde 1961 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet. 1971 erhielt er die Ehrenspange zu diesem Orden. Daneben pflegte er Kontakte zu den Kirchen der sogenannten osteuropäischen Bruderstaaten. Hierfür wurde er 1959 von der Russisch-Orthodoxen Kirche mit den Wladimir-Orden ausgezeichnet. Er war Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz (CFK).

Während einer Predigt ging er auf die eigene Charakterisierung durch seine Kritiker ein mit den Worten: "Man nennt mich einen 'roten Bischof'. Das ist recht so. Denn es gibt auch ein 'Rotes Kreuz' - und das bringt Hilfe!"

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Moritz Mitzenheim  

Entleihbar in der BMZ: Lotz, Gerhard: Moritz Mitzenheim / Gerhard Lotz
Berlin, Ost : Union-Verlag, 1966. - 35 S. : Ill.
(Christ in der Welt ; 10)
Sign.: Bi 180/20


40. Jahrestag der Selbstverbrennung von Pfarrer Brüsewitz

Entleihbar unter Sign.: Aa 3491

Oskar Brüsewitz (* 30. Mai 1929 in Willkischken, Memelland; † 22. August 1976 in Halle an der Saale) war ein evangelischer Pfarrer, der mit seiner öffentlichen Selbstverbrennung 1976 in Zeitz bedeutsamen Einfluss auf die Kirche und spätere Opposition in der DDR nahm.

Oskar Brüsewitz wurde als drittes Kind einer armen Handwerkersfamilie nahe der Memel geboren. Nach der Volksschule begann er 1943 eine kaufmännische Lehre, die er 1944 wegen der Kriegsereignisse abbrechen musste. Nach seiner Flucht gen Westen wurde er als Fünfzehnjähriger in Warschau der Wehrmacht eingegliedert. Ein Versuch zu desertieren schlug fehl. Gegen Ende des Krieges kam er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Herbst 1945 in die Sowjetische Besatzungszone entlassen wurde. Von 1945 bis 1947 absolvierte er in Burgstädt bei Chemnitz, wo er mit seiner Mutter lebte, eine Lehre als Schuhmacher und siedelte nach der Gesellenprüfung nach Melle bei Osnabrück über. Hier eröffnete er eine eigene Schuhmacherwerkstatt und legte 1951 die Schuhmachermeisterprüfung ab. 1951 heiratete Brüsewitz und zog nach Hildesheim, 1952 wurde ihre Tochter Renate geboren. Die Ehe wurde 1954 bereits wieder geschieden.

1954 zog Brüsewitz unter dem Eindruck des Scheiterns seiner Ehe fluchtartig nach Weißenfels in die DDR und bekehrte sich dort durch den Einfluss seiner Gastfamilie zum Christentum. Kurz darauf bewarb er sich an der Predigerschule Wittenberg, musste aber wegen einer schweren psychosomatischen Erkrankung die Ausbildung abbrechen. Nach einer Kur ging Brüsewitz nach Leipzig. Hier lernte er Christa Rohland kennen. Nachdem er in Markkleeberg eine eigene Schuhmacherwerkstatt eröffnet hatte, heirateten sie Ende 1955. Im folgenden Jahr wurde ihr Sohn Matthias geboren, der 1969 krankheitsbedingt verstarb. 1958 kam ihre Tochter Esther auf die Welt. In Leipzig nahm Brüsewitz rege am Gemeindeleben teil.

Nach erneuter Krankheit zog die Familie 1960 nach Weißensee, wo Tochter Dorothea geboren wurde und Brüsewitz weiter als selbstständiger Schuhmacher und nach der Überführung des Geschäfts in die PGH Sömmerda als Zweigstellenleiter arbeitete. Auch in Weißensee nahm Brüsewitz aktiv am Gemeindeleben teil, beteiligte sich an der Jugendarbeit und organisierte die Evangelisationsarbeit im Kirchenkreis Sömmerda. Besonders seine ungewöhnlichen Werbeaktionen für die Evangelisationen verursachten Konflikte, nicht nur mit Staatsvertretern, sondern auch mit Mitgliedern des Gemeindekirchenrates, dem auch er angehörte.

Von 1964 bis 1969 besuchte er die Predigerschule in Erfurt. Er wurde 1970 in Wernigerode ordiniert und evangelisch-lutherischer Pfarrer in Rippicha im Kreis Zeitz. Seine Jugendarbeit und symbolische Protestaktionen - wie z.B. das Anbringen von Plakaten mit evangelisierendem Charakter neben kommunistischen Losungen oder das Installieren eines Kreuzes aus Leuchtstoffröhren an seiner Kirche - machten ihn einerseits beliebt und führten zu beispiellosem Kirchenbesuch in seiner Gemeinde, sie beschworen andererseits aber auch zunehmend Konflikte mit staatlichen Stellen. Zudem lehnten ihn einige der Amtsbrüder wegen seiner unkonventionellen Methoden ab. 1976 legte die Kirchenleitung Brüsewitz die Versetzung in eine andere Pfarrstelle bzw. Übersiedlung in den Westen nahe.

Am 18. August 1976 stellte Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz zwei Plakate auf das Dach seines Autos, auf denen er den Kommunismus anklagte ("Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - Wir klagen den Kommunismus an wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen" und "Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an! Wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen"). Anschließend übergoss er sich mit Benzin und zündete sich an. Die Aktion dauerte nur kurz; die Plakate wurden rasch von Staatssicherheitsmitarbeitern weggerissen und der schwer verletzte Brüsewitz anschließend in ein Krankenhaus abtransportiert. Am 22. August 1976 erlag Brüsewitz seinen Verbrennungen im Bezirkskrankenhaus Halle-Dölau, ohne dass ihn seine Familie besuchen durfte. Dem Chefarzt sagte er noch vor seinem Tod, dass seine Tat eine "politische Aktion" gewesen sei.

In seinem Abschiedsbrief betonte er, nicht Selbstmord begangen, sondern als berufener Zeuge einen Sendungsauftrag erfüllt zu haben. Er klagte über den "scheinbaren tiefen Frieden, der auch in die Christenheit eingedrungen" sei, während "zwischen Licht und Finsternis ein mächtiger Krieg" tobe. Er betonte auch, dass seine "Vergangenheit des Ruhmes nicht wert" sei - vermutlich eine Anspielung auf seine Scheidung und seinen fluchtartigen Wegzug von seiner ersten Frau und von seiner Tochter Renate.

Bitte beachten Sie auch:

Wikipedia-Seite von Oskar Brüsewitz  

Inhalt des Buches: Am 18. August 1976 verbrannte sich der Pfarrer Oskar Brüsewitz zum Zeichen seines Protestes gegen die Kirchenpolitik der DDR auf dem Marktplatz von Zeitz. Obwohl die SED-Regierung Brüsewitz als unzurechnungsfähig darstellte, wurde seine Tat sowohl in kirchlichen als auch in kirchenfernen Kreisen durchaus als politisch motiviert verstanden und löste ungeahnte kontroverse Diskussionen aus.

In diesem Band haben die Herausgeber Material zur Selbstverbrennung und deren Folgen gesammelt, darunter zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente, welche die Tragweite der Tat eindrucksvoll belegen. Das Quellenmaterial wird durch Beiträge von Zeitzeugen ergänzt, die durch ihre denkbar unterschiedlichen Blickwinkel überraschen. Das Spektrum reicht von sehr persönlichen Worten enger Freunde des Pfarrers, bis hin zu Beiträgen, die die kirchenpolitischen Wirkungen der Tat durchleuchten. Aber auch eine Gruppe marxistischer Widerständler kommt zu Wort, die sich gegen die Stigmatisierung Brüsewitz’ eingesetzt hatte. Indem sich die Verfasser in ihren Beiträgen dem Menschen Brüsewitz behutsam, kritisch aber auch selbstkritisch nähern, entstand ein zeitgeschichtliches Buch, das existentielle Fragen aufwirft.


Reizthema TTIP - Gesprächsrunde in Annweiler

Entleihbar mit Sign.: Cb 112/61

"Reizthema TTIP" - Offener Akademiegarten unter dem Trifels

Veranstaltungsort: Evangelische Akademie der Pfalz, Am Trifels-Gymnasium Annweiler
Datum: 5. Juli 2016, 19 Uhr
Ansprechpartner: Dr. Christoph Picker

Die Veröffentlichung geheimer Dokumente durch Greenpeace hat die kontroverse Debatte über eine geplante „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union (TTIP) noch weiter angeheizt. Nicht nur, dass die Verhandlungspositionen immer noch weit voneinander entfernt sind – auch die Befürworter und die Kritiker eines solchen Freihandels stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber. Wem nützt freier Handel? Welche ökonomischen, entwicklungspolitischen, sozialen und kulturellen Nebenwirkungen sind von einer Liberalisierung des transatlantischen Handels zu erwarten. Welche Rahmenbedingungen braucht eine nachhaltige Welthandelsordnung?

Darüber diskutieren wir bei einem Imbiss und bei einem Glas Wein. Kurze Impulse bieten Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rhein-Land-Pfalz und Heinz Fuchs, ehemaliger Referent für Wirtschaft und Umwelt bei „Brot für die Welt“.

Eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde der Evangelischen Akademie e.V.

Inhalt des Buches: Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat ihre Position zu dem Transatlantischen Freihandels- und Investitionsschutzabkommen (TTIP) in einer Orientierungshilfe für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen vorgestellt. Darin spricht sie sich nicht für eine grundsätzliche Ablehnung aus, sondern formuliert Anforderungen an einen möglichen Vertrag. Erarbeitet wurde die Orientierungshilfe vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO im Berliner Missionswerk. Sie geht auf einen Beschluss der Kirchenleitung der EKBO zurück, der betont, dass ein völkerrechtlicher Vertrag die Chancen des Abbaus von Handelshemmnissen enthält. Zugleich aber die Gefahr beinhalte, dass kurzfristiger Wohlstandsgewinn zu Lasten wirtschaftlich schwächerer Länder und zukünftiger Generationen geht.


EKD-Themenjahr 2016 "Reformation und die Eine Welt"

„Was wir heute im Rückblick als ’Reformation‘ bezeichnen und manchmal etwas vereinfacht allein mit den Ereignissen vor 500 Jahren in Wittenberg in Verbindung bringen, hat eine globale Wirkung erzielt. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihre geistig-religiöse Existenz mit dem reformatorischen Geschehen, das nicht nur von Wittenberg, sondern auch von anderen europäischen Städten und Regionen ausging“, schreibt der Vorsitzende des Rates der EKD, Heinrich Bedford-Strohm in seinem Vorwort zum Magazin des Themenjahres 2016.

Unter den Leitworten „One Word“, „One World“, „One Work“ beleuchtet das Magazin in mehr als 50 Beiträgen unterschiedliche Aspekte zu „Reformation und die Eine Welt“: die Vielfalt reformatorischer Kirchen und was sie verbindet; die Rolle der Bibel in unterschiedlichen Kontexten; der Pluralismus des Protestantismus als Konfliktpotenzial; koloniale Wunden als Herausforderung für Theologie und Kirche; Wege des Engagements für Gerechtigkeit und Frieden und vieles anderes mehr.

Migrationsgeschichten mit der Bibel im Gepäck werden erzählt. Orte, an denen Welten sich begegnen, werden beschrieben. Reformatorische Persönlichkeiten aus verschiedenen Kontinenten werden porträtiert. Internationale Kirchenbünde, wie der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) oder die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), stellen sich vor. Nicht zuletzt gibt es praktische Anregungen für Unterricht, Predigt und Gottesdienst.

EKD-Themenheft "Reformation und die Eine Welt" zum Download  

Bitte beachten Sie auch:

EKD-Themenheft "Reformation - Bild und Bibel" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Politik" zum Download
 
EKD-Themenheft "Reformation und Toleranz" zum Download  
EKD-Themenheft "Reformation und Musik" zum Download  

Alle EKD-Themenhefte sind auch in gedruckter Form in der BMZ entleihbar.