Kirchengemeinde Homburg  » Reformation 2017

Andacht

RPR1. Angedacht: Mein wahres Alter

Andacht vom 17.02.2018 von
Pfarrer Henning Lang
(zum Anhören auf den Lautsprecher klicken)

Diese Woche

Mi 21.02.2018 10:00 Uhr   •
Kinderkirche
Arche Noah und Sonnenfeld
Pfrin. Doris Agne
Stadtkirche
Mi 21.02.2018 16:30 Uhr   •
Gottesdienst
Pfarrerin Doris Agne
Haus am Schlossberg
Do 22.02.2018 16:00 Uhr   •
Frauenkreis
Vorbereitung des Weltgebetstages
Weltgebetstag aus Surinam Kommen Sie mit in das kleinste Land Südamerikas! Aus ...

Evangelisches Gemeindehaus
So 25.02.2018 10:00 Uhr   •
Reminiscere
Gottesdienst
Pfarrerin Esther Massar
Klinikkirche
So 25.02.2018 10:00 Uhr   •
Reminiscere
Gottesdienst
Pfarrerin Doris Agne
Stadtkirche
So 25.02.2018 10:00 Uhr   •
Reminiscere
Kindergottesdienst
mit Frühstück
Wir starten in der Stadtkirche und feiern, basteln, singen und ...
Ute Dort und Team
Siebenpfeifferhaus
Mo 26.02.2018 18:30 Uhr   •
Jungbläser
Probe
Proben: Montag (außer in den Schulferien), 18:30-19:15 Uhr, Siebenpfeifferhaus Leitung: Bezirkskantor ...
Bezirkskantor Stefan Ulrich
Siebenpfeifferhaus
Di 27.02.2018 19:30 Uhr   •
Probe Homburger Kantorei
Die Homburger Kantorei versteht sich als lebendige Gemeinschaft, die sich ...

Pfarrbezirke

Die Pfarrbezirke der Kirchengemeinde Homburg

Losung

Losung für Mittwoch, 21. Februar 2018
Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.
Jesaja 52,12

Wir sollen desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hebräer 2,1

© Evangelische Brüder-Unität

Besuche
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1517 - 2017: Rückblick auf das Lutherjahr

  • Reformationsgottesdienst 31.10.2017, Stadtkirche
  • Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Luthermasken
  • Schild auf Luther-Sockel: Ausgeluthert!?

Seit einem Jahr grüßt der blaue Luther auf seinem bunten Podest vor der Stadtkirche alle, die die Kirchenstraße herauf kommen.

Welche Geister nun in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November getrieben wurden, ihm ein Verkehrsschild „überzubraten“, darüber lässt sich nur spekulieren: Sollte hier einer gewissen Luther-Müdigkeit Ausdruck verliehen werden oder handelt es sich doch nur um schnöden Vandalismus?


Am Abend zuvor – bei der Nacht der Reformation – war von „Luther- oder Reformations-Müdigkeit“ jedenfalls nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Akteurinnen und Akteure waren freudig überrascht von der Vielzahl der Gemeindeglieder, die sich mit auf den Weg durch die Altstadt machten, und geradezu überwältigt von den vielen Gottesdienstbesuchenden in der voll besetzten Stadtkirche – so voll ist es sonst nur an Heilig Abend. Und auch die Stimmung glich ein wenig der an Weihnachten: gespannt, freudig, erwartungsvoll – und das ganz ohne Event, sondern mit einem ganz normalen  Gottesdienst und einem anschließenden szenischen Dialog, der Aufmerksamkeit und gutes Zuhören erforderte.
Die SR-Moderatorin Bärbel Jenner und ihr Mann, Sprecher Wolfgang Selke, verstanden es hervorragend, sich in die Charaktere der Teresa von Avila und Martin Luther einzufühlen und sie sehr lebendig miteinander ins Gespräch zu bringen. Musikalisch aufgelockert und getragen wurde das fiktive Streitgespräch vom Myndenbach-Consort, das auf alten Instrumenten mit Luthers Chorälen in die ausgehende Renaissancezeit entführte.
Wer sich im Anschluss daran dem Gesangbuch-Lieder-Quiz stellte, hatte es nicht leicht, aus den Choralvorspielen unseres Kantors das jeweilige Kirchenlied herauszuhören. Dennoch konnte eine Gewinnerin beglückwünscht werden, die von zwölf Stücken acht richtige herausfand. Zum Abschluss des Abends konnte man per Film eine vergnügliche Reise durchs Dekanat machen und einen Blick in die eine oder andere Gemeinde und ihre Ideen zum Reformationsjubiläum werfen.

Insgesamt scheint unser Konzept, das wir in der Kirchengemeinde Homburg nicht nur der "Nacht der Reformation" sondern den Veranstaltungen im Jubiläumsjahr insgesamt zu Grunde legten, aufgegangen zu sein: den reformatorischen Ideen auf den Grund zu gehen, sie in die Gegenwart zu übertragen, in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen und für das kirchliche, gesellschaftliche und persönliche Leben fruchtbar zu machen.
Schon im großen saarlandweiten Eröffnungsgottesdienst am Reformationstag 2016 stellte die frisch gebackene Oberkirchenrätin Marianne Wagner in ihrer Predigt die Frage nach Christus als dem Mittelpunkt unseres Glaubens und danach, wie aktuell die reformatorischen Gedanken heute sind.
Die sehr gut besuchten Gottesdienste zu den verschiedenen Predigtreihen – über die Reformatoren, zu den Kirchenfenstern und über die drei Hauptschriften Luthers – sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache: Das Interesse an inhaltlicher Auseinandersetzung, an gegenwartsrelevanten the­o­lo­gi­schen Gedanken, an der Übertragung von Glaubensüberzeugungen in unsere Zeit ist nicht zu unterschätzen.
Dass und wie dies auch auf der musikalischen Ebene gelingen kann, verdanken wir Stefan Ulrich und seinem Bandfestival "The Luther Experience". Der Rohrbacher Band "Saitenschiff", Maurice Croissant und seinem Ensemble Amuse Geule aus Pirmasens und eben Stefan Ulrich mit seiner Luther Experience Projektband gelangen ein außerordentliches und unvergessliches Hörerlebnis, das die alten Texte vieler bekannter Luther-Choräle neu interpretierte und noch einmal ganz anders zum Sprechen brachte.
Aber nicht nur die Erwachsenen kamen in diesem Jubiläumsjahr auf ihre Kosten, auch die Präparanden/innen und Konfirmanden/innen hatten ihren Spaß beim Luther-Umzug, beim Besprühen des Luther-Sockels und der Gestaltung der Betonwand vor dem Siebenpfeifferhaus mit einem großen Graffiti-Schriftzug, der zur Toleranz aufruft.
Und auch in unseren beiden Kitas konnten die Maxi-Kinder auf Zeitreise gehen und spielerisch die Welt Martin Luthers kennen lernen, etwa indem sie nachspielten, wie karg es im Kloster beim Essen zuging, oder wie oft gebetet werden musste, beim Bemalen von Inkunabeln oder indem sie die Luther-Rose kennenlernten.

So lässt sich als Resümee aus dem vergangenen Jahr das Fazit ziehen:
Es hat Spaß gemacht, sich wieder an die Wurzeln zu begeben, sich noch einmal intensiver mit Luther und den anderen Reformatoren auseinander zu setzen und herauszufinden, was sie uns heute zu sagen haben. Es ist ermutigend, dass die Menschen in unseren Gemeinden das anscheinend ähnlich empfinden.
Und deshalb wollen wir nun auch nicht einfach damit aufhören, nur weil das Jubiläumsjahr zu Ende ist. Um mit den Worten meiner Kollegin Petra Scheidhauer zu sprechen: "Wir fänden es toll, wenn wir den Reformationsprozess neu anstoßen und uns den Themen der Zeit stellen könnten."

Doris Agne

Fotos: Reformationsgottesdienst am 31. Oktober, KonfirmandInnen mit Luthermasken, Schild auf dem Luthersockel | Doris Agne, Petra Scheidhauer, Ralf Arand-Agne.