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Mut-Mach-Minute

Mehr gibt in der Mut-Mach-Minute !

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Mit-Mach-Minute für Kids!

Kindergottesdienst-Challenge
Die Rettung gegen Langeweile! Ab Montag 23.03.2020 gibt es hier jeden Tag eine tolle Aufgabe zu entdecken, und alles was man braucht hat man bestimmt zu Hause!

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Losung

Losung für Mittwoch, 03. Juni 2020
Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.
Psalm 34,16

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
Matthäus 7,7

© Evangelische Brüder-Unität

Mut - Mach - Minute

Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Tim1,7) - legt uns Paulus in der Bibel ans Herz. Vielleicht hilft das im Moment am meisten.

Viele sind besorgt über die Entwicklungen rund um Corona. Wir sind im öffentlichen und privaten Leben sehr eingeschränkt, auch als Kirche. Gemeinde lebt ja von Gemeinschaft. Persönliche Kontakte soll man aber dringend vermeiden! Da können wir nicht viel machen, oder?

Doch, als Kirchengemeinde tun wir bei Gott ganz viel, wir machen - Mut

Alle zwei, drei Tage gibt es eine neue Mut-mach-Minute als guter Gedanke für Euch.Ein Mutmacher gegen die Furcht, der vertrauen helfen und Kraft schenken will.Ganz im Vertrauen: Fürchtet euch nicht!

Und das sage nicht ich, das sagt Gott, versprochen. 

Bleibt mir bitte gesund.

Euer Pfarrer,

Henning Lang

MutMachMinute #23 - HerzAnSchalter

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Wir haben da diesen Schalter. Man drückt und das Licht im Speicher geht an. Und wenn die Tür zu ist, zeigt trotzdem eine rote Leuchte: Unterm Dach ist Licht. Superpraktisch.

Wieso gibt´s den Knopf nicht für Menschen? Als „Verstand-ein-Schalter“, der Licht ins Oberstübchen bringt. Ein Lämpchen könnte andern zeigen: Was ich sage, darüber habe ich nachgedacht, das meine ich nicht nur. Und wenn ich was höre, schalte ich an und denke erst drüber nach, statt mich sofort aufzuregen.

Gerade wird sich ja viel aufgeregt. Da demonstrieren Leute für den Schutz unserer Freiheit an, mit dem Grundgesetz in der Hand. Das garantiert: freie Meinung, Versammlungsfreiheit, Freizügigkeit, und so weiter. Viele sehen das in Gefahr: durch Corona-Auflagen. Versammlungen sind beschränkt, Reisen eingeschränkt, wo bleibt da die Freiheit? da muss man drüber streiten! Andere schwenken aber Reichskriegsflaggen und poltern: Unrechtsstaat, Terrorregime. Wäre da ein „Erst-denken-Knopf“ nicht praktisch?

Bei Licht betrachtet: Ja, im Moment sind meine Freiheiten eingeschränkt. Aber, wenn ich das Grundgesetz lese, statt nur festzuhalten, steht da als aller erstes: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ wurde dieses Grundgesetz verfasst. Freiheit für mich ist eben nur zu haben, mit Verantwortung vor Gott: ich stehe also vor der Wahrheit gerade, für das was ich rede und tu. Und Verantwortung vor den Menschen. Die Welt dreht sich nicht nur um mich! Sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, oder?

Der allein reicht aber nicht, muss schon Gott in der Bibel einsehen. Gott gibt den Leuten sein Grundgesetz und sagt: Du bist frei, deshalb: Bring keinen um, nimm keinem was weg, lüge nicht, - Zehn Gebote, ganz simpel.

Das Problem nur: Es gibt trotzdem Mord und Totschlag. Die Wahrheit wird verlogen, bis nur noch „Meinung“ bleibt! Und alle reden sich raus: Ich konnte nicht anders, es muss doch erlaubt sein, andre tun doch auch, oder so.

Gesunder Menschenverstand reicht nicht. Deshalb drückt Gott einen anderen Knopf: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, sagt er. Also Herz anschalten. Echte Freiheit leuchtet da, wo die Liebe glänzt, zeigt Gottes „HerzAnSchalter“ Jesus: Der marschiert nicht mit Kriegsflaggen auf, sondern erobert als Windel-Kind die Herzen. Statt Schuldige zu suchen, findet Jesus lieber mit Leuten gute Lösungen, Stichwort: Vergebung. Und er ist sogar so frei, seine Meinung zu ändern, als eine Frau ihm zeigt, dass er sich irrt. Und immer wieder verzichtet er aus Liebe auf sein Recht, damit andere zu ihrem Recht kommen.

Ist das vielleicht wahre Freiheit? Wo Menschen füreinander Verantwortung tragen, ehrlich und von Herzen? Hmm, wenn ich drüber nachdenke: Vielleicht macht es ja Sinn, im Moment mal auf das eine oder andere Recht zu verzichten: statt Massenevent zu Hause bleiben, zum Beispiel. Vielleicht hilft es andern mehr, wenn ich statt das Grundgesetz nur zu schwenken, beherzige, was drin steht. Und was Gott mit ins Herz gelegt hat: Schalter an für Liebe und Wahrheit. Ich bin so frei, das meine ich nicht. Das glaube ich von Herzen. Und ihr?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #22 - Fundsache Hoffnung

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Hat von euch jemand Hoffnung verloren? Ich habe da nämlich welche gefunden! Wir waren mit den Kids an ihrem Lieblingspielplatz mit der Wasserpumpe, der ist ja wieder für Besuch offen. Jedenfalls hing da diese Hoffnung am Zaun. Genauer gesagt, ein Stück Schnur mit einem kaputten Luftballon dran und ´ner Postkarte.

Bei irgendeiner Aktion hat ein Kind die Karte gestaltet und mit dem Ballon aufsteigen lassen. „Für Oma Helga im Himmel, alles Gute zum Geburtstag“ steht da in Druckbuchstaben, ein paar Blümchen sind noch drauf gemalt und ne Sonne als Briefmarke, natürlich.

So viel Hoffnung, einfach himmlisch, oder? Und vielleicht geht es ja gerade dadrum, ich meine, heute zu Himmelfahrt. Hoffnung haben, weil die alle Grenzen und Distanzen überwindet?

Die Bibel erzählt ja wie Jesus sich verabschiedet. Er verlässt seine Freunde Richtung Himmel, heißt es. Also, es ist ein Abschied wirklich für immer. Und die Freunde bleiben traurig zurück. Die müssen jetzt ohne Jesus klar kommen, da kann man nix machen. Oder, doch?

So wie Jesus für immer weg ist, bleibt er nämlich für immer da! Sein Ding war ja, von Gottes Liebe zu uns zu erzählen. Von der Liebe, die grenzenlos ist, so weit wie, ja, wie der Himmel, unter dem wir stehen.

Und wenn wir in dieser himmelweiten Liebe leben, oder besser, wo wir diese Liebe leben, da sind Himmel und Erde, Gott und Jesus und wir Menschen miteinander verbunden. Alle miteinander, alle sollen eins sein, genau so sollen wir das machen, sagt Jesus. In Liebe verbunden sein, über alle Grenzen hinweg. Das macht den himmelweiten Unterschied! Dann lohnt es sich doch, alles und mehr zu hoffen, eben grenzenlos und himmelweit.

Die Hoffnung verbindet, über alle Grenzen und Distanzen hinweg. Und sie macht einen himmelweiten Unterschied für mein Leben: Weil ich da nämlich merke, Mensch, wir bleiben nicht so hilflos zurück mit unseren Sorgen. Wir meinen ja oft: Geht nicht, kann nicht sein. Was kann ich schon tun, schon ändern, schon bewegen?

Wenn ich dann an die himmlische Grußkarte am Spielplatz denke, finde ich: Da geht viel mehr, als wir oft meinen. Hoffen geht immer, zum Beispiel: hoffen, das mehr, ja, alles möglich ist. Bei Gott.

Das Kind, das Oma Helga die Karte schickt, macht mir das vor. Es fühlt sich seiner Oma im Herzen verbunden, da sind bestimmt viele liebe Erinnerungen. Und bestimmt ist es auch traurig, weil, Oma Helga ist nicht mehr da.

Aber das ist doch bei Gott kein Grund, ihr nicht verbunden zu sein, oder? Wenn Oma Helga Geburtstag hat, wird gratuliert. Und wenn Oma Helga im Himmel ist, schick ich den Geburtstagsgruß einfach direkt da hin. Ganz logisch oder? Himmlische Hoffnungslogik.

Der Luftballon mit dem lieben Hoffnungsgruß ist dann auch hoch in den Himmel gestiegen. Und in Hergersweiler am Spielplatz gelandet.

Aber ich bin sicher: Seine hoffnungsvolle Botschaft ist angekommen, - nicht nur bei Oma Helga, - oder was meint ihr?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer                                        Henning Lang, Pfr

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MutMachMinute #21 - Steinzeit

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Manchmal denk ich, wir leben in der Steinzeit. Nicht, weil uns Corona im Alltag so viele Steine in den Weg legt oder mancher sich grad aufführt wie ein Höhlenmensch.

Steine sind derzeit einfach dran: Es gibt Saarsteine, Pfalzsteine und viele Aktionen, bei denen Leute Steine bunt gestalten und auslegen. Wer einen entdeckt, im Wald oder so, postet ein Bild im Netz und siedelt den Stein um, damit wer anders ihn wo anders findet.

So machen die Steine die Runde und auch ihre Botschaft. Die Leute gestalten ihren Steine ja zu dem, was ihnen am Herzen liegt. In Farben vom Fußballverein, dem Namen oder guten Wünschen: bleib gesund. Das mach Freude beim Malen und wenn man ihn entdeckt.

Das tut gut, oder? Da ist viel, was uns grad am oder oft eher auf dem Herzen liegt. Wie geht das alles weiter? Gesundheit, Gesellschaft, überhaupt? Da liegen dicke Brocken auf unserm Weg. Aber ich entdecke auch immer wieder so viel tolle Sachen, trotz oder gerade in dieser wirren Zeit. Echte Edelsteine, die mich froh machen: Die Zeit mit den Kids. Oder wenn ich sehe, wie rücksichtsvoll viele plötzlich sind, sich Mühe geben und anderen Mut machen. Das bringt uns alle weiter. Das ist so wertvoll!

Dann stoße ich wieder auf so viel Egoismus, „Wir gegen die andern“-Parolen - In was für einer Steinzeit leben wir? frag ich mich da ratlos. Hilflos. Aber, was kann ich schon tun?

Ganz viel, sagt Jesus, Beten zum Beispiel. Und er legt er uns das Vaterunser ans Herz.

Was bringt das jetzt? Was soll das schon bewegen? Für den Anfang, ganz viel! Mich!

Es bewegt mein Herz: Vater unser: Da sagt ich mir, ich bin nicht allein! Da ist einer, ein Gegenüber, Gott. Der kennt mich, ich muss nix verstecken, erklären oder beschönigen, ich kann frei raus ehrlich sein, sogar zu mir selbst.

Und wo ich schon so frei bin, bewegt sich auch mein Denken: Ich sortiere vor Gott meine Gedanken, spreche leise oder lautlos mal nur für mich aus, was noch nicht spruchreif ist. Da darf einfach mal raus, was raus muss! Ärger, Frust oder Freude. Da fällt mir echt ein Stein vom Herzen.

Plötzlich kommt Bewegung in mein Leben. Ich bitte, das was anders werden soll, zum Beispiel. Und überleg dabei: Wie kann das anders werden? Was muss passieren? Und was kann ich dafür tun? Das merke ich: Ich kann was tun und kreativ was Neues denken, was gut tut, mir und anderen, uns allen.

So bringt beten, ein Vaterunser zum Beispiel, „den Stein“ ins Rollen. Da kommt Vertrauen, Liebe und Hoffnung ins Spiel. Und das, „Glaube“ versetzt nicht nur Steine, sondern bekanntlich Berge.

Glaubt ihr nicht? Probiert es doch mal aus: Gern wie unsere Konfirmanden, die gestalten als Corona-Konfi-Ch@llenge zu dem, was ihnen grad am Herzen oder auf dem Herzen liegt, Steine. Die legen sie an der Kirche ab, als Anfang einer langen Gebetssteinkette. Und Ihr alle, dürft Eure Sorgen genauso da ablegen Legt euer Herzensanliegen als bunten Stein mit an. Gern auch ohne Worte, Gott weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn drum bitten, sagt Jesus. Vielleicht tut uns ein bisschen Steinzeit ja ganz gut, oder?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #20 - Ich sehe was

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„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ - Unsere Kids lieben dieses Spiel. Einer wählt irgendwas aus, was man im Raum oder so sehen kann. Dann gibt man einen Hinweis dazu. „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist weiß!“ Und alle andern müssen raten, was es ist.

Ich staune immer, was Kindern da so alles auffällt! Das meiste würde ich glatt übersehen. Aber unsere Kids trainieren ja auch täglich für die „Ich-sehe-was“-Profiliga: Wir spielen nämlich abends beim Zähne putzen im Bad! „Papa, Ich-sehe-was, kleiner Tipp: Es ist weiß?“ Im Bad? Da ist bei uns ALLES weiß! Versucht da mal zu gewinnen.

Vielleicht passt das Spiel auch prima in unsere Zeit. Nicht nur, weil man es überall spielen kann, zu Hause, im Garten oder im Bad. Ich meine auch nicht, weil momentan manche überall komische Sachen sehen wollen oder Verschwörungen hineinrätseln. Hauptsache, die Regierung, Bill Gates oder die Chinesen sind schuld, immer, an allem. Hauptsache ich brauch keine Verantwortung für mein Leben übernehmen.

Vielleicht müssen wir alle mehr „Ich-sehe-was“ spielen. Um gerade nicht bei Verschwörungen stehen zu bleiben, sondern der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

Ich halte mich da lieber an Paulus in der Bibel: „Prüft alles und das Gute behaltet!“ Mit der Spielregel macht der mir Mut: Geh mit wachen Augen durch die Welt und schau genau hin. Fakten checken statt Meinung meinen also.

Oder ich sag einfach: Statt gutgläubig will ich lieber gut gläubig sein. Mich nicht auf falsche Ängste einverschwören, sondern mit gesundem Menschenverstand die Welt entdecken, suchen was wirklich hilft und sehen, was ich Gutes beitragen kann.

„Prüft alles und das Gute behaltet!“ Also mach dir zu eigen, was dir gut tut, dir und uns allen. #Vertrauen, Hoffnung, Liebe. Das hilft uns allen, damit wir wirklich frei leben. Ohne falsche Angst nämlich, menschlich und als Gemeinschaft.

Und davon entdecke ich ganz viel. Gutes, das sich zu behalten lohnt: Ja, Corona hat viel Egoismus ans Licht gebracht, nicht nur am Klopapierregal. Aber ich sehe noch viel mehr Geduld, Rücksicht und Solidarität! Ja, meine Freiheit ist eingeschränkt, wo Veranstaltungen ausfallen oder ich nur mit Maske in Geschäfte darf. Aber so viele sehen das ein und nehmen sich gern die Freiheit raus, sich dran zu halten! Weil es hilft und gut tut! Und sei es nur, dass andere dann mit weniger Angst einkaufen können. Und da ist noch viel mehr Gutes zu finden, oder?

Den Blick trainiere ich weiter. Täglich, wie Zähneputzen oder spielen beim Zähne putzen. Ich sehe da was, - ihr auch?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #19 - Wohlfühlorte

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Was ist dein Wohlfühlort? - Im Internet gibt es ja unzählige Spiele, gegen coronale Langeweile. Eine Challenge: Stell ein Foto von deinem Lieblingsort ins Netz. Mal ist die Bank im Garten zu Hause zu sehen. Einer hat seinen Klo fotografiert, sein stilles Wohlfühlörtchen. Und es gab viele Fotos vom traumhaften Blick über die Weinberge beim Abendspaziergang.

Also einer meiner Wohlfühlplätze ist in der Kirche, zum Beispiel der in Winden. Äääh, der ist Pfarrer, denkt Ihr jetzt vielleicht, der muss das sagen. Aber ich genieße da echt die besondere Stille, komme runter und atme durch. Ich hab da so viele tolle Erinnerungen, auch ganz persönlich. Meine Frau und ich haben in der Windener Kirche geheiratet mit ganz vielen lieben Gästen. Und ich spüre da, dass mein Leben mehr ausmacht als nur Alltag und „die Welt draußen“. Da fühl ich mich frei.

Darum geht es doch. Schon in der Bibel. Da finden die Israeliten endlich ihren Wohlfühlplatz. Ihr Land, ein Zuhause wo sie frei leben können. Und weil die Freiheit für immer bei ihnen wohnen soll, bauen sie ihr ein Haus. Ein Haus für Gott, der allen Menschen Freiheit schenkt! Und als der Tempel fertig ist, feiern sie, aber so richtig! „Wie aus einem Mund“ schriebt die Bibel, singen alle: Der Herr ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!

Da werde ich gerade neidisch. Miteinander singen und das Leben feiern, also Gottesdienst, momentan geht das nur online. Wir halten zwar bald wieder Andachten in der Kirche. Aber mit zwei Meter Abstand, Teilnehmerliste und Mundschutz, natürlich! Statt ansteckender Freude, ist nur leise Brummeln erlaubt, damit sich gerade keiner ansteckt.

Aber richtig laut und fröhlich feiern, ist gerade eh nicht dran, oder? Da sind zu viel Fragen: Wie geht es wirtschaftlich bei uns weiter? Halten wir die Einschränkungen durch? Kommen wir so gesund durch die Corona-Zeit? Oder zieht der Leichtsinn ein? Lockerungen verlocken ja, sie auszureizen, auf Teufel komm raus. Wie gehen wir verantwortungsvoll damit um? Was ist da Gebot der Stunde? Ganz ehrlich, ich habe da mehr Fragen als Antworten. Da würde ich lieber wieder unbeschwert und laut jubeln und singen wie die Israeliten in ihrem Gotteshaus.

Ja, das wünsche ich mir. Und ich bin sicher. So wünscht sich Gott das für uns! Wir sollen das Leben feiern! Frei raus und gemeinsam, wie aus einem Mund. Wir alle sollen uns freuen. Daran halte ich fest. Nicht als Antwort auf alle Fragen. Eher gegen alle Sorgen. Als „begründete Hoffnung“, wenn ich an Jesus und Ostern denke: Sein Weg zeigt ja ein für alle mal: Gott will das Leben!

Davon singe ich frei mein Lied: Heute schon, wenigstens ein Hoffnungs- oder Mutmachlied! Gegen unsere Sorgen und Fragen stimme ich ein: Der Herr ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!

Und das klingt garantiert überall wunderschön. In der Kirche und zu Hause, an Eurem Wohlfühlort oder “-örtchen“. Ganz sicher. Oder, was meint ihr?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #18 - Männersorgen

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Auwei. Zu Hause wird es die Lage langsam haarig. Nach 50 Tagen Quarantäne werden nicht nur die Tage länger. Plötzlich wird das Ausharren zu Hause eher zum „Aushaaren“.

Eigentlich wollte ich zum Friseur, als der Shutdown kam. Ausgerechnet. Und seitdem wachsen meine Haare unaufhaltsam weiter.

Es ist zum Haareraufen! Dabei habe ich noch total Glück im Unglück. In unserer häuslichen Gemeinschaft leben nämlich auch vier Frauen. Wenn ich also was brauche, um mein wallendes Haupthaar zu bändigen, Haargummis und Spängchen finden sich im Bad in allen Farben und Formen.

Und fachkundige Frisurtipps liefern die Mädels gerne gratis dazu: „Du hast keine Ahnung Papa, das rosa Spängchen mit Glitzer ist total chic, das steht dir“ heißt es da. Na dann. Widerstand ist zwecklos, ich werde assimiliert. Und lasse mir mit väterlicher Demut Zöpfchen flechten. Alles besser als Aussehen wie ein Angorahase.

Andererseits sind lange Haare so schlimm?

In biblischen Zeiten wäre ich ein richtiger Held mit meiner Matte. Da gab es nix männlicheres als lange Haare. Simson zum Beispiel, der war stark wie ein Löwe, unbesiegbar und gefürchtet. Weil ihm von Geburt an nie die Haare geschnitten wurden. Ein echter Naturbursche. Bis Delila ihn dazu verführt sein Geheimnis haarklein zu enthüllen. Sie rasiert ihm eine Glatze und da wird der kämpferische Löwe zum zahnlosen Tiger.

Mutiger oder männlicher fühle ich mich mit langer Mähne noch nicht. Im Gegenteil. Mir bereitet die Geschichte schlaflose Nächte: Wenn ich abends die müden Augen zumache, ob das vielleicht meine Frau mit dem Schermesser ... Nur damit ich wieder aussehe wie ein Mensch?

Mehr will ich ja auch nicht, einfach nur wieder Mensch sein.

Klar, weiß ich, mein Leben wird jetzt nicht sinnlos, bloß weil die Haare wachsen. Das wäre eitel und dumm. Mein Seelenheil hängt ja bei Gott nicht von irgendeiner Frisurmode oder der Länge der Haare ab. Gott liebt uns alle mit Haut - und Haaren.

Alles andere wäre Haarspalterei, macht ja Jesus uns Menschen immer wieder klar. Sogar mit manchmal haarigen Vergleichen: „Bei euch ist sogar jedes Haar auf dem Kopf gezählt! Also habt keine Angst!“ Sagt Jesus in der Bibel.

Gott kennt meine Sorgen, meine Ängste und was mir so als Mensch zu schaffen macht, die ernsten Probleme genauso wie der Alltagskram. Er kennt, liebt und sorgt für unser Leben als Ganzes.

Gut zu wissen, finde ich, oder? Ein echter Wohlfühlgedanke. So zum Wohlfühlen wie, ja, wie ein Friseurtermin in Notzeiten.

Den hab ich nämlich sogar. Seit gestern dürfen Friseure ja wieder die Schere schwingen. Und was für ein Wunder, ich habe sogar noch einen Termin gekriegt, haarscharf.

Einfach schön, wie Gott sich um seine Kinder sorgt. Gott sei dank, oder in meinem Fall, Danke Nadja, die so zu sagen in Gottes Auftrag aus mir Wollknäuel wieder einen Mensch macht. Hoffentlich ohne Glitzerspängchen, ja?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #17 - Oberföhringer Vogelspinne

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Was für ein bissiges Biest mich da wohl erwartet? Oberföhringer Vogelspinne. Dann lieber Klöbener Krötenpfuhl, oder ganz trocken - Hupfheimer Jungeferngärtchen?

Schwierig. Bei Wein weiß man nie, wenn der Korken auf ist, kommt dann wirklich die bissige Giftspinne raus, die auf dem Etikett steht? Wie bei der legendären Oberföhringer Vogelspinne, „abgezapft und originalverkork(s)t“ aus dem Loriot-Sketch?

Sogar am Weinregal, beim Winzer des Vertrauens natürlich, kann man nicht einfach nach dem gehen, was draufsteht! Obwohl sich nach einer Flasche Hergersweiler Narrenberg schon mancher wirklich zum Narren gemacht haben soll ;-)

Vielleicht sind Weine und Menschen da ähnlich. Nach dem „was drauf steht“, kann man bei Menschen auch nicht immer gehen! Gerade momentan, zeigt mancher sein wahres Gesicht. Es „menschelt“, überall. Da versprüht beim Einkaufen eine „gepflegte Kundin“ wie eine Oberföhringer Vogelspinne ihr Gift, weil sie warten muss, bis Platz im Laden ist. Und im Fernsehen oder im Netz erinnert manche Diskussion auch mehr an Schlammschlacht im Krötenpfuhl als an Streit um die Sache. Wir Menschen sind genauso eigenartige Gewächse wie Wein. Mindestens genauso.

Ob das Jesus klar war? Macht er uns deshalb Mut, menschlich zu sein, vor allem zu einander? Wo Mensch drauf steht, sollte ja auch Mensch drin sein! „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben!“ sagt Jesus von sich und stupst uns an: „Zeigt das ruhig und bringt gute Frucht!“

Jesus hat uns ja gezeigt, wie Menschlichkeit geht. Das war sein Markenzeichen. Und wenn wir genauso auf Gottes Liebe vertrauen, diese Freiheit genießen, wenn uns schmeckt, was Jesus vorgelebt hat, dann muss man uns das auch anmerken! Nicht am Etikett Christin oder Christ. Nein, auch daran, wie wir leben. Wir leben aus der Kraft Jesu. Sein Geist soll in unserem Leben Blüten treiben: liebevolle Gemeinschaft, Vertrauen und Zuversicht. Menschlichkeit soll bei uns wachsen und Früchte tragen. Weites Herz statt dicker Kopf! so zu sagen.

Und da wächst gerade auch ganz viel: Leute teilen ganz neue Gaben, entdecken moderne Medien oder kreative Wege, um anderen gutzutun. Mancher findet ganz neu Geschmack an Gemeinschaft, und wie man sie trotz Maske oder Kontaktsperre fördern und anderen helfen kann. Da wachsen manche gerade kreativ über sich hinaus!

Einfach schön, oder? Schön, wenn Gottes Liebe bei uns noch mehr Früchte austrägt. Zwischen uns Menschen, nicht im Klöbener Krötenpfuhl oder Hergersweiler Narrenberg. Obwohl Gott uns ja auch närrisch liebt. Gell?

Bleibt zu Hause und bleibt mir gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #16 - strange days

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Es gibt einfach schräge Tage. Der erste Mai ist so einer. Normalerweise sind da alle zu Hause und freuen sich, Feiertag, keine Arbeit, juchu! In diesem Jahr? Da würden viele lieber morgens aufstehen, Tasche packen und los in die Firma. Momentan führt der Arbeitsweg für viele ja nur von der Kaffeemaschine zum Küchentisch ins „homeoffice“. Und die Kids sind auch immer zu Hause, egal ob Arbeitstag oder Tag der Arbeit. Schräg oder?

Und es wird noch schräger! Der Feiertag, ist gar nicht zum Feiern da. Am Tag der Arbeit, wo alle frei haben, ist nicht frei! Da rufen Gewerkschaften und Sozialverbände zu Kundgebungen auf, normalerweise. Da gehen also sonst viele statt zur Arbeit auf die Straße demonstrieren: Für fairen Lohn, soziale Arbeitsbedingungen, Solidarität, Menschenwürde und Freiheit. Sowas alles. Weil die Werte so wertvoll sind!

Die Werte sind nämlich gerade am Tag der Arbeit nicht selbstverständlich! In Deutschland wurde der 1. Mai 1933 von den Nationalsozialisten als „Tag der nationalen Arbeit“ eingeführt. Und gleich am nächsten Tag - am 2. Mai - haben die Nazis direkt alle Gewerkschaften verboten und ihre Büros zerstört. Wer damals für Freiheit der Menschen und Gerechtigkeit eintrat, wurde gewaltsam mundtot gemacht.

Moment, und wir feiern den Tag heute immer noch? Ist das nicht schräg?

Nach dem 2. Weltkrieg hielten alle trotzdem am „Tag der Arbeit“ fest. Weil die Leute ja gerade gemerkt hatten, Arbeit und Lohn allein reichen nicht zum Leben, wir Menschen brauchen mehr! Friede, Freiheit und Gerechtigkeit zum Beispiel.

Die Werte kommen aber nicht von allein und gehen leicht verloren, wenn wir nicht aufpassen! Darum ringen wir ja gerade: Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht. Wir erleben, wie Freiheiten eingeschränkt sind. Bis wohin trage ich das mit? Verzichte ich sogar freiwillig auf Freiheiten, weil es anderen hilft? Also, bin ich selbst bereit, für meine Freiheit auch Verantwortung zu tragen? Die vergessen viele, die besonders lautstark jede Freiheit für sich einfordern, ohne dabei die Freiheit und Würde der anderen zu achten.

Wir sind aber für unsere Freiheit verantwortlich, dafür nämlich, dass sie was Gutes austrägt, für uns und - für andere! Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Freiheit, Gerechtigkeit, Versöhnung und Würde – die Werte gelingen nur, wenn wir sie gemeinsam leben. Für einander und miteinander. Dafür macht Jesus sich stark. Für eine bessere Welt, in der alle in Frieden miteinander leben können.

Genau deshalb ist mir der schräge Tag der Arbeit wichtig. Es lohnt sich Freiheit, Recht und Menschlichkeit nicht faul und bequem andern zu überlassen. Ich will lieber anpacken, dass unser Leben, unsere Gemeinschaft gelingt!

Dafür können wir ganz viel tun, momentan möglichst zu Hause bleiben zum Beispiel.
Nicht nur an schrägen Feiertagen wie dem 1. Mai. Also ran an die Arbeit! In diesem Jahr aber satt auf der Staßendemo, vielleicht besser im homeoffice...

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #15 - hmmm

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Dienstag Abend, Anruf bei einem Freund. Er hat seine Krankheitsgeschichte, - auf Corona sagt man zu solchen Typen: „Risikogruppe.“ Da wollte ich einfach mal hören, wie es ihm geht.“ Na?“ Frag ich also ins Telefon und höre - Stille. Ob ich aus Versehen stumm geschaltet hab? Nein. Da war auch wieder was zu hören. er atmet noch, und dann, wieder Stille.

„Alles OK?“ Frag ich. Aber mehr kam nicht. Egal was ich gefragt hab: „Wie war dein Tag? Was ist bei Euch so los?“ Mein Gegenüber ließ sich keine Antwort aus dem Hörer kitzeln. Da wusste ich irgendwann selbst nicht mehr, was man sagen soll. Bin ich denn Gott?

Also hab ich erst mal nix gesagt. Was der kann, kann ich auch! Manchmal muss man Schweigen einfach stehen lassen. Manchmal kommt einfach nicht mehr. Wenn uns grad alles zu viel ist, wir nicht wissen wo man anfangen soll, oder was man sagen soll. Dann muss man erst wieder bei den Basics anfangen: also Schweigen.

hmmm kam dann aus dem Hörer. Hab ich mich gefreut! Das ist doch was. Im Gegensatz zu vorher, ganz viel, oder?

Seufzen ist mal ein Anfang. Da kommt langsam mal etwas raus, von dem was uns zu schaffen macht und uns ratlos oder sprachlos zurücklässt.

Seufzen hilft. Sagt schon Paulus in der Bibel. Der kennt sich aus. Er sitzt unschuldig in Gefängnisquarantäne, weil er Menschen von Jesus erzählt und Mut gemacht hat. Er ist fies krank und hat Schmerzen, ein absoluter Seufzexperte also. Jedenfalls Paulus sagt, so ein Seufzen ist Gottes Art uns da zu helfen, wo Worte fehlen. Wenn wir seufzen betet Gott, sein Geist an unserer Stelle in uns drin: Gott läßt uns erstmal seufzen, damit raus kann, was irgendwie raus muss.

Hmmm Das kann ich auch! Hab ich nur gedacht. Und hab am Telefon mein Bestes gegeben: Ich hab nämlich Gott machen lassen.

Statt weiter mit „alles Gut“, „Jede Krise ist eine Chance“ oder „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ Kalenderweisheiten auf meinen Freund einzuplappern, habe ich mit gleicher Waffe zurückgeschlagen und geschwiegen.

Und was soll ich sagen? Dann hat Gott unser Gespräch übernommen und meinem Freund für mich geantwortet: „Haaaaa, ja“ hat Gott aus mir rausgeseufzt.

Und nachdem das Mal fürs erste geklärt war und Gott in mein Freund und in mir, also nachdem Gott in uns mit sich in der Sache einig war, kam plötzlich das Gespräch am Telefon wieder in Gang.

Mein Freund hat geklagt, wie langweilig es ist. Immer allein in der kleinen Wohnung sitzen, Fenster schon dreimal geputzt und bei dem Regen kann er nicht mal Radfahren. „Und alles wegen diesem doofen Virus,“ raunzt er genervt.

„Ach ja,“ seufze ich und kann nur noch sagen: „Corona ist ein Arschloch!“ Und? Nachdem kurz Stille am Telefon war, mussten wir beide laut lachen. Das tat uns beiden einfach so richtig gut.

Ob das jetzt Gott war, der mir da die richtigen Worte in meinen Mund gelegt hat? Vielleicht nicht in der Wortwahl, aber bestimmt in der Sache, zumindest hat es sich für mich so angefühlt. Einfach himmlisch befreiend. Geradezu „geist“reich. Oder was meint ihr?

 

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #14 - Shaun clever

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Um gegen Corona fit zu bleiben, hilft Sport. Und wo der DFB weiter pausiert, hab ich die perfekte Alternative: Gemüsefußball. Alles was man braucht, ist ein Kohlkopf und Elf Schafe pro Mannschaft, klar.

Gemüsefußball ist Lieblingssport von Shaun dem Schaf. Das lustige Knettier trifft man im Fernsehen bei der Sendung mit der Maus. Und Shaun ist der absolute Held in seinem Stall. Mit frechen Ideen meistert er jedes Abenteuer und sorgt für gute Stimmung auf dem Bauernhof, nicht nur im Gemüsefußball-Team. Vor allem löst Shaun so jedes Problem seiner Schaffreunde oder hilft dem Bauern, ohne dass der es merkt. Und sogar für Hütehund Bitzer, wenn der Hilfe braucht, ist Shaun zur Stelle und macht die ganze Herde mobil.

Mir hat Shaun auch den Tag gerettet! Heute sitze ich zu Hause mit den Kids und gucke Sendung mit der Maus, statt Gottesdienst zu feiern. Dabei wäre Shaun heute quasi der Held im Gottesdienst.

Ich bin der gute Hirte, ich kenne meine Schafe und meine Schafe kennen mich. Sagt ja Jesus. Ich bin für Euch da, ich begleite euch und zeig euch gute Wege für euer Leben. Schöner Gedanke. Gerade jetzt, wo viele sich Sorgen machen um die Zukunft und wo das Ganze hinführt. Wo wir vertraute Wege verlassen und neu Weiden suchen. Da tut der Gedanke gut. Unser Leben, unsere Fragen und Sorgen - damit sind wir nicht alleingelassen, Hirte sei Dank.

Aber, Stopp! Wenn Jesus der Hirte ist, bin ich dann ein Schaf? Will ich das? Ehrlich, Schafe gelten als dumm. Die irren in der Gegend rum, oder rennen irgendwem hinterher, solange der nur genug Gras und Wasser oder Klopapier verspricht. Hauptsache satt und sauber?

Und es gibt genug schwarze Schafe im Hirtenpelz, die uns nicht führen, sondern verführen wollen. Stimmungsmacher, die mir vorsagen, was gut wäre. Verführer, die ihr Ding durchzusetzen und mich für dumm verkaufen wollen. Zum Beispiel mit dem verlockenden „Wir“ gegen „die anderen“, die sind ja bekanntlich immer Schuld. So was löst aber keine Probleme, es treibt nur die Herde auseinander, zerstört Gemeinschaft, die uns gerade in Krisen wie Corona, schützt und starkmacht.

Unsere „Herdenimmunität“ will Jesus stärken. Damit wir uns nicht verrennen, nix Dummes, ohne zu denken, einfach nachblöken. Besser also hellhörig bleiben, suchen was wirklich hilft. Geduld, liebevolle Gemeinschaft, Hoffnung und Vertrauen, so was alles.

Dafür macht sich Jesus stark und will uns dafür starkmachen. Vielleicht lohnt es sich echt, der Fährte zu folgen, guter Gemeinschaft auf der Spur zu bleiben.

Wie das geht? Vielleicht einfach genau so wie es Shaun, das freche Knetschaf macht. Mit frecher Fantasie und guten Ideen hilft er nicht nur seinen Freunden. Mit ganz viel Witz probiert Neues aus und vertraut, dass es immer eine gute Lösung gibt. Plötzlich wird Unmögliches möglich.

Vor allem aber weil Shaun mit seinem Sportsgeist die ganze Herde begeistert. Gemeinsam sind sie unschlagbar, nicht nur beim Gemüsefußball.

Shaun clever, oder? der freche Kerl. Vielleicht ist „Schaf sein“ ja doch - gar nicht so blöd. hmmm...

 

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

 

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MutMachMinute #13 - tausendmal berührt

fileadmin/user_upload/bad-bergzabern/minfeld-winden/dateien/MutMach/200416_MuMaMi_raetselhaft.pdf (Als PDF lesen & teilen)

Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert, tausend und eine Nacht und es hat Zoom gemacht. - Im Netz wird derzeit gegen coronale Langeweile alles Mögliche und Unmögliche gespielt: Tausend Matherätsel oder Fragen zu Freunden gehen da rum. Mich hat die Challenge gepackt: Was für ein Lied hast Du vor zehn Jahren gehört? Da fiel mir der Klaus Lage-Klassiker ein: Tausendmal berührt. Den Song hat sich damals vor zehn Jahren ein Brautpaar zur Hochzeit gewünscht. Es ist „ihr Lied“ und erzählt ihre Geschichte, wie zwei langjährige Freunde plötzlich diesen Zoom-Moment erleben und merken, da ist viel mehr. (Grüße an der Stelle, genau Euch beide mein ich!)

Ob die sich in Zeiten von Corona auch so verliebt hätten? Tausendmal berührt ... mit Mundschutz und zwei Meter Abstand wird das ziemlich schwierig. Wird in Zeiten von Social Distancing auch weniger verliebt?

Andererseits, überwindet Liebe bekanntlich alle Hindernisse. Und wenn ich mich umsehe, findet auch heute vieles ganz neu zusammen. Und das meine ich nicht nur Zwischenmenschlich. Trotz Corona oder wegen Corona lebt so manche Liebe neu auf: Viele fangen an Sport zu machen, gehen laufen, fahren Rad oder turnen zu Hause, Bodyweighttraining heißt das in hip. Sowas geht nämlich prima alleine, zu Hause und auch ohne jemanden tausendmal zu berühren. Andere werden gerade kreativ und malen, basteln, stricken, häkeln, oder entdecken ihre Liebe zum Backen, naja, falls es Hefe gibt. Da betreten viele ganz unerwartetes Neuland.

Ja, und was soll ich sagen, sogar meine Eltern haben sie frisch verliebt. Bei denen hat es wie in Lied „Zoom“ gemacht: Plötzlich können sie mit ihrem Computer nicht nur Briefe schreiben, sondern rufen zum Video-Chat an. Da überwindet wirklich Liebe, Großelternliebe alle Distanz und jede technische Hürde, um wenigstens so die Enkel nicht nur hören sondern auch wieder zu sehen.

Spannend, wie Menschen trotz oder wegen Corona, neue Wege suchen und beschreiten, und das in jedem Alter!

Fast so wie Abraham und Sarah in der Bibel. Die waren auch eher 70plus und brechen auf ihre alten Tage trotzdem neu auf und betreten Neuland. Weil sie auf Gott vertrauen, der zu ihnen gesagt hat: „Ich will euch segnen und ihr sollt ein Segen sein!“ Also, nur Mut, probiert was Neues, dann werdet ihr noch ganz viel tolles, gutes, neues entdecken. Das tut nicht nur eurem Leben gut, ihr könnt so auch andern Mut machen und Freude bringen. So wie sich beim Videochatten nicht nur meine Eltern freuen mit den Kids, die sind ja genauso froh und gesegnet, Oma und Opa zu sehen.

Und solche „neue Lieben“ zu finden ist keine Frage des Alters. Sogar ich und meine Frau haben uns ganz neu verliebt. Ins gemeinsam in Ruhe Essen! Einmal die Woche essen wir, wenn die Kids im Bett sind, ganz allein bzw. zu zweit, mit Tischdecke und Kerze genießen wir den Abend. Das geht ganz Old-School ohne Internet und ohne Mundschutz, sogar face to face. Das einzige was dann noch fehlt: Klaus Lage, Tausendmal berührt...

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #12 - geschafft!

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Geschafft! Nach 36 Tagen Corona-Exil war der befreiende Moment endlich da: Lagerkoller!

Eine Stunde lang versuche ich die Kids bei Laune zu halten, damit meine Frau auch mal was arbeiten kann. Jeder Vorschlag Basteln, Malen, Geschichtenlesen bringt nur määäh aus den Kids raus. Mein letzter Versuch „Das Wetter ist toll, wir können draußen Ball spielen!“ wird nur mit bwww quittiert. „Herrgott...“ schimpfe ich. „Ich hab kein Bock mehr, immer nur Gemaule und Genöle. Ich kann es doch auch nicht ändern?“

Lagerkoller, ganz klassisch. Fast biblisch! Die Bibel kennt viele maulende Kinder, Kinder Israels. Die hat Gott aus der Sklaverei in Ägypten rausgeholt und hat sie mit Mose in die Wüste geschickt. Genauer in die Freiheit, hinter der Wüste. Aber durch die Wüste müssen sie erstmal durch, da hilft alles nix. So wie wir eben durch die Corona-Zeit irgendwie durch müssen.

Jedenfalls war bei den Israeliten irgendwann auch Lagerkoller. Gemaule und Gemurre: Essen doof, Hitze und Wüste doof, immer wandern mit den gleichen paar Leuten, määäh, doof. Mose mach was, mosern alle. Und Mose gibt alles, um gute Stimmung zu machen. Und, erntet statt Juchu nur Gemaule. Aber, er kann doch nicht ändern, dass es grad ist, wie es ist!

Da hat Mose auch keinen Bock mehr. „Herrgott!“ wird er plötzlich laut. Und bei dem, bei Gott schimpft sich Mose den Frust dann von der Seele. Und mault selbst mal über die ganze Maulerei und alles und jeden und die Situation im Ganzen und überhaupt. „Wie soll ich die Stimmung aufrecht halten? klagt Mose: „Schluss. Ich will nicht mehr!“

Und Gott? Der hört sich Moses Gemaule geduldig an. Frust rauslassen, tut erst mal gut. Aber Maulen ist keine Lösung, und die muss her! Die hat Gott, Gott sei Dank: “Mose: Du brauchst Hilfe! Punkt!“ Gottes Tipp: Mose, entspann erstmal und such dir Helfer! Du misst das nicht allein schaffen. Es hängt nicht alles an dir!

Guter Gedanke, oder? Wen Euch da draußen, einfach keine Bastelidee mehr einfällt, man gefühlt schon alles gemalt und gespielt hat - wenn dann trotzdem die Stimmung kippt oder die Kids klagen: nicht Eure Schuld. Das liegt eben an der Situation punkt. Und wenn ihr trotzdem gestresst seid und euch richtig ärgert. Vielleicht muss der Frust einfach mal raus.

Gute Stimmung kann man nicht erzwingen oder machen. Einer allein als Alleinunterhalter sowieso nicht. Mensch, gute Gemeinschaft ist Gemeinschaftsaufgabe, sagt Gott also. Da tragen mehrere Verantwortung und müssen helfen. Am besten alle - nicht nur in der Familie.

Meine Frau scheint den göttlichen Trick schon zu kennen: Die eilte mir zur Hilfe, rief „Schluss jetzt - alle Kinder ins Trampolin“. Sollen sie sich da mal so richtig austoben. Das hilft gegen Frust und schlechte Laune. Und den mürrischen Papa? Den hat sie nicht in die Wüste geschickt, sondern gleich mit rein ins Trampolin, ebenfalls zum „entmurren“. Und was soll ich sagen? Es tat gut, - mir, den Kids, uns allen. Der Frust war draußen. Und wir zusammen drin im Trampolin. Plötzlich hatten wir riesig Spaß ganz von allein, naja, eher ganz von gemeinsam. Oder was meint ihr?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #11 - rätselhaft

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Es gibt nicht nur wundersame Orte. Nein, es passiert auch immer wieder rätselhaftes!

Bei mir hat die Tage der Postbote geklingelt. Gut, das ist kein Rätsel, sondern sein Job. Aber er hat ein Päckchen für mich vor die Tür gelegt, geklingelt und lief schnell weg. Aus sicherer Distanz rief er nur „Ein Päckchen für Sie!“

Für mich? Rätselhaft. Ich hab gar nix bestellt? Und es ging fragwürdig weiter, im Päckchen lag ein Rätselbuch. Der Titel war mir unbekannt, also aus Versehen hab ich das nicht geordert.

Klar hat es mich gefreut, ich liebe Rätsel. Aber wer hat es mir geschickt? hmmm

Das Buch ließ mir keine Ruhe. Klar, Rätsel wollen gelöst werden. Das liegt irgendwie in unserer Natur als Menschen. Wir, ich denke wir alle, wollen die Welt und das Leben gern verstehen. Um es so auch gut zu meistern. Weil das, was wir nicht verstehen erst mal Angst macht.

Momentan zum Beispiel, ist da diese Krankheit, die uns beschäftigt. Und niemand weiß, was dagegen hilft. Deshalb forschen Scharen von Wissenschaftlern daran. Sie wollen diesen COVID-19 Virus verstehen, der die Krankheit auslöst, um eine Lösung zu finden für die vielen Probleme, die er macht. Einen Impfstoff, ein Heilmittel oder die beste Therapie. Sie versuchen das, was uns sorgt zu enträtseln, damit wir besser leben. Ohne falsche Angst oder wirren Verschwörungstheorien. Ich denke, das ist eine tolle Sache, das Menschen ihren Grips einsetzen, damit wir alle besser und freier leben können.

Das hat schon Jesus so gemacht. Der hat immer wieder seine Welt und das Leben in Frage gestellt. Und neue, tiefere Antworten gesucht. Wo andere Kranke aufgegeben, hilft und heilt er. Wo die Leute resigniert sagen, „was kann ich schon tun,“ da schaut Jesus hin und macht Mut Lösungen zu finden für die Probleme. Nicht einmal mit dem Tod findet er sich einfach ab. Er wagt das Experiment Vertrauen und entdeckt: Sogar der Tod ist nicht das Ende.

Jesus vertraut eben, dass da mehr ist, eine tiefere Wahrheit, dass hinter dieser Welt und dem Leben ein liebevoller Sinn steckt. Gott eben, der gutes im Sinn hat, für uns, Leben. Da ist mein Glaube also eine vertrauensvolle Suche nach Sinn und guten Antworten.

Und im Grunde machen das alle Forscher bis heute genauso. Sie Vertrauen, dass da mehr zu entdecken ist, als wir verstehen oder beweisen können. Dass die Wahrheit größer ist, tiefer. Und dass es lohnt, dem Leben auf der Spur zu bleiben und immer weiter, tiefer zu forschen.

So bin ich meiner „Geheimsache Rätselbuch“, diesem rätselhaften Päckchen auf den Grund gegangen. Und, ganz unten im Päckchen, zwischen Werbezetteln und Verpackungsflips lag die Antwort: Einen Zettel!

„Viel Spaß beim gemeinsamen entdecken und schöne Osterzeit: Danke für die Mut-Mach-Minuten.“ Und, klar, der Name der Absender.

Hab ich mich gefreut! Über die Antwort meines Rätsels, über das tolle Buch-Geschenk. Und ganz nebenbei über die dritte Entdeckung: Der Idee, für diese MutMachMinute.

Was das jetzt Zufall? Eingebung? Oder dieser liebevolle Sinn, der hinter dem Leben steckt? Das Leben bleibt einfach ein spannendes Rätsel, oder?

Bleibt zu Hause und bleibt gesund,

Euer,               

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #10 - Ostern - Suchen & finden

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Es gibt geheimnisvolle Orte. Orte, die unglaubliche Geheimnisse in sich bergen, wo man ungeahnte, neue Sachen entdeckt!

In unserer Wohnung gibt es so einen Zugang zu einer neuen Realität. Meine Frau hat ihn mir gezeigt! Das war so: Ich war morgens auf der Suche nach meinem linken Hausschuh und hab meine Frau gefragt, klar! Sie meinte wissend: „Guck unter der Couch!“

Ich bin also ins Wohnzimmer gegangen und ganz runter auf die Knie. Und ich konnte nur ehrfürchtig und verwundert staunen! Tatsächlich! Mein linker Hausschuh, war nicht da. Aber, ich konnte das Stofftiereinhorn finden, das unsere Tochter seid Tagen vermisst. Auch eine viertel Dampfnudel, die unsere Kleinste wohl für schlechte Zeiten bunkern wollte und, juchu, mein Trail-Magazin, das ganz von selbst aus der Küche verschwunden war! Was da alles zum Vorschein kommt, aus den drei Tagen seit dem letzten Saugen? Unglaublich.

Da konnte ich auch die Frauen in der Ostergeschichte plötzlich aus einer ganz neuen Perspektive verstehen. Die machen sich morgens auf die Suche. Sie wissen genau wo das Grab ist, in dem ihr Freund Jesus liegt. Da, haben sie ihn begraben und mit ihm alles, was er von Gottes grenzenloser Liebe erzählt hat, die neue Welt die Jesus vorgeträumt hatte. Alles was die Frauen so froh und mutig hat leben lassen, alle Hoffnung war an Karfreitag mit Jesus gestorben und begraben.

Drei Tage später wollen die Freundinnen trauern und mit der Sache Jesus endgültig abschließen. Und als sie zum Grab kommen, finden sie genau nicht das, was sie suchen: da ist kein toter Freund. Sie finden was ganz anderes! NICHTS! Das Grab ist leer.

Und da merken sie, Mensch, dieses NICHTS ist in Wahrheit unendlich viel! Wenn das, was in diesem Grab tot liegen müsste, nicht da ist, dann ist die Sache mit Jesus hier längst nicht zu Ende! Dann fängt in dem Grab in Wirklichkeit was ganz Neues erst an! Neues Leben. Ja. und wenn sogar der Tod nicht das Ende von allem ist, dann muss doch alles möglich sein, oder?

Die Frauen finden nicht, was sie suchen, sondern viel mehr und ganz anderes! Neuen Mut und neue Hoffnung. Zumindest so viel, dass sie mit „Furcht und Freude“, mit wackligen Knien also, aber dieser unglaublichen Freude im Bauch, losgehen. Und weil echte Freude, halt raus muss, jubeln sie „Christus ist auferstanden. Jesus lebt!“ Was er angefangen hat: Wie er Menschen für Gottes Liebe begeistert, Hoffnung, Mut, Zuversicht verbreitet, das lebt weiter! Mit uns, nämlich. Wo wir genauso begeistert Mut, Zuversicht und Hoffnung teilen, wie die Frauen in der Geschichte es tun. Unglaublich, einfach wunderbar, oder?

Ich bin sicher, ich glaube fest, dass es mehr gibt, als ich erwarte und denke. Und dass wirklich alles möglich ist: Neues Leben, wo keiner mit rechnet, Hoffnung und Mut. Alles das lässt sich seit Ostern bei Gott finden, wenn man von Herzen vertraut und sucht.

Nur wo mein linker Hausschuh ist, bleibt für mich weiter ein Geheimnis. hmmm.

Gesegnete Ostern zu Hause und bleibt gesund,

Euer,

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #09 - friends

MutMachMinute #09 - friends zum Gründonnerstag 09.04.2020

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„So no one told you life was gonna be this way!“ Tschaka Tschaka - die Gelegenheit ist gerade perfekt, mal wieder die Lieblingsserie von früher zu gucken! Für mich ist das friends. Es geht, genau, um sechs Freunde und ihr Stamm-Café Central Perk in New York.

Obwohl mich wundert, dass sie Freunde sind. Die könnten unterschiedlicher nicht sein: Die verrückte Phoebe mit ihren Liedern von der Stinkekatze, der naiv-talentlose Schauspieler Joey, der zynische Kindskopf Chandler, die neurotische Köchin Monica, Society-Girl Rachel, die als Kellnerin jobben muss und „Dr.“ Ross, der ständig mit seinen Dinosauriern nervt. Schrullige Typen. Liebenswert, aber schrullig. Und sie halten zusammen, wenn das Leben mal wieder so ist, wie man es nie erwartet hätte. Da sind alle Schrullen oder Streitereien vergessen. Weil sie Freunde sind! Das zählt.

Ob sich Jesus so Freunde gewünscht hätte? Der hat heute quasi, an Gründonnerstag, seine Erfahrungen mit schrulligen Freunden gemacht. Und wurde krass enttäuscht. Ein Freund hat ihn verraten und verkauft, die anderen hauen ab oder sagen „Jesus? kenn ich nicht“.

Wer solche Freunde hat - Jesus feiert trotzdem mit ihnen Abendmahl, obwohl er seine friends kennt! Oder, weil er seine Zwölf kennt?

In jedem Fall, weil er weiß, wie wichtig Freundschaft ist. Und wenn seine Freunde grad schräg drauf sind, dann ist wenigstens Jesus ihnen ein echter Freund. Er beurteilt die andern nicht nach ihrem Wert für ihn. Sondern danach, wie er ihnen Freund sein kann. Er macht Mut, ist für sie da. Weil er an den Wert von Freundschaft glaubt?

Wichtiger als das was zwischen uns Menschen steht oder uns ärgert, ist für Jesus, das was uns verbindet! Das muss wichtiger und stärker sein! Liebe, Vergebung und Menschlichkeit, da ist Jesus sicher. Und wir?

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes. sagt die Bibel. Seid Freunde! Und wir müssen „gotlob“ nicht perfekt sein oder uns als beste Freunde beweisen, um das zu schaffen. Probiert einfach: seid da füreinander! Und gebt keinen einfach auf! Weil wir alle auch davon leben, - von den andern, die uns genauso geduldig ertragen und tragen. Weil Freundschaft verbindet und das eben wichtiger ist, als alles, was uns trennt. #Versöhnung. So wie Jesus das vormacht.

Und wenn ich an meine friends im Central Perk vom Fernsehen gucke, hab ich ne Ahnung, wie das aussieht. Die kennen und ertragen alle Macken und Schrullen, auch wenn es nervt. Und sind alle für einander da.

Vielleicht ist das in unseren Tagen wichtig. Geduldig sein und Zusammenhalten, auch wenn es anstrengend wird. Weil miteinander essen oder feiern nicht geht. Café-Besuche auch nicht.

Es gibt einen Trick. Freundschaftspflege gerade zür die, denen man gerade nicht so „eng“ ist, die Freunde vielleicht grad besonders brauchen? Nehmt euer Smartphone. Habt Ihr? Prima!

Öffnet den Messenger, whatsapp, threema, oder so und schau im Chat-Verlauf nach ganz unten, wer steht da? Der oder die hat schon lange nix mehr von dir gehört, oder? Und freut sich über nen „ich-mag-dich-trotzdem“-Gruß - von Freund zu Freund! Tipp einfach: Schön, dass es Dich gibt! Ich denk grad an dich, alles Gute. Oder sag einfach:

Bleib zu Hause und bleib mir gesund,

Dein,

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #08 - Was machst du gerade?

MutMachMinute #08 - Was machst du gerade? zum So 05.04.2020

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Immer die eine Frage! Wenn ich facebook öffne, kommt: Was machst Du gerade?

Gerade (So 05.04.20 - 10:13h) sitze ich in Winden in der Kirche und denke. Ich denke an vier Mädels und fünf Jungs, die hier gerade heute mit vielen Gästen Konfirmation feiern wollten.

Die Mädels im ersten richtigen Kleid, in Schuhen mit Absatz vielleicht und einer Frisur, die Stunden gebraucht hat. Die Jungs im ersten Anzug mit Krawatte, die immer zu eng sitzt, ganz klar. Und sogar die hätten wenigstens Gel in den Haaren. Im Gottesdienst hätten wir sie gesegnet, für ihr weiteres Leben. Dann war das Fest geplant mit Omas und Opas, Tanten und Verwandten. Mit dem Lieblingsessen und noch was Gesundem dabei, grüne Blätter, Gemüse und so, wegen Mama. Was macht man nicht alles für seinen großen Tag. Oder lässt es mit sich machen? Und jetzt?

Klar, wir feiern das Fest in ein paar Wochen nach. Nein, das stimmt nicht! Wir werden das Fest nach ein paar Wochen feiern, so ist es richtig. Ihr Tag kommt! Wir werden feiern. Versprochen! Trotzdem fühlt es sich jetzt gerade etwas seltsam an.

Was mir Mut macht: Die Jugendlichen haben so gekämpft, haben auf der Konfifreizeit hart geschuftet. Sich mit Fragen beschäftigt, die bestimmt nicht immer ihre waren. Sie haben fast zwei Jahre Konfizeit mit mir übergestanden - die kann so eine kleine Pandemie doch nicht mehr schocken, oder?

Was machst Du gerade? - Frage ich mich, wo ich an die Jugendlichen denke. Die sitzen wohl zu Hause am Frühstückstisch statt in der Kirche: Pyjama statt Krawatte und Nutellastulle statt Abendmahlsbrot. Aber stopp!

Eines weiß ich genau: Auch wenn das Fest mit vielen Gästen heute nicht ist: Sie sind auch jetzt nicht allein. Die haben ihre Familie um sich, liebe Menschen, die mit ihnen zu Haus aushalten. Da sind ganz viele die heute so wie wir an sie denken. Gerade heute tut das gut.

Und ich weiß: Niemand ist allein. Weil, Corona hin oder her, in der Bibel verspricht Gott: Fürchte dich nicht, ich bin da! Ich sehe dich, was du tust in jedem Moment. Ich bin bei dir.

Gott ist nicht egal, was bei uns gerade los ist, wie es uns geht und was uns freut oder Sorgen macht. Er fragt uns lange vor facebook: Was machst du gerade? Und er will nicht nur wissen, was grad los ist, er trägt es mit. Er lässt uns damit nicht allein, sondern begleitet uns. Mit seinem Segen.

Damit unsere Konfirmanden das gerade heute wissen, habe ich ihnen zum Frühstück ein kleines Video serviert. Mit einem Lied von unserer Freizeit, dass sie und uns alle genau daran erinnert. Das geht so:

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht. Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte, unsern Verstand wach und unsre Hoffnung groß. Und stärke unsere Liebe.
(findet man bei Youtube)

Und wenn euch facebook fragt, was machst Du gerade? hoffe ich, eure Antwort ist, klar: Mitsingen, mutig und laut! Na, wär das was?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #07 - Vaterunser

MutMachMinute #07 - Vaterunser zum Fr 03.04.2020

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Es ist amtlich: Vaterunser hilft gegen Corona! Sagt das Robert-Koch-Institut, also die führenden Virologen in Deutschland! Die müssen es wissen, oder?

Sie informieren, wie wir uns vor Corona schützen können: zu Hause bleiben, Kontakt meiden und extra wichtig: Hygiene! Vor allem Hände waschen, mehrmals am Tag, mit Wasser und Seife und mindestens 20 Sekunden lang!

Wie lange? Genau, ein Vaterunser! Das dauert 23,47 Sekunden, habe ich gestoppt, normal gesprochen. (Klar, ihr könnt auch zählen oder dreimal Happy Birthday singen, aber das wäre doch albern, ehrlich ;-)

Also, gründlich Händewaschen! Und wo ihr die Hände schon gefaltet habt unter warmem Wasser, wäre Gelegenheit für ein Vaterunser. Das schützt dann sogar doppelt! Weil das Händewaschen für äußere Hygiene sorgt. Und das Vaterunser ist Reinigung für die Seele, Psychohygiene also.

Es stärkt die inneren Abwehrkräfte gegen all das, was uns rund um Corona derzeit angreift.

Vaterunser im Himmel... - sagt mir: Ich, ich bin nicht allein, mit dem, was mir grade zu schaffen macht. Da ist etwas, da ist Gott, der über mir wacht und mich begleitet. Das stärkt mein Vertrauen. Dein Reich komme, dein Wille geschehe. - Ja, da passiert viel, das ich nicht in der Hand habe, was mich hilflos und ratlos sein lässt. Aber, das soll mein Leben nicht bestimmen. Gott will nämlich was von mir, vor allem er will was für mich, was Gutes nämlich. Da atme ich tief und frei durch, und spreche weiter:

Unser tägliches Brot gib uns heute. - Der Gedanke ist echt heilsam, wo Solidarität gefragt ist. Es ist für mich gesorgt. Klopapier hamstern ist unnötig. Kein Sch**ß, es reicht, für alle. Also bleib gelassen und lass den andern ruhig was übrig.

Mit führ uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vor dem Bösen ... - immunisiert das Vaterunser dann 4,62 Sekunden vor Schluss gegen Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Fake. Glaub nicht jeden Post, schick nicht alles weiter, - sondern das Gute, klar. Erst denken dann klicken! Sei so frei in deiner Meinung. In so nervösen Zeiten wie heute ist Verstand gefragt, damit nicht jede Panikmeldung über die Pandemie selbst zur Seuche wird, die andere krank macht.

Statt Panik machen, schau lieber nach vorn. Halte durch. Damit wir die Krise durchstehen. Es geht vorbei, „garantiert-hoffentlich“. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Tut gut, oder? Hygiene schützt, Körper - und Seele. Und du und ich, wir alle können viel tun, damit wir möglichst heil durch die Corona-Zeit kommen. Geduld hilft und aufeinander acht geben, statt Angst verbreiten lieber Mut machen! Und denkt dran, was das Robert-Koch-Institut rät: Öfter mal die Hände falten unter warmem Wasser und mit Seife ordendlich rubbeln. Wie lange? Vater unser...

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #06 - April April ?

MutMachMinute #06 - April, April zum Mi 01.04.2020

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Was? „Toilettenpapierhersteller Hakle, der über Nacht zum Luxuskonzern geworden ist, hat die Firma Microsoft übernommen!

Wie reingefallen? Ach so: April, April! Obwohl das mit Hakle könnte zumindest sein, bei dem Boom, den Toilettenpapier gerade erlebt ...

Vielleicht sollten Aprilscherze heute besser ausfallen. In der Corona Krise ist vielen nicht nach Lachen zu Mute, dafür ist die Sache zu ernst. Und spätestens, wenn man sieht, wie viele
wegen der Pandemie sterben, bleibt mir das Lachen eh im Hals stecken. Über Corona sollte man keine Witze machen, oder?

Nein, nicht drüber. Vielleicht aber dagegen? Vielleicht hilft gerade heute ja Lachen - gegen krankmachende Angst und Virusgefahr.

Lachen ist nämlich gesund! Sagt sogar die Wissenschaft. Lachforscher Willibald Ruch hat das über 25 Jahre erforscht und bestätigt: Negative Emotionen, wie Sorgen, Klagen, das hilflose Gefühl und all das, belasten und machen krank!

Aber es gibt ein Heilmittel: Humor! „Wer an ärgerlichen Situationen etwas Lustiges findet, unterbricht den Effekt des Negativen!“ so der Lachforscher. Also, Humor stoppt die Ausbreitung von Angst. Das Negative verliert seine alles bestimmende Macht über mich. Lachen löst Muskelverspannungen, setzt positive Hormone frei. Und ist gutartig ansteckend!

Davon, wie Freude und Hoffnung sich ausbreiten, erzählt die Bibel seit 2000 Jahren viele Lachgeschichten! Da ist die uralte Sarah, der ein Engel ansagt, dass sie Mama wird. Ich? Das ich nicht lache, denkt die nur und lacht wirklich, - vor Freude,- als ihr Kleiner zur Welt kommt.

Oder, wir stehen ja gerade in der Passionszeit vor Ostern. Da erinnern wir dran, wie Jesus leidet und stirbt. Ernste Sache. Bis die Sachgeschichte zur Lachgeschichte wird und drei Frauen, die Welt das Lachen lehren. Traurig gehen die am Ostermorgen zum Grab Jesu, und das ist leer. Erst fürchten sie sich, aber Schreck lass nach, lachen die drei vor Freude. Und erzählen die frohe Botschaft munter weiter. Die Pointe, Jesus lebt! Nichts muss bleiben, wie es ist!

Als Christ freue ich mich noch heute darüber! Es macht mir Mut und Hoffnung, dass der Tod eben nicht sein soll, sondern ich leben und lachen soll. Ich und alle Menschen sollen leben und immer wieder lachen!

Vielleicht tut es gerade heute gut, das zu wissen. Wo vieles Angst macht, wir nicht wissen, was kommt und Menschen sterben.

Nein, ich will am 1. April nicht über Corona oder die Opfer lachen, nie, das ist zynisch. Es geht darum, gegen den Tod und gegen Krankheit an zu lachen. Als Zeichen, dass Leid nicht sein soll, und der Tod nicht das letzte Wort hat, niemals haben darf, sondern das Leben.

Weil Gott uns nicht das fürchten lehren will, sondern Liebe, Leben und Lachen. Wie Kabarettist Hanns Dieter Hüsch sagt:

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer                                          Henning Lang, Pfr.

 

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MutMachMinute #05 - Verdreht

MutMachMinute #05 - Verdreht zum So 29.03.2020

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Vordrehen oder zurück? Heute Nacht war es so weit. Um zwei Uhr wurde da die Uhr vorgedreht auf 3 Uhr. Sommerzeit. Der Tag ist also eine Stunde kürzer, heute müssen wir also eine stunde weniger zu Hause bleiben, juchu!

Nicht falsch verstehen, ich mag Zeitumstellung, ehrlich. Das Uhr vordrehen bringt mein Leben wieder zurück in Einklang mit der Natur. Gestern wurde ich um 6Uhr von alleine wach. Sowas ist doch nicht normal, das ist doch einfach wider die Natur, oder? Ab heute werde ich wieder vom Wecker um 6.30h wachgebimmelt und quäl mich aus dem Bett. So muss das doch sein.

Nicht nur Langschläfer wie ich würden die Uhr gern wieder zurück drehen. Das würden derzeit viel gern. Aber bitte mehr als eine Stunde, vielleicht drei, vier Wochen zurück? Da durfte man ohne Sorgen draußen mit Freunden Joggen gehen, Mit Oma Kaffeetrinken oder die Kids durften auf dem Spielplatz toben. Momentan ist das ja nicht erlaubt, und noch vieles mehr. Sinnvoll in der Situation, klar, aber weh tut es trotzdem.

Heute denke ich da ganz besonders an vier Jugendliche, unsere Minfelder Konfirmanden. Genau jetzt, heute, wollten die ihren großen Tag feiern. Konfirmation. Festgottesdienst mit Segen nur für Sie und ihr weiteres Leben als „Erwachsene“, dann großes Fest mit der Familie, die extra anreisen wollte teils von weit her, Geschenke, tolles Essen, vielleicht das erste echte Glas Sekt...

Und auf den Moment haben die Jugendlichen lange hingearbeitet. Seit Monaten wurde geplant und mit den Eltern organisiert. Fast zwei Jahre haben wir als Konfirmandengruppe gearbeitet, gestritten, gelacht und viel erlebt, für heute: Für große Tag.

Dafür wären die vier bestimmt gern „viel zu früh“ und ganz aufgeregt aufgestanden und im Kleid oder Anzug rausgeputzt in die Kirche.

Statt dessen sitzen die vier heute in Jogginghosen zu Hause auf der Couch. Wenn auch, nur 23 Stunden lang, dank Sommerzeit.

Das Kleid bleibt wohl im Schrank, und die Verwandten und Freunde zu hause. Das müssen wir aushalten. Wir können das Leben nicht zurück drehen, oder vor auf „Sommerzeit“, heile Welt und Sonnenschein.

Nein, wir können die Zeit nicht vordrehen auf Morgen, aber wir können darauf hoffen! Und vertrauen, dass es wieder gut wird. Das alles wieder gut werden kann und soll!

Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr.

So sagt Gott in der Bibel: Euer Leben soll glücklich sein. Hofft auf die Zukunft. Vertraut darauf. Auch wenn wir unsere Zeit gerade nicht verstehen. Der wahre Sinn für unser Leben ist nicht Unglück, nein. Eure Zukunft, eure Zeit soll glücklich sein!

Den tollen Gedanken, denkt Gott für uns. Und wenn ich heute darauf vertraue, fängt die glückliche Zukunft doch schon an? Dann gilt das schon heute! Oder? Muss heute schon gelten.

Vordrehen oder zurück? Wir können im Leben die Uhr nicht zurückdrehen oder vor, wenn es schwierig wird oder wir warten, abwarten müssen. Aber ganz egal ob vor Corona, nach Corona oder eben jetzt mittendrin, wir sind nicht allein. Auch heute denkt Gott schon was gutes für Morgen, für uns! Sicher.

Und ich denke ich heute besonders an meine vier Konfirmanden, und die vielen anderen im Land, die für heute Ihr großes Fest geplant hatten. Und ich drehe, wenigstens in Gedanken, frech die Zeit schon mal vor. Und freue mich heute schon auf den glücklichen Moment, wenn die verdrehte Corona-Zeit vorbei ist, und wir wieder alles das tun können, was gerade nicht geht. Konfirmation feiern, zum Beispiel! Dafür stehe ich dann sogar gern extra früh auf! Und ihr?

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #04 - Rainbow-Warriors

MutMachMinute #04 - Rainbow-Warriors zum Do 26.03.2020

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Sie sind einfach überall! Eine Gruppe frecher Aktivisten machen gerade unser Land unsicher, echte Rainbow-Warrior!

Sie stürmen keine Ölbohrinseln, klettern nicht auf Kraftwerkstürme und rollen auch keine Transparente von Fabrikdächern. Nein, sie treiben es echt bunt und kleben frech Regenbögen in die Fenster. Selbstgemalt, ganz klar!

Ihr erklärtes politisches Ziel: Freude verbreiten und Mut machen! Wir sind überall! Und wo man so Regenbögen in Fenstern sieht, zeigen die kleinen Regenbogenkrieger: Wir gehören auch dazu, wir gehören zusammen, keiner ist allein.

Und die frechen Weltverbesserer haben absolut unverschämt recht. Das sage nicht ich, so steht das sogar in der Bibel. Dort ist der Regenbogen nämlich der absolute Mutmacher, der genau das zeigen soll: Mensch, ihr seid nicht allein!

In der Bibel setzt Gott den Regenbogen für Noah an den Himmel, nach der Sintflut.

Noah ging es fast so wie uns. Er macht auch echt schwere Zeiten durch. Eingesperrt mit Kind und Kegel und allen Tieren in seiner engen Arche. Quarantäne also, zwar nicht aus Angst vor Tröpfcheninfektion, sondern eher weil es dauerregnet. Dazu wurde ihm noch Vierzig Tage und Nächte Ausgangssperre verordnet, bis die Flut vorbei ist. Nachdem die sich verzogen hat und der Alltag wieder einkehrt, passiert es. Als allererstes bekennt Gott Farbe für das Leben. Und er zaubert mit dem Regenbogen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Alle sollen wissen: Gott ist da! Auch wenn es im Leben manchmal chaotisch, bedrohlich oder stürmisch kommt. Trübe Wolken über uns stehen: Du bist nicht allein!
Glaub es ruhig: Solange die Erde steht, soll das Leben nicht aufhören! Ich bin da, sagt Gott.

Farbe bekennen für das Leben. Dem Leben treu bleiben, gerade in trüben Zeiten, sich erinnern, dass unser Leben gesegnet ist. Eine bessere MutMachMessage kann man doch momentan, wo wir die meiste Zeit allein zu Hause bleiben müssen, eine bessere Message kann man da doch gar nicht verbreiten, oder? Ich bin nicht allein, du bist nicht allen, niemand ist allein.

Das sollen wir alle wissen. Und die Kinder machen vor, wie leicht das geht. Und falls ihr auch dazugehören und mitmachen wollt? Ausmalvorlagen gibt es massig im Internet. Oder malt einfach euren ganz eigenen Regenbogen. Dann einfach ans Fenster pappen. Fertig. Kinderleicht.

Danke allen Regenbogenkriegern, diesen frechen kleinen Aktivisten, die mit ihren selbstgemalten Regenbögen in unsere trüb-graue Zeit etwas Farbe bringen und so bunte Freude und Mut machen. Ich denke, wir können das doch alle gut gebrauchen, oder?

Bleibt zu Hause, malt vielleicht einen Regenbogen fürs Fenster und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

 

 

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MutMachMinute #03 - rettender Lippenstift, rot!

MutMachMinute #03 - rettender Lippenstift, rot! zum Di 24.03.2020

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Was hilft in schweren Zeiten? Lippenstift, rot!

Ich hätte es selbst nicht geglaubt, aber Lippenstift hilft in der Not wirklich weiter.

Das war so: Vor ein paar Jahren im Advent, habe ich in Bad Bergzabern im Seniorenheim eine alte Dame besucht, sie war 92 Jahre und konnte nur noch im Bett liegen. Pflegefall.

Wir reden und sie erzählt stolz von ihrem Leben, ihrer Arbeit als Sekretärin in der Chefetage einer Bank, ihre Liebe zum Garten. Als unser Gespräch auf Weihnachten kommt, frage ich sie: „Was würden sie sich denn wünschen zu Weihnachten?“

„Nichts“ sagt sie und erklärt, dass sie ja seit Jahren kein Weihnachten feiert, sie hat keine Kinder, keine Verwandten, kein Besuch und liegt ja nur im Bett.

„Oder doch, einen Wunsch hab ich: Lippenstift, in rot!“ schiebt sie hinterher und lächelt.

Ein Lippenstift! - Zuerst konnte ich das nicht verstehen. Klar, vielleicht auch, weil ich ein Mann bin und mit Lippenstift wenig anfangen kann. Aber ich habe mich gefragt, für soll das gut sein? Die Dame liegt nur im Bett, kommt nicht raus, bekommt keinen Besuch. Für wen oder wozu dann Lippenstift?

Klar, den Lippenstift wünscht sie - für sich! Ihr selbst war der Lippenstift wichtig, lebenswichtig vielleicht sogar?

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin. So sagt es ein Psalm in der Bibel, Psalm 139. Ich bin ein Mensch, von Gott geliebt und wunderbar gemacht. Jeder auf seine eigene Art. Jedes Leben, jeder Mensch ist einzigartig, würdig und recht.

Nicht das was wir tun oder nicht, nicht was wir können, entscheidet da. Einfach nur das wir sind, was wir sind: Eben wunderbar gemacht, ein Mensch, Kind Gottes. Von Gott geliebt, würdig und recht.

Vielleicht zeigt genau das ein Lippenstift, besonders ein roter. Man bzw. meist eher Frau trägt ihn auf, um sich selbst etwas gutes zu tun, die eigene Persönlichkeit zu unterstreichen: Weil man es eben wert ist, schön zu sein!

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin. Lippenstift erfüllt keinen besonderen Zweck, er ist nicht nötig. Aber er kann notwendig sein. Weil er unsere Würde als Mensch unterstreicht. Und die kann uns nichts und niemand nehmen. Kein Altenheim, kein Pflegebett und uns heute auch kein Corona- Virus.

Klar, sind wir auch sehr eingeschränkt: Besuche sind nicht möglich, wir gehen nicht unter die Leute wie sonst, müssen eben zu Hause bleiben. Vielleicht tut uns da der Lippenstift -Gedanke gut?

Bei allen Einschränkungen, die wir erleben, wo so vieles dringender und wichtiger ist, klar, als Schminke - Denkt trotzdem mal an Euch selbst und gönnt euch was Gutes. Zieht mal feine Kleider an, auch wenn es niemand da draußen sieht. Legt den buntesten Lippenstift auf und lächelt in den Spiegel, einfach als Lebens-Zeichen! Weil es euch zeigt, Du bist es wert, würdig und recht.

Und alle Herren der Schöpfung, die ja eher selten Lippenstift tragen: Ihr deckt den Tisch sauber mit Tischdecke, Serviette, Kerze und allem Schnickschnack und genießt die Tiefkühlpizza statt vor der Glotze in Eurer eigenen heimischen „Pizzeria Corona“!

Klingt albern? Tut aber gut! Ihr seid es nämlich - bei Gott - wert. Und wenn ihr dann so über euch schmunzeln müsst, mit Anzug und Krawatte oder Lippenstift allein zu Hause - sagt einfach laut: Danke, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin!

 

Bleibt zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #02 - Alle Zeit der Welt

MutMachMinute #02 - Alle Zeit der Welt zum 22.03.2020

(Hier zum Runterladen als PDF)

Endlich! Als Hörspielfan konnte ich es kaum erwarten. Am Montag lag die neue Folge 204 der drei Fragezeichen in meinem Briefkasten. Ein spannendes Hörspiel als willkommene Abwechslung, wenn man schon das Haus nicht verlassen darf. Wir haben ja gerade alle zeit der Welt... Also CD-Spieler an und los ging der Krimi. Eine Stunde später war die Schlussmelodie der Folge zu hören und, es war das einzige, was ich in der ganzen Zeit mitbekommen habe. Der Krimi selbst lief irgendwie an mit vorbei. Ich war einfach nicht bei der Sache.

Die ganze Zeit haben mich andere Gedanken beschäftigt: In welchem Supermarkt gibt es wohl Karottensalat im Glas, der war beim Einkaufen gerade aus. Ob es bei Tagesschau.de was Neues gibt? Und im Minutentakt hab ich das Handy nach whatsapp-Nachrichten gecheckt, besorgt, nervöse Unaufmerksamkeit.

Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, sagt die Bibel.
Und, Krimihören war bei mir gerade nicht dran. Da musste ich zugeben: auch mich beunruhigt die ganze Corona-Geschichte mehr, als ich mir eingestehe. Weil man die Gefahr nicht sehen kann, man sich sorgen macht, um Menschen, die einem wichtig sind. Weil die Einschränkungen auch um uns herum immer mehr, immer spürbarer werden.

Neben dem, was uns „innen drin“ bewegt, ist auch „um uns rum“ vieles anders. Meine Regeln für den Tag, passen nicht mehr. Plötzlich sind drei Kinder 24h zu Hause und an Schreibtischarbeit ist nicht zu denken. Plötzlich ist statt Geburtstagsbesuch nur telefonieren „erlaubt“, um keinen zu gefährden. Und alle Termine im Kalender sind abgesagt. Es fällt schwer, einfach nicht das zu tun, was man sonst immer macht. Vor allem fällt schwer, nicht das so machen zu können wann und wie man es gern will.

Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, - und gerade jetzt ist es dran, zu Hause zu bleiben, nichts von dem zu tun, was sonst meinen Alltag bestimmt. Weiter wie bisher, geht nicht, klar! Aber was kann man schon tun, in der Situation?

Vielleicht brauchen wir - neue Regeln für unseren Tag. Müssen neue und andere Routinen finden, die besser passen. Auch mit den Menschen, mit denen wir leben. Wie gelingt es da, Kinder, Arbeit, Partnerschaft neu zu gestalten? Wie findet man in der engen Situation Raum und Zeit für sich selbst? Als Ausgleich?

Solche neuen Strukturen sind wichtig und tun gut! Es lohnt, sie ganz bewusst zu finden. Sie geben Halt in der momentanen Unsicherheit. Und wisst ihr was? Der Prozeß ist „gezwungener Maßen“ - sogar - befreiend!

Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, - Meine erste Maßnahme gegen die besorgt, nervöse Unaufmerksamkeit: Online-Öffnungszeiten.

Statt im Minutentakt nach neuen Entwickungen in den Nachrichten zu schauen, zwinge ich mich, zu vier festen Zeiten am Tag nach emails, whatsapp, Tageschau und co zu schauen. Damit eben nicht die sorgenvolle Hilflosigkeit oder ein Corona-Virus da draußen mein Leben bestimmt. Die Freiheit nehme ich mir nicht einfach, die schenkt Gott mir! Gott sei Dank!

Dazu kurz noch ein Gedanke: Wo viele momentan ärgert, das alles abgesagt oder verschoben oder gerade nicht möglich ist: Es gibt so vieles, das jetzt, vielleicht gerade jetzt, seine Zeit hat:

Sonne genießen im Garten hat seine Zeit, in Ruhe telefonieren mit Freunden oder der älteren Nachbarin hat seine Zeit, Bücher lesen, basteln mit den Kids oder den Keller aufräumen hat seine Zeit. Einen Wunschzettel schreiben mit all den Sachen, die wir machen, wenn Corona in einigen Wochen hoffentlich vorbei ist... Da ist so viel, was wir jetzt tun können.

Bei Gott. Wir sind so frei. Also nur Mut!

Schreibt mir gern, was Euch noch so alles einfällt? Was euch gerade jetzt, froh macht, Hoffnung schenkt, gut tut. Was jetzt gerade dran ist und seine Zeit hat. Und

Bleibt bitte zu Hause und bleibt mir bitte gesund!

Euer

Henning Lang, Pfr.

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MutMachMinute #01 - Was macht Mut? - Beten!

MutMachMinute zum Fr. 20.03.20 
(Hier auch zum runterladen)

Gerade jetzt, wo jeder zu Hause für sich alleine ist, tut es gut zu wissen, ich bin nicht allein! Das bringen wir zum Ausdruck mit der Aktion "Vaterunser zur Abendglocke", eine tolle Idee der Kirchengemeinde Römerberg.

Jeden Abend, wenn die Abendglocke zu hören ist, laden wir ein: Betet doch zu Hause bei Euch ein Vaterunser "mit uns", mit allen, die zur gleichen Zeit genauso ihr Vaterunser sprechen. So sind wir verbunden mit Gott und miteinander.

Oder betet direkt für Euch und andere. Dazu habe ich zwei Gebete der Evang. Kirche in Baden gefunden, die ich Euch gern ans Herz und "in den Mund" legen möchte: 

Fürchten will ich mich nicht
vor dem Corona-Virus.
Aber wachsam sein
um mich und andere nicht zu gefährden. 

Zurückweichen will ich nicht
vor denen, die Hass und Panik schüren
vor allem, was fremd ist.
Vielmehr wachsam sein
und für Menschlichkeit eintreten. 


Fürchten will ich mich nicht
in diesen aufgeregten Zeiten.
Wach will ich sein
Besonnen
Solidarisch
Und klar. Amen

Und:

Heute will ich beten
für den Kneipenbesitzer,
der seine Bar schließen muss
und keine Einkünfte mehr hat 


für die Krankenschwester,
die am Rande ihrer Kräfte ist
und weitermachen muss 


für das kleine Mädchen,
das nicht mehr draußen spielen darf
und nicht versteht, warum 


für den rüstigen Mann,
der Hamsterkäufe macht aus lauter Angst,
obwohl er weiß, dass es unsolidarisch ist 


Heute will ich beten
für diese Menschen
und für alle, deren Leben jetzt nicht mehr ist wie früher. Amen

(Gefunden bei "Stille to go" der Evang. Kirche in Baden.)

 

Bleibt mir Gesund!
Euer

Henning Lang, Pfr.