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Faszinierende Lichtspiele ...

... begeisterten zahlreiche Besucher der Stiftskirche bis Ende Juli.

Kunst und Kirche

Melancholie des Lichts betitelte der Künstler Francois Croissant seine Video-Installation, die vom 27. Juni bis 31. Juli 2020 in der Stiftskirche zu sehen war.
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Zur Vernissage wurde für Freitag, 26. Juni 2020, 18 Uhr, in die Stiftskirche geladen. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet durch Kathrin Meyer, Akkordeon, und Simon Schellen, Klarinette.
Die Performance war jeweils zu den Zeiten der "Offenen Kirche" zu sehen und dienstags bis freitags sowie an den Wochenenden zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Stiftskirche

Francois Croissant - Melancholie des Lichts

Melancholie des Lichts

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Farbradierung zu 200 Jahre Kirchenunion

Der Neustadter Künstler Gerhard Hofmann hat eine Farbradierung mit 12 Motiven zur Geschichte der Pfälzer Kirchenunion:

"Dieses Bild zeigt zwölf Motive aus der Historie, die unmittelbar mit unserer Geschichte verbunden sind. Gehen wir von links nach rechts, dann entdecken wir zunächst mit der Jakobinermütze einen Freiheitsbaum aus der Französischen Revolution. Für sie haben sich eine ganze Reihe protestantischer Pfarrer in der Pfalz begeistert. Sie gehörten 1818 zu den Begründern der Union.
Daneben der Turm der Stiftskirche in unserer Unionsstadt: Kaiserslautern.  Hier wurde zum Abschluss der Unionssynode im August 1818 der erste gemeinsame Abendmahlsgottesdienst der Protestantisch-evangelischchristlichen Kirche der Pfalz gefeiert.  Das Unionsdenkmal mit dem Friedensengel in der Mitte –  und Calvin und Luther zur Seite – wurde 1883 eingeweiht –  und steht heute noch in der Stiftskirche, der „Mutterkirche“ der Union.
Der markante Kirchturm dahinter gehört zur Klosterkirche in Lambrecht,  dem Ort der ersten pfälzischen Lokalunion von 1805. Dahinter entdecken wir den Trifels. Er steht oberhalb der Lokalunionsgemeinde Annweiler, die ebenso wie die Stiftskirchengemeinde in Landau eine der Gemeinden ist, in der sich im Jubiläumsjahr „300 Jahre Reformation“, also 1817, Reformierte und Lutheraner zusammenschlossen.
Die Kirche in Neunkirchen am Potzberg – in der oberen Mitte unseres Bildes – ist gewissermaßen die in Stein gemeißelte Union. Aus der lutherischen Kirche (ehemals eine mittelalterliche Kapelle) und der reformierten Kirche entstand als sichtbarer Ausdruck des Zusammengehens 1825 dieser von Paul von Denis entworfene, neue Bau.
 Als die Maxburg oberhalb von Neustadt-Hambach, die Sie rechts oben im Bild sehen, noch eine Burgruine war, fanden sich dort im Jahr 1832 tausende von Menschen ein, die unter dem Deckmantel eines Festes für ein geeintes Deutschland und für die bürgerlichen Freiheiten demonstrierten. Zu den Protagonisten des sog. Hambacher Festes gehörte – neben Theologiestudenten, Vikaren und Pfarrern – auch das Mitglied der Generalsynode von 1821: Philipp Jakob Siebenpfeiffer.  Zur Hymne des Festes wurde das von ihm verfasste Lied:  „Hinauf, Patrioten zum Schloss, zum Schloss!“
In der Mitte des Bildes finden wir ein Motiv, das mir besonders gut gefällt.  Es ist ein „Zitat“ aus dem Historienbild von Theodor Veil (1824), das in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche jetzt – nach der Renovierung – wieder in neuem Glanz erstrahlt: der Zug der Generalsynode 1818 zur Stiftskirche Kaiserslautern. Festlich gewandete Mädchen sieht man da im Vordergrund, die Girlanden halten und den Zug geleiten. Aus den historischen Quellen wissen wir, dass der Unionszug zur Stiftskirche führte. Bei unserem Bild bleibt es hingegen ein Geheimnis, ob die Festgäste hinauf zum Schloss – oder ins Gebäude des Konsistoriums, des heutigen Landeskirchenrats in Speyer, schreiten. 
Vor dem Konsistorialgebäude – in bayrischer Zeit um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert gebaut, erblicken wir den „Unionsvater“: Johann Friedrich Butenschoen. Er war Philosoph und Philologe, hatte auch Geschichte studiert und trat in Straßburg als Revolutionär und Redakteur in Erscheinung. Schließlich wurde er Lehrer und in Speyer Schulinspektor und Konsistorialrat.  Er hat unsere Kirche wesentlich geprägt; unser heutiges Bildungszentrum in Landau trägt darum bewusst seinen Namen.
In den Vordergrund des Bildes hat Gerhard Hofmann die beiden wesentlichen theologischen Inhalte der Union gestellt: die Bibel als alleinige Lehr- und Glaubensnorm – und Brot und Kelch als Zeichen des nun gemeinsam gefeierten Abendmahls. Die Einigung in der Abendmahlsfrage, sie bildete den Kern der Pfälzer Union. Ganz konkret hieß das: aus der lutherischen Hostie und dem reformierten „Kranzkuchen“ wird das Unionsbrot.  Und das soll am Vortag der Austeilung gebacken – und in der Länge von zwei, in der Breite von einem, und in der Dicke von einem halben Zoll geschnitten werden: so niedergelegt in der Unionsurkunde von 1818.  Freilich: die Einigung basiert nicht nur auf pragmatischen Regelungen. Es wurden gewichtige theologische Entscheidungen getroffen. So erreichten Lutheraner und Reformierte einen Konsens im Verständnis des heiligen Abendmahls. Es ist ein Fest des Gedächtnisses an Jesus Christus, in dem es zur „seligsten Vereinigung“ der Kommunikanten mit ihrem Herrn kommt. Basis dieser Einigung war das biblische Zeugnis. Nichts anderes zählt. Die Pfälzer Kirche geht zur Ur-Kunde des christlichen Glaubens zurück. Sie will die Bibel in aller Ernsthaftigkeit und unter Gebrauch der Vernunft auslegen; und dann leben, was sie für wahr erkannt hat. Darum geht es: „immer fort auf der Bahn wohlgeprüfter Wahrheit und echt-religiöser Aufklärung mit ungestörter Glaubensfreiheit mutig voranzuschreiten“ (so formuliert in der Präambel der Unionsurkunde von 1818).

Text: Kirchenpräsident Christian Schad
 
 
 

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