Sie sind hier: Startseite > Unsere Stiftskirche

Losung

Losung für Sonntag, 19. August 2018
Der HERR hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit.
Jesaja 61,1

Paulus schreibt:  Wir sind Gehilfen eurer Freude.
2.Korinther 1,24

© Evangelische Brüder-Unität


Spenden zur Renovierung der Stiftskirche und der neuen Chororgel


Wir danken allen Spendern!Smiley

Unsere Bankverbindung:

Protestantisches Verwaltungsamt
Kto 1000424901
BLZ 546 512 40
Stichwort: "Renovierung Stiftskirche"

bzw. "neue Chororgel"

Die protestantische Stiftskirche in Neustadt

Die Stiftskirche, der wichtigste Sakralbau der Gotik in der Pfalz, dominiert unsere Stadt, ist das Wahrzeichen Neustadts und die markanten Türme sind das Logo der Stadtverwaltung.

Geschichte und Baugeschichte

Aufgrund von Erbauseinandersetzungen im Hause Wittelsbach wurden 1329 im Hausvertrag von Pavia die Pfalz und Bayern getrennt und die Kurwürde zunächst der pfälzischen Linie der Wittelsbacher, also Rudolf II. übertragen. 1356  wurde Ruprecht I., dem Bruder des inzwischen verstorbenen Rudolf II., von Kaiser Karl IV. das alleinige Recht auf die Kurwürde zugebilligt; damit stieg Ruprecht I. zu dem vornehmsten weltlichen Reichsfüsten auf: er war Reichsvikar und Erztruchsess.

Und auf dem Höhepunkt seiner Macht stellte er dann am 12. August 1356 die Urkunde für das von seinem Bruder Rudolf II., kurz vor dessen Tode 1353 geplante Kollegiatstift an der damaligen Pfarrkirche St. Ägidius aus und schuf damit eine in ihrer Größe und Ausstattung würdige Grablege für seine Familie. Beide Fürsten fanden mit ihren Ehefrauen im Stifts-Chor der Kirche ihre letzte Ruhestätte.

Begonnen wurde ab 1363 zunächst mit der Erweiterung des Pfarrchores der besteheneden St. Ägidienkirche, der sich der Bau des Stiftschores ab 1368 anschloß. Die erste Weihe fand am 24. Juni 1383 nach Abschluß der Bauarbeiten am Stiftschor statt; danach erfolgte die Abtragung der alten Kirche, und das Langhaus und die ersten Stockwerke der Türme wurden errichtet.

1400 war die Kirche, bis auf den Nordturm, der seine endgültige Form und Höhe erst 1489 erreicht hatte, fertiggestellt.

Die traditionsreiche oberrheinische Doppelturmfassade kombiniert mit dem Langchor der Bettelordenarchitektur, der zusätzlich mit zwei Seitenkapellen bereichert ist,und die klare Unterscheidung von Pfarr- und Stiftschor muß als eine bewußte Steigerung der Mittel von Westen nach Osten , also vom profan orientierten Bereich der Seelsorge (Langhaus) zum sakralen Ort der Bestattung (Stiftschor) und der Seelmessen gesehen werden.

Mit ihren zahlreichen Ein- und Umbauten und ihrer reichen Ausstattung spiegelt die Stiftskirche die Geschichte der Pfalz und auch die Schicksale der Kurpfalz hinsichtlich ihrer Konfessionspolitik wider:

  • Grablege der pfälzischen Wittelsbacher Kurfürsten
  • lutherisch unter Kurfürst Ottheinrich – 1556 – 1559
  • 1562 Auflösung des Kollegiatstiftes unter Kurfürst Friedrich III., die Kirche wird reformiert
  • von 1578 – 1584 Universitätskirche, als die nicht lutherisch orientierten Professoren der Heidelberger Universität verwiesen worden waren und Johann Casimir, der Bruder des damaligen Kurfürsten, in Neustadt eine calvinistisch geprägte Gegenuniversität gründete
  • Während des 30-jährigen Krieges abwechselnd katholisch, reformiert oder lutherisch
  • und ab Oktober 1689 Simultaneum
  • ab 1708 nach Einbau der Trennmauer , die bis heute besteht,  beide Konfessionen unter einem Dach

Ausstattung

Auf der Westseite der Kirche findet sich zwischen den beiden Türmen die offene Eingangshalle der Kirche, Paradies genannt. Die aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammenden Fresken wurden vor wenigen Jahren restauriert und stellen ein ikonographisches Programm dar.

Das Südjoch und das Nordjoch im Vergleich: Das Alte Testament, symbolisiert durch den Schlußstein = Mond – steht dem Neuen Testament, symbolisiert durch den Schlußstein = Sonne gegenüber; das Neue Testament baut auf dem Alten Testament auf. Im Mitteljoch die musizierenden Engel; hier wird die Endzeitvision der Offenbarung des Johannes angedeutet: Die Engel umschweben den Thron Gottes.

Des weiteren findet sich an der Nordseite eine hervorragend gearbeitete Steinplastik, die König David mit Krone, Judenhut und Spruchbändern darstellt.

Tritt man durch den Haupteingang ein, wird der Blick sofort auf das Mosaik an der Trennwand gezogen. Bei der künstlerischen Gestaltung der Trennwand hat der Künstler 1928 auf das Motiv des ehemaligen Chorfenster, das die Menschen vor 1708 über dem Lettner,der den Pfarr- vom  Stiftschor trennte und den die Bevölerkung nicht durchschreiten durfte, sehen konnten, Bezug genommen - die Auferstehung und Himmelfahrt Christi – und hat hier auf die Farbsymbolik des Mittelalters zurückgegriffen:  Schwarz steht für Karfreitag, Gold für das österliche Licht, Blau für die himmlischen Spähren, der Regenbogen für den Bund, den Gott mit Noah geschlossen hat und im Gewand Christ die Farben Rot und Blau, die sich zu Violett verändern.

Das Motiv wurde in Mosaik gestaltet, um Transparenz zu vermitteln, also das fehlende Chorfenster anzudeuten.

Die Stiftskirche besitzt seit 1928 zwei Fenster, ebenfalls von Prof. Babberger gestaltet, die miteinder korrespondieren und zum einen Martin Luther, Zacharias Ursinus und David Paräus zeigen und zum anderen gegenüber König Adolf von Schweden, Kurfürst Ottheinrich und Pfalzgraf Johann Casimir, alles Persönlichkeiten, die für Deutschland, die Kurpfalz und Neustadt die Reformation verkörpern.

Weitere wertvolle Stücke unserer Kirche sind die Kanzel, eine der ältesten Steinkanzeln in Deutschland , die Wappentafel von 1617 , das silberne Taufgeschirr, 1683 von der Gräfin von Degenfeld gestiftet und die  wertvollen vergoldeten Abendmahlskelche von 1756, gestiftet vom  Ratsherrn Johannes Ketterle, der silberne Brotkorb von 1765 und die silberne Abendmahlskanne von 1777, gestiftet von Philipp Friedrich Böckler.

Virtueller Rundgang durch die Stiftskirche (öffnet sich in neuem Browserfenster)

Version 2 des Virtuellen Rundgangs durch die Stiftskirche (öffnet sich in neuem Browserfenster)

Weitere Infos zur Stiftskirche finden sie auch auf der homepage des Bau- und Fördervereins: www.stiftskirche-nw.de

die neue Chororgel