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21.10.2016

Frauenthemen für die Kirche umgesetzt

Ilse Blendin geht ab Oktober in Ruhestand – Referentin für Frauenarbeit der Evangelischen Arbeitsstelle


Jetzt heißt es aufräumen und aussortieren: Ilse Blendin in ihrem Büro. Foto: Jung

Jetzt heißt es aufräumen und aussortieren: Ilse Blendin in ihrem Büro. Foto: Jung

Kaiserslautern. Alles hat seine Zeit. Für Ilse Blendin geht die Berufstätigkeit nun zu Ende. Mehr als 27 Jahre hat sie in der Landeskirche als Referentin für Frauenarbeit mitgewirkt, seit 2000 bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in Kaiserslautern. Ein vielseitiges Arbeitsfeld, das sie Ende Oktober gegen den Ruhestand tauscht.

Noch steht das Telefon in ihrem Büro selten still, und der Terminkalender regelt den Tagesablauf. „Aber ich bin bereits am Sortieren und Ordnen, damit ich alles übersichtlich meiner Nachfolgerin übergeben kann“, sagt Ilse Blendin. Und so sichtet sie die papiernen Zeugen ihrer Arbeit, die sie im Sommer 1989 aufgenommen hat. Zu einer Zeit, als es keinesfalls selbstverständlich war, als dreifache Mutter voll berufstätig zu sein. „Da bin ich hier und da auf Kopfschütteln gestoßen. Aber meine Familie hat hinter mir gestanden, und gemeinsam ist es uns gelungen, mithilfe privater Kinderbetreuung unser Leben neu zu organisieren“, sagt sie.

„Kirchliche Frauenarbeit war mir bereits durch meine ehrenamtliche Mitwirkung in der mennonitischen Gemeinde vertraut“, erklärt Blendin. Sie sei ein zentrales Themengebiet für die studierte Sozialpädagogin gewesen, seit sie in den 1980er Jahren mit der feministischen Theologie in Berührung gekommen sei. „Kirchliche Frauenarbeit hat mir einen neuen Zugang zu Glauben und Spiritualität eröffnet.“ Es sei eine Art „Erweckungsbewegung“ gewesen, die dazu aufgefordert habe, die Bibel aus Frauenperspektive und stärker in Kontakt zu Frauenleben zu lesen.

Daher kam es Ilse Blendin entgegen, dass im Jahr 1988 die Ökumenische Dekade „Kirche in Solidarität mit den Frauen“ ausgerufen wurde – mit dem Hauptziel, Frauen gleichberechtigt in Gesellschaft und Kirche mitwirken zu lassen. „Die Dekade hat meine erste Zeit als Referentin für Frauenarbeit stark geprägt. Ich konnte aktiv an den Zielen mitarbeiten.“ Denn so breit gefächert ihr Aufgabenfeld war, so vielfältig waren die Möglichkeiten, die es mit sich brachte. In der Arbeit mit Frauenkreisleiterinnen, durch Fort- und Weiterbildungsangebote, Seminare und Gemeindeberatung. „Ich habe geschaut, welche Themen am Puls der Zeit sind, was die Frauen bewegt und wie wir es in der Kirche nutzbar machen können“, erinnert sie sich.

Auf ein ökumenisches Miteinander geht auch der „Tag für feministisch und religiös interessierte Frauen“ zurück, der in den 1990ern eingeführt wurde, mit dem Anspruch, gesellschaftspolitische und spirituelle Aspekte zu verbinden. Er steht jeweils unter einem bestimmten Thema und findet alle zwei Jahre in Kaiserslautern statt – seit 2007 allerdings unter dem Namen „Ökumenischer Frauentag“. „Aber nicht weil sich manche an dem Begriff feministisch gestoßen haben, sondern weil es mittlerweile selbstverständlich ist, dass ein Frauentag feministischen Charakter hat“, begründet sie die Änderung.

Besonders am Herzen liegt ihr seit Beginn die Weltgebetstagsarbeit. „Wir haben sie im ökumenischen Miteinander auf eine breite Basis gestellt. Mit einem guten Team, in das auch mennonitische und methodistische Mitarbeiter einbezogen sind.“ In dieser Arbeit engagierte sie sich von 1990 bis 2015 als Delegierte im deutschen Komitee. „Acht Jahre habe ich dem Vorstand angehört und dabei noch einen tieferen Einblick bekommen, zusammen mit mehr Verantwortung und Mitprägungsmöglichkeiten“, führt Blendin aus.

Die 64-Jährige lässt Wegbegleiterinnen und Aufgaben zurück. Ein bisschen Wehmut hat sie im Gepäck, aber noch mehr Erinnerungen an ein lebendiges Arbeitsfeld, bereichernde Begegnungen und ein gutes Miteinander mit den Kolleginnen und Kollegen. Womit sie den Freiraum des neuen Lebensabschnitts füllt, lässt Ilse Blendin noch offen. „Ich habe keine festen Pläne, sondern warte ab, wonach mir der Sinn steht und was sich ergibt“, sagt sie. Ihre Verabschiedung ist am Freitag, 28. Oktober, um 17.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kleinen Kirche in Kaiserslautern geplant. Danach gibt es einen Empfang in der benachbarten Alten Eintracht. Anmeldungen für die Teilnahme sind bis 24. Oktober möglich bei Doris Borger von der Arbeitsstelle unter E-Mail: doris.borger(at)evkirchepfalz.de. fdj