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21.10.2016

Das Nobel-Auto erstrahlt vor dem Altar

Eine Präsentation im Kirchenpavillon auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Landau sorgt für Ärger


Ein exklusiver Carport: Im nächsten Jahr will die Kirche beim „Genießerleuchten“ eigene Angebote im Kirchenpavillon der früheren Landesgartenschau machen. Foto: VAN

Ein exklusiver Carport: Im nächsten Jahr will die Kirche beim „Genießerleuchten“ eigene Angebote im Kirchenpavillon der früheren Landesgartenschau machen. Foto: VAN

Ein nobles Auto, leicht futuristisch ausgeleuchtet, steht in einer Kirche vorm Altar. Diese Präsentation eines BMW-Autohauses beim sogenannten „Genießerleuchten“, einer schön ausgeleuchteten Ess- und Trinkveranstaltung auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Landau, sorgt für Aufregung.

Unsensibel sei ein solches Vorgehen, sagt der Landauer Dekan Volker Janke. Allerdings zeige sich dabei auch gesellschaftliche Realität. Die Achtsamkeit gegenüber kirchlichen Symbolen habe nachgelassen. Das Problem, dass der Pavillon als sakraler Raum genutzt werde, habe er so nicht gesehen, sagte der Veranstalter der lokalen Presse. Er habe das gesamte Gelände von der Stadt gemietet, Einschränkungen habe es dabei nicht gegeben. Das wiederum empört die ehemalige evangelische Gartenschaupfarrerin Mechthild Werner: Dass ein Auto im Kirchenpavillon präsentiert wird, zeuge von großer Ignoranz vonseiten der Stadt, sagt sie. Allerdings habe sie genau solche Probleme erwartet, als die Stadt und die Landeskirche einen Vertrag über die Nutzung des Pavillons nach der Gartenschau geschlossen haben, sagt Werner.

Danach hat die Landeskirche dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst die Aufgabe übertragen, den Pavillon zu bespielen. Mit im Boot sind die Stiftskirchengemeinde Landau und die regionale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Es räche sich jetzt, dass sich diese Beteiligten keine Gedanken darüber gemacht hätten, was in dem Gebäude außer Gottesdiensten und Andachten noch angeboten werden könne, sagt Werner. Die Kommunikation sei von Anfang an schwierig gewesen.

Nach Werners Ansicht hätte die Stadt den Pavillon beim „Genießerleuchten“ auch nicht einfach mitverpachten dürfen, da die Kirche noch Hausherrin sei. „Die Kirche hat das doch nicht für 200 000 Euro gebaut und es dann der Stadt geschenkt“, sagt sie. Das sehen die anderen Beteiligten anders. „Der Pavillon gehört uns“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Landau, Sandra Diehl. Sie räumt jedoch ein, dass die Sache mit der Autopräsentation unglücklich gelaufen ist. Auch die Landeskirche sieht die Stadt als Eigentümerin. „Die Stadt Landau hat den Pavillon übernommen“, sagt Achim Glang vom Landeskirchenrat. Sie zahle auch Pflege und Unterhalt. Der Pavillon müsse mindestens noch fünf Jahre stehen, da sonst die Kirche Fördermittel für den Bau zurückzahlen müsse.

Es ist als noch Zeit, um es in den kommenden Jahren besser zu machen. Dekan Janke jedenfalls will sich im kommenden Jahr frühzeitig darum kümmern, dass die Kirche beim „Genießerleuchten“ mitmacht. Klaus Koch