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15.09.2011

Große Sehnsucht nach eigenem Kirchengebäude

Kirche in Münchweiler wird 50 Jahre alt – Kirchenbauverein sammelt mit kreativen Ideen Spenden – Festgottesdienst am 2. Oktober geplant


Am Erntedanksonntag 1961 in Dienst gestellt: Die Pauluskirche. Foto: Seebald

Am Erntedanksonntag 1961 in Dienst gestellt: Die Pauluskirche. Foto: Seebald

Münchweiler. Mit Festgottesdienst und Gemeindefest feiert die Kirchengemeinde Münchweiler-Ruppertsweiler am Erntedanksonntag, 2. Oktober, um 10 Uhr das 50-jährige Bestehen der Pauluskirche in Münchweiler an der Rodalb.

Münchweiler, das als Diasporagemeinde im Jahr 1950 nur 80 Protestanten zählte und als Parochialgemeinde zu Ruppertsweiler gehörte, war ein Jahrzehnt später insbesondere durch Zuzug von Neubürgern und die Aufnahme von Flüchtlingen auf mehr als 400 Protestanten angewachsen. Weil es keine protestantische Kirche im Ort gab, wurden die Gottesdienste zunächst 14-täglich im alten Schulgebäude, dann im Jugendraum der katholischen Pfarrgemeinde gefeiert.

Im Februar 1952 gründete sich ein Kirchenbauverein mit dem Zweck, durch Spenden und Fundraising-Aktionen das ehrgeizige Bauvorhaben zu ermöglichen. Seine Mitglieder sammelten Geld bei Haussammlungen, eigens anberaumten Kaffeekränzchen und The­ateraufführungen. Nach knapp fünf Jahren hatte der Verein bereits 13 294 Euro (26 000 Mark) gesammelt.

Am 27. September 1959 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, die nach Plänen des Speyerer Kirchenbaumeisters Richard Hummel und Kirchenoberbaurat Otto Stahl von der landeskirchlichen Bauabteilung errichtet wurde. Mit der Bauleitung waren die Architekten Albin Burkhart und Walter Jung aus Pirmasens beauftragt. An das Kirchenschiff schließt sich in der Verlängerung ein Gemeinderaum an, der seitlich angebaute Kirchturm hat eine Höhe von 25,5 Meter. Für das Außenmauerwerk wurden rote Klinker aus Emmerich am Niederrhein verwendet.

Zwei Jahre später am Ern­te­dank­fest, 1. Oktober 1961, wurde die Pauluskirche in Dienst gestellt. Gemeindepfarrer Friedrich Knecht, Dekan Ernst Kohlmann und Oberkirchenrat Fritz Roos gestalteten den Festgottesdienst. Für den modernen Kirchbau schuf der Künstler Otto Ditscher (1903 bis 1987) aus dem vorderpfälzischen Neu­ho­fen an der Chorwand das von der Decke bis zum Fußboden reichende Altarbild „Christus ist lebendig. Er ist auferstanden“. An einer Außenmauer des Kirchturms wurde ein Relief des Bildhauers Franz Lind aus Freinsheim mit dem Titel „Paulus vor Damaskus“ eingelassen. Erst einige Jahre später war Geld für Orgel und Glocken vorhanden. Die Steinmeyer-Orgel wurde im August 1964 in Dienst gestellt, die drei Glocken 1983.

Die Gesamtkosten für den Sakralbau beliefen sich auf 132 936 Euro (260 000 Mark). Diese Summe nennt der Gemeindepfarrer in seinem Abschlussbericht vom Januar 1964 an den Landeskirchenrat. Aus Eigenmitteln steuerte die Parochialgemeinde Münchweiler 7779 Euro, aus Spenden 15 230 Euro und aus einem bei der Raiffeisenbank aufgenommenen Darlehen 10 225 Euro bei. Die pfälzische Landeskirche gab einen Zuschuss von 58 287 Euro und ein Darlehen von 7670 Euro. Das Gustav-Adolf-Werk Pfalz steuerte für die Diaspora-Kirche 18 407 Euro bei. Das Land Rheinland-Pfalz gab 10 225, die politische Gemeinde 5113 Euro.

Im Januar 1969 ging die große Sehnsucht der Protestanten in Münchweiler in Erfüllung: Sie wurden eine eigene Kirchengemeinde mit eigenem Presbyterium. Vom Pfarramt Hinterweidenthal aus betreute Pfarrer Lothar Beck sie mit.

Seit Anfang 2011 bilden Münchweiler, Merzalben und Leimen zusammen mit Ruppertsweiler eine Kirchengemeinde. Münchweiler hat derzeit rund 650 Gemeindemitglieder. Dazu gehören die Ortsgemeinden Merzalben mit 251 und Leimen mit 147 Protestanten. Ruppertsweiler zählt 777 Mitglieder. dob