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20.10.2011

Ein Elsässer Protestant in Frankreich

Wo selbst die Kommunisten katholisch sind – Martin Graff kommt zur Reihe „500 Jahre Reformation“


Bestreitet den Vortrags- und Gesprächsabend am 27. Oktober in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer: Martin Graff, Theologe und Journalist, Kabarettist und Filmemacher. Foto: LM

Bestreitet den Vortrags- und Gesprächsabend am 27. Oktober in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer: Martin Graff, Theologe und Journalist, Kabarettist und Filmemacher. Foto: LM

Wie lebt eigentlich ein Protestant in Frankreich? In einem Land, in dem es mehr Muslime als Protestanten gibt? In einem Land, in dem selbst die Kommunisten katholisch sind? Martin Graff, Autor und Journalist, Kabarettist und Filmemacher, liebt es, die Dinge zuzuspitzen, das zunächst so Selbstverständliche zu hinterfragen und die deutsch-französischen Gewohnheiten infrage zu stellen.

Am Donnerstag, 27. Oktober, um 19 Uhr setzt Martin Graff die Veranstaltungsreihe „500 Jahre Reformation“ von „Kirchenbote“ und „Rheinpfalz“ in der Dreifaltigkeitskirche Speyer fort (Anzeige auf Seite 12). Nach Kardinal Karl Lehmann und Professor Wolfgang Huber, nach Ministerpräsident Kurt Beck und Günther Beckstein kommt in der sechsten Folge der Reihe ein „Grenzgänger“ zu Wort, der dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers am 31. Oktober 2017 aus einem etwas anderen Blickwinkel entgegensieht.

Martin Graff ist 1944 im elsässischen Munster geboren, studierte evangelische Theologie und Philosophie. Er war Pfarrer in Straßburg, bevor ihn seine lutherische Kirche zum Kirchenfunk des Saarländischen Rundfunks nach Saarbrücken schickte, was seine berufliche Laufbahn gründlich veränderte. Martin Graff gehört zu den ersten Gewinnern des deutsch-französischen Journalistenpreises, hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht und drehte Filme für den SR, den SWR und das ZDF (unter anderem „Donauträume“ und die Serie „Straßenbekanntschaften“) wie auch für das französische Fernsehen. Für die „Rheinpfalz“ schreibt er seit Jahren eine Kolumne als elsässischer „Gedankenschmuggler“ im Wochenendprodukt.

Sein letzter Roman „Le vagabond des frontières“ wurde 2010 mit dem „premier prix de littérature du salon de Marlenheim“ ausgezeichnet. Das Buch erschien bei VAT Mainz unter dem Titel „Grenzvagabund“. In diesem Roman macht er sich auf die Suche nach seinem Vater. Nachdem dieser als französischer Soldat gegen die Wehrmacht kämpfte, wurde er in die Wehrmacht „zwangs­rek­ru­tiert“ und starb in Schlesien.

Für Martin Graff, dessen Vortrags- und Gesprächsabend unter dem Titel „Martin Luther und der Weg nach Europa“ steht, sind beide Länder, Deutschland und Frankreich, ein Ergebnis der Reformation. Das Podiumsgespräch moderieren werden die beiden Chefredakteure von „Rheinpfalz“ und „Kirchenbote“, Michael Garthe und Hartmut Metzger. Im Anschluss an die Veranstaltung in der Dreifaltigkeitskirche (gegen 21 Uhr) laden „Kirchenbote“ und „Rheinpfalz“ zu weiteren Gesprächen und Elsässer Flammkuchen in die benachbarte Heiliggeistkirche ein. KB