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28.06.2012

Kirche und Synode gibt es nur öffentlich


Hartmut Metzger

Hartmut Metzger

von Hartmut Metzger

Kirche entsteht durch die Versammlung der Gläubigen, denen das Wort Jesu Christi öffentlich verkündigt wird. Synode ist immer dann, wenn sich die geistlichen und weltlichen Vertreter der Kirchenbezirke oder der ganzen Landeskirche zusammenfinden – nur ihrem Gewissen verantwortlich und öffentlich. Ausnahmen sind ausdrücklich nur ausnahmsweise zugelassen (Paragraf 15).

Daher ist es sehr bemerkenswert, wenn das „Protestantische Dekanat Landau“ zur Dekanswahl 2012 einlädt mit einem „Nicht öffentlichen Teil“ auf der „Vorläufigen Tagesordnung“: 6. Stellungnahmen, a) Synodalausschuss, b) Verstärkter Bezirkskirchenrat, c) Verstärktes Presbyterium. 7. Allgemeine Aussprache. Kirchenrechtlich äußerst grenzwertig wird diese Tagesordnung durchgezogen. Aber das ist nicht das größte Problem. Schlimm ist das Bild von Kirche, das so vermittelt wird. Falsch wählen kann die Synode eigentlich nicht. Sie hat zwei gleichermaßen gute Kandidaten, eine Frau und einen Mann. Beide halten zwei beachtliche Vorstellungsreden mit je eigenem Profil. Dann wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, und nach fast zwei Stunden „Hinterzimmerarbeit“ heißt es im ersten Wahlgang: 85 Stimmen für den Kandidaten, 32 Stimmen für die Kandidatin. Als „Black Box“ funktionieren Kirche und Synode nicht.