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28.06.2012

Sie haben sich in den Dienst anderer Menschen gestellt

Schüler des Trifels-Gymnasiums absolvieren Praktika in Einrichtungen der Diakonie – Oberkirchenrat Manfred Sutter überreicht Urkunden


Empfängt die Schüler im Diakonischen Werk in Speyer: Manfred Sutter. Foto: Landry

Empfängt die Schüler im Diakonischen Werk in Speyer: Manfred Sutter. Foto: Landry

Annweiler. Sie haben etwas geleistet – und die anderen dürfen das ruhig wissen. „Weil wir sozial sind“, rufen die 15- und 16-jährigen Schüler des Trifels-Gymnasiums in Annweiler ihren fragenden Mitschülern zu, als sie in einen Bus nach Speyer steigen. Ihre Fahrt führt sie zum Diakonischen Werk Pfalz. Dort würdigt Oberkirchenrat Manfred Sutter ihr soziales Engagement mit Urkunden. Sie haben Praktika in diakonischen Einrichtungen absolviert. „Mit Sozialkompetenz habt ihr in jedem Beruf die Nase vorn“, gibt er den Gymnasiasten mit auf den Weg.

Die Lehrerinnen des Trifels-Gymnasiums Gudrun Laux, Ursula Saile-Geisthardt und Barbara Pusch hatten die Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgänge des Gymnasiums zu dem Projekt „Freiwillig engagiert – Verantwortung übernehmen und lernen“ eingeladen. Für einen Zeitraum von drei Monaten haben sich die Schüler dabei verpflichtet, einmal wöchentlich für zwei bis drei Stunden in einer diakonischen Einrichtung ihrer Wahl mitzuarbeiten: in Kindergärten, Grundschulen und Einrichtungen der Behinderten-, Jugend- und Altenhilfe.

Auch in diesem Schuljahr haben sich mehr als 30 Schüler gemeldet, die Freude daran haben, für andere Menschen da zu sein. „Dieses diakonische Projekt bringt das evangelische Profil unserer Schule besonders gut zum Ausdruck“, sagt der Schulleiter des Trifels-Gymnasiums, Pfarrer Steffen Jung. Er ermuntert seine Schüler, die Praxis diakonischen Handelns direkt vor Ort kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Probleme von Menschen mit Hilfebedarf zu öffnen.

„Also ganz ehrlich. Das war echt schwer“, berichten Annkathrin, Mara, Leyla und Tim von ihrer Arbeit in einem Kindergarten. Moritz und Johanna können das nur bestätigen. Sie hätten viel Geduld gebraucht. Am Anfang hätten die kleinen Kinder nicht auf sie gehört, weil sie ja nicht die Erzieher gewesen seien. Romy gesteht: „Zwei Stunden am Nachmittag haben gereicht, um total fertig zu sein.“ Jetzt wisse sie, wie anstrengend der Job einer Erzieherin sei. „Aber es hat mich auch in meinem Wunsch bestärkt, später beruflich mit Kindern zu arbeiten.“

Nicht weniger Geduld brauchten Melanie und Sandra bei ihrem Praktikum in einem Altenheim in Landau. „Man muss sich schon ein Stück weit überwinden, auf andere einzugehen und zum Beispiel ganz laut zu sprechen oder eben die Regeln des Spiels Bingo auch beim dritten Mal noch geduldig zu erklären“, berichtet Melanie. Warum sich dennoch Jahr für Jahr so viele Jugendliche des Trifels-Gymnasiums freiwillig in diesem Projekt engagieren, wird klar, als Sandra sagt: „Die Menschen dort waren so glücklich. Einfach nur, weil wir einen Nachmittag für sie da waren.“

Es tue gut zu sehen, mit welcher Freude sie sich in den Dienst anderer Menschen stellten, sagt die Lehrerin Ursula Saile-Geisthardt zu den Jugendlichen. „Zu sehen, wie ihr daran wachst und dabei erwachsen werdet, euch als eigene Person zur Geltung bringt.“ Und nicht nur die Schüler haben etwas von ihrem Engagement. Auch die beteiligten Einrichtungen gaben durchweg positive Rückmeldungen. „Ihr wart richtig gut“, lobt Barbara Pusch. red