Amtsblatt

der Evangelischen Kirche der Pfalz

(Protestantische Landeskirche)


2005

Ausgegeben zu Speyer 23. März 2005

Nr. 3


Bekanntmachungen

Kollekte „Hoffnung für Osteuropa“

Speyer, 21. Februar 2005
Az.: III 520/02-13

Kollekte „Hoffnung für Osteuropa“

Nach dem Kollektenplan 2005 (ABl. 2004 S. 252) ist in unserer Landeskirche am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 2005, eine Kollekte „Hoffnung für Osteuropa“ zu erheben. Für die Abkündigung kann folgender Aufruf verwendet werden:

Hintergrundinformation:

Die Spendenaktion „Hoffnung für Osteuropa“ wurde 1994 als Antwort der Evangelischen Kirche in Deutschland auf den Wandel in Mittel- und Osteuropa gegründet. „Horizonte erweitern – Europa gestalten“ – unter diesem Motto steht die diesjährige 12. Aktion „Hoffnung für Osteuropa.“ Sie will zum Aufbau von Kirche und Gesellschaft und zur Verbesserung der notvollen sozialen Situation in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern beitragen. Zu diesem Zweck unterstützt „Hoffnung für Osteuropa“ zahlreiche Projekte in fast allen Ländern der Region.

Seit vielen Jahren bestehen Partnerschaften und inzwischen auch Freundschaften zwischen Pfälzer Gemeinden und Christen in Russland, Weißrussland, der Ukraine, in Litauen und in Rumänien.

Zweckbestimmung:

Folgende drei Pfälzer Projekte stehen dieses Jahr im Rahmen der Eröffnung von „Hoffnung für Osteuropa“ im Mittelpunkt:

Der Förderverein „Freundeskreis Kinder von Tschernobyl“ der Protestantischen Kirchengemeinde Odenbach unterstützt seit über zehn Jahren Menschen aus der durch die Tschernobyl-Katastrophe betroffenen Region Gomel, Weißrussland. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, insbesondere Kindern aus der strahlenverseuchten Gegend um Leltschizy jedes Jahr einen vierwöchigen Ferienaufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. Bisher konnten über 700 Kinder eingeladen werden.

Ferner unterstützt der Förderverein durch Hilfstransporte zwei Krankenhäuser mit medizinischen Hilfsmitteln, Schulen, Kindergärten, sozial schwache Familien sowie Waisen- und Invalidenkinder, die durch diese furchtbare Katastrophe ihre Eltern verloren haben bzw. körperlich geschädigt wurden.

Ca. 350 Tonnen Hilfsgüter wurden bisher überbracht.

Die Kirchengemeinde Kirchheimbolanden unterstützt die Waisenhaus-Internatsschule, das Waisenhaus für Kleinkinder, die städtische Armenküche, die Krankenhäuser und die Evangelische Kirchengemeinde der Stadt Tschernjachowsk/Russland (Gebiet Kaliningrad). Mittlerweile hat die Stadt Kirchheimbolanden auf die kirchengemeindliche Initiative hin einen Freundschaftsvertrag mit Tschernjachowsk geschlossen. Nachdem die Schlafräume des Internates renoviert wurden und rund 200 Menschen eine Patenschaft für ein Waisenkind übernommen haben, soll in diesem Jahr die städtische Armenküche eine besondere Hilfe erfahren. Im Augenblick suchen täglich 150 Sozialhilfeempfänger die Einrichtung auf. Die Zahl der Hungernden dagegen ist wesentlich höher. Ziel ist es deshalb, am Tag 300 bis 400 Bedürftige mit Essen zu versorgen.

Seit über zehn Jahren leisten die Protestantischen Kirchengemeinden Limburgerhof, Ebernburg und die Friedenskirchengemeinde Kaiserslautern humanitäre Hilfe für Odessa. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Verbesserung der medizinischen Versorgung der Stadt sowie der Verbesserung der Situation der Kinder, insbesondere der Waisenkinder.

Jährlich wird ein großer Hilfstransport mit Kleidern, Spielwaren, Medikamenten und medizinischen Gütern (Verbandsmaterial, medizinische Geräte, Krankenbetten …) finanziert. Ungefähr zweimal jährlich sind Gäste aus Odessa zu Besuch: Ärzte des Kranken- bzw. Kinderkrankenhauses, denen ein Praktikum in einem pfälzischen Klinikum vermittelt werden konnte, Erzieher/innen aus Kindertagesstätten, Mitglieder des dortigen Friedensrates, Studierende und Mitarbeitende der Universität Odessa oder ehemalige Zwangsarbeiter/innen.

Seit 1996 wird die Ausbildung des Waisenjungen Kolja Saparnjuk in Deutschland von einem Spender/innenkreis innerhalb der Friedenskirchengemeinde Kaiserslautern finanziert. Der Junge besuchte zuerst die Integrierte Gesamtschule Kaiserslautern, dann die Musikhochschule Mannheim, dann die Meisterschule in Kaiserslautern.

Für die Zukunft sind weiterhin unterstützende Maßnahmen geplant. Vor allem wird in naher Zukunft für die Onkologie in Odessa die Anschaffung medizinischer Geräte nötig sein.

Liebe Gemeindeglieder, zur Unterstützung dieser Pfälzer Projekte wird die heutige Kollekte „Hoffnung für Osteuropa“ erhoben. Bitte unterstützen Sie diese wichtige Arbeit. Vielen Dank!

Es wird gebeten, die Kollekte ohne Abzug in der Woche nach ihrer Erhebung dem Dekanat zuzuleiten. Innerhalb von weiteren zwei Wochen, also bis zum 8. Juni 2005, übersenden die Dekanate dem Landeskirchenrat eine Übersicht über das Kollektenergebnis in den einzelnen Gemeinden und veranlassen gleichzeitig die Gesamtüberweisung an die Landeskirche.

[zurück zur Übersichtsseite]