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Folge 12

 

 

Historische Schlaglichter

Brückenbauer in der Nordpfalz

Historisches Schlaglicht – Folge 12: Männer überwinden Grenzen 

Den Schulterschluss geübt: Teilnehmer der Besinnungswoche. (Foto: Zentralarchiv)

Männergemeinschaft verbindet über Generationen und Grenzen hinweg: Unser Foto zeigt Pfarrer Heinz Friedrich Wilhelmy (links) im Schulterschluss mit Teilnehmern der „Woche der Besinnung“, die das Männerwerk der pfälzischen Landeskirche im Sommer 1957 veranstaltete. Auf der Ebernburg bei Bad Münster am Stein, wo diese Aufnahme entstand, kamen vom 29. Juni bis 6. Juli Männer verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft zusammen. „Grenzen und Brücken“ lautete das Motto dieser Tage, über die Alfred H. Kuby in der Ausgabe des „Kirchenboten“ zum 21. Juli 1957 berichtet.

„Die Grenzen, die den Teilnehmern bewusst wurden, waren Grenzen der Sprache, Grenzen verschiedener Nationen und Staatsformen, auch Grenzen sehr verschiedener Denkungsarten“, fasst der Autor des Artikels zusammen. Zwölf Protestanten aus der englischen Partnerkirche waren gekommen. Einer davon, Jason Wright, ist auf dem Foto zu sehen (rechts). Zudem gehörten „sieben Franzosen aus dem lothringischen Kohlerevier“ und drei Presbyter aus „unserer anhaltischen Patenkirche“ zu der Gruppe. Pfarrer Wilhelmy, der seit 1953 hauptamtlich die Männerarbeit der Landeskirche leitete, stellte deshalb die Toleranz in den Mittelpunkt seiner Bibelarbeit zum Abschluss des internationalen Treffens. Jeder sei auf die Geduld der anderen angewiesen, predigte Wilhelmy.

„Nun wurden Brücken gebaut – ich glaube nicht, dass es nur ein menschliches Bauen war – die Grenzen zu überwinden“, beschreibt Kuby feierlich in seinem Bericht das wachsende Gemeinschaftsgefühl, das beim Singen, bei Bibelarbeiten, beim Wandern, Spielen und Lachen entstanden sei.

Zudem wurde dem Bildungsanliegen, das die Männerarbeit Wilhelmys prägte, Rechnung getragen. Vorträge über die Reformation und das Gemeindeleben in England, Referate über die Arbeit der britischen Gewerkschaften sowie über das Verhältnis von Gewerkschaft und Kirche in Deutschland standen ebenso auf dem Programm wie eine Diskussion über die Todesstrafe. Daneben lud das Programm zu einem „Gang durch die deutsche Kunst“ ein und gab Einblick in die „Natur als Wunderwelt Gottes“. Die Anschauung zu letzt genanntem Thema liefere die Landschaft rund um die Tagungsstätte, betont der Chronist. Hier sei das Tagungsmotto „Brücken und Grenzen“ bei Spaziergängen besonders anschaulich geworden: „Die Ebernburg liegt an der Nordgrenze der Pfalz. Täglich ging man über die Brücke nach Bad Münster oder unter der Brücke hindurch an die Nahe zum Baden“, berichtet Kuby und weist darauf hin, dass die traditionellen Besinnungswochen der Männerarbeit nicht zuletzt auch der körperlichen Erholung und Entspannung gedient hätten. dz

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