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Folge 6

 

 

Historische Schlaglichter

Eine lebendige Orgel auf dem Festplatz

Historisches Schlaglicht – Folge 6: Zur „Zweiten Protestation von Speyer“ kommen 140 000 Menschen 

Ein feste Burg ist unser Gott: Das „deutsch-evangelische Volksfest“ war ein musikalisches Großereignis. (Foto: Zentralarchiv)

Ein deutsch-evangelisches Großereignis in Speyer: Vom 19. bis 21. Mai 1929 wird die „Taufe des Protestantismus“ gefeiert. 400 Jahre nach der Protestation zu Speyer kommt auf dem Festplatz eine Menschenmenge zusammen, „wie sie Speyer noch nicht gesehen hat“, berichtet der Speyerer Pfarrer Emil Lind in seinem 188 Seiten starken Sammelband, in dem Berichte zum „Bekenntnistag des deutschen Protestantismus“ zusammengetragen sind. „Das große Erleben an Pfingsten 1929 für alle Zeiten festhalten in Wort und Bild“, hat Lind sich vorgenommen.

Ein historisches Festspiel und ein Festzug mit 464 Reitern aus der ganzen Pfalz führten den Besuchern den Anlass der Protestantenfeier vor Augen: So werden die Ereignisse auf dem Speyerer Reichstag von 1529 nachgespielt, als eine protestantische Minderheit aus Fürsten und Reichsständen gegen die Verhängung der Reichsacht gegen Martin Luther protestierte und eine ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens forderte.

Der Festzug beginnt am St.-Guido-Stifts-Platz, führt durch das Altpörtel zur Gedächtniskirche und endet am Festplatz. Dort beginnt der von Fanfarenbläsern eingeleitete Festakt. 500 Bläser und 3500 Sänger wirkten bei dem „deutsch-evangelischen Volksfest“ mit. Chronist Lind hofft auf eine Langzeitwirkung: Als „Gewinn dieser schönen Ferientage“ sieht er „eine Hoffnung ins Herz einziehen, dass es noch ungeahnte Möglichkeiten gibt, aus der Amtskirche eine rechte Volkskirche zu gestalten“. dz

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