Historische Schlaglichter
Chinesischer Osterhase in Tsingtau unterwegs
Historisches Schlaglicht – Folge 4: Viele pfälzische Kirchengemeinden unterstützen die Ostasienmisson

Ostern in der Mädchenschule der Ostasienmission im Jahr 1913: Die Schülerinnen haben ihre Ostereier alle zusammen ins Gras gelegt. Nach der Andacht hat die Suche begonnen auf dem Missionshügel in Tsingtau in der Provinz Shandong. Auf Bäumen und in der Schulstube sind die Kinder fündig geworden; „sogar vor dem Sitz des Lehrers“ habe sich der Osterhase „nicht gescheut“, berichtet das „Missionsblatt des allgemeinen evangelisch-protestantischen Missionsvereins“. Der Beitrag „Für die Jugend“ schildert betulich die Arbeitsweise des Osterhasen, der sich „mit seinen gefiederten Tanten vom Hühnervolk“ zusammengetan habe: „Er bringt hier nicht so vielerei schöne und wohlschmeckende Dinge mit, als er es in Deutschland tut.“
Die 1884 in Weimar gegründete Ostasienmission wurde von vielen pfälzischen Protestanten durch Spenden unterstützt. 1896 standen 140 Kirchengemeinden in enger Verbindung zu dem Werk. Missionare auf Heimaturlaub berichteten in der Pfalz regelmäßig von ihrer Arbeit. Wegen dieser gewachsenen Verbindung wurde 1977 das Archiv der Ostasienmission im Zentralarchiv der Landeskirche untergebracht. Es enthält 3000 Glasbilder, eine Art Dias, 1500 Fotos und Klischeeabdrucke sowie 14 Meter Akten.
Die meisten Glasbilder dokumentieren die Arbeit der Ostasienmission in China, wo das Erziehungs- und Gesundheitswesen im Mittelpunkt stand. 1952 musste die Ostasienmission, gezwungen durch die politische Entwicklung, ihre Arbeit einstellen. dz
© Copyright Evangelischer Kirchenbote 2005 - 2008
Den "Evangelischen Kirchenboten" abonnieren
Der Artikel/Text dient als Angebot des Evangelischen Kirchenboten ausschließlich der persönlichen Information des Nutzers. Eine Vervielfältigung, Veröffentlichung oder Verbreitung des Inhaltes in elektronischer oder gedruckter Form stellt einen Urheberrechtsverstoß dar.


