Historische Schlaglichter
Gesangbuch und Spitzentaschentuch in der Hand
Historisches Schlaglicht – Folge 3: Festliche Konfirmationsfeier in Battweiler im Dekanat Zweibrücken

Palmsonntag, der 16. März 1913: Die Protestanten in Battweiler feiern Konfirmation. Wie ein Erkennungszeichen tragen die zwölf Mädchen und neun Jungen das Gesangbuch mit dem Spitzentuch in der Hand. Für das Erinnerungsfoto haben sie sich auf den Treppenstufen der 1907 eingeweihten Kirche ihres Heimatortes im Kirchenbezirk Zweibrücken aufgestellt. Zusammen mit ihnen abgelichtet sind der Lehrer Konrad Loschky (links) und der konfirmierende Pfarrer Friedrich Michael Metzger, der von 1910 bis 1919 die Pfarrei Battweiler und Winterbach leitete.
Ein Jahr später, als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, zogen einige dieser Battweiler Konfirmanden als Soldaten in die Heeresquartiere. Die Mädchen in ihren hochgeschlossenen schwarzen Kleidern tragen ihren neuen Schmuck, den sie an diesem Festtag als Geschenk bekommen haben. Sie ahnen noch nichts davon, dass einige aus der Gruppe im Zweiten Weltkrieg als Mütter ihre Söhne verlieren werden.
Auch die Konfirmationserinnerungen des ehemaligen pfälzischen Kirchenpräsidenten Theo Schaller sind mit Kriegserlebnissen verknüpft. Nach seiner Konfirmation im Frühjahr 1914 in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer gab es zu Hause „eine schlichte Feier“, wie in Schallers Memoiren nachzulesen ist: „Von den Männern unter den Gästen lebte im Sommer 1917 keiner mehr“, schreibt der im Jahr 1900 geborene Kirchenpräsident, der dieses Amt von 1964 bis 1969 ausübte. dz
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