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Nr. 10, 7. März 2010

 

 

Leserforum

Hart an der Scherzgrenze

(Mittelseiten, Nr. 7)

Die Karikatur „Hart an der Scherzgrenze“ mit der blasphemischen Darstellung am Kreuz, verbunden mit unerträglicher Fäkalsprache – und dies zu Beginn der Passionszeit – hat nicht nur meine religiösen Gefühle zutiefst verletzt. Ich hätte eine derartige Entgleisung in einer christlichen Sonntagszeitung nicht für möglich gehalten. Es ist unvorstellbar, dass ein solcher Artikel im „Pilger“ erschienen wäre. Den „Kirchenboten“ beziehe ich in der zweiten Generation seit Jahrzehnten. Ich überlege nun, ob dies auch weiterhin meine Kirchenzeitung sein kann. Gerhard Herzer, St. Ingbert
Die Mittelseite „Hart an der Scherzgrenze“ erschien zum Fasnachtssonntag und keineswegs in der Passionszeit. (Anm. der Redaktion)

 

Klientelpartei mit Tunnelblick

(Leitartikel, Nr. 8, Seite 1)

Als langjähriger Leser Ihrer Zeitung, als evangelischer Christ und als nicht parteipolitisch gebundener Bundesbürger habe ich mit großem Interesse obigen Beitrag gelesen. Man kann natürlich zunächst die schöpferische Kraft der Bezeichnung „Klientelpartei mit Tunnelblick“ bewundern, man kann sich allerdings auch extrem darüber wundern, dass bewusst (nicht nur in Ihrem Beitrag) ignoriert wird, dass die Sozialsysteme der Bundesrepublik kurz vor dem Exodus stehen, dass 27 Millionen Leistungsträger 29 Millionen Leistungsempfängern gegenüberstehen, dass diese Schere in dramatischer Art und Weise auseinandergeht, wie von Professor Sinn vom Ifo-Institut ausgeführt und belegt.

Wenn man dies alles ignoriert, wenn man stattdessen lieber den Botschafter prügelt, anstatt sich kritisch mit der Botschaft auseinanderzusetzen, dann befindet man sich in der Tat auf der sicheren Seite beziehungsweise kann sich des Beifalls ­sicher sein. Wenn in Deutschland etwas prob­lemlos funktioniert, dann ist es der pawlowsche Reflex, der automatisch eintritt, wenn öffentlich das Wort Leistung fällt. Dann kann man absolut sicher sein, dass „Gutmenschen“ jeglicher Couleur, Politiker von links bis zur CSU, die geballte Macht der schreibenden Zunft und die zahllosen Interessenvertreter und Lobbyisten diese Thematik als sakrosankt erklären, den Botschafter lieber mit (historisch) falschen Tiervergleichen belegen, statt sich argumentativ dieser Thematik zu widmen.

Denn wenn man seiner Sache und Argumente sicher wäre, bedürfte es der teilweise abstrusen Verunglimpfungen der Person nicht. Denn das ist sicher ein unzweifelhaftes Indiz für mangelnde Bereitschaft zur argumentativen Auseinandersetzung.

Man kann zu dieser Partei (FDP) stehen wie man will, … Aber dieser Partei den Verlust jeglicher Realität zu unterstellen und, die Auseinandersetzung in der Sache völlig scheuend, dieser demokratischen Partei nicht nur klammheimlich, sondern „hoffentlich bald“ das Ende zu wünschen, das halte ich für eine extrem einseitige Sicht und für eine ebenso merkwürdige Wortwahl. Günther Müller, Käshofen

Ist der „Kirchenbote“ ein „Kirchen-Bote“ oder eine normale Zeitung? Wenn nicht der Rest meiner Familie dagegen stimmen würde, gäbe es bei uns den „Kirchenboten“ nicht mehr. Die Einlassungen von Herrn Metzger über die Westerwelle-Äußerungen (die ich im „Mannheimer Morgen“ anders gelesen habe) sind einfach unwürdig! Wenn ich beim Zahnarzt bin, möchte ich auch nicht über die Weltwirtschaftskrise unterrichtet werden. Vor allem nicht, wenn ich nicht antworten kann! Uta Palm, Ludwigshafen

Neiddebatte? Man muss sich nicht unbedingt schämen, wenn man ein gutes Einkommen und damit Auskommen hat. Vielleicht kann man ja dann auch mal Lied 494 (EG) meditieren und dankbar vermerken, dass man „von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben“. Man braucht sich aber auch nicht zu schämen, wenn man unverschuldet ohne Arbeit auf die Hilfe der Gemeinschaft angewiesen ist, denn die Gemeinschaft tut nichts anderes als den Auftrag, den wir Christen haben, zu erfüllen. Dass daran vieles zu bemängeln ist, ist schmerzlich. Es sollte in der Kirche aber das Wissen um die Wahrheit von 1. Timotheus 6, 10 nicht verloren gehen: „Geldgier ist die Wurzel des Übels.“ Wer nur die allerwichtigsten Bedürfnisse befriedigen will, fällt ganz bestimmt nicht darunter.

Leider wird eine bestimmte Partei nicht so schnell verschwinden, ich befürchte im Gegenteil, dass auch noch der Satz von ihr zu hören sein wird: „Die Hartz-IV-Empfänger sind unser Unglück.“ Pfarrer i. R. Adolf Schmitt, Hochheim am Main

 

Kindergottesdienstarbeit macht mobil

(Nr. 7, Titelbild und Seite 5)

Man nehme ein idyllisches Foto von einem Kind mit Abendmahlskelch aus dem Internet und ein Archivfoto von einer singenden Kindergottesdienstgruppe in Kaiserslautern …, mische diese mit einem Bericht über Kindergottesdienstarbeit in der rheinhessischen Provinz (niemand der „Kirchenboten“-Leser kennt diese Dörfer) und fügt dann noch die Verallgemeinerung hinzu: „Früher waren die Kindergottesdienste eher ungeliebte Malstunden“ …

Wann endlich gibt es im „Kirchenboten“ für den Kindergottesdienst in der pfälzischen Landeskirche einmal eine klare Bestandsaufnahme statt Augenwischerei und geschönte Statistiken. Ein Blick in die Gottesdienstankündigungen der Tageszeitung, in Gemeindebriefe und Kirchenschaukästen zeigt: Kindergottesdienst ist nicht die Regel, sondern die große Ausnahme. Die Kirche, die Kleinkinder tauft, versäumt es, diese Kinder zu kindgerechten Gottesdiensten einzuladen. Das Kirchenjahr wird reduziert auf die „Krippenfeier für Kinder“ an Weihnachten … Christel Heilig, Wachenheim

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