Leseprobe 3
Donnerstagmorgens in der Jugendkirche
Evangelische und katholische Jugendliche treffen sich zu ökumenischen Frühschichten – Neues Angebot

Frühstück nach der Frühschicht (von links): Vanessa Görner, Andrea Wrede, Gunter Straub, Christian Knoll und Kerstin Bartels. (Foto: Kunz) „Dieses Treffen hat mir Energie gegeben, um gut in den Tag zu starten“, sagt Franziska. Die 18-Jährige verabschiedet sich morgens um kurz vor 7 Uhr von den anderen Jugendlichen am Frühstückstisch und macht sich auf den Weg zur Schule. Die 25-jährige Alana findet es gut, einen Tag einmal ganz anders zu beginnen als sonst und ist deshalb eine Stunde früher als üblich aufgestanden. „Die ersten Minuten sind hart, aber dann geht es allmählich“, sagt sie. Um 8 Uhr wird die Erzieherin ihren Dienst in einer protestantischen Kindertagesstätte in der City Ludwigshafens beginnen.
Die Gymasiastin und die Erzieherin haben an einer sogenannten ökumenischen Frühschicht teilgenommen, zu denen das Stadtjugendpfarramt Ludwigshafen und das Bischöfliche Jugendamt Speyer in der Fastenzeit in Ludwigshafen erstmals gemeinsam einladen. Donnerstagmorgens um 6 Uhr treffen sich evangelische und katholische Jugendliche zu gemeinsamen Andachten, die etwa eine halbe Stunde dauern. Danach gibt es an Ort und Stelle ein Frühstück für alle.
Die geistlichen Impulse, die junge Menschen dort erfahren, sind bereits schriftlich ausgearbeitet und liegen als Din A5 großes Heft für sechs Frühschichten vor. Ihr Motto lautet „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Die Frühschichten werden noch bis zum 25. März in Ludwigshafen abwechselnd in der protestantischen und der katholischen Jugendkirche angeboten. Die Themen der einzelnen Treffen beginnen mit dem Aspekt der Hoffnungslosigkeit und arbeiten sich über „Hoffnung“ zum Thema Glauben vor.
Angeregt durch den 2. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“ hatten sich katholische und evangelische Jugendliche zusammengesetzt und die ökumenischen Entwürfe erarbeitet. Auch Hauptamtliche des Kaiserslauterer Landesjugendpfarramtes, der Evangelischen Jugend, des Bischöflichen Jugendamts der Diözese Speyer und des Bundes der Katholischen Jugend waren beteiligt. „Diese schriftlichen sogenannten Kontaktbausteine geben wir Katholiken schon seit mehr als 20 Jahren heraus und machen seitdem hier in Ludwigshafen auch katholische Frühschichten“, sagt Christian Knoll vom Bischöflichen Jugendamt. Er sorgt mit Stadtjugendpfarrerin Kerstin Bartels bei den Frühschichten an Keyboard, Klavier und Querflöte für die musikalische Gestaltung und freut sich mit ihr, dass es von Treffen zu Treffen mehr junge Besucher bei dem neuen Angebot werden.
Während an der ersten ökumenischen Frühschicht nur wenige junge Menschen teilnahmen, die zudem am Heft mitgewirkt hatten, hatte die zweite bereits 14 Teilnehmer, darunter auch eine 73-jährige Presbyterin. „Dafür lohnt sich das frühe Aufstehen. Wenn unser Pfarrer mich das nächste Mal mit dem Auto zur katholischen Jugendkirche mitnimmt, bin ich wieder dabei“, sagt Gisela Höllriegl unternehmungslustig. dob
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