Leseprobe 5
Mitmenschliche Erlebnisse wichtiger als Ehrungen
Horst Däuwel war 37 Jahre Schatzmeister des Gustav-Adolf-Werks Pfalz – Gattin Ingeborg eingebunden

Hilfstransporte waren ihre Herausforderung: Ingeborg und Horst Däuwel. (Foto: Kunz)Ludwigshafen. Bundesverdienstkreuz, goldenes Kronenkreuz der Diakonie, Bürgerschaftsmedaille der Stadt Ludwigshafen und sogar eine Ehrenmedaille der polnischen Gemeinde Jaworze: Horst Däuwel hat im Laufe seiner über 50-jährigen, beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit für die pfälzische Landeskirche manche Ehrung erhalten. 40 Jahre, von 1957 bis 1997, arbeitete er beim Gesamtkirchengemeindeamt in Ludwigshafen, dem heutigen protestantischen Verwaltungsamt, über zwei Jahrzehnte als dessen Leiter. Viel hat der 77-Jährige in diesen Jahren mit auf den Weg gebracht. Zuständig war er unter anderem auch für die protestantischen Kindergärten der Stadt sowie für vier Heime, darunter das Altenheim in Gartenstadt.
Beruflich und auch ehrenamtlich engagierte sich Horst Däuwel für Einrichtungen und Dienste der pfälzischen Landeskirche. 37 Jahre stand er dem Gustav-Adolf-Werk Pfalz als Schatzmeister zur Verfügung, von 1981 bis 1998 war er auch im Rechnungsprüfungsausschuss des Hauptwerks. Schon 2004 wollte er sich 72-jährig als Schatzmeister zurückziehen, doch sollte es noch bis Januar dieses Jahres dauern, bis mit dem 44-jährigen Markus Zapilko ein Nachfolger gefunden war.
Aufgewachsen ist Däuwel in Edenkoben. Noch heute hat er enge Bande dorthin, ist Mitglied in mehreren Vereinen. Vor allem die Teilnahme an der Fasnacht lässt sich der Ehrenpräsident des lokalen Karnevalvereins nicht nehmen. Während seiner Verwaltungslehre in Gimmeldingen lernte er seine Frau Ingeborg kennen. „Auf dem Bahnhof in Neustadt“, wie sich beide schmunzelnd erinnern. Mittlerweile blicken sie auf 51 Ehejahre zurück und sind stolz auf zwei Söhne, eine Tochter und vier Enkelinnen.
Am eindrücklichsten waren für das Ehepaar die Hilfstransporte nach Polen, die Horst Däuwel ab 1981 einmal jährlich organisierte und begleitete. Es galt bei jeder Fahrt, 1100 Kilometer bis nach Jaworze in Südpolen zu bewältigen. Abenteuerlich sei es gewesen: Grenzschikanen, Benzinmangel, die Transitautobahn durch die DDR. Ingeborg Däuwel erzählt vom Warenlager in ihrem Keller, von langen Listen, die für den Zoll geschrieben werden mussten. „Es war eine Zeit der Herausforderungen“, erinnert sie sich. Als Ehefrau sei sie eingebunden gewesen, ob sie gewollt habe oder nicht.
„Ohne meine Frau wäre ich auf verlorenem Posten gewesen und hätte meine Ämter gar nicht alle ausüben können“, sagt Horst Däuwel. Nicht die Ämter und Ehrungen sind den beiden wichtig, sondern die zwischenmenschlichen Erlebnisse und Erfahrungen, die sie in Beruf und Ehrenamt machen durften. „Es waren Begegnungen, die fürs Leben viel gebracht haben“, sagt Ingeborg Däuwel. Auch weiterhin bleiben sie der Kirche eng verbunden. Horst Däuwel engagiert sich im Bauausschuss und im Krankenpflegeverein seiner Kirchengemeinde. Anette Konrad
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