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Nr. 31, 1. August 2010

 

 

Leseprobe 5

Auftritt beim Stadtfest ist Abschiedsgeschenk an die Gastgeber

Jugendchor aus dem presbyterianischen Kirchendistrikt Tarkwa in Ghana besucht Zweibrücken – CD mit „Eva and friends“ aufgenommen 

Auftritt beim Stadtfest: Mitglieder des Kirchenchors aus Tarkwa und „Eva and friends“ gemeinsam auf der Bühne. (Foto: Steinmetz)
Auftritt beim Stadtfest: Mitglieder des Kirchenchors aus Tarkwa und „Eva and friends“ gemeinsam auf der Bühne. (Foto: Steinmetz)
Zweibrücken. Ihr rhythmischer Gesang ging den Besuchern des Stadtfests in Zweibrücken offenbar direkt in Arme und Beine, viele Zuhörer wippten mit den Füßen oder bewegen Kopf und Oberkörper. Die Jugendlichen aus dem westafrikanischen Staat Ghana, die während des Stadtfests in Zweibrücken auf der Bühne vor der Alexanderskirche auftraten und damit ihr Abschiedsgeschenk an die Gastgeber machten, zogen viele Neugierige an. „Ich höre das gern, es ist so eine fröhliche Musik“, sagte eine Besucherin.

Die zehn Gäste aus Ghana sind Mitglieder eines Jugendchors, sie kommen aus dem Kirchendistrikt Tarkwa der Presbyterianischen Kirche im Süden des Landes. Während des Auftritts sang der Chor die meisten Songs in seiner Sprache Twi, einige Lieder trug er zusammen mit der Gruppe „Eva and friends“ vor, die der Evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Zweibrücken angehört.

Der Jugendchor ist vor drei Wochen aus Ghana angereist, seit 20 Jahren verbindet eine Direktpartnerschaft den Kirchenbezirk Zweibrücken mit dem Distrikt Tarkwa der Presbyterianischen Kirche in Ghana. Zu dem Jugendaustausch gehörte ein Workcamp, in dem die beiden Gruppen eine gemeinsame CD aufgenommen haben. Darauf fänden sich 16 Lieder, darunter sechs gemeinsam gesungene, die Sprachen seien dabei Englisch und Twi, sagt Gemeindediakon Jörg Concemius.

Der Besuch in Zweibrücken sollte bereits vor einem Jahr stattfinden. Doch die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Accra hatte den jungen Ghanaern die Einreisevisa nach Deutschland mit der Begründung verweigert, dass deren Migrationsrisiko zu hoch sei. Man habe Sorge, sie wollten nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren. „Sie sind jung, haben noch kein Haus, keine Kinder und kein geregeltes Einkommen in der Heimat, außerdem konnten die Studierenden unter ihnen nicht angeben, wie der Dekan ihres Fachbereichs an der Universität in Tarkwa heißt, das waren Minuspunkte“, erläutert Concemius die Hintergründe. Die Pfälzer reagierten: Im Frühjahr flog der Zweibrücker Pfarrer Eckart Emrich nach Ghana und bereitete die Jugendlichen auf die Fragen vor. Auch suchte er die deutsche Botschaft in Accra auf. Dieses Mal bekamen die jungen Leute ihre Visa. Der Jugendaustausch wurde vom Bundesfamilienministerium gefördert, das die Flüge zahlte. dob

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