Leseprobe 2
Diakonie will die Suchtberatung aufgeben
Arbeitsbereich soll vollständig an Heimstiftung Pfalz übergehen – Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Fachklinik Landau: Ambulante Beratungsstellen können die stationären Angebote der Heimstiftung ergänzen. (Foto: Iversen)Das Diakonische Werk Pfalz will seine neun Beratungsstellen für Suchtkrankenhilfe an die Evangelische Heimstiftung Pfalz in Speyer übergeben. Die Diakonie könne diesen kostenintensiven Arbeitsbereich, der jährlich mit 600 000 Euro bezuschusst werden müsse, nicht halten, sagte Diakoniedezernent Manfred Sutter. Im Oktober wollten der Hauptausschuss der pfälzischen Diakonie und der Stiftungsrat der Heimstiftung als Leitungsgremien über eine Übernahme entscheiden.
Die Diakonie stehe aufgrund des landeskirchlichen Sparkurses unter einem erheblichen Kostendruck, sagte Oberkirchenrat Sutter, der auch Vorsitzender des Stiftungsrats der Heimstiftung ist. Nur durch die Abgabe von Arbeitsbereichen werde sich die am Rande der Zahlungsunfähigkeit stehende Diakonie zukünftig finanziell konsolidieren können. In den kommenden Jahren muss das Diakonische Werk Pfalz nach einem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz insgesamt rund 800 000 Euro einsparen.
Die Übergabe der Beratungsstellen für Suchtkrankenhilfe, die den Häusern der Diakonie angegliedert sind, sei unumgänglich. „Es bleibt uns nichts anderes übrig, die Alternative wären betriebsbedingte Kündigungen“, sagte Sutter. Ziel sei es, Arbeitsbereiche, die aus Kostengründen nicht mehr zu halten seien, in diakonische Hände und nicht an freie Träger abzugeben. Bei einer Übergabe der Suchtkrankenhilfe sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben und allen Mitarbeitern Bestandsschutz gewährt werden, sagte der Diakoniedezernent. Betroffen sind 30 Vollzeitarbeitsstellen mit rund 50 Personen. Die Heimstiftung solle die Personal- und Sachkosten übernehmen.
Eine Übergabe biete der Heimstiftung die Chance, ihre Suchtkrankenhilfe um ambulante Angebote zu erweitern, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Joachim Scheib. Bisher besitze die Heimstiftung nur stationäre Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe. Der Kostenträger Deutsche Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz fordere jedoch, dass eine kombinierte ambulante und stationäre Suchttherapie angeboten werden müsse. Die Evangelische Heimstiftung Pfalz engagiert sich als gemeinnützige kirchliche Stiftung in der Suchtkrankenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Rehabilitation, Arbeit und Integration. Als diakonischer Träger mit rund 850 Mitarbeitern verfügt sie über 14 Einrichtungen an rund 60 Standorten im Bereich der pfälzischen Landeskirche und in Rheinhessen. Ihre stationäre Suchtkrankenhilfe verfügt über 140 Plätze, die von jährlich rund 500 Patienten, vor allem Jugendlichen, belegt werden. Nach den Leitlinien der Heimstiftung verstehen sich die einzelnen Einrichtungen an ihren jeweiligen Standorten als Teil der Kirchengemeinde. all
© Copyright Evangelischer Kirchenbote 2005 - 2010
Den "Evangelischen Kirchenboten" abonnieren
Der Artikel/Text dient als Angebot des Evangelischen Kirchenboten ausschließlich der persönlichen Information des Nutzers. Eine Vervielfältigung, Veröffentlichung oder Verbreitung des Inhaltes in elektronischer oder gedruckter Form stellt einen Urheberrechtsverstoß dar.


