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Nr. 33, 15. August 2010

 

 

Leseprobe 4

Beim Besuch die Ehrenbürgerschaft von Saint Petersburg erhalten

Wie die Pfarrerbrüder Harald und Edgar Popp den Männergesangverein Liederkranz in Florida berühmt machten – 15 Auftritte in zwei Wochen 

Derzeit in der pfälzischen Heimat: Harald Popp (links) mit Bruder Edgar. (Foto: view)
Derzeit in der pfälzischen Heimat: Harald Popp (links) mit Bruder Edgar. (Foto: view)
Otterberg. So gut wie jeder seiner Heimatbesuche in der Pfalz wird zum öffentlichen Ereignis: Wenn Pfarrer Harald Popp aus Florida zu seinem Bruder Edgar nach Otterberg reist, nimmt er an Konzerten und Gottesdiensten teil, denn viele Menschen im Ort möchten ihn wiedersehen.

Auch jetzt wieder, wenn der 80-jährige Harald bis Mitte August bei seinem zehn Jahre älteren Bruder wohnt. Zum Auftakt hat der Gast bereits einen Gottesdienst in der Abteikirche gehalten. Musikalisch brachte sich dabei der örtliche Männergesangverein Liederkranz ein. Die Brüder – beide sind Pfarrer – und die damaligen Sänger haben sich Verdienste  erworben: um das Ansehen von Deutschen und ihrer Sprache in Florida.

Es begann 1972, als die Pfarrerbrüder eine Konzertreise des Otterberger Gesangvereins nach Florida organisierten. „Als erster deutscher Chor konzertierte der Liederkranz in Florida“, sagt Edgar Popp stolz. Sein Bruder Harald, der von der Evangelischen Kirche in Deutschland als Pfarrer für die deutsche evangelische Gemeinde in Clearwater und St. Petersburg entsandt war, hatte das Ensemble eingeladen, dem  auch Edgar Popp angehörte, der damalige Otterberger Gemeindepfarrer.

Der langjährige Chorleiter Hartmut Rubel erinnert sich an die Gefühle der Sänger: „Damals wusste niemand, wie die Konzertreise verlaufen würde.“ In Südflorida lebten viele deutsche Emigranten, die ihre Heimat schon vor dem Zweiten Weltkrieg verlassen hatten, um ihr Leben zu retten. Wie würden sie auf den Gesangverein reagieren?

„Der Empfang war überwältigend. Überall, wo der Chor auftrat, wurde er in überfüllten Sälen und Kirchen herzlich aufgenommen“, sagt Rubel. Neben geistlichen Sätzen sang der Chor viele Volkslieder. Er trat innerhalb von zwei Wochen 15-mal auf.

Die Reiseteilnehmer wurden in Clearwater und Saint Petersburg von den Bürgermeistern im Rathaus empfangen. In Saint Petersburg erhielten die Aktiven, Chorleiter Rubel, der damalige Otterberger Stadtbeigeordnete Helmut Theis und Pfarrer Edgar Popp sogar die Ehrenbürgerschaft.

Wegen der herzlichen Aufnahme entschloss sich Pfarrer Harald Popp, damals an der „Grace Lutheran Church“ in Saint Petersburg tätig, zu einem deutschsprachigen Gottesdienst einzuladen. Den hielt sein Bruder aus Otterberg, der über 150 deutschsprachige Bürger verschiedener Konfessionen begrüßen konnte. Seit dieser Zeit finden in der Stadt jeden Monat Gottesdienste in der Muttersprache statt. Inzwischen werden in sieben Städten Floridas Gottesdienste in deutscher Sprache gefeiert. osw

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