“mmh…” mechthild meint heute: SM und Ich – Erste Erfahrungen

Mette_sm

„Aha“ haben sicher viele gesagt. Der erfahrene Surfer Ed Ebel beschrieb just vielseitig das Für und Wider sozialer Netzwerke. Meine Aha-Erlebnisse sind zuerst mal einseitig.

„Na, wie geht’s als Social-Media-Frau?“, werde ich ständig gefragt. Das süffisante Grinsen höre ich nur. „Och,“ murmle ich über meinem Dingens (ja, so habe ich Handys oft abfällig genannt), scrolle schnelläugig übers Display, poste was, sage „ist interessant“ und wechsle zum Notebook.

Nein, ganz so weit ist es noch nicht. Ich finde Dauersurfen weiterhin befremdlich. Junge Leute mit trägen Blicken und flinken Daumen am Pad, Pod, Phone. Überall i-Zombies, in anwesender Abwesenheit. In der Bahn, im Kino sogar, am Tisch im Lokal. Auf „kann-man-sich-hier-mal-unterhalten?“- Rufe folgt allenfalls ein Stöpselplopp. „Hasde was gesagt?“

Unverkabelt fällt man schon auf. „Guck mal, der da ist nicht elektrisch“, zeigt neulich ein Vierjähriger auf einen unverstöpselten jungen Mann. Nun bin ich selbst elektrisch und höre mich über Timelines reden. Ich, die ich vor nicht allzulanger Time noch getippt und getipp-ext habe, touche nun smart.

Bislang hielt ich „virale Kommunikation“ für eine Krankheit. Heute weiß ich: Das stimmt. Man steckt sich leicht an. Und man leidet gern. Social Media wird nicht von ungefähr mit SM abgekürzt. Ein wenig Sadomasochismus gehört dazu. Schmerzhaft, was man teils lesen muss. Schmerzlich, wenn beim eigenen Posting keine Nachricht, kein „gefällt mir“ kommt. Schmerzhaft schön, wenn das Just-for-Fun-Foto dafür zig mal geklickt wird.

Richtig schön aber, wenn anderen gefällt, was mir gefällt – und alle weiterbringt. Nie war ich so schnell über Kirche und Welt informiert wie durch Facebook und Twitter. Da vergeht die Zeit im Nu. Zumal ich all die „trinke Kaffee 4.0, rauche auf dem Klo“- Banalitäten wegscrollen muss. SM, das ist eben auch wortwörtlich Zeitvertreib. Huch, schon wieder Abend …

„Leg mal das Dingens weg “, heißt es mitternächtlich. Allerdings sagt das jetzt mein halbwüchsiger Sohn zu mir. „Is doch Arbeit“, murre ich. Ja, meine Arbeit hat sich verändert. Das Leben, auch das mediale ändert sich. Ständig. Und schneller als wir Kirchendinos das wahrhaben wollen. Social Media gehören dazu. Wer heute mit anderen reden will, der muss auch hier mitreden können.

Leute, nicht nur junge, finden einander im Netz. Quatschen, machen Quatsch, schütten ihr Herz aus oder gehen beherzt auf die Barrikaden. Ich habe viele alte Freunde und neue „Friends“ auf Facebook gefunden. Ein eigenes Miteinander, diese Netzgemeinde.

Doch wie sozial sind die sozialen Medien?
Wie ändern all die Friends das Leben mit Freunden und Familie?

Wie geht ihr um mit eurer Zeit – online und offline?
Zum Schreiben gleich unten auf die Sprechblase klicken.

Bleibt frech und fröhlich,
Eure und Ihre Mechthild Werner

Und nächsten Freitag: SM als Kirchenfrau?…

19 Gedanken zu ““mmh…” mechthild meint heute: SM und Ich – Erste Erfahrungen

  1. Immer weiter machen und dran bleiben, um die alten Herren und Damen zu überzeugen… SM gehört zum Alltag heute einfach dazu – auch und gerade in der Kirche!!

  2. Hallo Mechthild,reisserischer Titel, peppiges Foto, aktuelle Fragen: Ein schwungvoller Start ins Wochenende! Du beschreibst, wie social media (Ist englisch und ich schreib’s klein, der @Oberlehrer sieht’s ja nicht) die täglichen Gewohnheiten ändern können. Tatsächlich birgt die virtuelle Kommunikation die Gefahr, dass die RL-Kommunikation ernstlich Schaden nimmt. Ich frage mich schon, warum mein 22jähriger Erstgeborener mir zu Weihnachten eine “Ich-twitter-schon-am-Morgen”-Tasse geschenkt hat…Für mich als Schichtarbeiter ist es schön, wenn ich kommunizieren kann, wenn – wie z.B. jetzt – meine Familie arbeitet und ich beim Kaffee 2.0 am Tisch sitze. Ich gebe auch nicht immer meinen Senf zu allem dazu, sondern lasse einfach die timeline an mir vorbeiziehen und sehe, was die anderen denken…Mein von mir geliebtes Korrektiv Frau L sorgt dafür, dass dies nicht überhand nimmt; sie kann mit den social media wenig anfangen und gibt mir schon mal eine erdende Rückmeldung. Echtes Suchtpotential ist meiner Meinung nach für Persönlichkeiten gegeben, die sowieso suchtgefährdet sind. Die anderen toben sich vielleicht anfangs etwas länger aus, um dann auf ein sozial verträglcihes Mass zurückzukommen. Allerdings hätte ich neulich in meinem seit neuestem geführten Tagebuch (http://wp.me/p25QRR-2O) fast einen hashtag (#blöderTag) gesetzt.Wie ich schon bei Alexander schrub, hab ich bei einigen TwitteranerInnen den Wunsch, sie persönlich kennenzulernen – so geben sich virtuelles und reales Leben die Hand.So – genung geschrieben, ich muß “mal gerade” gucken, ob sich in meiner timeline was getan hat… ;-)

  3. Also – manchmal liebe ich es sehr, das Leben zwischen 3 Postings, zwei offenen Chats und der Hoffnung auf eine neue Email, während ich gerade noch bei facebook…dabei bin ich kein Chunki, ich twittere nicht und bin auch sonst eher reduziert aktiv. Ich mag, dass die Kommunikationen gleichzeitig sind und in Fluss geraten.Was ich sage, darf zufälliger sein. Das finde ich gut und entlastet meinen “Wort Gottes”-Druck. Andererseits – es ist so leer, nur über Tasten Kontakt zu haben. Am Abend bin ich davon müder, als wenn ich wirklich komplizierte Theologie studiert habe. Auch schon ein bekanntes Argument. Meine Frage an mich selbst, die ich mir in letzter Zeit stelle ist – wie finde ich einen guten Rhythmus?

  4. Ich finde es immer besonders spannend, wenn man mal ein paar Tage nicht online ist.Wegen 3 Tagen habe ich mal nen richtigen Einlauf bekommen, obwohl ich die internetfreie Zeit angekündigt hatte. (Mit dem Kommentar “du bist doch immer online, daher bin ich davon ausgegangen, dass du trotzdem Internet hast”)Auf meinem Handy habe ich bewusst von Anfang an die Einstellungen so verstellt, dass ich damit nicht ins Internet kann.Des öfteren bekomme ich Nachrichten von Leuten die mir schreiben, dass sie gerade auf der Toilette sitzen oder nichts an haben, weil sie gerade aus der Dusche kommen (das habe ich aber auch schon am Telefon gehört). Sind solche Informationen wirklich wichtig? Meiner Meinung nach sind das intime Dinge die keiner wissen braucht.Oder was ist mit den Leuten, die ständig schreiben wie blöd sie sind und wie schlecht es ihnen geht. Soetwas mal zu schreiben um aufmunternde Worte zu bekommen. Aber dauernd? Nach einer Sitzung hatte ich einmal das Vergnügen mit 3 älteren Leuten zusammen im Zug zu fahren. Wir saßen zwischen vielen Jugendlichen und der Zug hatte Verspätung. Da meinte eine von den dreien, das sie ihren Anschluss verpassen wird und nicht weiß wie sie weiterkommt. Ein anderer von ihnen holte sein Handy raus und meinte “Ich guck mal in meiner Bahn App”. Auf einmal unterhielten sich die drei über ihre Apps und die ganzen Jugendlichen um uns herum guckten nur noch blöd auf uns.Auf der Sommerfreizeit in England die ich geleitet habe, hatte ich von vornherein 10 Tage internetfrei angekündigt. Noch während wir in England waren wurde ich von den Teilnehmern der Freizeit gefragt wie man mich bei facebook findet, da viele mit ihren Handys online waren. Kostet Internet im Ausland heutzutage nichts mehr?Ich habe mal aus Spaß einen facebook Account angelegt und fleißig drauf los geaddet. Den Namen kannte keiner, aber binnen weniger Stunden hatte ich eine dreistellige Freundeszahl. Ist es nur meine Meinung oder ist für viele Leute die Zahl der virtuellen Freunde inzwischen ein Statussymbol?Den ein oder anderen habe ich mal angeschrieben warum er mich hinzugefügt hat. Die Antwort war einfach “weil wir gemeinsame Freunde haben”. Ich kenne selber jemanden, der einfach alle addet. Des öfteren habe ich bereits Nachrichten bekommen wer das ist, der sie geaddet hat.Wenn ich zu Hause bin, dann sind ICQ, Skype, TweetDeck und facebook immer an. Ich bin aber nicht immer am Laptop. Oft liegt er zugeklappt neben mir und ich bin am lesen. Wenn ich höre, dass eine Nachricht gekommen ist, dann wird er wieder aufgeklappt.Das interessante ist bei mir aber der Morgen. Wenn mein Wecker geklingelt hat, schlaf ich in der Regel wieder ein. Liegt aber mein Laptop neben mir und ich drücke den “An” Knopf und öffne beim nächsten Wecker klingeln mein E-Mail Programm und sehe neue Nachrichten, dann setze ich meine Brille auf und werde wach. Wenn der Laptop nicht da ist und nicht mindestens 2 Wecker in der Nähe sind, dann verschlafe ich. Meine Familie hält mich deswegen für verrückt.

  5. Also liebe Netzgemeinde, ich bin begeistert … Hier all die Kommentare und den ganzen Morgen geht es schon mit dm´s hin und her. Nun muss ich mal was essen! ;)Sage aber schon mal Dank für die vielen Gedanken und Anekdoten. Sie zeigen mir: Das Leben zwischen online und offline will gemanagt sein. Und es hat schon was von SM. “Meine Familie hält mich für verrückt” Wie kann ich meine Zeit einteilen? Den richtigen Rhythmus für mich finden … Das ist offenbar für viele die Frage. Nicht nur für mich. Beruhigend.

  6. Social media hat wie du schreibst, auch seine schönen und nutzvollen Aspekte.Bei sm als Kirchenfrau wäre ich gerne stiller Fotograf um mich an so manch erstauntem Gesicht zu erfreuen.

  7. Bevor ich mich waghalsig in die Diskussion stürze, zunächst einmal meinen Glückwunsch. Der Titel der Kolumne: „mmh… mechthild meint heute“ ist schlicht und ergreifend großartig.  Aber zum Thema… Irgendwie werden hier gerade munter verschiedene online Kanäle vermischt: Social Media – Instant Messaging und die guten „alten“ eMails. Der Verdacht liegt nahe, dass wir eher Schwierigkeiten mit dem Zeitmanagement haben (wie viel Internet ist gut für mich?), als sich mit dem Für und Wider der sozialen Netzwerke zu beschäftigen. Die Stärke des Internets (und aller damit zur Verfügung stehenden Kanäle) ist zum einen die unmittelbare, sofortige Verbreitung – und die enorme Reichweite. Das Stärken allerdings zu Schwächen werden können – ist nicht erst seit der weltweiten Verbreitung und Akzeptanz des World Wide Web bekannt.Es ist noch nicht allzu lange her, da öffneten wir im Büro Vormittag s die Post, sichteten sie und bearbeiteten sie nach ihrer Priorität. Heute jedoch, werden eingehende eMails meist sofort gelesen und unverzüglich beantwortet. Die Frage nach der Effizienz dieses Vorgehens stellten (und stellen) sich allerdings die Wenigsten. Dann kam Web 2.0. Das „Mitmach-Netz“. Und mit ihm der Siegeszug der sozialen Netzwerke. Die Idee dahinter war einfach – aber genial: eine Plattform, um mit persönlich bekannten (!) Personen (wieder) in Kontakt zu treten, Neuigkeiten auszutauschen. Meiner Meinung nach ist es wirklich ein wundervolles Instrument, um Kontakte zu pflegen, die ohne Facebook & Co sicher eingeschlafen wären. In welcher Intensität man dies tun möchte – ob öffentlich, oder durch private Nachrichten – wöchentlich, täglich, oder stündlich, bleibt jedem selbst überlassen. Die momentan zu beobachtende Tendenz, so ziemlich jeden und alles zu „adden“ was nicht bei drei auf den Bäumen ist…resultiert sicher daraus, dass die jüngere Generation deutlich stärker viral vernetzt ist, als wir es je sein werden. Und dies, über sämtliche Landes- und Sprachgrenzen hinweg. Wir dürfen hier aber nicht vergessen, dass der Begriff „Freundschaft“ von Facebook geprägt wurde. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Jugendlichen den Unterschied zwischen „echten“ und „Facebook“-Freunden durchaus kennen.Suchtfaktor? Nun… zweifelsfrei ein gewaltiger Zeit Dieb. Aber von Sucht würde ich erst dann sprechen, wenn der Großteil der Kommunikation, der Beziehungspflege und der „Freundschaften“ virtueller Natur sind. Wenn das Selbstwertgefühl von der Anzahl der „i likes“ oder den Followers abhängt. Wichtig ist wohl eine gesunde Relation zwischen den offline und online Aktivitäten. Dies kann, wie der Begriff schon sagt, durchaus variieren. Fatal wird es jedoch, wenn Unternehmen & Institutionen jeglicher Couleur versuchen, in den sozialen Netzwerken mitzumischen. Dies liegt zum einen daran, dass es in den meisten Fällen nur halbherzig und dementsprechend schlecht gemacht wird, zum anderen, weil die Attraktivität der eigenen „Marke“ in der Regel fürchterlich überschätzt wird. Wer die sozialen Netzwerke als Informationsmedium begreift, hat schlicht und ergreifend etwas falsch verstanden… Die Unsitte der „anwesender Abwesenheit“ (eine schöne und leider nur zu treffende Formulierung!) ist zum Teil den mobilen Geräten zu „verdanken“ – zum anderen, meiner Meinung nach, schlicht und ergreifend einem ausgesprochenem Mangel an Aufmerksamkeit & Höflichkeit. Was also ist das Fazit? Das Netz, mit all seinen vielfältigen Kommunikationskanälen, bietet wundervolle Möglichkeiten. In Maßen genießen ist wohl auch hier der Königsweg. Aber letztlich – findet das Leben offline statt. Genießt es.

  8. Wieder mal ein Artikel ins Schwarze – ich habe mich beim Lesen fast ein bisschen geärgert, dass ich nicht schon mal einen ähnlichen Artikel zu Thema gebloggt habe…. Spass beiseite ;-)Dieser online-Trend polarisiert natürlich. Zu unrecht, wie ich finde. Verwunderlich ist das deswegen nicht, weil ein gewisser tradierter Technik-Pessimismus immer noch in vielen Teilen der Gesellschaft steckt, der erst mal pauschal kritisiert, statt nach Chancen zu suchen.Dahinter steht auch vielfach ein mangelnder Spieltrieb oder unreflektierte Berührungsängste. Das es sich bei Menschen, die regelmäßig in den SM unterwegs sind nicht um verquer isolierte Nerds handelt, die frische Luft meiden und sich Coke-und Pizzabewehrt die Nächte um die Ohren schlagen ist ja nun sogar schon wissenschaftlich belegt. Im Gegenteil! – Studien zeigen, das Menschen, die sich aktiv im social network bewegen, auch im *richtigen* Leben viele Freundschaften aktiv pflegen, offen sind und sich gesellschaftlich auseinander setzen. Und damit endlich zu meiner Antwort: Ja, Kirche tut sich (zu unrecht) schwer damit. Viele gehören in Gemeinden und Kirchenvorständen einer Generation an, die damit schlicht nichts anzufangen weiß und aus eigener Unsicherheit oft Ungemach wittert, anstatt Chancen zu entdecken (s.o.)Ich persönlich mache andere Erfahrungen. Ich arbeite mit Jugendlichen die (wie ich) eigentlich dauernd irgendwo online sind. Sie lesen viel, sind kritisch und haben keine sozialen Auffälligkeiten. Aber sie haben eine Möglichkeit gefunden, mehr zu kommunizieren, sich auszudrücken, zu bloggen und sich mitzuteilen. Telefon ist für Eltern – höre ich oft. Sie verabreden sich bei FB in Gruppenchats, twittern mit ihren Freunden und bloggen manchmal so wunderbar tiefschürfend, dass mir (im positiven Sinne) schwindelig wird. Ab und zu habe ich chats, die fast in den seelsorgerischen Bereich gehören – ich hätte diese kids ohne die Funktionen des social Network nicht erreicht….Sie sind trotzdem draußen beim Schlittschuhlaufen, auf Fußballplätzen, in Kneipen oder bei Konzerten. Es ist eine Addition mit mit viel Potential und kein Gegensatz zum *real life*.In einer Zeit, in der Kirche über Mitgliederschwund und Vergreisung klagt, halte ich es für fatal, sich dieser Entwicklung entgegenzustemmen. Kritiker sprechen schnell von *Anbiederung* und *Aufweichung von Grundsätzen* ohne verstanden zu haben, das SM ein Medium ist. Ein neues. Heute käme auch niemand mehr auf die Idee, Fernseher oder Telefone zu geißeln.Oder Bücher.In einem anderen blog zu diesem Thema las ich neulich:[Zitat] …der christliche Glaube hatte schon immer die Fähigkeit, sich die Züge einer jeweiligen Kultur zu eigen zu machen und umzuformen und sich mit deren Mitteln zu verkündigen. Die Inkarnation Gottes in Christus setzt sich fort in der Inkulturation des Evangeliums. Warum sollten ausgerechnet die Neuen Medien als eines der prägnantesten Merkmale der Gegenwartskultur da außen vor bleiben? [Zitat Ende]Hübsches Schlusswort, finde ich.@ Mechthild: Wunderbar! Bitte weiterschreiten! Darin ist viel Segen….

  9. Post im Auftrag von@Robby Höschele Ich bin ja bei Experimentelle Bildungsräume im ejw (www.mukubi.de/content/playing_arts/aktuelles.php) auch für Bildung im Web 2.0 zuständig und deshalb für social media. Ich mache sehr viele Beobachtungen bei anderen und bei mir selbst und denke, wir müssen uns darum kümmern, eine Kultur im Umgang mit diesem Neuen der letzten 5 Jahre zu erschließen, die den Menschen gut tut und nicht einfach nur eine Beteiligung an einer kirchlichen Bedenkenträgerspirale ist.. Aber das ist jetzt für deine angestoßene Diskussion gar nichts Neues, bei dieser Erkenntnis bist du ja längst selbst angekommen. Jetzt stellt sich die Frage: Wie geht das, eine solche Kultur zu entwickeln? Etwa in der Kirche, in kirchlichen Einrichtungen, die bisweilen in der Medienentwicklung noch ganz weit zurück sind.

  10. Post im Auftrag von @Markus DillenkoferIch sage nur: Infos sammeln, sortieren, bewerten und weiter geht`s mit dem richtigen Leben. Gehe jetzt mit meinem Schätzchen in die Stadt und schau mir mal so die Menschen in ihrer vielfältigen Pracht an. Wird bestimmt spannend, witzig – und traurig.Aber that´s it,that`s Life and I love it.

  11. Post aus der Gruppe Pfälzer PfarrerInnen: @ Christopher Markutzik habe erst heute die freitagsfrage gelesen – und ich finde auch, dass SM die gewohnheiten eines menschen in der tat verändert. gerade wenn er das glück hatte, ohne multikommunikation aufzuwachsen. und dass dies bei mir noch der fall ist, zeigt ja, wie erfolgreich alle mögliche entwicklung dahingehend war und ist. ich habe allerdings mail, netzwerke und mobiltelefone schon vor dem großen facebook-boom genutzt. und zunächst in der tat im privaten Bereich – um “vernetzt” zu bleiben, mit leuten, die man aus dem auge verloren hat. es ist aber inzwischen auch so, dass ich bei facebook morgens anfrage, wie es mir heute geht und wer was über nacht alles erlebt hat (besonders natürlich Ed Ebel :-) ) seitdem ich aber in der gemeinde bin, hat sich die nutzung zu dienstlichen zwecken ausgebreitet – und bei allen nachteilen und dingen, auf die man aufpassen muss – es ist, so glaube ich, ein teil der arbeit geworden, der sich pfarrerinnen und pfarrer stellen muessen. vielleicht nicht gezwungener maßen, sondern nur dann, wenn man ohnehin einen draht dazu hat. dann aber öffnet es wege, gerade zu jugendlichen, die man sonst nicht beschreiten könnte. inkl. der verantwortung, die man dann trägt und die nicht endet, wenn man den kasten ausmacht. Es ist ein werkzeug, das man gebrauchen kann, aber nicht muss. Doch man sollte es nicht grundweg verteufeln, weil man alles mögliche damit falsch machen kann. denn das kann man mit einem auto auch und jede/ r hat eins. So gesehen verändern SM die möglichkeiten von pfarrerinnen und pfarrern, die möglichkeiten von kirche und das sollte man nicht aiußer acht lassen. solange man im blick behält, den menschen – auf dieser und auf der gegenüberliegenden seite – nicht als bloße virtuelle realität zu begreifen.

  12. Die SM-Frage scheint nicht nur wegen des Titels anstößig. Auch im “richtigen Leben” werde ich dieser Tage oft angesprochen. Danke für die rege Diskussion auch hier im und um den Blog. Obwohl: Ist es eigentlich eine? Eher eine Sammlung anregender Aspekte. Typisch Netzgemeinde ;) Und ich frage nochmals nach: Wie geht ihr mit der Zeit um? Da gibt es bei einigen ein nickendes “Ist ein Problem”. @Ina „bekommt einen Einlauf“, weil sie mal internetfrei wollte. @ Brigitte sucht noch den richtigen Rhythmus. @willimeck hat eine gutste Ehefrau, die ihm mal time-out zeigt. @Stefan sieht auch Zeitdiebe am Werk und verweist auf´s richtige Leben. Auch @Markus huscht eher durch die Timeline und nimmt sich lieber Zeit für die Liebste. @Chris kennt auch keine Pizzabewehrten Nerds sondern junge Menschen mit einem ganz normalen Leben. Und doch: Mancher muss für freie Stunden auf die “Auszeit-App” (kein Scherz) zurückgreifen, die automatisch mal abschaltet. Mehrere schreiben mir: “Hab´s gelesen im Blog, super. Comment später, habe gerade keine Zeit!” Meist kommt dann kein Comment. Und mir selbst geht es oft ähnlich. Zu viel zu lesen, zu sehen, zu sagen. Aber wann? Ja, es bleibt dabei: Es braucht Zeit, selbst zu bloggen und zu posten. Und noch mehr, angemessen auf andere zu antworten. Wie oft reicht die Zeit eben gerade nicht zum echten Austausch. Wer neben “Arbeit und Soziales” – Küche, Kinder, Kunst, Kultur und vielleicht gar Sport – seine “Social Networks” bedienen will… Uff, dem geht schnell die Puste aus. SM so schnell mal nebenbei? Pustekuchen! Kein Wunder, dass Vielsurfer meist Männer sind. Wie schrieb just ein lieber Twitterkollege – sonst stündlich am Tweeten, Posten und Bloggen -an einem ungewöhnlich stillen Tag: “Heute Haushalt und Kinderdienst – kommst Du zu nix.” Der Zeit-Vertreib, der Zeit-Fresser Internet ist enorm. Die 24 Stunden-Erreichbarkeit wird eingefordert. Bei aller Lust: Es gibt auch Frust. Ich habe jedenfalls häufig ein (gut protestantisch) schlechtes Gewissen. Wechselweise gegenüber der eigenen Familie und der Netzfamilie. Leben mit Freunden und Friends: Nicht wirklich einfach, oder?

  13. Ja die Zeit, in aller Munde „Zeitmanagement“ …. Wichtig: Zeit ist, managen kann man nur sich selbst: Selbstmanagement zur Zeit.Beim SMen muss man niemanden in die Augen schaun, macht dann auch vieles leichter und auch ärmer. Die wichtigen Sinne Sehen, Hören, Riechen,Tasten – was das Zwischenmenschliche ausmacht – bleiben auf der Strecke … am Ende zwischenmenschlich sinn-los? Gut ist es beim Selbstmanagment zur Zeit sich zu erinnern … dass das Leben nur einen Augenblick währt (Marc Aurel) – das muss man dann aber auch erst mal mit allen Sinnen begriffen haben

  14. Liebe Mechthild,anscheinend hast Du ins Schwarze gepostet. Dies sieht man auf jeden Fall am ausführlichen und ehrlichen Respondieren. Für mich als Schichtdienstler und Wenigfernsehgucker (kenne Dich gar nicht vom Wort zum Sonntag, wer hängt Samstag Abend schon vor der Glotze, @knuuut hat Dich aber schwer gelobt…) klau’ ich die Zeit keinem ausser vielleicht mir selbst, da ich halt viel alleine bin. Ich finde es schön, dass ich kommunizieren kann, wann ich dafür Zeit habe, sonst hätte ich ja nur Kontakt zu Pflegepersonal, und das ist Gift im sozialen Beruf!Bloggen (http://wp.me/25QRR) tu’ ich eigentlich nur, wenn ich was zu sagen habe (ein paar Themen hab ich aber noch in petto), ich würde allerdings gerne mehr gelesen. Frei nach Luther hatte ich mir mal 2 Blogposts/Woche vorgenommen, dies schaffe ich aber nicht und habe auch nicht genug Themen. Twitter ist meist small talk und Flapserei für mich, aber nicht nur.vor allem Vergnügen, und nicht Grundbedürfnis wie z.B. Lesen und Laufen – von daher mach ichs nur “für Spass” und wenn nicht, dann nicht.Btw: Vor ‘nem halben Jahr hat mich @knuuut in der Presbyteriumssitzung mit “Willimeck” angesprochen…

  15. Dear Mechthild.Um die Diskussion weiter am Leben zu halten – hier ein paar Deiner Thesen – und meine Gegenthesen. ;-)”Und ich frage nochmals nach: Wie geht ihr mit der Zeit um? “Im Idealfall: sinnvoll. On- und/oder Offline. :-)”Wie oft reicht die Zeit eben gerade nicht zum echten Austausch…”Da stell ich mir doch die Frage: was ist ein “echter” Austausch? Ein persönliches Gespräch – von Angesicht zu Angesicht? Ist ein Gedankenaustausch über moderne Kommunikationskanäle weniger echt? “SM so schnell mal nebenbei? Pustekuchen!”Gut so! SM sollte ebenso wenig nebenbei betrieben werden, wie andere, öffentliche Publikationen. Wer schreibt denn auch nebenbei ein Buch – oder, um bei dem hier bevorzugten Bild zu bleiben, eine Predigt??? (auf die hierauf folgenden Kommentare bin ich schon jetzt gespannt!!) :-)”Die 24 Stunden-Erreichbarkeit wird eingefordert.”Nun, es liegt an jedem selbst, dieser Forderung nachzugeben – oder sich dagegen zu wehren. Wer sich allerdings berfuflich der SM Kanäle bedient, sollte sich darüber über die Konsequenzen & die Erwartungshaltung im Klaren sein. Im Privatbereich, ist das absolut vermeidbar!

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