“mmh…”mechthild meint heute: Neue Pfälzer „Guidelines“. 10 Grundsätze für Menschenfischer

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„Heute schon gebloggt?“ Tja, als unbedarfte Unvernetzte habe ich bei Blogging schlicht an Frühjahrputz gedacht. Inzwischen blogge ich selbst, lese über Monitoring, Tagging, Trolling, Posting, Sharing, Shitstorms. Sh.., was es alles gibt. Nicht nur Theologen können Fachchinesen sein.

Ich bin nun immerhin schon einige Monate dabei, habe erste Erfahrungen und strande doch manchmal noch in diesem Denglisch-Babylon. Sekündlich neue Infos, die durch die „Timeline“ schwemmen, gefühlt stündlich neue „Tools“.

Gut hat´s, wer da weiter munter herumflösselt und sich nicht völlig verstrickt im Netz. Darum reden derzeit viele von Strategien, wie die bayrische Landeskirche, und entwickeln „Guidelines“. Wir nun auch. Das heißt, ich spreche lieber von Grundfragen und Grundsätzen.

Manches lässt sich Englisch leichter sagen. Doch wo immer es geht: Speak German! Sag´s einfach und sag´s Deutsch. Damit nicht nur die Community sondern auch die Gemeinde verstehen kann, was gemeint ist.

Nein, wir brauchen uns nicht anschmusen an die Social-Media-Sprache – von wegen Gott 2.0 – und auch gängige Marketing-Strategien lassen sich nicht einfach übernehmen. Für die Kirche gilt vielmehr: Sehen, was andere so treiben, aber vor allem, was das Evangelium treibet.
„Dem Volk auf´s Maul schauen“, das steht uns Christenmenschen gerade auch im Netz gut an.

Es ist die große Chance dieses – bei allen Risiken und Nebenwirkungen – wirkungsvollen und oft wunderbaren Mediums: Menschen finden, Meinungen teilen, auf geteilte Meinungen stoßen, mehr wissen. Cloud-Learning. Ähm, einander auf´s Maul schauen, voneinander lernen.

Darum veröffentlichen wir heute erste Überlegungen für kirchliche Netzwerker. Lest mal rein in unsere Grundlagen, die 10 Grundsätze und Grundfragen – oder auch das Handlungsfeld. Und redet mit, damit wir was lernen. Ich freue mich auf Antworten und Anregungen gleich hier unter „Response“. Ja, so heißt das in diesem Tagebuch…

Die Freitagsfrage lautet also schlicht:

Was gefällt euch, was fehlt, was wäre zudem noch wichtig? 

Bleibt frech und fröhlich,
Eure Mechthild Werner

Foto: wikipedia

13 Gedanken zu ““mmh…”mechthild meint heute: Neue Pfälzer „Guidelines“. 10 Grundsätze für Menschenfischer

  1. Mensch Mechthild,da denken wir, Du seiest im Urlaub, und dann haust Du (mit Alexander?) so ein Papier raus! Hier ist alles so zusammengefasst, dass es auch der letzte Oberkirchenrat (gibts das bei Euch auch – schon das Wort macht mich fertig) verstanden haben müsste. Wobei man sagen muss, dass die 10 Regeln doch sehr grundsätzlich sind und sich auf die meisten Formen der Kommunikation und Verkündigung anwenden lassen. Es müssten auch keine zehn sein, aber das hat sowas alttestamentarisch Gesätzmässiges, nicht wahr? ;-) Mit dem Denglisch finde ich nicht schlimm, solange es um Fachbegriffe geht – das tut mir trotz langjährigem (nicht abgeschlossenen…) Germanistikstudium nicht weh. Es muss nicht immer Latein oder Griechisch sein, nicht wahr Ihr TheologInnen?Wichtig ist für mich, dass ich nur was sage, wenn ich was zu sagen habe, dies gilt fürs virtuelle wie fürs richtige Leben. Manchmal ist bei mir Funkstille, manchmal fliesst’s aus mir ‘raus, je nach Geistes- und Lebenslage… Btw (Denglisch-Alarm!): ‘Ne Viertelstelle für das, was Du machst ist ja wohl ein Witz – die Kirchenleitung geht wohl davon aus, dass Du ja eh im Netz bist, oder was? Ich weiss, Du machst noch LaGa, aber das ist ja eher ein Projekt… Wenn man so in die Internet-Auftritte der Gemeinden, Kirchenkreise und Institutionen sieht, ist da noch viel Beratung angesagt, das wird in der Pfalz nicht anders sein als in der EKiR.Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber dies widerspricht den Lesegewohnheiten des Mediums. Abschließend dieser Satz: Soziale Medien sind eine wichtige Kommuniktionsform in der Gesellschaft, und weil die Kirche in die Mitte der Gesellschaft stehen will und muss, gehört sie auch dahin. Basta……meint Wilfried

  2. Mensch, Wilfried, das ist ja ein schwer lobende Rückmeldung ;)) Nehmen wir gleich als 11. Grundsatz mit auf: Lass dich loben. Dann sind es auch keine Gesetzmäßigen 10 mehr. Ja, es muss nicht immer die Zehn sein, auch nicht Kirchenlatein. Gern auch Englisch, wie gesagt. Aber ich merke – noch immer als Jungfisch im Netz – manches wirkt schnell exklusiv an der Fachsprache. Wie jeder Fachjargon. Und ich denke, es kommt hauptsächlich darauf an, sich verständlich zu machen. Damit es auch, aber nicht nur, dem Ober-Kirchenrat serviert werden kann. ;)) (Ja, die gibt es bei uns und sie sind Menschen!) Einfach schreiben und reden, ohne vereinfachend zu werden, dazu noch knapp bleiben: Das ist das Schwerste. Was ich an Guidelines gelesen habe, bleibt gern in den Fachtermini hängen, ist teils recht ausschweifend oder wirkt willkürlich aneinander gereiht. Darum dieser kompakte Versuch. Der erst der Anfang sein kann. Beste Grüße ins Wochenende, see you on twitter ;) M

  3. Recht hast Du Mechthild,man muss verständlich bleiben, sonst wirds elitär! Aber soll die Timeline jetzt selbstaktualisierende Liste derjenigen, denen ich auf dem internetbasierten Netzwerk “Twitter”, auf dem Textnachrichten mit höchstens 140 Zeichen gespeichert werden. folge,heissen? Dann müsste ABS auchAntiblockiersystem, ein von Daimler-Benz zur Serienreife entwickelter Bremsassistent, der das Blockieren von gebremsten Rädern verhindert, und damit das bremsende Fahrzeug lenkbar belässt,genannt werden…

  4. Die Timeline heißt auf Deutsch ja Chronik. Ein schönes Wort, finde ich – zwar auch in die deutsche Sprache eingewandert, das ist aber halt schon etwas länger her ;-)Alexander

  5. Habe da nicht mitgewirkt, muss die PDFs erst noch lesen, hab sie erstmal runtergeladen… Aber du meintest sicher den Ebel ;)

  6. Ja, nicht überall, lieber @Alex Schnapper mischen die Piraten mit. ;)) Bei uns ist Alex Captain Ed Ebel… Dessen Handlungsfeld-Beschreibung unsere pdf-Dateien nun komplettiert hat. Aber wir freuen uns, wenn kundige Menschen alles runterladen und wissende Augen das alles lesen. Beste Grüße, Mechthild

  7. … geh mit der Zeit, oder Du gehst mit der Zeit!!!Wer Kirche nach vorn denken will, wird an Social Media nicht vorbeikommen. Und warum auch. Denn der Glaube will immer in eine neue gesellschaftliche Wirklichkeit eingesprochen sein, er war nie absolut, rein, ungefärbt, und wenn er es vorgab, war er es erst recht nicht. Wer folglich meint, er könne dabei auf social media verzichten, wird schnell merken, wie er abgehängt wird. Übrigens nicht nur, aber auch von der jüngeren Generation. Ergo: If You cant beat it, join it. Das ist der Weg, gleichwohl: er wird kein leichter sein (Naidoo). Facebook etc. befördert nämlich das kurze Statement, nicht selten auch undifferenziert- und eben nicht den nachdenklichen längeren Kommentar oder Essay. Gleiches gilt dahingehend, dass sich hier schnell eine absolut setzende Mehrheitsmeinung herausbildet, die nicht groß nach Nuancen oder Alternativen fragt. Auch Denglisch und der ironische Unterton werden sich festsetzen, und niemand wirds verhindern können, auch keine noch so gutgemeinte Church-Netikette, wiewohl wir sie bedenken wollen. Und dennoch, wir werden das beste daraus zu machen versuchen. Luther übrigens, davon bin ich überzeugt, wäre auch mit im Boot. Also: schaun mer mal!

  8. Nein, Englisch ist nicht immer schlecht. Und doch, @Wilfried, sehr schöne Vorschläge für die Timeline ;) Verbietet sich leider, weil über 140 Zeichen lang. Chronik, lieber @Ebel ist in jedem Falle kürzer. Aber eben wieder aus dem Altphilologischen Bereich. Vielleicht kommen ja noch mehr kreative Vorschläge …

  9. Während Mechthild bereits ihren Hirnschmalz in den nächsten Beitrag fließen lässt, will ich hier doch noch einmal zurück zum eigentlichen Thema und selbst ein paar kritische Anfragen an unsere Guidelines formulieren, und zwar:Sind hier nicht konzeptionelle und ethische Ratschläge, also Strategie und (Verhaltens-) Kodex miteinander vermischt? Punkte wie “Bin ich offen? – be personal”, “Bin ich echt? – be authentic” oder “Wie sorgfältig bin ich? – be serious” scheinen mir eher das zu treffen, was i.A. unter “Guidelines” / Verhaltenskodex / Richtlinien verstanden wird (oder zumindest, was ich darunter verstehe), während Punkte wie “Was sage ich? – know your story”, “Wen spreche ich an – know your audience”, “Warum kommuniziere ich? – know your goals” eher die Strategie betreffen, die Ziele nämlich, über die man sich bereits VOR dem Engagement in Social Media klar werden sollte. Andere Punkte, wie “Bin ich bereit? – be real”, “Wie unterhaltend bin ich? – know your monitoring”, “Wie profiliert sind wir? – be to see” bewegen sich, so wie sie hier formuliert sind, irgendwo zwischen diesen beiden Polen.Müssten wir also nicht aus dieser einen Zehn-Gebote-Tafel zwei machen, eine für das “Vorher”, eine für das “Mittendrin”? Zum Zwecke der Klarheit?So weit die grundsätzliche Anfrage. Ein Detail füge ich an: Die Grundsätze/fragen 2, 5 und 10 sind nach meinem Eindruck inhaltlich nicht stark genug voneinander abgegrenzt, überschneiden sich. Den jeweiligen Kernpunkt könnten wir da noch einmal exakter herausarbeiten, meine ich.Und nu? Noch Mitdiskutanten? :-)

  10. Also heute, lieber ED Ebel – gerade noch so heute, Donnerstag – da is nix mehr mit Diskutieren. Aber natürlich richtig. Und interessanter Ansatz, die zehn Gebote nu auch noch auf zwei Tafeln zu verteilen. Das wird dann endgültig mosaisch ;))

  11. Pingback: “aha…” Digital naiv? Alphabetisierungsversuche. | protestantisch pfälzisch profiliert

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