“mmh…” Mehr als Du brauchst? Mein Kirchentag.

Heute, ich warne gleich, ein DEKT-Doppelblogpost…

Huch, Sonne. In Hamburg. Sonnenverwöhnt und Rekordbesoffen ging´s los. 300.000 Menschen beim Abend der Begegnung unter kühlblauem Himmel rund um die Alster. 116.000 Dauerteilnehmer. Gefühlt 20.000 Menschen bei Edeka und Co im Bahnhof. „Soviel du brauchst“, offenbar vieles, auch am Maifeiertag. Erst recht die Tage danach. „Gehste mit zum Podium Armut?“ „Ja, muss aber erst noch shoppen.“ Das Motto, tja, es geht uns alle an.

Der Kirchentag „och, ne Messe wie jede“, meint der Hotelportier. Und irrt. „Warum singen die da?“, fragt ein Knirps und Mama meint, „keine Ahnung, bei dieser Kirchenmesse singen die an jedem Eck“. Der Kirchentag erobert die Stadt, auch in der Nacht, mit evangelischen Folkloreflair. Fröhliches Happening und fromme Besinnung, handfeste Politik und handgestrickte Stände. Ein Erfolgsmodell. Diesmal mit rund 5.500 HelferInnen, so viele wie nie. Von wegen, junge Leute engagierten sich nicht. Stets um die 100.000 Teilnehmende bei diesem Event. Doch in etwa so viele treten jährlich aus den Kirchen aus. Was hat die Kirche vom Kirchentag?

Die Politik hat sie zumindest greifbar. Oder umgekehrt? Gauck, Merkel, Schäuble, Steinbrück, Steinmeier, Göring-Eckardt, Roth. „Wahlkampfarena“, motzt mancher. Historiker Großbölting meint: recht so. Warum nicht werben für die Demokratie, und wo sonst, wenn nicht hier im Wählerrevier? Und laut einer Studie fände es selbst die Mehrheit der nichtreligiösen Deutschen gut, wenn wenigstens die Regierenden religiös seien. Nach dem Motto „Wer betet, kann kein schlechter Mensch sein.“ Nu ja.

Tatsache ist, Christenmenschen gehen häufiger wählen als andere. Kirchlich leben bedeutet gemeinschaftlich denken. Folgerichtig ging´s um die großen gesellschaftlichen Themen, die teils rotierend wiederkehren. Demokratie, Gerechtigkeit, Klimawandel, anders Wirtschaften, Inklusion. Ach ja, selbst die Menschen 2.0 werden langsam integriert.

Endlich eine Kirchentagsapp. Erleichternd, auch um ein Pfund Programmheft. Knut, besser @knuuut erschwert man indes den Start im Internet-Café. Es gibt kein Internet im Café. Die Twitterbibelarbeit läuft dafür täglich besser, auch vom Sofa aus. Im Saal war´s für mich hektisch hüpfend. Gute und gutgemeinte Moderation, halbherziges Singen und Beten samt dreifachen Bibelinputs. Am Ende ein interessantes Ideenpotourri, eine Twitterwall, die mit dem Bibeltext kaum mehr was gemein hatte. Die rechte liturgische Form fehlt noch. Probephase. Als wäre das Podium „Vernetzt oder verheddert“ vorweggenommen.

„Die Abhängigkeit von der Technik“, so ein Votum dort, mache „Angst“. Ja, mir auch. Ich kämpfte mit Wackel-WLAN und ächzendem Akku. Gerade so gab´s letzten Freitag hier ein paar gebloggte (jetzt noch ergänzte) Zitate des KirchenTages. Wer zuhause bequem vernetzt war, sieht jedenfalls am ersten Abend von den vier Gottesdiensten mehr als ich. „Platz überfüllt.“ Stöhn. Schön, wenn die Fernanwesenden für mich sehen und twittern. Dann verabschiedet sich mein Phone. Ich fühle mich abgeschnitten. Und treffe gleich darauf an der güldenglitzernden Alster zufällig gefügt Follower und Friends wie Blogfreund Andreas Dreyer. Und auch von Angesicht haben wir uns was zu erzählen…

Was gäbe es noch zu berichten? Vieles. Doch kein Fazit. Nein, jeder erlebt seinen Kirchentag. Mancher sieht zu viel Kuscheln statt Konflikte, andere zu viel Politik statt Kirche. Mir war es zeitweise einfach nur zu viel von allem Viel mehr als ich brauche. Doch wenn die Vielfalt zum evangelischen Profil gehört, dann gehört die Kirchenmesse wohl so. Die großkopferten Politpromirunden – wer will schon Merkel applaudieren, wenn sie aus dem Grundgesetz zitiert – waren für mich weniger spannend als die vielen kleinen Mutmachgeschichten. Menschen, die mit tollen Ideen Kirche und Staat machen.

Dazu ein bewegendes Feierabendmahl mit Schwulen und Lesben, Besuche beim unerschrockenen Kiezpfarrer mit dem St-Pauli-Totenkopf. Besonders eindrücklich: Beten jeden Tag, Singen in der Bahn, auf der Straße, im Park – unverschämt glauben – das ist es, was ich liebe am Kirchentag. Wunderbar auch, wie viele Menschen wieder zu unseren Nachtgebeten kamen. Meine aktuellen Anekdoten habe ich auf Wunsch aufgeschrieben. Sie geben ein paar Einblicke in die Hamburger Tage.

Doch was Worte nicht wiedergeben können: Wenn tausende Menschen nächtlich im Lichtermeer stehen und auswendig inwendig singen „der Mond ist aufgegangen“. Da geht mein Herz auf. Und ich bin berührt. Soviel ich brauche…

Und was habt ihr gebraucht?
Ich freue mich auf eure Geschichten.

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

19 Antworten auf ““mmh…” Mehr als Du brauchst? Mein Kirchentag.

  1. Beim Lesen spüre ich die Stimmung die ein Kirchentag in sich trägt. Wie christliche Funken springen, anstecken. Die Vielfälltigkeit im Ausdruck des Glaubens. Die Art und Weise wie Kirche bei dem Menschen ist. Jeder an seinem Platz. Da sind so viele Orte. Glaube und Kirche – Kirche und Glaube sind eine Heimat. Für jeden. Die Christenmenschen geben die Chance Heimat zu erleben. Der Mensch muss die Chance sehen und annehmen können. Das Angebot macht es aus.

    Das Dabeisein. Das erleben von einer solch großen Gemeinschaft. Dabei, jeder ist anders und uns alle verbindet Glaube. Eine großartiges Erlebnis von Gemeinschaft. Das Schöne dabei, nicht alle denken und empfinden gleich. Genug Platz für Trennendes und Gemeinsames, für andere Ansichten und dabei gegenseitige Akzeptanz.

    Es passt der Satz “Im Zweifel für den Menschen”. Titel einen Buches von Scharrer. Einst in der evangelsichen Akademie in Hamburg Rissen gelesen. Lang her. Eines ist damals wie heute aktuell: Christenmenschen michen sich ein. Jeder an seinem Platz. Das ist das Salz in der Welt.

  2. Wenn ich mit einem Wort beschreiben sollte, was mein Kirchentag war, dann wäre das Wort “Begegnung”. An jeder Ecke Menschen, die man vorher noch nie gesehen hat, mit denen man sich aber einfach so unterhalten kann. Da gibt es eine gemeinsame Basis.

    Es ist Donnerstagmorgen. In der S-Bahn von unserer Schule zum Hauptbahnhof studiere ich noch einmal die Karte. Ich will zum Congresscentrum. Da spricht mich jemand an. Mitte dreißig, männlich. Ob ich auch zu Manuela Schwesig wolle. “Ja”, antworte ich. “Dann können wir ja zusammen fahren”. “Gerne”. Ich habe eine Begleiter gefunden und verbringen den ganzen Morgen miteinander. Unterhalten uns über Gott und die Welt. Fantastisch.
    Als wir auf dem Weg zur Epiphaniaskirche sind, sind wir beide trotz Stadtplan ziemlich planlos. Da kommt eine Frau auf uns zu und fragt uns: “Was suchen Sie denn?”. Sie hilft uns weiter. Mein Begleiter sagt: “Das ist Kirchentag. Hier fragt man nicht, hier wird man gefragt.”

    Eine zweite Begegnung. Rückweg vom WiseGuys-Konzert. Ein überfüllter Bus, in den sich an der nächsten Haltestelle noch zwei Jugendliche reindrängen. Doch niemand meutert. Alles singt. “Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert…”. Nun, gefroren hat in diesem Bus niemand.

    Danke Hamburg, für einen tollen Kirchentag und viele wunderbare Begegnungen.

    Achja, den Mitdreißiger vom ersten Tag habe ich übrigens am nächsten Tag nochmal gesehen. Ganz zufällig. Unter 100000 Menschen.

    • Begegnungen, ganz “zufällig”, ja, das ist es wohl, was die Kirchentage ausmacht, lieber @Christoph. Ich danke für die eindrücklichen Geschichten. Könnte direkt am Abend erzählt werden… Wir sehen uns in Stuttgart. Zufällig.;) Mechthild

  3. Liebe @Mechtild!
    Vorweg:Ich habe den Kirchentag bequem vom heimischen Fernseher aus verfolgt.
    Auch für mich war die Podiumsdiskussion zum Thema Inclusion(mit u.a. Samuel Koch und unserem Bundespräsidenten)ein Höhepunkt.
    Es wurde mir deutlich,wieviel es noch braucht,bis wir zu einem normalen,unverkrampften Umgang zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten gelangen.
    Bezeichnend die Szene,als das Mikrophon von Samuel Koch(vermeintlich) nicht funktionierte und der daneben sitzende Bundespräsident Gauck ihm wortlos ein Ersatzmikro unter die Nase hielt.Ein bißchen ungelenk,ein bißchen übermotiviert,wie ich fand.Und vor allem:Keine Nachfrage:”Ist das o.k. für Sie?Oder wollen wir abwarten,bis das Problem technisch anders gelöst wird?”
    Mag sein,daß ich ungerecht bin,oder daß mir die Fernsehperspektive einen falschen Eindruck vermittelt hat,aber ich mußte spontan an den Satz denken:”Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht!”
    An gutem Willen fehlt es den Wenigsten,da bin ich mir sicher.Aber was ist so schwer daran,zu fragen:”Kann ich Ihnen helfen und wenn ja,wie genau?”
    Einn anderes Problem sehe ich darin,daß wir Behinderten neuerdings oft eine Rolle zuordnen,nach dem Motto:wenn schon behindert,dann wenigstens glücklicher,wenigstens lebenslustiger als der Durchschnitt.
    Wenn das im Einzelfall so gelingt-großartig!Da kann man nur Respekt zollen.
    Aber als Erwartungshaltung,als Rollenzuweisung an alle Menschen,die mit einer Behinderung leben müssen,finde ich das fragwürdig.
    Ich habe den Verdacht,daß mir diese Fragestellung vom Kirchentag 2013 am allermeisten in Erinnerung bleiben wird
    Vielen Dank jedenfalls,liebe @Mechtild,für Deine lebendig geschriebenen Eindrücke.
    Es gibt das schöne Nietzsche-Zitat wonach man einen Menschen anhand dreier Anekdoten zutreffend beschreiben könne.
    Dir ist hier Ähnliches-mit dem Kirchentag-gelungen.

    • Lieber Barney, spät, aber doch ein Dank für Deine trefflichen Anmerkungen. Ja, bezeichnend, diese Koch-Gauck-Szene. Das Thema Inklusion war tatsächlich überall präsent. Und wird es bleiben müssen. Ich kenne im übrigen das Nietzsche-Zitat nicht. Ist aber schön, wenn Du meine Eindrücke eindrücklich fandest… Auf Wiedersehen in Stuttgart. Auf Wiederlesen bereits früher. ;)
      Fröhliche Pfingsten wünscht Mechthild

  4. Liebe Mechthild!
    Bevor ich nach Hamburg gefahren bin, habe ich gar nicht gewusst, wieviel ich wirklich brauchte, denn ich habe so viel bekommen, dass ich im Rückblick staune über meine eigene Bedürftigkeit.
    Sicher, ich liebe Kirchentage, ich liebe dort die Menschenmassen, ich liebe das Singen im Rudel, ich liebe Freiluftveranstaltungen im Sonnenschein, ich sitze sogar mal ganz gerne auf einem Papphocker,
    ich laufe mir gerne die Füße rund, ich sauge Vorträge und Neues -auch mal sehr unkritisch- auf wie ein Schwamm, ich freue mich an experimentellen Bibelarbeiten auf dem Weg, ich lasse mich von einem Gottesdienst von Brot für die Welt aufrütteln und verstören, ich konnte nach einem Podium zu gerechtem Wirtschaften und zum Überfluss keine neuen Schuhe kaufen, weil ich sie nicht wirklich brauchte.

    Und ich habe Begegnung erlebt, wunderbar:
    Ich habe Freundinnen getroffen, verabredet und unverhofft, mein Patenkind durch die Stadt getragen, meinen Eltern den Kirchentag schmackhaft gemacht, mit Menschen intensive Gespräche geführt, die ich vor Hamburg nicht kannte, Pfälzerinnen und Pfälzer getroffen.

    Ich könnte meine Aufzählung beliebig fortsetzen.
    Natürlich bringt ein Kirchentag meine romatische Seite wunderbar zum Schwingen und genau das ist es, was ich immer mal wieder in meinem Christsein brauche. Ich spüre hier, wir sind viele, wir singen und beten und denken nach, wir lächeln uns zu, wir werden gestärkt in Glaube, Liebe und Hoffnung.

    Und als Höhepunkt brauchte ich am Abend eines jeden Tages das Nachtgebet auf dem Rathausmarkt. Singend und hörend zeigte sich nämlich hier, wen ich wirklich brauche:
    Christus, ich bauche dich. Und es ist wunderbar, in welchen Facetten er sich immer wieder zeigt.

    Eine immer noch bewegte Anja

    • Jetzt ist der Kirchentag schon laaaange her, ich kam kaum zu Atem, aber antworten wollte ich Dir noch, liebe @Anja.

      Und da ich Deine regelrechte Hamburghymne lese, spüre ich es wieder, das “Singen im Rudel” und ja, die typische Kirchentagsromantik. Danke dafür. Und wie schön ist es auch für mich, jeden Abend mit Dir und Euch zu lauschen und zu singen… Hach. Stuttgart kommt. Und auch dort wird mir sicher manches zuviel. Aber vieles wird wieder locken. Frohe Pfingsten Dir und Euch, Mechthild

  5. Kirchentage geben immer mehr als man braucht…die Fülle erschlägt, besonders “Kirchentagsneulinge”. Wir waren dieses mal mit 4 “Neuen” unterwegs…was man alles machen will, bis man schließlich merkt, dass das gar nicht gehen kann…in der Beschränkung liegt der Meister/die Meisterin…und auch dann gibt es noch immer mehr als man braucht. Ja, es war klasse in Hamburg…das Wetter, die Begegnungen, das Singen, die ganze Atmosphäre…Wunderbar die Erfahrung, wenn man mit schon etwas müden Beinen in der “Welt der Religionen” auf der IGS die “Schöpfungstage” durchwandert und beim 7.Tag Bänke und Tisch zum Ausruhen einladen…ja, Ruhe, so viel du brauchst, die war inmitten dieses quicklebendigen Kirchentages auch zu spüren. Wir haben uns diese Ruhe gegönnt…Was ich gebraucht hätte? Vielleicht diese wunderbare Kirchentagsapp, von der unser Bekannter so sehr schwärmte und sich als “Neuling” problemlos durch den Kirchentag führen ließ. …Als nicht Smartphone-Besitzerin, die noch die abgelegten Handys der Töchter nutzt, muss ich zumindest jetzt in Frage stellen, ob man so etwas nicht doch braucht…Ach ja, am Donnerstag waren wir auch beim Nachtgebet am Rathaus Platz…weil ich noch mit OKR Müller ein Schwätzchen hielt, war der Platz schon ziemlich leer, als ein älterer Herr auf mich zukam. “Warum hat denn die junge Dame diesen alten Herrn dabei gehabt, die hat doch so schön gesprochen, den hätte man doch wirklich nicht gebraucht…”…tja,…ich geb das als Kompliment an dich einfach mal weiter. Wir sahen “den Herrn” als nette ökumenische Geste…manchmal erhält man einfach mehr, mehr als man braucht… LG und schönes Wochenende!

    • Tja, der ältere Herr, liebe @Irmtraud, war in jenem Falle Weihbischof Jaschke. ;) Es ist mitunter ein Problem, die Prominenten noch zu Wort kommen zu lassen, die das oft engagiert und gut tun, aber manchmal auch eher bemüht sind … Vielleicht überlegen wir nochmal, was wir brauchen. Und wen an dieser Stelle.

      Danke Dir jedenfalls für Deine blühenden Eindrücke, auch von der IGS. Ich empfand die “Welt der Religionen” auch als eine Oase. Ebenso wie den Kirchentag, stellenweise. Es ist wohl so: Immer mehr als Du brauchst. Bis bald und bis dahin gesegnete Pfingsten, Mechthild

  6. Wenn’s ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Den Kirchentag. Erst recht so einen wie diesen: weltstädtisch, mondän, jugendbewegt und doch auch durchsetzt von klassischen Kirchentagspublikum aus tiefversunkenen friedensbewegten Tagen. Ein Sehen und Gesehen-werden, ein Sich-Treiben-Lassen – und ein Suchen. Ein Event, fraglos, ein Ritual, warum auch nicht, und eben doch auch mehr als das.
    Jedenfalls keine Messe wie andere, und das sage ich als Hannoveraner, der Messen und Messe-Publikume (gibt’s diesen Plural überhaupt) wahrlich zur Genüge kennt. Mögen steife Hanseaten auch das Gegenteil behaupten, es hätte nicht der blauen Schals bedurft, um anzuzeigen: hier geht etwas anderes ab.
    Was nicht so pralle war: Eröffnungsgottesdienste auf Plätzen, die früh schon überfüllt waren (auch wenn’s mich nicht betraf), ein gegen den Strich gebürsteter Bibeltext als Motto (‘Soviel du brauchst’), der zum Gerechtigkeitsthema nicht so recht passen will, ein Abend der Begegnung, der bei nicht wenigen leere Mägen hinterließ, weil die Speisung der Fünftausend nicht so recht gelingen wollte. Der Italiener, bei dem ich schon um halbe neuen nichts mehr zu essen bekam, weil sämtliche Vorräte da bereits verbraucht waren (‘wir wussten doch nicht, was Kirchentag bedeutet, sonst hätte der Chef mehr besorgt…’. Aber wir wollen nicht kleinlich sein, all das wurde überstrahlt von schönen Veranstaltungen, munteren Begegnungen, einer traumhaften Stadtkulisse, herrlichen Konzerten. Und ein Überraschungs-Skandälchen konnte ich am Rande auch noch erleben: die erzürnte Dame, die aufs Podium eilt, um den Herrn Landesbischof mit Sohn, die eigentlich nur ihr neues Buch vorstellen wollen, dafür persönlich haftbar zu machen, dass eine eigens für den Kirchentag entworfene Kondomwerbung denn unverschämterweise sich des Jesuswortes Liebe deinen Nächsten … bedienen würde. Und ihm dafür netterweise ein Glas Wasser auf den Anzug schüttete. Ihr Akzent: württembergisch, aber wir wollen natürlich nicht verallgemeinern…
    Leider konnte ich die Kamera nicht rechtzeitig herausholen, da war die Szene auch schon wieder vorbei. Was ich damit sagen will: Raum für Unvorhergesehenes, der ist eben auch vorhanden.
    So möge er bleiben, der Kirchentag, um uns aus unseren Alltagsdepressionen und Permanent-Diskussionen (Strukturen, Geld, Geld, Strukturen…) mal herauszuholen. Wenns auch nur alle zwei Jahre geschieht. Und das, das hat er geschafft. Fraglos.

    • Ja, wenn´s ihn nicht gäbe, lieber @Andreas, man müsste ihn erfinden. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ausser, dass auch wir einander zufällig begegnet sind. Und das schrieb ich ja bereits. Das Skandälchen allerdings hätte am Abend beim Nachtgebet gerade noch gefehlt … ;)

      Dir ein geistreiches Pfingsten. Mechthild

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  8. Diesmal konnte ich nicht oder eigentlich war zu faul und träge, mich rechtzeitig drum zu kümmern, keine Ahnung, jedenfalls war ich nicht dabei und ich habe meine Trägheit spätestens bereut, als alle in Facebook vom Aufbruch nach Hamburg posteten und dann jeden Tag aufs Neue, wenn ich im pfälzer Regenwetter sitzend die Kirchentagsreisenden vom Traumwetter in Hamburg schwärmen hörte.
    In meiner selbstverschuldeten Frustration wollte ich dann die multimediale Vernetzung des DEKT austesten und habe versucht, den Kirchentag möglichst intensiv auf Facebook, Twitter, Tumblr, Instagram, Youtube und allen mir sonst noch bekannten Sozialmediaplattformen zu verfolgen. Mein Fazit: Man bekam einerseits erstaunlich viel mit aber doch auch erstaunlich wenig, je nachdem, mit welcher Erwartungshaltung man an die Sache heran ging. Den twitternden und flickrernden und facebookenden Teilnehmern zu folgen war faszinierend – der offizielle Webauftritt des Kirchentags fand ich eher ernüchternd. Von der ein oder anderen Veranstaltung hätte ich mir z.B. einen Livestream im Internet durchaus reizvoll vorstellen können. In Zeiten, in denen alles mögliche live gestreamt wird, hätte ich das vom DEKT durchaus auch erwartet, aber vielleicht bin ich auch nur zu doof gewesen, die entsprechende Seite zu finden???
    Den Termin für 2015 habe ich zumindest jetzt schon fest in meinem Terminkalender eingetragen und bin gespannt, wie ein Kirchentag in einer Stadt ohne funktionsfähigen Hauptbahnhof funktionieren wird.

    • Ja, der offizielle Auftritt war nicht so prickelnd, zumindest der im Netz, lieber @Dirk.

      Der Kirchentag war ansonsten tatsächlich strahlend. Und groß. Und viel. Und voll. Da ist schwer posten und twittern und auswählen… Ein Live-Stream ab und an wäre sicher hilfreich. Aber in Stuttgart, so wir gesund und munter und nicht träge sind, geht’s live weiter. Frohe Pfingsten wünscht M.

  9. Liebe Mechthild,

    ……..ich habe mit dem Kirchentag nichts am Hut aber eben diesen ziehe ich vor deinen Worten. Sie haben mir einen sehr lebendigen Eindruck davon vermittelt und ich habe sogar kurz darüber nachgedacht einmal eine solche Veranstaltung zu besuchen (lol).

    Ich grüße dich herzlich, Jörg

    • Na das wäre ja mal was, lieber @Jörg. Ich würde Dich glatt mitnehmen. Ist ja dann nicht mal weit. Einmal über den Rhein, noch ein Stück und rein ins Stuttgarter Gewühle. 2015, so Gott will und wir leben.

      P.S. Schön, wenn der Kirchentagsgeist ein wenig rübergeweht ist. Erst mal frohe Pfingsten. M.

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