“aha…” Auf dem Weg zur Sprachfähigkeit III: Psychologie

VierOhrenFür die dritte Perspektive auf die Sprachfähigkeit im Glauben, die kommunikationspsychologische, beziehe ich mich auf einen „Klassiker“: das dreibändige Hauptwerk des Psychologen und Kommunikationswissenschaftlers Friedemann Schulz von Thun, „Miteinander reden“. Schulz von Thun entwirft darin ein Modell der Kommunikation, das gleichermaßen klar verständlich wie ergiebig ist. Mit seinem „Quadrat der Nachricht“ (vgl. zum Folgenden [1], S.19-21) geht er davon aus, dass jede Mitteilung immer vier Seiten hat. Und während der Sender mit „vier Schnäbeln“ spricht, hört der Empfänger auf „vier Ohren“. Kommunikationsstörungen entstehen dadurch, dass oft nur eine Seite der Mitteilung explizit ausgesprochen ist und alle anderen Botschaften „zwischen den Zeilen“ mitschwingen. Weiterlesen

“bäh”… in love with my job

in love with my job 2Ja, es ist ätzend.

Das Telefon kennt keine Ruhezeiten, die Haustür keine Sperrstunde, die Kuchenteller keinen Rand und das Ohr blutet auch hin und wieder, wenn das Gespräch sich zum x-ten Mal wiederholt.

Genauso ist es mit Treffen in Kollegenkreisen, die ja immer wieder mal nach dem Grundsatz strukturiert sind, dass in der versammelten Pfarrerschaft (mmh, bah, die Pfarrerinnenschaft vergessen, sorry *zwincker*) zwar schon alles gesagt wurde, bloß noch nicht von jeder und jedem.

Keine Frage, der Pfarrberuf scheint eine der anspruchsvollsten, aussaugendsten und ungerechtesten Tätigkeiten der Welt zu sein. Verglichen mit anderen Berufen, die eine ähnlich lange Ausbildung voranstellen, auch noch schlecht bezahlt – wie unfair.
Also, wie gemacht für all die jammernden Pfaffinnen und Pfaffen, die sich mit stolz geschwellter, protestantischer Brust herausgefordert fühlen, gegen jede Einschränkung des persönlichen Umfelds tapfer anzuschreiben und anzuschwätzen. Und ja, mir passiert das auch manchmal. Weiterlesen

“aha…” Auf dem Weg zur Sprachfähigkeit II: Formen

10616704_10152505690512638_123929397368668775_nNach der inhaltlichen Perspektive auf die Sprach- oder Auskunftsfähigkeit im Glauben soll es heute um die formale Perspektive gehen: Auf welche Weise können wir unsere “Stories”, unsere Lebens-Geschichten, mit Gottes Geschichte zusammendenken und erzählen? Wie lassen sich sprachlich solche offenen Räume schaffen, in die sich verschiedene Menschen so einfinden können, dass sie ihren je eigenen Sinn darin entdecken? Weiterlesen

„bah…“ Oh ihr armen (Beff-)Männer!

Als Mitbloggerin gebe ich Beffman ja recht. Es nervt. Besser wir, die Frauen. Spätestens seit der nervigen bittenden Witwe (Lukas 18, 1ff) ist Nerven ein bekanntes und effektives Mittel, etwas zu erreichen. Ja, Frauen können nerven. Manchmal sogar mich.

Die Genderforschung redet statt vom „Nerven“ lieber vom „Eintreten in die Zone des Unkomfortablen“. Selbstverständlich geglaubte und undiskutierte Privilegien müssen plötzlich verhandelt werden. Das stimmt: Es gibt nicht mehr die eine Bibelübersetzung, nicht die eine Art, die Mitte zu gestalten. Es gilt nicht mehr das Jahrhundertelange „ich Mann, ich Kirche“. Ja, unkomfortabel ist das für euch Männer, unbequemer noch als (Talar-)Kleider tragen. Weiterlesen

„bäh…” Will `gut Ding´ Röcke haben?

hesemeff 034Man(n) hat es schon schwer in dieser Kirche. Die Geschlechterfrage stellt sich neu! Denn das derzeitig fast erreichte Gleichgewicht der Kräfte bei den Pfarrenden zwischen Mädchen und Jungs in unserer Kirche, entwickelt sich zu einem Überhang der Weiblichkeit. Dazu vorweg schon die Frage: wie kann frau sich denn freiwillig in ein Kleid begeben? Das ist so unpraktisch! Ich trete immer auf den Talar-Kleid-Saum und knalle regelmäßig fast auf den kirchlichen Steinboden.

Doch weg vom Talar-Saum. Keine Diskussion: Der männliche Überhang bei der Kirche ist Geschichte und der mitunter unerträgliche Chauvinismus der „Herr“lichkeit –  gegenüber schwangeren Kolleginnen etwa – verschwindet in den entferntesten Ecken unserer Kirche. Also hoffentlich.

Die Zukunft sieht so aus, dass der Pfarrberuf immer weiblicher wird und irgendwann die Männer eine Minderheit sein werden, die es zu schützen gilt. Weiterlesen