„bah…“ Oh ihr armen (Beff-)Männer!

Als Mitbloggerin gebe ich Beffman ja recht. Es nervt. Besser wir, die Frauen. Spätestens seit der nervigen bittenden Witwe (Lukas 18, 1ff) ist Nerven ein bekanntes und effektives Mittel, etwas zu erreichen. Ja, Frauen können nerven. Manchmal sogar mich.

Die Genderforschung redet statt vom „Nerven“ lieber vom „Eintreten in die Zone des Unkomfortablen“. Selbstverständlich geglaubte und undiskutierte Privilegien müssen plötzlich verhandelt werden. Das stimmt: Es gibt nicht mehr die eine Bibelübersetzung, nicht die eine Art, die Mitte zu gestalten. Es gilt nicht mehr das Jahrhundertelange „ich Mann, ich Kirche“. Ja, unkomfortabel ist das für euch Männer, unbequemer noch als (Talar-)Kleider tragen. Weiterlesen

„bäh…” Will `gut Ding´ Röcke haben?

hesemeff 034Man(n) hat es schon schwer in dieser Kirche. Die Geschlechterfrage stellt sich neu! Denn das derzeitig fast erreichte Gleichgewicht der Kräfte bei den Pfarrenden zwischen Mädchen und Jungs in unserer Kirche, entwickelt sich zu einem Überhang der Weiblichkeit. Dazu vorweg schon die Frage: wie kann frau sich denn freiwillig in ein Kleid begeben? Das ist so unpraktisch! Ich trete immer auf den Talar-Kleid-Saum und knalle regelmäßig fast auf den kirchlichen Steinboden.

Doch weg vom Talar-Saum. Keine Diskussion: Der männliche Überhang bei der Kirche ist Geschichte und der mitunter unerträgliche Chauvinismus der „Herr“lichkeit –  gegenüber schwangeren Kolleginnen etwa – verschwindet in den entferntesten Ecken unserer Kirche. Also hoffentlich.

Die Zukunft sieht so aus, dass der Pfarrberuf immer weiblicher wird und irgendwann die Männer eine Minderheit sein werden, die es zu schützen gilt. Weiterlesen

“huch…”: Einfach mal abschalten

Abwesenheit_BlogSommerzeit – Urlaubszeit. Es gibt wenige Zeiten im Jahr, auf die wir uns so freuen, wie auf den Urlaub. Endlich Zeit für andere Dinge. Endlich Luft und Raum, um durchzuatmen. Endlich raus aus dem Alltag und rein in das andere Leben. Sommerzeit – Urlaubszeit. Das Leben um mich herum schein irgendwie auf Sparflamme weiter zu laufen. Die Menschen werden weniger hektisch und stehen weniger unter Termindruck. Außer natürlich, sie machen sich den berühmten Freizeitstress.
Wenn Sommerzeit ist, merke ich das auch im Pfarramt. Weiterlesen

“mmh…” Sommerfriedenssonate

IMG_4623

s´ist Sommer, s´ist Sommer
Und ich begehre
O Gott
nicht viel, nur
Sonnenbeschienen
zu lachen.

s´ist Sommer, s´ist Krieg
Hundert Jahre Erster Weltkrieg.
Die Präsidenten stehen mit Sonnenbrillen
geschützt reden sie vom Frieden.
Tausende Tote dieser Tage weltweit. Weiterlesen

“aha…” Auf dem Weg zur Sprachfähigkeit I: Inhalte

Kirche erzählen.In meinem letzten Beitrag, dem ersten in einer Reihe zum Thema Glaubenskommunikation, ging es um die Frage, ob und wie Menschen sich nach wie vor auf religiöse und spirituelle Themen ansprechen lassen. Allerdings tendiert diese Formulierung zu einem Beziehungsgefälle, zum klassischen Sender-Empfänger-Modell: so, als stünden „wir“ mit unserer religiösen Weisheit auf der einen Seite, um die religiös Unwissenden oder Unmusikalischen auf der anderen Seite damit zu beglücken. Deshalb ist es mir wichtig, zu Beginn des heutigen Beitrags auf die Zweiseitigkeit der Beziehung zu pochen, wie ich sie vor 5 Wochen auch gegen Ende formuliert habe: „Jeder ein Schüler, jeder ein Lehrer, und das mitten in der Welt – das ist die Herausforderung der Ausbildung von Sprachfähigkeit im Glauben.“ Also: miteinander auf der Suche sein – und die Gelegenheiten wahrnehmen, die Spuren des lebendigen Gottes nicht nur beim Anderen zu entdecken, sondern sie auch bei sich selbst entdecken zu lassen.

Was lässt sich nun aber genauer unter dem Schlagwort „Sprachfähigkeit im Glauben“ verstehen? Eine inhaltliche Perspektive soll heute den Anfang machen, eine formale und eine psychologische werden noch folgen. Weiterlesen