“aha…” Auf dem Weg zur Sprachfähigkeit I: Inhalte

Kirche erzählen.In meinem letzten Beitrag, dem ersten in einer Reihe zum Thema Glaubenskommunikation, ging es um die Frage, ob und wie Menschen sich nach wie vor auf religiöse und spirituelle Themen ansprechen lassen. Allerdings tendiert diese Formulierung zu einem Beziehungsgefälle, zum klassischen Sender-Empfänger-Modell: so, als stünden „wir“ mit unserer religiösen Weisheit auf der einen Seite, um die religiös Unwissenden oder Unmusikalischen auf der anderen Seite damit zu beglücken. Deshalb ist es mir wichtig, zu Beginn des heutigen Beitrags auf die Zweiseitigkeit der Beziehung zu pochen, wie ich sie vor 5 Wochen auch gegen Ende formuliert habe: „Jeder ein Schüler, jeder ein Lehrer, und das mitten in der Welt – das ist die Herausforderung der Ausbildung von Sprachfähigkeit im Glauben.“ Also: miteinander auf der Suche sein – und die Gelegenheiten wahrnehmen, die Spuren des lebendigen Gottes nicht nur beim Anderen zu entdecken, sondern sie auch bei sich selbst entdecken zu lassen.

Was lässt sich nun aber genauer unter dem Schlagwort „Sprachfähigkeit im Glauben“ verstehen? Eine inhaltliche Perspektive soll heute den Anfang machen, eine formale und eine psychologische werden noch folgen. Weiterlesen

“bäh…” Heimat – Kirche – ach, behalt´s

IMG_1556[1]Es ist nur eine Randnotiz. Im Wochenblatt meines Dorfes. Da steht: „Einladung zur Diskussion über den Sinn der kirchlichen Vorrechte am xy um z in NN.“ , gez. Arbeitsgruppe „Säkularer Grüne“.
Dann drei Namen kirchenkritischer Geister und der Hinweis auf die Anfrage nach einem kirchlichen Vertreter. Der oder Die kann einem jetzt schon leid tun. Willkommen zur öffentlichen Hinrichtung. Bäh!

Jetzt sitz ich hier und frage mich, wie kann es soweit kommen? Weiterlesen

“bah…” Still gesessen!

IMG_0171Die Neue Zürcher Zeitung überraschte in der vorletzten Woche mit einer spannenden Frage an ihre Lesenden: Stimmt es, dass Menschen heute nicht mehr still sitzen können? Ein Selbstversuch wurde angeraten: versuchen Sie, zwölf Minuten nichts anderes zu tun, als dazusitzen und sich allerhöchstens mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen. OK. Ich mag Experimente. Ich habe es ausprobiert. Nicht so schwer und nicht zu einfach.

Inklusive der leichten Scham, dass mir in solchen Minuten vor allem einfällt, was ich von der Einkaufsliste nicht mehr weiss, die zuhause liegt. Jedenfalls ging für einmal die Zeit rum, ohne Blick aufs Handy, ich schwöre. Weiterlesen

“huch…” Die ersten hundert Tage und mehr

Eine der "Altlasten" - Das undichte Kirchendach oder besser, die Auswirkungen auf den Kirchenraum

Eine der “Altlasten” – Das undichte Kirchendach oder besser, die Auswirkungen auf den Kirchenraum

Nur zwei Tage nach meinem ersten Blog-Eintrag war es soweit: Die ersten hundert Tage im Amt waren rum. Die ersten hundert Tage hatte ich überlebt, war noch nicht sang- und klanglos unter gegangen. Und doch war in den ersten hundert Tagen schon einiges passiert. Doch was eigentlich?

Zunächst mache ich mich mit der Gemeinde vertraut. Ich lerne die ersten Menschen und Abläufe, die Traditionen und den Glauben der Menschen kennen und versuche, so gut es geht, so etwas wie Alltag zu finden. Einen Rhythmus für mein Leben und die Herausforderungen, die das Pfarramt mit sich bringt. Ich versuche die ganzen Termine unter einen Hut zu bringen und auch das Unvorhergesehene zu seinem Recht kommen zu lassen. Schnell stelle ich fest, dass man nicht alles planen kann, zum Beispiel, wenn die dritte Beerdigung in einer Woche angemeldet wird. Weiterlesen

“mmh…” Die Lutherin bei `Bild´

kein bild vorhandenNach Alice Schwarzer und Co nun also die Reformationsbotschafterin. Margot Käßmann schreibt für Sonntagsbild. Neben dem ein-bisschen-Spaß-muss-sein-Sänger–Skandälchen und anderen Wahnsinnsnews wirbt ihre aktuelle Kolumne: „Singet dem Herrn ein neues Lied.“ Launig geschrieben. Aber ob sie das einst als Kirchentagspastorin gedacht hätte, mal aus der Springerpresse zu tönen?

„Geht gar nicht!“ „Endlich!“ Zwischen Glücksfall und Sündenfall wurde die Causa Käßmann debattiert, auch auf Facebook. Dabei scheint´s der Normalfall. Bild kriegt sie alle. Weiterlesen