“bah…” was für ein Ich-Wir-Durcheinander!

Komitee für eine reformierte Kirchgemeinde Zürich - gemeinsame Teilete auf dem Helvetiaplatz

Komitee für eine reformierte Kirchgemeinde gemeinsames Essen auf dem Helvetiaplatz Zürich

Ich glaube, es war meine erste eindrückliche Begegnung in der Schweiz. Bei dem ersten Seminar, das ich gab. Ganz am Ende. Der Gottesdienst des Wochenendes war gerade vorbei. Wir verabschiedeten uns; eine stand noch kurz bei mir, um mir beim Gehen zuzuraunen: “Das hat mir jetzt gar nicht gut getan, das Unser Vater zum Schluss”. Die Wolkenhöhe, aus der ich fiel, war gigantisch. Wie, nicht gut getan, das Gebet Jesu? Beten wir das nicht immer? Ein mir bis dahin vollkommen selbstverständliches Wir zerbrach in dem Moment. Seither bin ich der Ich-Wir-Verwirrung auf der Spur. Weiterlesen

„huch…“: Herr Krauth, warum bist du Pfarrer?

Manchmal frage ich mich: Warum bin ich Pfarrer geworden?

Manchmal frage ich mich: Warum bin ich Pfarrer geworden?

So fragt mich die Schülerin in der 2. Klasse an der Grundschule. Ich glaube, in keinem Beruf wird man so oft nach seiner Motivation gefragt wie im Pfarrberuf. Von Pfarrerinnen und Pfarrern erwartet man, dass sie überzeugt sind von dem, was sie da tun. Man erwartet, dass sie einen Glauben haben. Man erwartet, dass sie sich voll und ganz einsetzen für ihren Beruf. Man erwartet, dass sie rund um die Uhr erreichbar sind. Man erwartet so viel mehr. Aber kann ich diesen Erwartungen überhaupt gerecht werden? Will ich diesen Erwartungen gerecht werden? Manchmal fällt es mir schwer, eine Antwort auf die Frage zu geben, warum ich Pfarrer geworden bin. Weiterlesen

“aha…” Auf dem Weg zur Sprachfähigkeit II: Formen

10616704_10152505690512638_123929397368668775_nNach der inhaltlichen Perspektive auf die Sprach- oder Auskunftsfähigkeit im Glauben soll es heute um die formale Perspektive gehen: Auf welche Weise können wir unsere “Stories”, unsere Lebens-Geschichten, mit Gottes Geschichte zusammendenken und erzählen? Wie lassen sich sprachlich solche offenen Räume schaffen, in die sich verschiedene Menschen so einfinden können, dass sie ihren je eigenen Sinn darin entdecken? Weiterlesen

„bah…“ Oh ihr armen (Beff-)Männer!

Als Mitbloggerin gebe ich Beffman ja recht. Es nervt. Besser wir, die Frauen. Spätestens seit der nervigen bittenden Witwe (Lukas 18, 1ff) ist Nerven ein bekanntes und effektives Mittel, etwas zu erreichen. Ja, Frauen können nerven. Manchmal sogar mich.

Die Genderforschung redet statt vom „Nerven“ lieber vom „Eintreten in die Zone des Unkomfortablen“. Selbstverständlich geglaubte und undiskutierte Privilegien müssen plötzlich verhandelt werden. Das stimmt: Es gibt nicht mehr die eine Bibelübersetzung, nicht die eine Art, die Mitte zu gestalten. Es gilt nicht mehr das Jahrhundertelange „ich Mann, ich Kirche“. Ja, unkomfortabel ist das für euch Männer, unbequemer noch als (Talar-)Kleider tragen. Weiterlesen

„bäh…” Will `gut Ding´ Röcke haben?

hesemeff 034Man(n) hat es schon schwer in dieser Kirche. Die Geschlechterfrage stellt sich neu! Denn das derzeitig fast erreichte Gleichgewicht der Kräfte bei den Pfarrenden zwischen Mädchen und Jungs in unserer Kirche, entwickelt sich zu einem Überhang der Weiblichkeit. Dazu vorweg schon die Frage: wie kann frau sich denn freiwillig in ein Kleid begeben? Das ist so unpraktisch! Ich trete immer auf den Talar-Kleid-Saum und knalle regelmäßig fast auf den kirchlichen Steinboden.

Doch weg vom Talar-Saum. Keine Diskussion: Der männliche Überhang bei der Kirche ist Geschichte und der mitunter unerträgliche Chauvinismus der „Herr“lichkeit –  gegenüber schwangeren Kolleginnen etwa – verschwindet in den entferntesten Ecken unserer Kirche. Also hoffentlich.

Die Zukunft sieht so aus, dass der Pfarrberuf immer weiblicher wird und irgendwann die Männer eine Minderheit sein werden, die es zu schützen gilt. Weiterlesen