“mmh…” Arbeit, Arbeit, Leben.

Uff, wieder vorbei, der Tag der Arbeit, Tag der Pfeifen und Plakate. Mehr soziales Europa. Mehr Gerechtigkeit. Gewerkschaft und Kirche gingen häufig untergehakt, für Caritas und Diakonie setzte es erneut Kinnhaken, auf dass man sich an die eigene Nase fasse, von wegen Mitbestimmung und gerechter Löhne.

Ja, auch dieses Jahr wurden Arme nur ärmer, resümieren der aktuelle Sozialbericht und das Sozialwort der Kirchen. Was tun, und zwar jetzt ! für soziale Gerechtigkeit, das wird uns und „mmh“ weiter beschäftigen. Aber just bin ich es bereits. Denn…

Uff, heute wieder arbeiten. Weiterlesen

“mmh…” Lies und regiere!

Seit gestern wird alles anders. Gerechte Löhne und Renten, bezahlbare Energiewende – selbst Konzerne werden zur Kasse gebeten – entmachtete Finanz- und Lebensmittelspekulanten in aller Welt. Es wird ja Zeit, denn „sie reißen Äcker an sich und nehmen Häuser, wie sie´s gelüstet. So treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und eines jeden Erbe.“

Schreibt der Prophet Micha. Gestern kam seine Botschaft in Berlin an. Der Bundestagspräsident erhielt eine Gerechtigkeitsbibel. Weiterlesen

“mmh…” Richter oder Rechthaber? Reise nach München.

Wer sitzt, im Gefängnis, kann erst recht radikal werden. Das ist nicht neu und die Empörung über braune Netzwerke währte nur kurz. Anders der Sitzstreit im bald beginnenden NSU-Prozess.

Zehn rassistische Morde. Acht türkischstämmige Menschen, ein griechischstämmiger, eine Polizistin. Eine grausame Serie.

Herumgestotterte Unworte wie „Dönermorde“. Unfassbares Verfassungsschutzversagen, Peinliches, Peinigendes für die Angehörigen. Jetzt soll Recht gesprochen werden, doch die Pein geht weiter.

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“mmh…” Neue Mauern braucht das Land? Uneinig Vaterland

Na, fröhlich gefeiert und “eins” gefühlt? Bei mir kam nur schwerlich Ein-Volk-Stimmung auf. Allzu uneins fühlen sich einige in und mit diesem Land. Nach der Video-Erzürnung wird erneut gefragt: Gehört der Islam zu Deutschland? Gehören Ossis und Wessis dazu? Gut, das fragen nur noch wenige. Aber ob nach dem jüngsten Sozialbericht Reich und Arm noch zueinander kommen? Brenzlige Fragen in diesem Herbst.

Dabei haben wir durchaus Grund zum Feiern. „Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ So wundert sich ein Mitglied des SED-Zentralkomitees über das, was da geschieht, vor 22 Jahren. Und es war ja auch ein Wunder. Menschen tanzen auf der Mauer, laufen über den Todesstreifen, Freudentränen in den Augen. Fremde fallen einander wie Freunde in die Arme. The walls are tumblin down.

Yes, we can. Obamas Vision haben Leute vorweggenommen, die eher sächsisch und russisch denn englisch sprachen: „Jou, wir packen das. Wir sind das Volk, ein Volk.“ Sie hatten Mut, waren ängstlich, aber letztlich glücklich, fast selig. Als wäre die Bergpredigt am eigenen Leib zu spüren.

Selig die Sanftmütigen. Ja, da waren sie, die mit dem Mut zur Sanftmut. Damals, im heißen Herbst 89. Dabei war die Situation mehr als entzündlich, ein Streichholz hätte genügt, ein allzu lässiger Finger am Abzug der Vopos und es wäre anders ausgegangen. Doch die Friedfertigen bleiben friedlich und setzen sich durch. Gott sei Dank.

Wer die Montagsgebete miterlebt hat – wie oft wurde es mir erzählt in meiner Zeit in Erfurt – staunt heute noch. Wer nie eine Kirche betreten hat, sieht sich drinnen eine Kerze anzünden. Wer kaum was zu wünschen wagte, betet plötzlich. Menschen machen den Mund auf, machen sich auf in die Freiheit, auf zu mehr Gerechtigkeit. Ein Wunder, ja, und allemal wert, sich daran zu erinnern. Jou, wir packen das.

„Müssten wir nicht längst wieder auf die Straße?“, fragt eine Freundin aus Magdeburg. „Hab wieder keene Arbeet.“ So wie ihr geht es einigen. Sicher, der Wohlstand im Osten ist gestiegen, Renommierstädte und -regionen sind hochglanzpoliert. Manch bankrotter Westbürgermeister blickt scheel nach drüben, übersieht jedoch die triste Ost-Seite. Ganze Dörfer ausgestorben, Menschen arbeitslos, junge Leute oft chancenlos.

Der soziale Friede bröckelt, 22 Jahre danach. Die Rufe nach Umfairteilen werden lauter. Ja, wir sind ein Land im Einheitscheck. Und dabei geht’s nicht nur um Ost und West. Die Armut auf dem Lande etwa, wie die EKD-Studie zeigt, findet sich auch im Westen. Die Frage ist: Stehen sie schon wieder, die Mauern, zwischen Reich und Arm, zwischen denen, die dazugehören und denen, die rausfallen? So frage ich am Freitag…

Mal sehen, wie einig ihr euch seid.

Bleibt frech und fröhlich
wünscht Eure Mechthild Werner